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| Borderline, mögliches Mitbringsel bei Überlebenden! - Klicken Sie HIER um das ursprüngliche Thema anszusehen |
| shadowy |
Hallo zusammen,
Ich wünsche mir, die Gelegenheit mich noch mit anderen auszutauschen, welche Erfahrungen mit Borderlinern haben oder selbst betroffen sind.
Ich habe in meinem letzen Beitrag"Ich weiß nicht wie ich mit meinen Ängsten umgehen" schon angesprochen, dass mir und anderen diese Störung ganz schön viele Schwierigkeiten bereitet.
Als ich vor ca acht Jahren diese Diagnose bestätigt bekommen habe, habe ich mir auch Hilfe geholt, in Form von Lektüren.
Immer und immer wieder, liest man, hört man, wie wichtig eine Therapie ist.
Also gut, dachte ich mir, brauchst ja nicht wirklich hilfe aber schaden kann es ja nicht.
Von wegen! Und wie es mir geschadet hat.
Aber das lag wohl eher an dem Möchtegern-Guru, namens Therapeutin, die mich nicht versucht hat in ihr Herz hineinzulassen, stattdessen, mich, das "Tier" erziehen wollte.
Ohne Herz erreicht man bei mir gar nichts.
Was habt Ihr für Erfahrungen gemacht? Ich bin hier, weil ich merke, ich kann mich zwar irgendwie über Wasser halten, aber halt nur irgendwie.
Würde mich wirklich sehr sehr freuen, wenn sich diesem Thema viele Mitglieder anschließen, damit ich eventuell wieder den Schritt wage, mir kompetente Hilfe zu holen.
Dass ich hier bei Verletzte-helfer mitwirke, habe ich meinem Freund zu verdanken, der mir klar gemacht hat, dass verstecken doch nur einsam macht.
Es stimmt, ich muss erzählen was los mit mir ist, damit mich die anderen verstehen.
Aber es fällt mir so schwer, mich zu öffnen, wenn ich das Vertrauen nicht fühle.
Ganz lieber Gruß
shadowy :liebes: |
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| coco |
Liebe Shadowy,
darf ich Dich fragen? Hast Du wirklich Angst, jemals ganz alleine auf der Welt zu sein, die man haben muss, um die Diagnose zu bekommen?
Und bist Du mißtrauisch? Hier doch gar nicht. Ich finde Dich noch immer sehr offen ;) Du gibst viel von Dir preis. Genuin mißtrauische Menschen halten sich doch bedeckt (ich habe so einen Nachbarn).
Du sagtest, Du fühlst Dich hier sicher. Du öffnest Dich, suchst den Kontakt zu den anderen Forenmitgliedern.
Du gehst ganz schön schnell voran dabei, es ginge auch viel viel langsamer, und Du wärst deshalb nicht "mißtrauisch". Nur normal langsam beim Öffnen.
Und wer weiß, nicht jeder hält das Gleiche für intim. Du öffnest einen Teil jetzt, der anderen intim erscheinen würde, und wartest mit Teilen, die Du später, wenn Du die anderen Forenmitglieder besser kennst, erzählen wirst. Wenn es sich danach anfühlt... wenn es der richtige Moment dafür ist...
Was meinst Du dazu?
Ganz liebe Grüße zurück.
Coco |
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| shadowy |
Liebe Coco, ich sage Dir ganz ehrlich, ich weiß noch nicht wie lange ich bleiben werde.
Ich bin gerade sehr sehr offen, weil mein Schatz bei mir ist. Er schläft zwar, aber er ist da.
Ich bin ein sehr fröhlicher Mensch, trotz meiner Wunden und Narben, aber ich weiß nie wie lange.
Liebe Coco, ich habe mich jahrelang versteckt, auch vor sehr einflußreichen Leuten, die sich "Helfer" nennen, Frage ist nur wem!!!
Ich spreche hier zum erstem mal ganz offen über mein Leben und das mit einem Tempo, ich weiß wie Du meinst.
So ist es in fast jeder Hinsicht in meinem Leben.
Alles geht sehr schnell.
Dass ich mich hier mitteile und es sprudelt einfach so, beweist mir dass es mir gut tut, offen und ehrlich auszusprechen, am liebsten alles.
Warum?
Ich habe keinen Bock mehr darauf, gefangen zu sein in diesem Leben, dass mir andere verpfuscht haben.
Jahrelang wusste ich ja noch nicht einmal, dass es Borderline überhaupt gibt.
Mein Anders sein, hat mich nie zum Mittläufer gemacht. Ich war Einzelgänger. Und ich war es gerne.
Na ja, es hat schon einsam gemacht, aber was will ich mir ne Doku reinziehen die mich nicht interessiert.
Ich habe jahrelang geschwiegen.
Glaub mir, mich hat man schon total abgestempelt.
Diese Menschen können mir gestohlen bleiben.
Durch meinen Freund, der einen großen Bekanntenkreis hat, bin ich jetzt sozusagen der Konfrontation ausgesetzt, mich zu stellen, sag ich mal.
Da habe ich schon ziemlich angeeggt und ich denke, nein ich weiß es sogar, viele verstehen meinen Freund net, wieso er mit mir zusammen ist.
Ich wollte nicht, dass er von mir, oder über mich spricht, aber es geht net anders.
Die Leute müssen wissen was los ist.
Ich bin der selben Meinung, mittlerweile.
Ich liebe diesen Mann und da er zu mir steht, mich nicht verlassen hat obwohl ich schon tausendmal gegangen wäre, an seiner Stelle.
Ich möchte auch dass seine Freunde auch meine werden.
Und wenn ich nicht langsam übe, damit in die Offensive zu gehen, was ich hier sehr gut kann, dann, na ja, wie mein Schatz es sagt, ich bekomme nen Stempel, der aber gar nicht auf mich zu trifft.
Ich habe jahrelang geschwiegen und mich versteckt.Bloß net angreifbar machen lassen.
Ich habe schon ettliche Tagebücher vollgeschrieben.
Das Schreiben ist schon lange eine Art der Therapie für mich.
Dass meine Zeilen, teilweise wirklich hammer intim, auch für Nichtmitglieder zu lesen sind, und dieses Bewusstsein die Löschtaste mich hat suchen lassen, ist aber genau das Muster, dass ich ablegen will.
Außerdem, was bringt mir das, wenn ich darauf achten muss, wie intim "ich" mich preisgebe, dann rücke ich ja nur mit der Hälfte raus und dafür bin ich viel zu genau und ein Drumherumerklärer.
Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt, meine Zeilen für jeden zugänglich zu wissen. Aber weißt Du was Coco, es tut mit gut. Sau gut. Nicht einmal jetzt das Wissen, dass Du gleich meine Worte liest, nein, was mir voll gut tut, ist einfach diese Angst net zu haben, verletzt zu werden.
Darum habe ich zu Beginn meines Bericht geschrieben, dass ich net weiß, wie lange ich hier bin, weil ich in der Vergangenheit, mich doch sehr reserviert meinem Umfeld offenbart habe, zumindest was meine Krankheit betrifft.
Aber dadurch habe ich mich immer wieder abgewendet, oder die Leute von mir.
Alles was mir dann meistens geblieben ist, ist eine abwertende Einstellung, der Person/den Personen gegenüber.
Und warum? Weil die keinen Plan hatten/haben, was los mit mir ist und warum ich so komisch reagiere.
Ich will keine Zeit mehr verlieren und die Leute vor den Kopf stoßen.
Kannst Du mich jetzt vielleicht etwas besser verstehen?
Wenn nicht frag ruhig, liebe Coco :mopf: |
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| catseye |
Liebe Shadowy,
erstmal möchte ich mich auf deinen Titel beziehen:
Borderline ist nicht das Mitbringsel aller Überlebenden!Es ist eine Form der Persönlichkeitsstörung,die aus traumatischen Erlebnissen enstehen kann,aber nicht MUß.Genau wie jede andere Persönlichkeitsstörung - und es können auch mehrere sich "kombinieren".
Außerdem gibt es auch Borderline ohne Trauma dabei - nicht,daß du das jetzt mißverstehst!Aber nicht jede seelische Verletzung wird zum Trauma.Und nicht jedes Trauma führt zu ner PTBS.
Mir ist das ein Anliegen,das mal klar auszudrücken hier,denn ich bin ziemlich verletzt worden dadurch,daß ich mit Borderline "über einen Kamm geschert" wurde,damit nicht differenziert wurde,was denn nun wirklich bei mir vorlag und ich mich dadurch viele Jahre mit Fehldiagnosen und Versuchen der Fehlbehandlung rumschlagen mußte.
Ich selber hab einige Erfahrung mit Borderlinern - gute und schlechte - und kann daher nur die eine Seite wirklich beschreiben. |
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| coco |
Liebe Catseye,
ja, das ist wahnsinnig wichtig und ich sage nur klick! und Rupert Lay, Führen durch das Wort, ab Seite 229, vor allem Seite 231.
Und deshalb habe ich Dich so mißtrauisch gefragt,
liebe Shadowy,
ob Du überhaupt Borderline hast.
Alles, was Du jetzt so geschrieben hast, klingt wirklich super. Und ich denke, selbst wenn Deine Stimmung jetzt wieder kippt, denn Du sagtest, Du weißt nicht, wie lange Du jetzt so fröhlich bist, dann wird sie danach wieder zu fröhlich kippen, oder zu mutig, oder lebenslustig, oder offen, oder optimistisch, oder oder oder :)
Liebe Shadowy, definiere Dich nicht mehr über "Borderline", sondern über "Shadowy" mit den schlimmen Schrammen und mit den hilfreichen Seiten ;)
Liebe Grüße
Coco |
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| shadowy |
Werde darüber nachdenken was Du gesagt hast.
Lieber Gruß
shadowy |
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| coco |
Liebe Shadowy,
mir ist noch was eingefallen. Borderline ist auch nichts, was einen Menschen per se schlecht macht, wie es die Therapeuten und so manch andere gerne hätten. Es ist nur deutlich anstrengender (für das Umfeld), wenn jemand Borderline hat, als wenn jemand Stimmungsschwankungen hat. Ich weiß halt, wovon ich rede... es kostet viel mehr Kraft. Und Kraft ist manchmal knapp. Daher der stark negative Unterton, aber letztlich ist es eine neutrale Aussage.
Liebe Grüße
Coco |
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| catseye |
Da kann ich auch nur dazu sagen,daß jede Diagnose nur so ne Art "Richtlinie" ist,die bestimmte Aspekte zusammenfaßt,damit man ein bißchen klarer sieht,wo`s mit der Therapie langzugehen hat.
Ist in der Medizin auch nicht anders...
Da heißt "Tumor" auch noch lange nicht "Krebs"...
Für mich war da auch immer wichtig,mich auch bei der MPS nicht festlegen zu lassen - das "behindert" zu sehr im eigenen Weg mit sich.Und der ist anstrengend genug...
Aber genauso wichtig war es mir,mich selber auch nicht hinter der Diagnose zu verstecken.Also auch nicht herzugehen und zu sagen,die anderen um mich rum müssen "verstehen" und sich entsprechend verhalten...
Nein,ICH mußte verstehen - und mich entscheiden,wie ich mich verhalten will.Ob ich es angehe,mein Verhalten ändern zu wollen oder es lieber angehe,die Reaktionen der anderen auf mein Verhalten auszuhalten.
Ist beides weder "richtig",noch "falsch",sondern wichtig zu lernen fürs Leben an sich :),und beides ist ein Prozeß,also nix,wo sich ein Schalter umlegt und dann "ist es so". :)
Sondern da gibts Schritte vorwärts und welche wieder zurück,da gibts hinfallen und wieder aufstehen und nochmal hinfallen etc.... |
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| coco |
Ja, aber nun hat Shadowy nur wenig erzählt (was auch gut so ist, denn das hat Zeit ;) ), aber da lassen sich doch Tendenzen erkennen, dass sie einem Krankheitsbild angepasst wurde und sich angepasst hat.
Ob zurecht oder zu unrecht ist mir piepegal. Die Rechthaberei der Therapeuten erhöht meinen Blutdruck!
Dieser Anpassungsprozess darf durch Diagnostik, noch dazu durch mangelhafte Diagnostik wie in meinem Link aufgeführt, nicht angeschoben werden, ob richtige Diagnose oder Fehldiagnose, oder sagen wir es in den Worten der paranoiden Homöopathen "ein bisschen Diagnose gib doch zu, ein bisschen!", also auch wenn die Diagnose nur schwach erfüllt werden sollte, und sogar zu recht, und nicht halo-mäßig, oder projektiv, oder sonstwas, selbst dann darf der Patient nicht in eine vollere Erfüllung der Diagnose manipulativ und suggestiv gepresst werden.
Damit der Patient nicht unbewusst oder bewusst mitmacht, muss man ihm die Informationsfreiheit geben, ihm mitteilen, dass er sich dagegen wehren DARF. Und dass das normal und gesund ist, obwohl der Widerstand der Umwelt beträchtlich ist! Nicht alles Feedback führt zur besten Entscheidung oder Bewertung des eigenen Handelns und Denkens und Fühlens.
Und das ist mein ganzes Anliegen.
Dass Shadowy vor allem sie selbst ist. Und da sie es selbst und mit ihrem Freund so weit geschafft hat, möchte ich sie vor Leuten warnen, die sie zurückschubsen. Shadowy, es ist völlig ok, dass Du mit dieser Diagnose nicht hausieren gegangen bist und Dich zurückgehalten hast, solange Du keinen guten Umgang damit für Dich gefunden hast. Nun hast Du das gefunden und einen guten Verbündeten auch, das ist völlig ok so, Du bist auf dem richtigen Weg. Lass Dich nicht mehr umdrehen. Ich finde, Du machst das so ganz richtig.
(ich widerspreche Dir nicht, Catseye, ich erweitere den Blickwinkel eine Objekts ;) ) |
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| catseye |
Liebe Coco,
die Sache ist die,daß du da eben einiges rausliest,was bei deinen Verletzungen andockt und die "reaktiviert",so wie bei mir Borderline als Mitbringsel der Überlebenden an sich angedockt hat - das sagt noch lange nix aus darüber,was Shadowy mitbringt oder aus unseren Beiträgen machen kann/will oder was nun wiederum bei ihr andockt...
Bei sich selber zu bleiben,ist immer gut - auch,wenn sich "Fach"leute einem gegenüber äußern.
Je besser man mit sich selber in Kontakt kommt,desto besser weiß man eh,wo`s für einen selber langehen sollte.
Nur ist genau das oft das Problem : mit sich selber in Kontakt kommen.Den Mut zu haben,sich mal ehrlich und ohne rosarote Brille auf zu begegnen... |
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| coco |
Liebe Catseye,
ich sagte aber sehr deutlich, dass ich es nur erwäge.
Das ist keine Projektion. Das nennt sich ähnliches wahrnehmen, nebeneinanderstellen und potentielle Gemeinsamkeiten entdecken und aufdecken, etc.
Und es gibt Dinge, die ein bisschen ähnlich oder sehr ähnlich wie bei mir sein können und da muss warnen erlaubt sein, ganz neutral und normal. Ohne dass andere da ihr Bild von mir rein interpretieren und mir irgendwas unterstellen.
Ich begegne mir sehr ehrlich, wer noch?
Sorry, Shadowy. Aber die Antwort musste sein. |
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| shawnee |
Hallo shadowy,
ich bin Borderline und es hat ziemlich lange gedauert, bis ich die Diagnose hatte...aber..
ich bin trotzdem sehr effizient und kompetent von meiner Therapeutin über die ganzen Jahre hinweg gut behandelt worden, die Diagnose war für mich kein Problem "hat das Kind einen Namen" und?
Macht es mich darum zu etwas anderem, wenn ich weiß, was es ist und jahrelang auch ohne dieses Wissen "gut gelebt" habe?
Nein.
Für die Therapie war es - in meinem Fall - nicht wichtig.
Ich war insgesamt 8 Monate (in zwei Aufenthalten) in einer speziellen Klinik und da wieder in einer spezielle Borderline-Gruppe.
Mir hat beide Male sehr geholfen, differnziert von der Diagnose mein Ding zu machen.
Ich bin nicht der Bauchnabel der Welt, um das sich alles zu drehen hat. Ich kann nicht erwarten, das ich mich mimosig verhalte und dann auf offene Türen treffe.
Je weniger die Leute wissen, desto besser.
Mir hat Offenheit, was meine Diagnose betrifft, nur geschadet.
Meine Cheffes sahen mich mit großen Augen an und fragten: "Und was willst du nun damit sagen?"
Ja..öh..äh...
Im Grunde völlig egal. Ich bin Shawnee, mit oder ohne...ICH bin ich und ich erwarte nix.
Normalität, soweit es geht!
Ich habe an einem Buch mitgeschrieben, ein SH-Buch von Betroffenen. Denn Borderline ist keine schwere Krankheit und vor allem nicht unheilbar.
Es ist soviel einfacher, sich damit hinzusetzen, die Lippen zu schürzen und zu sagen: Nimm mich in den Arm aber faß mich nicht an.
Ich habe echt geackert, eine Stärke bewiesen, die selbst den Theras in der Klinik Kopfschlackern machte.
Das "ich ändere etwas" das Wollen...das ist so wichtig.
Ich weiß nicht, was du gewinnst, wenn du den Menschen um dich herum Dinge über dich erzählst, die dich - in ihren Augen - zu etwas Besonderem machen.
Was merkt man mir an? Im Grunde eine Frau, die ihren "Mann im Leben steht" und viele Narben hat.
DAS zählt für die - Narben = Borderline.
Das hat mich aber auch nie gestört.
Wie erkläre ich einem Laien, was das alles bedeutet.
Völlig irrelevant.
Der Schuss kann auch nach hinten losgehen. In dem Moment, wo du denkst: ja, ich fordere eine besondere Behandlung, weil...
Du bist du..mehr nicht.
Und mit Ecken und Kanten. Dann trennt sich die Spreu eben vom Weizen und nicht alle "seine Freunde" werden auch deine Freunde.
Den Anspruch habe ich nicht mehr...
Es ist außergewöhnlich, das du schon so lange mit deinem Partner zusammen bist. Ist untypisch für Borderline :D
Ich selber feiere mit meinem Mann nächstes Jahr das Fest der silbernen Hochzeit!
Untypisch.
Sich am Schopfe ziehen und raus aus dem Sumpf zu einem befreiten, gesunden Leben.
Das habe ich vor und ich bin schon eine Menge dafür gelaufen!
Lg
Shawnee |
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| coco |
Es scheint doch sehr wichtig zu sein, dass der Therapeut die Diagnose nicht überbewertet, oder, liebe Shawnee?
Was hätte Dein "das Kind hat einen Namen und gut" geholfen, wenn Deine Therapeutin es nicht auch so gesehen hätte und Dir kompetent geholfen hätte?
Ich mag das kaum wiederholen, was Shadowy geschrieben hat, aber wie sie behandelt wurde, ist mit und ohne Diagnose einfach nur schändlich. Die grobe Tendenz ist leider, dass in solchen Fällen, ob er hier nun vorliegt oder nicht, die Diagnose verwendet wird, um das falsche Verhalten zu rechtfertigen, obwohl es nicht entschuldbar und nicht rechtfertigbar ist. Dieser Fall ist einfach eher wahrscheinlich als der Fall, dass die Diagnose solch ein Verhalten rechtfertigt hätte und ich finde es schön zu hören, dass das vorbei ist und Shadowy viele Schritte vorangegangen ist.
Alles in allem kann ich nur wiederholen, liebe Shadowy, es ist ein guter Weg, auf dem Du bist, und es ist gut, die Diagnose hinter sich zu lassen und voll und ganz Du zu werden, mit Narben, Schrammen, und verschiedenen Seiten, die Du hast, nichts überstürzen und nicht auf der Stelle treten. |
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| catseye |
Aber nichts anderes sagen doch Shawnee und ich auch,liebe Coco!
Und ja,klar ist Warnen "erlaubt" - wer soll`s dir denn auch verbieten?
Ich empfinde es nur meist nicht mehr als "Warnen" allein,sondern mehr schon als "Drängen",wenn du dann so schreibst...
Was Shadowy draus macht,steht eben noch auf nen anderen Blatt - vielleicht wählt sie ja die Variante,nem Thera "auf den Zahn zu fühlen",ob es "paßt" zwischen beiden...
Ob du nun "wirklich" Borderline hast oder nicht,liebe Shadowy,kann hier sowieso keiner beurteilen.
Was ich persönlich dir rüberbringen wollte,ist einfach,laß dich durch ne gestellte Diagnose nicht wegbringen von deinem eigenen Gefühl dir selber gegenüber - aber genauso:verstecke dich auch nicht dahinter... |
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| coco |
Ich habe da so einen Verdacht, dass sie gerade eine Menge Laientherapeuten um sich rum hat und ich glaube, wir hatten mal darüber geredet, wie gut die manchmal sind, besser als echte Therapeuten!
Nach der langen Zeit des Rückzugs ist das sicher viiiel therapeutischer, mit so vielen normal gefundenen Freunden und Bekannten unterwegs zu sein, als mit der Klinikgruppe "walken" zu gehen :D
Ich weiß, ich dränge... mir ist das so wichtig, dass daran gedacht wird, aber nicht dass etwas bestimmtes umgesetzt wird. Also beim nächsten Therapeuten auf den Zahn fühlen ist super. Das Prüfen ist wichtig, nicht eine bestimmte Entscheidung. |
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| salus |
Ich würde gerne ein paar Geanken los werden.
Pauschalierungen helfen keinem weiter. Die eigenen (negativen) Erfahrungen anderen "überstülpen", also auf sie projizieren, noch weniger. Da besteht schnell die Gefahr der Übergriffigkeit.
Es gibt im Therpiebereich, wie in jedem anderen Beruf auch, "gute", "weniger gute" und "schlechte" Therapeuten. Therapeuten sind Menschen und machen auch Fehler, wie jeder andere Mensch auch.
Wenn alle Therpeuten schlecht wären, bräuchte man sie nur abzuschaffen und das Problem wäre gelöst.
Es gibt bestimmt genau so viele "schlechte Patienten", wie schlechte Therapeuten.
Wo Menschen sind, verhalten sie sich wie Menschen.
Ich denke es macht hier Sinn, das zu sagen was förderlich ist. Dazu gehören auch "negative" Erfahrungen neben den positiven.
Entscheidend ist, ob ich für mein Leben Verantwortung übernehme oder diese anderen überlasse. Letzteres ist Abhängigkeit.
Eine Diagnose kann immer nur ein Hilfskonstrukt, eine Orientierung sein. Entscheidend bleibt der Mensch "hinter" der Diagnose.
Ein bekannter Psychoanalytiker sagte einmal, Diagnosen verwende ich für die Krankenkassen, danach vergesse ich sie wieder.
Wünsche noch einen angenehmen Tag, der für jeden anders aussehen mag.
salus |
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| coco |
zitat: shadowy schrieb am 10.07.2010 um 13:03 Uhr in Beitrag #1
Immer und immer wieder, liest man, hört man, wie wichtig eine Therapie ist.
Also gut, dachte ich mir, brauchst ja nicht wirklich hilfe aber schaden kann es ja nicht.
Von wegen! Und wie es mir geschadet hat.
Aber das lag wohl eher an dem Möchtegern-Guru, namens Therapeutin, die mich nicht versucht hat in ihr Herz hineinzulassen, stattdessen, mich, das "Tier" erziehen wollte.
[...]
... damit ich eventuell wieder den Schritt wage, mir kompetente Hilfe zu holen.
[...]
Aber es fällt mir so schwer, mich zu öffnen, wenn ich das Vertrauen nicht fühle.
Ich bin da wie ein Buchhalter. Erst "ist", dann "soll" und dann den Weg festlegen. Wie gesagt, ich bin ein grober Klotz. |
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| shadowy |
Ich danke Euch allen ganz herzlich, dass Ihr mit Euren Beiträgen helfend wirken wollt.
Es ist gut, sehr gut, mit Euch hier mich auszutauschen, denn ich habe es bisher auch ohne Therapie geschafft. Auch dass mein Umfeld nichts wusste, war nicht verkehrt, zumal ich mich als "Tier" niemals getraut hätte mich zu outen.
Ich habe sehr viel gelesen.
Vieles hat mich verwirrt.
Aber wenigsten konnte ich mich akzeptieren.
Dafür mussten aber """die Anderern""" ziemlich viel einstecken, wenn auch nur in meinem Kopf und meinem Verhalten.(Rückzug)
Ich hab den Leuten gar nicht die Gelegenheit gegeben, ihren "Fehler" der unbewusst nen Bruch zwischenmenschlich bei mir verursacht hatte, zu revidieren. Ich habe sie abgestempelt, genau wie ich auch abgestempelt wurde.
Mir hat Shawne mit einer Aussage den Spiegel vor das Gesicht gehalten.
Das Alleinsein die Jahre über, hat mich ICH sein lassen. Ich möchte behaupten, es gab niemanden, der mich beeinflussen konnte.
Jetzt bin ich hier und ich freue mich sehr darüber, weil ich jetzt schon voll viel gelernt habe. :gruppe: :danke: |
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| coco |
Liebe Shadowy,
Du hast hier bewegende Themen angestoßen. Richtig Wind ins Forum gebracht :) Gut bei der stehenden Hitze :) Was Dich deshalb verwirrt, leg nur zur Seite.
Du darfst mit Deiner Vergangenheit versöhnt sein. Du darfst Dir einen Therapeuten/eine Therapeutin aussuchen, die Dir vertraut. Mir hat ein Therapeut gesagt: Ein Therapeut hat die Aufgabe, dem Patienten zu vertrauen, dass er heilen kann. Auf dem Weg zur Heilung begleitet er ihn. Wenn er dieses Vertrauen nicht hat, hat er den Beruf verfehlt.
Es geht nicht um gut und mittel und schlecht, um Fehler machen und keine Fehler machen. Es geht um Vertrauen. Nur ein Therapeut, der Dir vertraut, kann Dich auf Deinem Weg begleiten, dabei das aufdecken helfen, was Du nicht siehst, mit verschiedenen Methoden, Dir beim prüfen helfen, aber nicht beim Entscheiden.
Es könnte sein, dass Du mal im ersten Termin einen Therapeuten triffst, und er bei Dir das auslöst, was Du bereits erlebt hast bei Deiner Therapeutin. Dann ist es wichtig, dass Du nicht vergisst, wer Du bist. Du bist Du und nicht eine Diagnose. Das ist es, was ich so eindringlich sage, denn es könnte in 5 Jahren oder in 10 Jahren oder in 20 Jahren relevant werden. Es muss nur gesagt werden, kurz und schmerzlos, mehr nicht. Wie ein post-it.
Es ist halt leider so, dass Borderline beim einen dies und beim anderen jenes ist, und damit überlässt Du Deine Definition der (willkürlichen) Fantasie desjenigen, der gerade vor Dir steht. Und das ist ein miserables Selbstkonzept, oder? :) Besser ist, Du bist Du.
Und was meinst Du denn, an welchen Punkten möchtest Du noch arbeiten, mehr als momentan schon oder auch ganz frisch beginnend? (Und, was meint Dein Freund, was sieht er von aussen, was da noch zu bearbeiten wäre?)
Und in welchen Zeitrahmen?
Findest Du Dich dabei sehr engagiert, so wie Du Dich hier präsentierst, oder würden manche Dinge nach einer Weile einschlafen? Je nachdem könnte man auch überlegen, wo äußere Anstupser wichtig sind und wo innere vorhanden sind...
Liebe Grüße
Coco |
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| shawnee |
Nur noch eine kurze Anmerkung:
ich war schon einige Jahre in Therapie bei meiner jetzigen Thera BEVOR ich die Diagnose Borderline bekommen hatte. Das war wohl nicht deutlich und ich empfinde es nicht als Verlust, es nicht gewußt zu haben.
Es war auch nicht wichtig.
Wichtig war mein Vertrauen in sie....und auch das, was sie mir mitgegeben hat. Nämlich, das ich meiner Kraft und Stärke vertrauen kann und ich den richtigen Weg für mich finde.
Shawnee |
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| keyla |
Liebe Shadowy,
ich habe Diagnosen gegenüber häufig ein gespaltenes Verhältnis - sie können einem helfen, bestimmte innere Strukturen besser zu verstehen aber sich genauso gut vor das "Selbstverständnis" stellen. Umgekehrt ist es bei Therapeuten genauso, dass eine Diagnose den Weg verbauen kann zu der Frage "Was hilft genau diesem Menschen?" oder etwas Hilfreiches sein kann.
Für mich ist daher die Frage am wichtigsten: Worunter leide ich? Und was will ich ändern?
Ein Beispiel: Ich beschäftige mich supergerne und viel mit Essen. Aus einem defizitorientierten Blick könnte man sagen: eine Essensfixierung. Nur leide ich in keinster Weise darunter sondern es bringt mir in gesundheitlich verträgliche Bahnen gelenkt viel Freude.
Weswegen ich für mich entschieden habe: Das darf ruhig so als "Privatspleen" so bleiben :D
Oder ich bin - auch bedingt durch meine Traumatisierungen in der Therapie - verhältnismäßig anspruchsvoll in Bezug auf die geistige Beweglichkeit und das "mir nichts überstülpen" von Therapeuten. Da möchte ich z.B. absolut nicht, dass jemand ein wie auch immer geartetes Glaubensprinzip über die Frage "Was wirkt?" stellt. Und ich mag therapeutische Floskeln aller Art nicht leiden. Das ist aber eine Haltung, die ich mit meinem freien, nicht traumainduzierten Verstand absolut bejahen kann. Von daher finde ich es absolut okay, dass es so ist, auch wenn das natürlich nach sich zieht, dass ich häufig und deutlich kommunizieren muss, wo ich stehe und an was für einer Kommunikation ich Interesse habe und an welcher nicht.
Das kann dann eben auch bedeuten, dass sich manche Beziehungen nicht vertiefen oder fortsetzen - das ist dann die Konsequenz, mit der ich leben muss. Aber die finde ich ganz okay.
Andere Symptome bringen da eher Leid. Und da bin ich z.B. ganz froh, dass ich so peu a peu lerne, Beziehungen wachsen zu lassen und auf vertrauenswürdigkeit zu überprüfen. und eben nicht unserer aller Sehnsucht nach der Idee von einem "nur guten Menschen" oder einem "realen absolut sicheren Ort" soviel Raum in mir zu geben, dass ich darunter mittelfristig leide.
Da ist für mich die wichtigste Frage: Welche von Deinen "Symptomen" (die zur der Diagnose Borderline passen oder auch davon abweichen können) verursachen bei Dir innere und äußere Not? Und wie kannst Du die lindern?
Liebe Grüße
Keyla |
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