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22 Tipps gegen den täglichen Wahnsinn im Büro - Klicken Sie HIER um das ursprüngliche Thema anszusehen

    coco
    Umgang mit Kollegen: 22 Tipps gegen den täglichen Wahnsinn im Büro

    aus dem Handelsblatt.

    Von einem Autor, der mir echt gefällt, weil er kluge Ratschläge sehr lustig verpackt: Albert J. Bernstein.
    Rechts oben kann man auf "PDF erstellen" klicken.
    coco
    http://www.nethumour.com/jeux_java/chanson-canard.php
    catseye
    :D:D:D
    coco
    ...ansprechendes und angenehm lesbares Buch sensibilisiert aber für die Wirkung der eigenen Körpersprache und bietet gute Hinweise dazu, wie sich nonverbale Signale deuten und gestalten lassen.
    coco
    Komplexe Entscheidungsfindungsprozesse

    Duhm hasste es, Fragen aus dem Stegreif beantworten zu müssen. Sein Büro war von zwei beinahe unüberwindlichen Vorzimmern gesichert wie eine Festung. Und es verstand sich von selbst, dass Nachfragen nach dem Verbleib von Anfragen strikt tabu waren.

    Von Georg M. Oswald

    09. Juli 2010

    Duhm war der ultimative Entscheidungsträger. Natürlich wusste er, dass es notwendig war, Arbeit zu delegieren, und das tat er auch, aber am Ende hing alle Verantwortung an ihm. Wenn es darauf ankam, musste er die Rübe hinhalten. Da war es nur normal, dass er wissen wollte, was in seinem Laden lief. Das hieß aber nun keineswegs, dass in seinem Büro jeder aus und ein gehen konnte, wie es ihm passte. Über hundert Mitarbeiter hatte Duhm unter sich, und alle wollten sie etwas von ihm. Er sah ihre heischenden Blicke, wann immer er im Haus unterwegs war, was sich manchmal nicht vermeiden ließ.

    Am liebsten blieb er hinter seinem Schreibtisch, denn draußen auf den Fluren spürte er förmlich, dass sie alle etwas von ihm wollten, ihn auf so eine merkwürdig wortlose Weise bedrängten, Fragen hatten, die sie sich nicht zu stellen trauten. Duhm hasste es, Fragen aus dem Stegreif beantworten zu müssen. Wenn er Zeit hatte, sich sorgfältig vorzubereiten, alle möglichen Auswirkungen seiner möglichen Antwort abzuwägen, mitzubedenken, gab er sie immer noch nicht gern, doch man konnte auf diese Weise wenigstens Risiken minimieren.

    Seine Mitarbeiter wussten das und wagten deshalb nicht, ihn ohne vorherigen Termin anzusprechen. Sein Büro war von zwei beinahe unüberwindlichen Vorzimmern gesichert wie eine Festung. Erreichte ein Mitarbeiter die Annahme einer Anfrage im ersten Vorzimmer, konnte er das als stolzen Erfolg verbuchen. Erfuhr er von der Weitergabe seiner Anfrage aus dem ersten ins zweite Vorzimmer, galt er unter seinen Kollegen bereits als jemand, der gewissermaßen ungehinderten Zugang zur Macht besaß. Doch das war selbstverständlich eine Illusion. Niemand konnte vorhersagen, wann welche Anfragen aus dem zweiten Vorzimmer auf Duhms Schreibtisch gelangten, wann sie von ihm dort zur Kenntnis genommen, und ob er je über sie entschied.

    Es verstand sich von selbst, dass Nachfragen nach dem Verbleib von Anfragen strikt tabu waren, und so konnten die Mitarbeiter gegenüber Kunden, Auftragnehmern und anderen, die seit Wochen oder Monaten auf eine Stellungnahme warteten, nur mit dem Hinweis auf die „komplexen Abstimmungs- und Entscheidungsfindungsprozesse im Haus“ vertröstet werden. So schwierig diese Prozesse auch sein mochten, sie fanden ihr Ende auf Duhms Schreibtisch, wo sich grauenerregende Mengen sogenannter Vorgänge stapelten.

    Duhm krümmte sich Abend für Abend dahinter, voller Wut auf seine Mitarbeiter, die, ratlos und pünktlich, längst nach Hause gegangen waren. Warum half ihm eigentlich niemand?

    Der Autor ist Schriftsteller und Rechtsanwalt und lebt in München.

    Text: F.A.Z.
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