Forum-VerletzteHelfer
Forum-VerletzteHelfer Forum-VerletzteHelfer Archive > Alltägliches und Besonderes bewältigen > Mitbetroffene und Verbündete
 
Wie als Partner mit Flashbacks umgehen? - Klicken Sie HIER um das ursprüngliche Thema anszusehen

    doctorwho
    Hallo,

    ich hab da heute was zu dem Thema Flashbacks gelesen. Der Verfasser schreibt
    in seinem Beitrag das man als Ausenstehender bei einem FB nicht viel tun kann, sondern in dem Moment eher ein Fremdkörper ist und die Situation noch verschlimmern kann.

    Wenn meine Partnerin einen FB hat und ich bekomme es mit reiche ich ihr die Hand um ihr zu sagen „halt Dich fest, ich bin da für Dich“. Das war auch schon bevor ich von dem M*i*b*r*u*h wusste. Anfangs hat sie das wohl nicht richtig wahrgenommen, mit der Zeit hat sie dann meine Hand angenommen.

    Wie geht ihr mit so einer Situation um ?

    LG
    Doctorwho
    marguerite
    hallo doctor who!

    meine persönliche erfahrung ist, dass mein freund mir bei flashbacks durchaus hilfreich zur seite stehen konnte, indem er z.b. meine hand gehalten oder mit mir gesprochen hat, über das hier und jetzt. manchmal konnte er so eine art kontaktbrücke in die gegenwart sein für mich. oder ich wusste, ich kann mich bei ihm im arm verkriechen, wenn mir durch die erinnerungen eher "klein" zumute war. aber gerade bei berührungsflashbacks war auch manchmal abstand nötig, weil jede nähe es verschlimmert hätte.
    insoweit ist auch das sehr individuell, denke ich. und auch wichtig, es von beiden seiten zu betrachten, also wenn man als partner helfen könnte, ob es für einen selbst oder die beziehung nicht zu belastend ist.
    ich habe die erfahrung gemacht, dass ich zur verarbeitung der flashbacks einen anderen, therapeutischen raum brauche, und dann auch selbst besser einschätzen kann, was kann und möchte ich meinem freund darüber erzählen und was nicht.

    kannst du mit deiner freundin darüber sprechen, ob und wenn welche art von unterstützung für sie hilfreich ist?
    und wie geht es dir, wenn du so etwas mitbekommst?

    viele grüße!
    marguerite
    chilli
    Hallo Doctorwho,

    ich sage dann ganz gerne das ich nicht weg gehe, das ich da bleibe...und ermutige mein Gegenüber zu schauen was ihm/ihr gut tut. Hand halten, in den Arm nehmen, oder zb fragen ob es kalt ist...ob es besser ist wenn das Fenster zu ist...alles was gut ist sich selbst zu fühlen, eine Kuscheldecke, Stofftier, einen Tee, ein warmes Bad, heiss duschen. Für eine Freundin von mir ist es das sinnvollste wenn man sie ihr Umfeld beschreiben lässt und ihre Aufmerksamkeit darauf lenkt wie sie sich in ihrem Umfeld fühlt.

    Jedem hilft da ja auch etwas anderes, manche wollen auch einfach nur alleine sein und sich zurückziehen, bis es wieder vorbei ist.

    Mir selbst hat es gut geholfen jemanden an meiner Seite zu haben der mich ermutigt hat in mich zu fühlen und zu schauen was jetzt gerade gut für mich ist...denn ich hatte da anfangs große Probleme mit der Wahrnehmung und auch zu handeln. Heute tut es mir oft gut einfach zu sagen das es mir gerade sehr schlecht geht...und alles was den Kontakt fördert, um im Hier und Jetzt zu sein...und alles was die Isolation durch das alte Gefühl schmälert tut gut.
    Und manchmal muß ich für mich alleine schauen wie ich gerade am besten damit umgehe, manchmal brauche ich Rückzug. Und manchmal brauche ich auch ganz viel "Normalität", das wir den Abend nicht groß anders gestalten, um dem alten nicht zu viel Raum zu geben, um mich noch ein Stück im Hier und Jetzt zu fühlen. Das ist sehr unterschiedlich.

    Ganz wichtig ist es mir, das sich mein Gegenüber nicht in mir und seiner Hilflosigkeit verliert, das er/sie seine eigenen Grenzen kennt und sich selbst nicht vergisst und immer wieder schaut was ihm/ihr gut tut. Das gibt mir Halt und Sicherheit. Und bestärkt mich auch in meiner eigenen Grenzwahrnehmung und meinem handeln.
    Oft sind es nur Kleinigkeiten die mir besonders gut tun, gegenseitige Achtsamkeit und Aufmerksamkeit, gemeinsam beim Fernsehn einen warmen Kakao trinken, ab und zu Händchen halten und ankuscheln, sich gegenseitig zu sagen das man sich lieb hat.

    Ganz liebe Grüße
    chilli :chilli:
    fine
    hallo zusammen,

    ich kann meine lieben mir ihrem namen ansprechen - relativ leise reicht schon - und ihnen sagen, wo und wann wir sind.

    da wir nun schon 7 jahre zusammenleben, kenne ich viele trigger und kann im vorfeld schon aktiv werden (radio abschalten, licht ändern, tv umschalten, gespräche in gruppen umlenken, beim spaziergang auf harmlose dinge hinweisen, etc.)

    auch hab ich meinen wortschatz komplett entrümpelt.
    auch manches naschzeug hat bei uns hausverbot.

    das ist allemal energiesparender als häufiges wegkippen udn wiedereinsammeln.

    viele grüße,