| doctorwho |
Hallo,
ich bin Partner/Verbündeter einer Überlebenden. Wir sind jetzt 3 Jahre zusammen und seit knapp einem Jahr weiss ich, daß sie sexuell missbraucht wurde. Der Täter war ein Fremder, den sie durch ihren damaligen freund kennengelernt hatte. ER hat sie gezwungen mit anderen Männern S*x zu haben. Sie wurde von IHM auch geschlagen etc. ER hat ihr gedroht wenn sie nicht macht was ER will würde er sie um***gen. Das alles ereignete sich im Alter zwischen 12 und 15 Jahren.
Ich wollte es erst nicht so recht glauben, da sie auf Grund einer angeborenen Behinderung seit ihrer Geburt im Rollstuhl sitzt und immer sehr behütet wurde von ihren Eltern. Ihre Eltern wissen nichts von der ganzen Sache und sollen/dürfen auch nichts davon erfahren. Im Prinzip bin ich der einzige (ausser den Beteiligten) der von dem Missbaruch etwas weiss.
Inzwischen haben wir auch S*x miteinander, es hat allerdings auch 1 1/2 Jahre gedauert bis sie genug Vertrauen zu mir hatte um mit mir zu schlafen. Manchmal müssen wir auch abbrechen, wenn sie wieder einen Flashback bekommt.
Es kommen immer wieder einmal Flashbacks, ich denke mal das sie/wir das eigentlich ganz gut im Griff haben. Diese Woche war es mal wieder akut, auch ausgelöst durch die ganzen Missbrauchsfälle von denen in den Medien berichtet wurde. Es war auch das erste mal das ich ihr gezielt fragen zu dem Missbrauch gestellt habe um das ganze verstehen zu können. Von selbst erzählt sie so gut gar nichts, ich weiss von dem Missbrauch auch nur, weil mir vor knapp einem Jahr eine Art Tagebuch von ihr, eher ein paar lose Blätter in die Finger gekommen sind wo sie alles aufgeschrieben hat soweit sie sich erinnern konnte. Dieses Tagebuch war auch schon ca. 7-8 Jahre alt.
Ich versuche nun seit ich es weiss und wir darüber gesprochen haben das ganze zu verstehen und zu verarbeiten. Ich würde ihr gerne irgendwie mehr helfen als nur zuzuhören, wenn sie denn überhaupt mal was erzählt. Sie sagt für sie ist der Weg den sie gewählt hat damit umzugehen der Richtige….sie verdrängt alles. Ich meine das das nicht der Richtige weg ist…ich glaube sie verdrängt/vergisst dabei, das es auch für mich eine Belastung darstellt und ich eher das Bedürfnis habe darüber zu sprechen….auch mit Anderen/Ausenstehenden. Ich bin auch der Meinung es wäre besser wenn sie versucht das ganze (mit professioneller Hilfe) zu verarbeiten. Ich versuche das ganze zu Zeit damit, das ich mir das Buch „Verbündete“ von Laura Davis gekauft habe. Ich kann dieses Buch jedem nur empfehlen, denn es hilft doch den anderen und sich selbst besser zu verstehen und zeigt auch Wege die man gehen kann um Konflikte zu lösen oder zu vermeiden. Ich werde es auch meiner Partnerin zu lesen geben, vielleicht erkennt/versteht sie ja dann wie ich mich fühle.
So, das war’s dann erst mal von mir.
LG Doctorwho |
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| blaueartemis |
Hallo Doctorwho,
da ich sowohl Verbündete als auch Betroffene als auch Professionelle bin, kann ich mir unter der Situation, die du beschreibst, ein bisschen etwas vorstellen.
Vor allem kann ich mir gut vorstellen, dass es für dich schwierig ist, weil du versuchst, deine Partnerin zu verstehen und es nicht leicht zu verstehen ist, wie es ihr geht, was sie für Probleme hat oder wie sie mit ihren Erfahrungen umgeht.
Ich weiß nicht, ob dir klar ist, dass es sein kann, dass das Auftreten von Flashbacks stärker wird, wenn du deiner Partnerin Fragen zum Mißbrauch stellst. Du konfrontierst sie mit ihren Erinnerungen, dadurch kommen sie mehr an die Oberfläche. Das kann zu vermehrten Flashbacks führen und auch zu anderen Krisensymptomen. Du bringst sie dadurch möglicherweise in sehr schwierige Situationen, vor allem welche, die du nicht auffangen kannst.
Aus meiner Sicht wäre es gut, du würdest sie in Ruhe lassen damit und auch Respekt davor haben, welchen Weg sie gewählt hat. Wenn Verdrängung ihr Weg ist - im Moment - dann halte ich das für etwas, was unbedingt respektiert werden muss. Ich sehe es so, dass es keinem Außenstehenden zusteht, das Umgehen einer Betroffenen zu bewerten, ob es richtig oder falsch ist. Du läufst Gefahr, über ihre Grenzen zu gehen, indem du sie fragst. Wenn sie verdrängen will, dann ist das das, was sie im Moment gewählt hat und das hat sie gewählt, weil sie es so im Moment kann.
Das Buch "Verbündete" finde ich auch sehr gut. Aber ich halte es für eine seeeehr heikle Idee, ihr dieses Buch zu lesen zu geben. Das Lesen wird bei ihr höchstwahrscheinlich Dinge auslösen, die du ebenfalls höchstwahrscheinlich nicht auffangen kannst - und dazu ist ein Partner auch nicht da.
Was ich dir empfehle, ist, dass du mit ihr darüber sprichst, wie es Dir mit dem allen geht, ohne Vorwurf, ohne Bewertung. Das ist vermutlich nicht einfach für dich. aber damit bleibst du auf einer partnerschaftlichen Ebene. Und du kannst sie fragen, wie sie sich damit fühlt, was du über dich sagst. Sie wird es möglicherweise als Druck erleben. Auch darüber könnt Ihr liebevoll sprechen.
Alles andere kann leicht bevormundend wirken und ein Gefühl von Ungleichheit schaffen. Wenn du dich ihr gegenüber so verhältst, als ob du "weißt", dass es auf ihre Art und Weise nicht gut für sie ist, kann sie es so erleben, dass du dich über sie stellst. Das tut keiner Partnerschaft gut. Und du kannst ja nicht wirklich wissen, was gut ist für sie, das kann nur sie. Wenn du ihr helfen willst, dann ist es gut, sie immer wieder nach ihren Bedürfnissen zu fragen.
Meine berufliche Erfahrung ist aber auch, dass der sexuelle Mißbrauch bei allen, die davon hören, erst mal eine Krise auslöst. Es kann sogar selbst zum Trauma werden, nur davon zu hören. Deshalb ist es oberste Richtlinie, wenn man einer/m Betroffenen helfen will, dass derjenige sich erst mal um sich selbst kümmert und immer ganz sorgfältig die eigenen Gefühle klärt. Wenn man das nicht tut, läuft man Gefahr, der Betroffenen die eigenen Gefühle und die eigenen Reaktionen überzustülpen. Oftmals ist es auch gut, sich damit erst mal selbst Hilfe zu suchen, so, wie du es hier ja auch tust. Evt. ist es auch gut, zu einem Therapeuten oder einer Beratungsstelle zu gehen, um sich fachliche Unterstützung erst mal für sich selbst zu suchen.
Vielleicht magst du erst Mal auch hier noch mehr dazu schreiben, wie es Dir persönlich geht mit dem, was du weißt und dem, was du auch erlebst mit deiner Partnerin? Wenn man so etwas von einem geliebten Menschen erfährt, das macht doch auch etwas mit einem selbst. Wie ist das bei dir? Welche Gefühle sind da bei dir angestoßen? Bei mir ist es z. B. so, dass ich sehr große Wut auf die Täter habe, die meiner Partnerin das angetan haben und ich fühle mich auch hilflos, weil diese Lebensgeschichtlichen Ereignisse so viel Macht und manchmal Übermacht haben, dass sie auch in unsere Beziehung so stark hineinspielen und vieles zeitweise verunmöglichen.
Liebe Grüße
Blaue Artemis |
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| marielisa |
Lieber Doctorwho,
leider kann ich keine fachlich qualifizierte Antwort wie blaueartemis schreiben und mein Partner ist zwar betroffen, aber er ist ein M*nn. M*nner gehen mit solchen Erfahrungen etwas anders um, denke ich.
Ich habe aber über die Zeit erfahren, dass es keinen Sinn hat, den Partner zu einer Verarbeitung zw*ngen zu wollen, auch wenn der Gedanke verlockend, gut gemeint und hilfreich klingt. Das muss er schon selbst wissen. Ich bin sicher, dass der Partner oder die Partnerin daran arbeiten wollen wird, wenn er/sie vom Leid überschwemmt wird. Dann solltest Du ihr auf jeden Fall hilfreich zur Seite stehen und sie fragen, was Du für sie tun kannst. Das kann nämlich sehr unterschiedlich sein.
Lass Deine Partnerin so wie sie ist und wie sie damit am besten klar kommt und versuche, behutsam mit ihr über Deine Gefühle zu dem Thema zu sprechen. Es kann natürlich sein, dass sie Deine bedrückenden Gefühle als Vorwurf empfindet, versuch ihr klar zu machen, dass Du ihr keine Vorwürfe machen möchtest, sondern einfach auch nur mal einen Raum zum Erzählen brauchst.
Das Buch, das Du liest, kenne ich nicht. Ich mache lieber learning by doing, weil ich meine, dass man Menschen nicht in Bücher pressen kann.
Ja, so weit meine Meinung dazu. Vielleicht magst Du mal ein bisschen mehr über Deine Gefühle schreiben?
LG,
Marielisa :blume: |
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| chilli |
Hallo Doctorwho :winken:
ich war auch schon Verbündete, bin selbst Überlebende und arbeite mit Traumatisierten.
Ich sehe das ähnlich wie Blaue Artemis.
Weder du, ich noch sonst wer kann wissen was für einen anderen das Beste/der richtige Weg...ist. Aufarbeitung ist ein langer komplexer Prozess in dem es auch immer wieder unterschiedliche Phasen gibt. Das reicht von sehr konstruktiven Phasen bis zu Zeiten in denen alles nur noch Totalkatastrophe und Retraumatisierung ist...Phasen in denen man nur noch Schadensbegrenzung ausübt....bis hin zu Phasen in denen das ganze auch einfach mal ruht.
Und jede Aufarbeitung ist anders.
Partnerschaft ist zb für mich auch das große Thema der Eigenverantwortung. Das ich auf mich selbst achte und mein Partner auf sich. Jeder von uns muss sein Leben selbst meistern können, keiner muss oder soll den anderen irgendwie retten. Und jeder ist für sich selbst verantwortlich.
Und ich finde das beste was man einem anderen anbieten kann ist zuzuhören...Raum geben, klar und deutlich Stellung zu beziehen. Und vor allem Achtsamkeit und Respekt für den Lebensweg des anderen...und für dessen Entscheidungen. Auch wenn es die Entscheidung ist, zu verdrängen. Derjenige muss für sich selbst die richtige Entscheidung treffen, die, mit der er selbst am besten leben kann.
Wo stehst du denn für dich selbst mit ihrer Missbrauchsgeschichte, was empfindest du? Unabhängig von ihr und ihrem Handeln...
Ganz liebe Grüße
chilli :chilli: |
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| doctorwho |
Hallo und danke euch drei für eure offene und aus meiner sicht sehr konstuktive meinungen.
Es tut erst mal einfach nur gut mal jemandem davon erzählen zu können.
@blaueartemis
Ich werde deinen rat beherzigen und meiner partnerin das buch nicht zugänglich machen. Allerdings weiss sie von dem buch, was soll ich ihr sagen wenn sie von mir verlangt das ich es ihr mal gebe?
Zu dem punkt mit den fragen an sie…sie sagte mal, wenn ich was wissen wollte soll ich fragen. Ich habe das bisher nur einmal in anspruch genommen, und dabei ging es um die örtlichkeiten und wie sie dort hin kam. es ist ja nicht ganz so einfach it dem rolli irgendwo hinzukommen ohne das jemandem auffällt.
Und danke für deinen rat, sie damit lieber gehen zu lassen und einfach zu versuchen für sie da zu sein, was ich ja ohnehin schon tue seit wir zusammen sind, also auch bevor ich von dem missbrauch wusste.
@all
Ich soll mehr von mir schreiben, wie es mir geht und wie ich mich fühle…
Ich habe eine riesen wut auf IHN, eine 12 jährige die im rollstuhl sitzt zur prostitution zu zwingen…wie arm ist das denn ???? . Ihr zu drohen „ich b**ge dich um wenn du nicht machst was ich will“, diese drecksau hat einen haufen geld damit verdient... WUT
(leider kann ich ihn / ihm das nicht persönlich fragen / sagen, denn er hat selbstmord beganegn als es zum prozess gegen ihn kam, erhatte noch mehr mädchen in seiner gewalt und hatte auch mit drogen zu tun).
Ich habe hass auf die m***nner die einer 12 jährigen die im rollstuhl sitzt und sich nicht wehren kann so etwas antun. einfach nur erbärmlich sowas :mad:
Und...es tut weh, alleine die vorstellung das ihr das jemand angetan hat tut mir weh, weil sie ist so ein liebenswerter mensch, sie ist mein schatz....
Auch bevor ich das wusste habe ich versucht für sie da zu sein, ihr in den hintern zu treten damit sie selbstständiger wird. Im nachhinein, also seit ich von dem missbrauch weiss, erklären sich verschiedene verhaltensmuster von ihr, ich weiss nicht alles ist darauf zurückzuführen, aber doch das eine oder andere.
Es ist ja nicht nur in ihrer heimatstadt passiert sondern auch in einer großen deutschen metropole und ich fahre jeden tag zur arbeit mit dem zug in diese stadt bzw. mit S-bahn/U-Bahn noch weiter aber durch diese stadt. Ganz schlimm ist für mich folgendes…
Ich weiss ja wie sie n**ckt aussieht und ich bekomme dann bilder in meinen kopf ohne das ich es will, es passiert einfach, bilder davon wie das wohl gewesen sein muss damals, wenn sie zum s*x gezwungen wurde, sehe wie sie n**ckt und hi***los vor ihrem p***ger liegt. Es tut einfach weh.
Sie sagte vor kurzem mal „ es sollte so kommen, das war mein schicksal…“…was soll man dazu noch sagen ??? das tut einem schon weh, wenigstens ist sie soweit das sie sagt „ich bin nicht schuld an dem was passiert ist, sondern ER bzw die m***ner“ also sie sucht die schuld nicht mehr bei sich. Das ist schon mal verdammt wichtig.
Heute abend hatten wir nach ihrer „akuten“ flashbackphase mal wieder spass miteinander, ich glaube beihnahe wäre es wieder untergegangen durch einen flashback…ich habe sie nicht darauf angesprochen und ich habe sie auch nicht bedrängt, ich weiss das das nichts bringt, hinterher sagte sie es war sehr schön.
Fazit: wir hatten mal wieder einen schönen abend, erst schön essen gehen und dann noch etwas spass im bett ;-) wichtig war mir allerdings das es ihr gefallen hat und sie mal wieder etwas schönes erlebt hat hat in ihrem leben.
Was bei uns im moment so ein thema ist, ist zusammen ziehen, was sich bei uns durch ihre behinderung bzw. das drum herum doch etwas schwierig gestaltet…dazu werde ich demnächst noch mal was schreiben…
Erst mal danke für die moralische unterstützung.
LG
doctorwho |
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| blaueartemis |
Lieber doctorwho,
ich bin froh, dass du etwas über dich geschrieben hast, auch wenn das, was du geschrieben hast über dich natürlich kein Anlass ist, froh zu sein. Aber so kann ich besser verstehen, wie es dir geht.
Deine riesen Wut und die Hassgefühle kann ich total gut verstehen. Sie sind sehr angemessen für das schreckliche, was deiner Partnerin angetan wurde. Sie sind angemessen für den Menschen, dich, der sie liebt. Für deine Partnerin kann die riesige Wut bedeuten, dass Du ihr "vorlebst" damit, wie schlimm das ist, was ihr angetan worden ist. Es kann aber - und da musst du ganz vorsichtig sein - ihr auch weh tun, wenn du so wütend bist und ihr diese Wut zeigst, und dann wäre es besser, du schreibst hier darüber. Denn Betroffene sind oft gar nicht wütend, ganz lange Zeit oftmals nicht, sondern einfach nur furchtbar verletzt und furchtbar traurig. Und wenn dann jemand sie mit der Wut konfrontiert, fühlen sie sich allein gelassen mit der Traurigkeit und dem Verletztsein. Bei mir war es so, dass immer alle gesagt haben, ich solle doch wütend sein darüber, was mein Vater und mein Bruder mir anget*n haben. Ich war aber nicht wütden. Das hat Jahre gedauert, bis ich das empfunden habe. Die Wut der anderen hat mir weh getan, weil ich so traurig war, mich so einsam fühlte mit meiner Verletzung und meiner Traurigkeit und mir am sehnlichsten wünschte, dass jemand sieht, wie traurig ich bin. Das geht Betroffenen häufig so.
Es tut mir richtig weh, zu lesen, wie weh es dir tut, was du von deiner Partnerin weißt zu dem M*ßbr**ch. Aber mir kommt es sehr gut und wichtig vor, dass du und wir gemeinsam diese Gefühle angucken. Denn sie sind da und sie sind auch in Eurer Beziehung - offen oder verdeckt - und spielen eine sehr wichtige Rolle. Ja, es ist wirklich furchtbar, ekelerregend und macht mich auch wütend, zu lesen, dass es Menschen gibt, die so etwas widerliches tun, eine 12-jährige im Rollstuhl zu Prostitution zu zwingen. Mir wird selbst richtig schlecht, das zu lesen und mir auch nur ansatzweise vorzustellen. Wie schrecklich mag das erst für dich sein, wo du sie häufig siehst, mit ihr Beziehung lebst und sie liebst. Wenn du solche Bilder hast, wie du sie beschreibst - könnte sein, dass es gut wäre, sie "abzuschneiden". Wenn sie aufsteigen, kannst du dir vorstellen, sie mit einer Schere abzuschneiden. Vielleicht ist es gut, sich diese Bilder anzugucken, um zu verstehen, wie es ihr geht, aber vielleicht tun sie dir auch einfach nur weh, und da hat niemand etwas von. Da bekommt der P**n*g*r noch nachträglich Macht, die ihm gar nicht zusteht.
Was mir aufgefallen ist und worüber ich gestolpert bin beim Lesen, ist der Satz hier: " wichtig war mir allerdings, dass es ihr gefallen hat und sie mal wieder etwas schönes erlebt hat hat in ihrem leben." Ist eine sexuelle Begegnung nicht dazu da, dass beide etwas Schönes miteinander erleben?
Mir ging das so bei meiner Partnerin, dass ich immer wieder das Bedürfnis hatte, etwas für sie zu tun, was für sie schön ist, um sie "zu entschädigen" für das Schlimme, was sie erlebt hat. Irgendwann habe ich aber gemerkt, dass das mir nicht gut tut. Wenn das Leid einer Partnerin so unermeßlich und ungeheuerlich groß ist, neigt man leicht dazu, sich selbst und die eigenen Bedürfnisse zu vergessen. Das habe ich getan. Außerdem habe ich auch immer wieder das Gefühl gehabt, wenn ich ihr helfe, dann geht es ihr besser und dann können wir wieder etwas Unbeschwerteres miteinander erleben. Das hat aber gar nicht geklappt. Egal, wieviel ich ihr "half" oder etwas für sie tat, es ging ihr nicht besser. Besser ging es ihr erst dadurch, dass sie begann, etwas für sich selbst zu tun, Therapie und auch andere Dinge. Und das hat sie erst angefangen, als ich aufgehört habe, etwas "für sie" zu tun.
Bei Angehörigen löst das Wissen darum, dass die Partnerin s. m. ist, oftmals ein Helfersyndrom aus. Dabei wird das Problem der Partnerin als so groß und übermächtig erlebt, dass die eigenen Bedürfnisse und Probleme gar nicht mehr wahrgenommen, nicht mehr wichtig genommen und auch nicht mehr verfolgt werden. Daraufhin kommt dann ein Kreislauf in Gang, wo man der "leidenden Person" "helfen muss". Mit diesem "zwanghaften Helfen" verdrängt man gleichzeitig seine eigenen Bedürfnisse, Probleme usw. und ist sich derer gar nicht mehr bewußt. Das ist ein fast unumgänglicher menschlicher Prozess bei den Angehörigen. Das geschieht sehr leicht und je früher man merkt dass das so ist oder sein könnte, umso besser kann man als Angehöriger u Verbündeter dagegen steuern. Kannst du dir darunter etwas vorstellen?
Wenn deine Partnerin dich nach dem Buch fragt, ist es etwas anderes, als wenn du ihr sagst, das musst du unbedingt lesen. Da ist es ja eher ihre Entscheidung. Du könntest ihr dann sagen, dass das Buch möglicherweise in ihr Dinge wachrüttelt, die sie stark belasten könnten und dass sie es sich gut überlegen soll, ob sie das möchte. Du könntest ihr anbieten, mit ihr darüber zu sprechen, was das Buch in ihr auslöst und ihr sagen, dass es gut sein könnte, in eine Traumatherapie zu gehen damit, was in ihr ausgelöst ist. Vielleicht magst du ihr auch mal etwas von Traumatherapie erzählen, einfach so, nicht, um sie dazu zu bringen, Therapie zu machen, sondern einfach um ihr Informationen zu geben, die sie erst mal sinken lassen kann und über einen längeren Zeitraum prüfen kann, ob das vielleicht etwas für sie sein könnte.
Zum Zusammenwohnen fällt mir ein, dass das etwas ist, worüber ihr beide Euch klar sein müsst, dass es sein kann, dass diese lebensgeschichtlichen Ereignisse deiner Partnerin dadurch sehr stark getriggert werden können und es viel Arbeit für beide ist, mit diesen Folgen zu leben. Möglicherweise müssen beide, du und sie, Therapie machen, um zu lernen, auch mit diesem schwierigen Anteil, der durch das Zusammenleben auftauchen kann, zu leben.
Liebe Grüße und alles Gute!
Blaue Artemis |
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| fine |
hallo doctorwho,
auch ich bin eine verbündete. ich hab - genau wie blaueartemis es so gut beschreibt - lange zeit meine ganze kraft ins "helfen" gesteckt und mich dabei selber extrem zurückgenommen.
mein rücken hat mir dann quasi die quittung gegeben - das war eine last, die ich nciht tragen konnte.
also hab ich mir ne thera gesucht und meine co-traumatisierung, wie sei es nannte bearbeitet.
ich finde es nach wie vor gräßlich, was meine leibste erleben musste, aber ich werden den t*tern der vergangenheit nicht den raum geben unsere gegenwart und zukunft auch noch zu stören!
dazu musste ich lernen, dass ich nicht alles wissen muss - schon gar nicht konkrete namen - und dass ich das wissen, das mir in ihren flashbacks ungefragt geliefert wurde als "schwall ins all" umleite.
bitte pass gut auf dich auf.
achte trotz aller faszination über ihre stärke und allem "helfen-wollen" auch auf dich.
es nützt ihr und dir absolut nichts, wenn du an dem wissen kaputt gehst.
du darfst auch sagen, dass du manches nicht verarbeiten kannst, ihr aber trotzdem nahe sein möchtest.
liebe grüße |
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| doctorwho |
Hallo,
ja, ich bin auch froh das ich dieses forum gefunden habe. Bisher fand ich immer nur seiten wo es fast nur um die betroffenen geht. Hier finde ich nun auch menschen die wie ich partner oder verbündete sind und kann schreiben was in mir so vorgeht.
Mein schatz weiss nix davon das ich hier angemeldet bin, geschweige denn, das ich über diese sache schreibe, was meinst du…soll ich ihr das erzählen ? ich denke ja eher nicht, oder ?
Und nein, ich zeige ihr nicht meine wut. Ich versuche eher an ihrem schmerz anteil zu nehmen, zeige ihr das ich da bin wenn sie mich braucht, nehme sie dann ganz vorsichtig in den arm um ihr zu sagen „ich bin da“. Ich glaube auch das wir in der vergangenheit schon einige fortschritte gemacht haben. In der ersten zeit in der wir zusammen waren, also ein Paar waren, hatte sie öfters solche attacken (zittern, schlief unruhig wenn sie mal eingedöst war und wusste nix davon), das hatten wir jetzt schon länger nicht mehr.
Das mit dem bilder abschneiden werde ich mal versuchen, vielleicht hast du ja noch ein paar Tipps für mich wie das am besten mache.
Du schreibst, das dir dieser satz aufgefallen ist
" wichtig war mir allerdings, dass es ihr gefallen hat und sie mal wieder etwas schönes erlebt hat hat in ihrem leben."
Damit meinte ich vor allem nach dieser scheiss woche die wir hatten, war das für sie mal wieder etwas positives. Mir hat es auch gefallen, mir gefällt es immer wenn ich ihr so nah sein darf. Ich bin sehr glücklich das wir überhaupt miteinander s*****en. Am anfang sagte sie mal vielleicht würden wir nie miteinder s*****en. Davon abgesehen waren wir gestern mal wieder essen, einfach mal raus. Wir haben auch angefangen mal sonntags billard spielen zu gehen, was uns auch beiden spass macht. Und für sie ist es auch wieder eine bestätigung das sie was packt, weil für sie im rolli ist das ja etwas schwieriger. Ich wohne ja auch erst knapp 2 jahre in ihrer nähe, aber wir haben in dieser zeit auch viel erreicht was ihre selbstständigkeit angeht. Ich bin sehr stolz auf meinen schatz.
Ein helfersyndrom habe ich glaube ich schon vorher gehabt, also bevo ich von ihrem s m wusste. Es gibt auch so kleinigkeiten bei uns ( ich arbeite grad dran das zu ändern) wie z. Bsp. Beim fernsehen schaltet sie einfach mal um…hallo, noch ist das meine wohnung *grml* okay, das sind so kleinigkeiten wie diese, die aber auch in jeder anderen beziehung vorkommen. Aber ich bin inzwischen auch soweit zu sagen das mir dies und das nicht so passt und habe auch zu ihr gesagt das wir BEIDE an usere beziehung arbeiten müssen, weil ich sie nicht verlieren möchte.
Zum thema zusammenleben…das schwierige was wir erst mal sehen ist die tatsachedas sie ja auch gepflegt werden muss, man darf nie auser acht lassen das sie im rollstuhl sitzt. Sie hat spina bifida, das ist eine inkomplette querschnittslähmung. Das problem im moment ist wohl eher ihre mutter bzw. die tatsache das sie schon seit ihrer geburt von ihrer mutter umsorgt wird. Die sache mit ihrem missbrauch, ich weiss nicht ob das da so stark mitspielen könnte….
Das werden wir dann sehen, und ich hoffe das wir beide dann die kraft haben damit umzugehen.
Mal ganz nebenbei erwähnt: ich bin fast 15 jahre älter als meine freundin und sie sagt selbst das das wohl ein gewisser vorteil ist für unsere beziehung.
@fine
Danke für deine lieben und helfenden zeilen
Hatte noch keine zeit zu schreiben, da wir am wochenende fast immer zusammen sind.
Das was ich hier jetzt geschrieben habe sollte einige klarer zeigen, solltest du dennoch bedenken haben was mein verhalten angeht bin ich für jede hilfe dankbar, denn ich möchte meinen schatz nicht verlieren.
LG
doctorwho
@all
Es tut wahnsinnig gut annonym über seine probleme, gerade als Partnet/verbündeter schreiben zu können und dann auch noch so kompetente hilfe wie von Blue Artemis zu erhalten. Ich danke dir tausendmal dafür das du mir zuhörst, mir schreibst und mich „gebremst“ hast.
Noch eine Frage an Blue Artemis...sie weiss nichts davon da ibh hier angemeldet bin...soll ich ihr davon erzählen ???
hab grad die lyrics zu einem lied gefunden das ihr sehr nahe geht und ich möchte mal den kompletten text hier posten:
SIMPLE PLAN
"Untitled"
I open my eyes
I try to see but I’m blinded by the white light
I can’t remember how
I can’t remember why
I’m lying here tonight
And I can’t stand the pain
And I can’t make it go away
No I can’t stand the pain
How could this happen to me
I made my mistakes
I’ve got no where to run
The night goes on
As I’m fading away
I’m sick of this life
I just wanna scream
How could this happen to me
Everybody’s screaming
I try to make a sound but no one hears me
I’m slipping off the edge
I’m hanging by a thread
I wanna start this over again
So I try to hold onto a time when nothing mattered
And I can’t explain what happened
And I can’t erase the things that I’ve done
No I can’t
How could this happen to me
I made my mistakes
I’ve got no where to run
The night goes on
As I’m fading away
I’m sick of this life
I just wanna scream
How could this happen to me
I made my mistakes
I’ve got no where to run
The night goes on
As I’m fading away
I’m sick of this life
I just wanna scream
How could this happen to me |
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| blaueartemis |
Lieber Doctorwho,
ich finde nicht, dass du ihr das erzählen solltest, dass du hier schreibst. Alleine schon deshalb, weil es hier eine Anonymitätsregel gibt, die besagt, dass man jedem gegenüber anonym sein soll. Wenn du ihr davon erzählst und sie sich auch hier anmeldet, dann bist du nicht mehr anonym. Die Regel hat auch den Sinn, die UserInnen hier zu schützen vor Dynamiken, die entstehen können, wenn man in persönlichem Kontakt ist, wo es manchmal sehr schwierige Konstellationen geben kann.
Aber mindestens so wichtig wie das Einhalten der Regeln ist, dass es für dich als Verbündeten ganz wichtig ist, einen Raum zu haben, der nur für dich ganz alleine ist, einen geschützten Raum für dich. Einen Raum, in dem du Dinge mal versuchen kannst, auszudrücken, dir Feedback holst, ohne, dass du Angst haben musst, dass du etwas Ungeschicktes tust, womit du Deiner Partnerin weh tust. Oder wo du Gefühle ausdrücken kannst, die erst mal nur für dich wichtig sind.
Schön, dass dir meine Worte unterstützend sind. Wobei, ich finde Fines Worte ganz besonders wertvoll, für dich, aber auch für mich selbst. Da klingen sehr viel Kompetenz und Reflexionserfahrung und viele wertvolle hilfreiche Einsichten und Erfahrungen heraus.
Liebe Grüße von
Blaue Artemis |
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| doctorwho |
Hallo Blaue Artemis,
Du hast natürlich Recht. Davon abgesehen das ich gegen die Forenregeln verstoßen hätte, hätte ich mir selbst den Freiraum genommen in dem ich offen über dieses Thema und wie ich damit umgehe reden kann.
Mir geht es auch schon etwas besser und ich glaube ihr auch, zumindest macht sie auf mich diesen Eindruck. Ich habe ihr auch gesagt, das ich ihr keine Fragen mehr stellen werde zu dem was ihr passiert ist, aus Angst es schlimmer zu machen statt ihr zu helfen, das ich akzeptiere wie sie damit umgeht und das es mir wichtig ist das es UNS gut geht.
Oder war es falsch das so offen zu sagen ??
Sie sagte auch in unserem Gespräch „es ist nun mal passiert, ich kann es nicht ändern / rückgängig machen. Damit akzeptiert sie doch das der Mi******ch stattgefunden hat, oder ?
Ist das ein Schritt in die richtige Richtung ?
Noch mal zu der Sache mit dem „Bild abschneiden“, hast Du da ein paar Tips wie ich das am besten machen kann ?
Liebe Grüße und vielen Dank
Doctorwho |
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| haikala |
Hmmm... ich denke, das ist immer eine zutiefst individuelle Sache und ich weiß nicht mal, ob es da ein Richtig und ein Falsch geben kann oder ob nicht die Hauptsache ist, man tut das, was man tut, mit Achtsamkeit und in guter Absicht?! Ich persönlich fände es unangenehm, wenn mein Partner irgendwo über mich schreiben würde (und ja auch recht intime Dinge) und ich gar nichts davon wüsste. Das ist mein Gefühl. Ich müsste nicht explizit wissen, wo mein Partner schreibt, aber ich würde mir komisch vorkommen, wenn ich herausfinden würde dass er irgendwo über mich schreibt und ich weiß nichts davon. Mir würde reichen und ich könnte gut damit umgehen, wenn mein Partner mir sagt, er sucht sich einen Freiraum, in dem er offen darüber reden und sich austauschen kann (oder aber, wenn ich damit nicht umgehen könnte, hätte ich jetzt z.B. die Chance, zu sagen, dass ich nicht möchte, dass er dieses oder jenes Detail über meine Geschichte schreibt). Wenn er aber um diesen Freiraum ein Geheimnis macht, fände ich persönlich das "schräg"... das ist mein Gefühl dazu. Entscheiden musst du letztendlich nach deinem Gefühl und deiner Einschätzung... :)
Lieben Gruß,
h. |
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| cocoon29ab |
Hallo,
als betroffene finde ich es gut wenn mein partner/in sich nach "hilfe" umschaut. was hilfe ist ist wohl unterschiedlich. der eine schreibt im netz der andere macht selbst eine therapie. was mir etwas fehlte in deinem text war der aspekt, du musst nicht darüber reden, es soll UNS gut gehen... soweit so gut, vielleicht ist es auch nur untergegangen.. dieses wenn du aber reden magst, werde ich dir gern zuhören... diese worte wären für mich sehr wichtig. die sicht deiner freundin kann ich gut nachvollziehen, ich weiß nicht ob das wirklich akzeptieren ist. vielleicht respektiert sie ihre eigene lebensgeschichte, denn ganz klar ändern kann man es nicht. man kann nur lernen damit umzugehen. ich habe mal gehört dass ca 50% denen so etwas passiert erkranken, d.h. ja auch die gleiche zahl kommen zurecht. es gibt keinen allgemeingültigen weg. es kommt auf die probleme des menschen an und dann zu sehen was zu tun ist.
naja so meine gedanken gerade
lg cocoon29ab |
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| blaueartemis |
Lieber Doctorwho,
wenn du so ein schlimmes Bild siehst, stellst du dir vor, du nimmst eine Sch*re und schn**dest das Bild einfach vor deinen Augen ab. Du kannst das beliebig oft machen. Einfach nur vorstellen. Wenn es leichter ist, kannst du Zeige-und Mittelfinger nehmen und "Sch**debewegungen" vor deinen Augen machen, auch ruhig mehrmals, solange, bis das Bild "ab" ist. Wenn es wiederkommt, wieder abschn**den.
Liebe Grüße
Blaue Artemis |
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| doctorwho |
@haikala
Ich fühle mich auch nicht wirklich wohl dabei, aber wenn ich ich erzählen würde das ich in einem Forum registriert bin würde sie wissen wollen wo…und dann ist es wieder vorbei mit dem Freiraum, der mir im übrigen zur Zeit gut tut.
@cocoon
Hm, das ging wohl von meiner Seite etwas unter. Ich habe ich schon oft, und gerade in Situationen wo sie FB’s hatte, gesagt das ich da bin wenn sie reden möchte. Was ich mit dem „es soll uns gut gehen“ meinte ich auch so, halt nicht nur ihr sondern auch mir, also uns.
Was ich im Moment nicht tun werde ist hinzugehen und zu sagen „ Du kannst jederzeit mit mir über Deinen MB reden“ weil sie so wie es aussieht grad mal wieder eine Verdrängungsphase hat und ich will das nicht wieder alles hoch holen. Sie sollte von sich aus sagen „okay, jetzt bin ich bereit mit dir darüber zu sprechen“
@blue artemis
Danke für Deinen tipp |
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| cocoon29ab |
hi doctowho,
oh nicht dass du mich falsch verstehst. ich finde es enorm wichtig dass du schreibst "es soll UNS gut gehen". du kannst nur da sein wenn auch du auf dich aufpassen kannst. es war nur dieses sinngemäße (komma)... wenn du reden magst ich bin da... wahrscheinlich bist du es ja. ich hoffe es ist besser ausgedrückt. es ist sicherlich sehr schwer mit einer betroffenen zusammen zu sein. meine beziehung ist wohl an den folgen gescheitert... und ein punkt war wohl eben genau der auf sich selbst aufzupassen und nicht diese vergangenheit/erfahrungen in den mittelpunkt zu stellen.
ich finde es gut und sinnvoll und sehr respekthaft was du tust..
lg cocoon29ab |
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| doctorwho |
Hallo cocoon,
ich denke mal das ich Dich schon richtig verstehe. Es ist gut das ich möchte das es uns beiden gut geht aber ich soll auch mein Wohl im Auge behalten, oder ?
Ich bin schon immer Respektvoll mit meiner Partnerin umgegangen, weil ich hab
gelernt respektvoll mit anderen Menschen umzugehen (Danke an meine Mama).
Ich hab auch schon versucht für meine Partnerin da zu sein bevor ich das von dem MB
wusste. Schon weil sie im Rollstuhl sitzt, hab versucht ihr in den hintern zu treten, was sich vorher keiner getraut hat, damit sie selbstständiger wird. Hab versucht sie zu fordern statt sie zu verhätscheln und hab dafür auch schon Dank geerntet von ihr. Ich bin bisher ihre längste feste Beziehung (im Mai 3 Jahre) und wir möchten uns auch nicht mehr verlieren. Wir haben
in der Zeit in der wir zusammen sind soviel erreicht und durchgemacht, das keiner von uns einfach das Handtuch schmeißt. Wir geben uns gegenseitig Halt.
Und Danke für Deine konstruktive Kritik, soweit es Kritik war ;-)
@all
Ich fühle mich sehr gut aufgehoben hier in diesem Forum, ihr habt mir in den letzten Tagen
so viel geholfen und habt mir beigestanden mit euren Tips und euren Ratschlägen.
Danke an euch alle.
LG
Doctorwho |
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| fine |
hallo doctorwho,
noch ne "technik zum bilder loswerden"
wenn mich das gehörte nich loslässt, schalte ich in gedanken meinen "hirnstaubsauger" an. - stelle ihn mir in etwas so vor wie die großen industriesauger von kärcher *grins*
der saugt den schrott also in einen kleinen beutel, ich nehmen den in gedanken und schmeiße ihn in die müllverbrennung...
oder in manchen situation funktioniert auch die "fernbedienung":
bild und ton wegdimmen, bis ruhe ist. - evtl. vorher beim fernseher noch mal "in echt" ausprobieren, dann weiß der kopf eher wie´s geht.
und das ist nicht so "dramatisch" wie der sauger...
und nun holt mich bitte vom "kompetenzsockel" wieder runter *grins*
abgesehen von meiner helfermacke bin ich total normal - bekloppt *fg*
und ich erwische zielsicher möglichst viele fettnäpfe in meiner umgebung - ehrlich!!
liebe grüße, |
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| doctorwho |
so, nun hab ich mal wieder die zeit und die muße etwas zu schreiben. ich möchte mich noxh einmal ganz herzlich bei all denen bedanken die mir hier durch ihre hinweise, hilfestellungen, tips und kritik so wahnsinnig viel geholfen haben.
DANKE !
im moment steht es sehr gut mit uns, sie ist inzwischen zumindest teilweise in der lage mit mir über den MB zu reden und ich komme inzwischen auch ganz gut damit klar.
heute abend hatte sie wieder einmal einen massiven FB, sie starrte an die decke und machte auf mich den eindruck als wäre sie ganz weg. ich nehm dann immer ihre hand und sage ihr ganz ruhig, ich in bei dir, du bist nicht alleine. sie sagte mir das ihr das hilft. so einen FB hatte sie vor kurzem schon einmal, sie erzählte dann das irgendjemand zu ihr gesagt hätte "schau an die decke und warte bis es vorbei ist", das hat mich schon etwas schockiert. genauso als wir uns vor ein paar tagen mal darüber unterhielten und sie dann meinte "..irgendwann ist es so wie zähneputzen..." also routine... das nimmt einen dann schon mit.
ich habe ihr auch gesagt, das ich ihr nicht wirklich helfen kann und das ich angst habe das ich alles nur schlimmer mache.
etwas positives ist im moment das sie soviel vertrauen zu mir hat, das sie relativ offen mit mir redet.
ich hatte auch, grad heute abend mal wieder, das thema therapie angesprochen. sie sagte mir dann, das sie schon mal eine therapie angefangen hätte, es ihr aber nichts gebracht hat.
mei größter wunsch wäre es wenn sie es noch mal versuchen würde, ich meinte zu ihr, vielleicht war sie einfach noch nicht soweit eine therapie zu beginnen. vielleicht habt ihr ja zu diesem thema ein paar tips.
passt nicht ganz zum thema, aber ich muss es einfach loswerden. gerade heute abend hatte ich mal wieder das gefühl das wir einfach zusammen gehören und das es kein zufall war das wir uns begegnet sind, das war schicksal.
ich bin weiterhin dankbar für jede hilfe von eurer seite und wünsche euch allen eine gute nacht
LG
doctor who |
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| smilly |
Hallo doctorwho,
zu dem Thema, ob sie in Therapie geht oder nicht: Meinst Du, Du könntest sie fragen, warum sie nicht in Therapie gehen will? Was damals nichts gebracht hat?
Bei mir war z.B. Verhaltenstherapie der völlig falsche Ansatz. Das habe ich aber erst herausgefunden, als ich in einer Klinik war, bei der die Therapeuten tiefenpsychologisch orientiert gearbeitet haben. Ich habe auch festgestellt, dass Imaginationsübungen mir nicht helfen. Ich koche mir dann lieber einen Pudding.
Ich glaube, es ist nur mit Ausprobieren möglich, festzustellen was wichtig und richtig ist. Vielleicht ist sie so weit die Suche zu beginnen. Vielleicht aber noch nicht.
Die Idee, bei einem Flashback warten, bis er vorbei geht finde ich etwas schräg. Ich glaube, es ist wichtig-wie Du auch schon ein gutes Gefühl hast-Kontakt zu halten und sie in das Hier und Jetzt zurück zu bringen. Ein Flash ist ja eine Art Wiedererinnern in ungeschützter Art und Weise ("ungeschützt" in dem Sinne, das sie es evtl. nicht mehr steuern kann was sie überfällt an Erinnerungen). So erlebe ich das jedenfalls.
Ich kann es verstehen, dass es Dir wichtig ist, das sie in Therapie geht. Hast Du ihr gesagt, warum? Ich denke, es ist auch eine Erleichterung für Dich wenn sie z.B. lernt, mit Erinnerungen umzugehen, oder?
Ich als Betroffene würde das verstehen.
smilly |
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| doctorwho |
hallo smilly,
du schreibst "Die Idee, bei einem Flashback warten, bis er vorbei geht finde ich etwas schräg.", da hast du wahrscheinlich etwas falsch verstanden.
ich meinte damit nicht sie soll warten bis der FB vorbei ist oder das ich warte. es war so, das sie mir nach einem ihrer FB's erzählt hat, das damals als der MB stattfand jemand zu ihr gesagt hat "...schau an die decke und warte bis es vorbei ist...". sie hat sich während eines ihrer FB's daran erinnert.
ganz im gegenteil und wie du schon richtig erkannt hast, nehme ich sobald ich merke das sie einen FB hat ihre hand, und spreche ganz leise
mit ihr um ihr zu zeigen das ich da bin. das hilft ihr wieder in die realität zurück zu kommen.
zu dem thema therapie...ich habe sie heute nochmal darauf angesprochen. es war eine gesprächstherapie und sie sagt es hat ihr nichts
gebracht. im moment ist sie auch nicht bereit nochmal eine therapie zu beginnen, ich hatte ihr auch vorgeschlagen das wir gemeinsam zu einer therapie gehen. ich hoffe das ich sie noch dazu bewegen kann es nochmal zu versuchen. sie ist es einfach gewohnt alles zu verheimlichen
und alles irgendwie alleine zu bewältigen, allein schon auf grund ihrer behinderung. da wurde schon immer und wird immer noch vieles verheimlicht und es soll keiner was genaues erfahren. es war eher meine neugier und die tatsache das ich schon mal eine freundin
hatte die im rollstuhl saß, das ich ziemlich früh vieles herausgefunden habe was z. bsp. ihre pflege angeht.
damals hätte ich auch beihnahe unsere noch frische beziehung aufgegeben. eine gute bekannte der ich damals von den pflegerischen umständen erzählte hat mir mut gemacht in dem sie mir sagte "wenn du jetzt aufgibst, bist du nicht der mensch den ich kennengelernt habe.." ich bin ihr heute noch dankbar für diese worte.
ich habe meiner partnerin auch heute nochmal gesagt das ich das mit ihr gemeinsam durchstehen möchte und das ich sie nicht bedrängen will, aber ich mir wünsche das sie es nochmal mit einer therapie versucht.
so, ich wünsche euch allen eine gute nacht
lg
doctor who |
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