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Klinikplatz - Klicken Sie HIER um das ursprüngliche Thema anszusehen

    igelchen
    hallo ihr,
    tut mir leid, dass ich schon wieder nen neuen thread eröffne, aber momentan ist echt viel los bei mir.
    warte seit nen halben jahr auf einen klinikplatz und habe jetzt gestern bescheid bekommen, dass es so weit ist und ich nächste woche donnerstag dann weg bin.
    anstatt mich zu freuen, dass es endlich geklappt hat, schiebe ich jetzt total die panik. ich habe so angst, wieder über die sachen sprechen zu müssen. aber eigentlich ist das ja die grundlage, um die sachen wieder verarbeiten zu können und ich weiß das auch.....aber ich habe trotzdem total große angst :(
    ich weiß, das das total widersprüchlich ist :was:
    kennt ihr das und wenn ja, wie seid ihr damit umgegangen. :help:
    lg igelchen
    blaueartemis
    Liebe Igelchen,

    es ist völlig ok, wenn du wieder einen Thread aufmachst. Dazu ist das Forum doch da! Und sicher können andere auch davon profitieren, dass du hier schreibst. Denn jede, die demnächst einen Klinikplatz bekommt und in Panik gerät, wird sich dann denken können "so ging es Igelchen auch. Ich bin also gar nicht verkehrt!"

    ich kann dich sehr gut verstehen! Ich hatte letztes Jahr Anfang April einen Klinikplatz, und kaum habe ich mich vorbereitet, hinzufahren, bekam ich auch große Angst und Panik. Ich finde das überhaupt nicht widersprüchlich.

    Denn man fährt ja in eine völlig fremde Umgebung. Es geht um die schwierigen lebensgeschichtlichen Erlebnisse, die man Menschen, die man jetzt noch überhaupt nicht kennt, erzählen muss. Man weiß nicht, wie sie arbeiten, ob sie es gut machen, ob sie einen hängen lassen oder gut betreuen. Man ist weg aus dem gewohnten Umfeld und hat nicht mehr das Sicherheitsnetz, das man sich zuhause aufgebaut hat. Und man hat auch die Aufgabe, sich 4 oder 6 oder noch mehr Wochen nur mit der Bewältigung dieser schlimmen Dinge zu befassen. Klar, man macht auch andere Dinge, aber man hat letztlich keine Ablenkung.

    Bei mir war es allerdings so, dass es gar nicht so sehr darum ging, die Dinge anzugucken, sondern eher, zu lernen, sie wegzudrücken, Tresorübung & Co. Das hat mir persönlich überhaupt nicht gefallen. Aber was bei mir war: ich habe hier jeden Tag im Forum geschrieben und habe alles, was ich dort machte, hier reflektiert. Das hat mir unheimlich gut getan und mich sehr sehr gestärkt dort. Denn ich habe erlebt, dass es hier z. T. mehr Kompetenz gab, als in der Traumaklinik, wo ich war.

    Alles alles Liebe schickt dir
    Blaue Artemis
    igelchen
    Liebe Blaue Artemis,
    danke für deine Rückantwort. Das mit der Tresorübung und Sicherer Ort und Co habe ich schon letzten Sommer in einer Reha gemacht. Da hatte ich die gleiche Angst hinzufahren, allerdings habe ich damals noch geglaubt niemanden von meinen M*ssbr**chs*rf*hr*ng*n und V*rg*w*lt*g*ng*n erzählen zu müssen. Das hat die Psychologin dort irgendwann rausgefunden und dann kam ich nicht mehr drum rum.
    Aber jetzt weiß ich ja, dass ich auf jeden Fall drüber reden muss und da habe ich die Angst vor. Vor allem, weil in dem Erstgespräch ein Psychiater war und ich jetzt eine Ärztin bekomme, weil ich sonst nur Panik erlebe. Aber die Ärztin kenne ich daraufhin auch noch nicht und das macht mir Angst.
    Hilfe bin jetzt total verwirrte. Ist ein Wirrwar aus Angst, Freude und Verzweiflung....Sorry!
    Lg igelchen
    blaueartemis
    Liebe Igelchen,

    die Mischung aus Angst, Wirrwar, Freude kann ich gut verstehen. Auch die Angst, der Ärztin, die du noch nicht kennst etwas zu erzählen. Aber meistens wissen ja Ärztinnen auch, dass man erst mal Zeit braucht, sie kennen zu lernen.

    Vielleicht kannst du es sonst auch sagen? Überhaupt sagen, wie du dich fühlst mit allem. Das hilft mir jedenfalls immer sehr gut. Wenn ich einem Therapeuten mitteile, wie ich mich fühle und dass ich Angst habe, das hilft mir immer und ich glaube, es hilft auch der Therapeutin, zu wissen, was die Patientin fühlt. Dann ist es gleich einfacher, Kontakt zu haben - und in einem guten Kontakt entsteht auch leichter Vertrauen und dann geht das mit dem Erzählen auch viel leichter.

    Und denk mal - vielleicht geht es ja allen so, die in eine Klinik gehen? Und vielleicht sind die ÄrztInnen dort das auch gewöhnt und sind sehr nett und vorsichtig und nehmen dich ganz ernst, wie es dir geht?

    Viele liebe Grüße
    :gernhab:
    Blaue Artemis
    igelchen
    Liebe Blaue Artemis,
    das Problem ist, dass ich meistens erstmal einfriere und garnichts sagen kann, wenn ich den Personen mir gegenüber nicht vertrauen kann. Mit meiner thera habe ich ein viertel Jahr "herumgedoktert". In der Reha ging es sehr gut, denn dann konnte ich der Psychologin sofort vertrauen. Das hatte ich noch bei keinen Menschen sonst.
    Das Problem ist,d ass mein Vertrauen zu oft missbraucht wurde, als dass das so ohne weiteres geht. Und ich falle dann immer ins schweigen. Ich kann das auch irgendwie nicht abstellen. Ist grad irgendwie schwierig zu schreiben. Ich habe mir allerdings irgendwie den Schutzmechanismus angewöhnt, dass ich seltern zeigen und erzählen kann, wie es mir gefühlsmäßig geht, weil ich mich dann ziemlich schwach fühle.
    Sry, dass ich dich so volllaber, aber irgendwie ist das kompliziert.
    Liebe Grüße,
    igelchen
    lotti
    Hallo igelchen!

    Mir gehts auch so wie dir. Soll auch wieder in ne Klinik...T.therpie.
    Kann dich sehr gut verstehen, dein Ängste.
    Ich denke mir,wenn es dann doch nicht geht,also ich nicht die 2. Phase machen möchte, ich weiss dann ich habs wenigstens versucht.

    Sende dir ganz viel Kraft und Energie für den Klinikaufenthalt.

    Lg. Lotti
    blaueartemis
    Liebe Igelchen,

    bitte entschuldige dich nicht. Es ist völlig ok, dass du schreibst, was du schreibst :liebes:

    Ich kann das gut verstehen, dass du einfrierst und dann gar nichts mehr sagen kannst. Ich hatte das auch lange Zeit. Es ist weggegangen dadurch, dass ich es immer wieder versucht, immer wieder geübt habe, irgendetwas darüber zu sagen. Ich habe gemerkt, dass ich es oftmals gedacht habe, es geht nicht, und dann habe ich mit IRGENDETWAS angefangen, zu sagen und dann ging es doch.

    Ich verstehe auch gut, dass dein Vertrauen so oft mißbraucht wurde, dass da sehr schwierige Bedingungen in deinem Innern aufgrund der Lebensgeschichte sind. Aber vielleicht beginnen auch die guten Erfahrungen, die du bereits gemacht hast, z. B. bei de Reha, etwas zu tragen und es geht dieses mal schon wieder ein kleines Stückchen besser?

    liebe Grüße
    :gernhab:
    Blaue Artemis
    catseye
    Ne Alternative zum Reden ist ja vielleicht auch das Schreiben für dich - vielleicht könnte das ein Anfang beim Mitteilen sein.
    Dieses "Einfrieren" steckt ja auch in der Natur eines Traumas drin,das hat nicht unbedingt nur mit Willenskraft zu tun.Da gilt es,ne neue "Vernetzung" hin zu bauen.Und erstmal schreiben kann da ein guter Weg sein.
    Körperliche Bewegung übrigens auch.Vielleicht wär`s ne Alternative,mit dem/der Thera bei nem Spaziergang in ner sehr einsamen Gegend mal die ersten Dinge anzusprechen...
    igelchen
    Hallo ihr lieben, danke für eure Antworten.



    Liebe Lotti,
    dann sende ich dir auch mal ein bisschen Kraft, dass du die 2. Phase schaffst. Drücke dir die Daumen.




    Liebe Blaue Artemis,
    ich kann einfach nur hoffen, dass die Erfahrungen in der Reha mir da irgendwie helfen. Da hatte ich einfach von vornherein das Gefühl, dass die Chemi zwischen Psychologin und mir irgendwie stimmt und ich konnte ihr daraufhin sofort vertrauen. Hoffe einfach, dass es jetzt genauso ist.




    Liebe Catseye,
    das mit dem Schreiben ist eine sehr gute Idee. Ich teile mich viel über Briefe mit. Ich denke leider nicht immer daran, dass es eine Stärke von mir ist, da ich mich sehr klar ausdrücken kann.
    Das mit dem Spazierengehen hilft mir auch manchmal. Ich bin in meiner Reha sehr viel mit meiner Thera spazieren gegangen. Allerdings kann ich dann nochweniger Emotionen zeigen, weil ich dann immer angst habe, dass jemand anders schlecht drüber denken kann.
    Danke für deine vielen Ideen.



    Lg Igelchen
    seelenbalsam
    Hallo igelchen,

    ich denke, wie es war, bei mir, als ich im November zur Kur war. Ich redete, und erzählte viel, und erst viel später spürte ich, dass ich über meine Grenzen bin und dass ich dem eigentlich nicht vertraue und hab einen Rückzug gemacht. Ich denke, wenn du dort sagst, wie es dir geht, und dass es bei dir nicht so schnell geht, und dass es einfacher ist, erst mal so über einfachere Dinge zu sprechen, um Vertrauen fassen zu können und dann den dortigen Thera kennenzuleren, zumindest ein wenig, um abzuchecken, wie es sich für dich anfühlt, ist es ein klein wenig leichter. Aber das fühle ich nur in Gedanken, ich weiß nicht, wie es sich richtig anfühlt. LG seelenbalsam
    igelchen
    Liebe Seelenbalsam,
    danke auch für deine Antwort. Dass mit dem über meine eigenen Grenzen gehen, kenne ich leider nur zu gut. Das mache ich sehr häufig und merke es erst, wenn es zu spät ist.
    Gestern habe ich erfahren, dass mein Termin sich auf nächste Woche Dienstag verschoben hat. Jetzt hatte ich schon eine Woche Bauchschmerzen wegen dem ganzen und jetzt kommt noch eine dazu. Ich habe so langsam echt keine Lust auf das ganze zu warten. ES macht mich einfach wahnsinnig. Und meine Angst können viele Leute nicht verstehen. Die mache ich dann mit wahnsinnig.
    Bin momentan ein bisschen traurig.
    lg
    igelchen
    igelchen
    Hallo ihr lieben,
    jetzt ist es endlich so weit. Die Koffer sind gepackt und morgen gehts dann los in die Klinik. Ich wollte mich deshalb auch von erstmal von euch verabschieden. Mir ist dieses Forum im letzten halben Jahr sehr ans Herz gewachsen und ich bin echt froh, dass ihr für mich da wart.
    Die Bauchschmerzen vor morgen werden immer größer und auch die Angst wandelt sich langsam in Panik um. Die letzte Nacht war schon schlimm und ich fürchte, dass die nächste nicht besser wird.
    :winken: :bye:
    Liebe Grüße,
    igelchen :igel:
    seelenfieber
    Liebes Igelchen,

    :kuck:

    Fühl dich umarmt,wenn du magst.
    Damit die Angst etwas kleiner wird.
    Ich wünsche dir ganz viel :kraft:
    und hoffe für dich, dass du heute Nacht erholsamen Schlaf finden wirst!

    :liebes:

    Liebe Grüsse
    Seelenfieber
    blaueartemis
    Liebe Igelchen,

    :trost2: lass dich ein bisschen trösten. Es ist ganz verständlich, dass du Angst hast. Vielleicht guckst du morgen mal nach einem PC in der Klinik und schreibst uns?

    Du bist ja auch mutig! Denn du hast dich selbst angemeldet für die Klinik. Das ist prima.

    Ich schicke dir einen wunderschönen :traum: für heute Nacht von Frühling und Blumen und Vogelkonzerten und Frühlingsdüften und einem wunderschönen Spaziergang hinein in den Frühling - den du auch ruhig träumen darfst, wenn du keinen Schlaf findest. Wenn du wieder zurückkommst, dann blüht schon ganz viel und viele Bäume sind dann schon etwas grün!

    Alles Liebe :liebes: von
    :gernhab:
    Blaue Artemis
    axio
    Liebes Igelchen,

    ich wollte Dir auch noch viel Mut und Kraft und dann auch gutes Ankommen für den Klinikaufenthalt schicken und wünschen...
    War selber vor einiger Zeit in einer Klinik und kenne die Ängste vorher noch ziemlich gut - aber aus meiner Erfahrung heraus kann ich nur sagen - es hat sich gelohnt. Das wünsche ich Dir auch, dass, egal, wie es wird, Du etwas für Dich mitnehmen kannst und Dich auch nicht zu sehr unter Erfolgsdruck setzt.
    Liebe Grüße,
    Axio
    chilli
    Liebe Igelchen,

    die Angst kann ich gut verstehn. Bei mir geht es erst am 12. April los und ich bin schon nervös wenn ich dran denke.

    Ich wünsche dir viel Ruhe und Kraft für heute Nacht, ein gutes ankommen in der Klinik und viele positive Erfahrungen dort mit deiner Thera.

    Liebe Grüße
    chilli :chilli: