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Vertrauen Verstehen - Vergeben - Klicken Sie HIER um das ursprüngliche Thema anszusehen

    amie
    Hallo Ihr Lieben,

    ich habe vor 3 Jahren, 9 Wochen und 5 Tagen einen Menschen kennen gelernt. Ja, ein Mann und auf den ersten Blick verliebt hatte ich mich auch. Ich war, wie ich halt bin, der Meinung es könne nun endlich der Mensch sein mit dem eine Seelenwanderung möglich ist.

    Aus mir sprudelten Jahre, von Kindheit bis zum zweiten Leben nach der Vergewaltigung. Alles, einfach alles sollte dieser Mensch wissen. Ich wollte beweisen, tolles Wort dafür "beweisen", dass ich es Wert bin mit mir das Traurige in mir endlich zu verarbeiten. Mit ihm. Der, der immer wieder sagte wie stark er wäre und nichts, gar nichts, würde ihm Angst machen.

    Darauf vertraute ich. Ja, er der Starke unerschütterliche Fels in größter Brandung. Könnte man glatt denken, wow, wie im Märchen. Nun, wenn da nur nicht ich wäre? Oder er? Oder einfach die bisherigen Leben.

    Es kam wie es kommen musste, an einem Tag, er wollte nur kurz mal Geld am Automaten holen gehen, kam er nicht zurück in normaler Zeit. Da kam der kleine Ohnmachtstroll und verschob das was ich mit solcher Kraft in mir aufgebaut hatte. Vertrauen. Ich verstand nicht, warum geschah das gerade. Es machte mir Angst und ich versuchte dagegen zu kämpfen. Ich rief auf Handy an. Nichts. Keine Reaktion. Ich fühlte mich in dieser Nichtreaktion als wertloses Stück Nichts. Nach für mich unendlicher Zeit und unzähligen Versuchen, ging er ans Handy. Seine Karte war versehentlich am Automat eingezogen worden und er konnte dies nicht mitteilen. Klar, meine Reaktion war ein Vorwurf, nicht wegen der Karte sondern wegen meiner empfundenen Angst. Begann das Ende in dem Moment? Fing damit der Kampf an der zu einem Kriegsschauplatz wurde.

    Die nächsten Monate sprach ich, manchmal auf ihn ein. Er verstand, er verstand nicht. Er schwieg, schwieg, schwieg und wenn er redete brüllte er es aus sich raus. Ich, was machte ich? Reden, hoffen, Angst haben, reden, mitbrüllen, Angst haben, aggressiv werden, hoffen, Angst haben, Panik bekommen, reden....

    Verstand ich was da geschah? Nein, weder bei ihm, noch bei mir. Bin ich fortgelaufen? Nein natürlich nicht, bin ja stark und schaffe das. Fühlte es aber immer öfter, mich hintergangen, von ihm, von mir. Bei ihm ließ es mich immer wieder an seinen Gefühlen zweifeln. Auch sein Umgang mit meinen ihm anvertrauten Unaussprechlichkeiten traf mich ins tiefste Mark meiner Seele. Es kam nicht die Resonanz die es erfordert hätte, sondern das vorwerfen meiner selbst ausgesprochen Unfähigkeiten. Ich jedoch verstand nicht warum. Verstand nur wenn ich in den Spiegel sah, dass ich verletzt bin. Das es mich wieder wertlos machte. Wie ein verletztes Tier gebärdete ich mich immer öfter und größer um den Anderen-ihn in die Flucht zu schlagen.

    Normal sollte man denken, dass Menschen mit dieses erfahren Seelenverletzungen schlauer sein müssten. Gelernt haben aus den unzähligen Narben und Unverständnissen. Nein, es war nicht möglich. Auch war es mir nicht möglich meine Wut wieder an den Platz zu verweisen, der entsprechend gebührend gewesen wäre. Wut die ihm weh tat, Wut die innerlich angriff, die das Empfinden von dieser Liebe angriff.

    Man kennt es wie immer verläuft der Krieg auch für die Sieger nicht glücklich ab. Es ist keine Sieg, der zu irgendetwas führt außer Schmerz, Trauer, Tränen, Leid und tiefste Verletzungen. Wie sagte mal Jemand: wir haben den Krieg gewonnen, doch unsere Seelen dabei verloren.

    Wie ist es möglich, nun nach 3 Jahren, 9 Wochen und 5 Tagen das wieder zu finden, was da war? Wie hört es auf weh zu tun? Ist es wichtig, dass man Freunde bleibt und sich gegenseitig sagt, die gesagten Worte wurden gesagt weil er-ich uns verletzt gefühlt haben?

    Jedoch die Frage, die mich mehr als beschäftigt, eher verzweifeln lässt:

    Woran und an wem liegt es?

    Kann ich behaupten es zu können, wenn ich mein Leben nach der Vergewaltigung in den Griff bekommen hätte? Liegt es überhaupt daran? Habe ich mein Leben danach im Griff und brauche einen Menschen, der nachempfindet wie viel Kraft es kostet?

    Hat er mehr Angst, als er zugeben kann? Ist das der Grund? Kann er nicht darauf vertrauen, dass seine Angst bei mir behütet würde und nicht als Mittel zum „guck mal du hast Angst und ich kann Dir noch mehr machen“ wäre?

    Tausend Fragen, unbeantwortet, falsch bedacht, falsch gedeutet, nie bearbeitet oder durch den Reißwolf gedreht.

    Ich für meinen Teil sitze hier, weine, bin traurig und wünschte mir nichts sehnlicher als die schlechten Tage des Lebens zu streichen. Die schlechten Tage der Beziehung auch. Alles schlechte dieser Welt.

    Gibt es antworten auf diese Frage, Infragestellungen und Unfragbarkeiten?

    Warum glaube ich immer noch daran?

    An was? An ihn, an mich, an uns, an ein anderes Lebeno oder Antworten die endlich die Erlösung bringen.

    Wir Menschen können alles, außer an einem Kriegschauplatz vorbeigehen oder selbst keinen eröffnen.

    Amie
    leonidensucher
    Liebe Amie,

    wie immer Leon grundpragmatisch....

    es sind 3 Jahre 9 Monate 5 tage. Eine lange Zeit!

    Und dann bist da du, die in schlechten Momenten von ihrem inneren D*mon überrannt wird, der alle anderen kleinen stimmchen zur seite drückt und nur noch Verlasenheitsgefühl, Angst und Wut zulässt.

    Das ist keine gute kombination für weitere 3 jahre 9 Monate 5 Tage, fürchte ich.

    Deshalb: es sind 3 jahre 9 Monate und 5 Tage, eine lange Zeit, sehr lange. Das ist dein/euer fundament, und in diesen 3 Jahren 9 Monaten 5 Tagen hat dein Partner dir gezeigt, dass er bei Dir bleibt- warum sollte er also jetzt gehen?

    Ich nehme Dich mal in den Arm, gebe dir und dem verlassenen-teil einen teddy, eine heisse schokolade und eine Wolldecke.

    Und dann erzählst Du mir mal, was Deins ist, was seins ( Partner) und was Eures ist. ich glaube nämlich, dass sich da ein wenig die Grenzen verwischen, zwischen Deinem und Eurem.

    Ich verstehe das, wirklich, aber aus eigener Erfahrung heraus: Geh von diesem Pfad runter, den ihr beide da gerade entlang schlingert.

    Nimm dir Zeit, anzuschauen, was von dir kommt, was dir dein gnagna-Stimmchen versucht einzuflüstern, und versuche, ich weiss, das ist hart, was ihr, Dein partner und du zusammen habt- es sind zB 3 Jahre, 9 Monate und 5 tage.

    Und dann pflegst du dich eine runde, erlaubst dir selber, dich verlasen zu fühlen, und verunsichert, aber verlier dabei den Blick auf Ursache und Wirkung nicht.

    und dann, wenn es geht, holst du tief luft, und gibst deinem partner eine REALE! Chance, Dir zu zeigen, wie er zu Dir steht- ohne altlasten und ohne dämonenstimmen.

    OK?

    :liebes:


    Leon
    amie
    Liebe Leon,

    habe immer noch nicht zuende darüber nachdenken
    können was Du geschrieben hast. Und hier passiert
    sehr viel auch wenn es im Grunde fast gar nichts ist.

    Ich werde mir morgen die Zeit nehmen und genauer
    erklären worum es in mir geht und was das alles in
    mir auslöst.

    Hoffe das ist ok?

    Liebe Grüße Amie :blume: