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Freundschaftbrief(e) - Worte für das Gute - Klicken Sie HIER um das ursprüngliche Thema anszusehen

    keyla
    Ihr Lieben,

    ich habe vor ein paar Tagen einen Geburtstagsbrief an eine liebe Freundin geschrieben. Den wollte ich gerne mit Euch teilen, weil...ja, eigentlich nur, weil es mir so eine Freude war, das Gute zwischen uns auch mal zu benennen.

    Gerade, weil es eine nicht immer einfache Freundschaft war - sie ist jemand, der sich beim falschen Wort auch schonmal in eine Säbelzahntigerin :beissen: mit frisch gewetzten Zähnen und ein paar Ersatzsäbelchen im Handgepäck verwandeln kann. Und ich ziehe mir dann auch mein Tigerinnengebiss mit doppeltem Fauchverstärker an :Peinlich:

    Da "ging es manchmal richtig ab zwischen uns" - obwohl ich in der Regel nicht viele Konflikte mit Freunden habe. Aber wir haben das trotzdem immer wieder hingekriegt. Schön ist das! Das ist mir durch das Schreiben darüber so richtig bewußt geworden.

    Deshalb wollte ich Euch hier auch einladen auch ein bißchen über die guten Beziehungen in Eurem Leben zu schreiben - über Menschen, die Euer Leben bereichern und darüber, "was das Gute gut macht".

    Liebe, hoffentlich bald müde Nachtgrüße

    :traum: Keyla
    seelenfrieden
    Liebe Keyla,

    dazu möchte ich gerne auch noch was schreiben - brauche aber noch ein bißchen Zeit, darüber nachzudenken.
    Aber soviel wollte ich DIr schon mal sagen - dies ist einer der schönsten Freundschaftsbriefe, die ich jemals gelesen habe. Sehr berührend und sehr wertvoll, ich hoffe, Deine Freundin freut sich in Herz und Seele über Deine Worte!

    Liebe Grüße
    Seelenfrieden
    hella
    Liebe Keyla,

    ich habe Deinen Brief gelesen und kann sagen, dass, wenn ich den Brief bekäme, ich mich wirklich sehr freuen würde. :liebes: Ich empfinde das als eine wirkliche Liebeserklärung und auch eine Würdigung all dessen, was man miteinander hat. Und Du hast vollkommen recht damit, es auch mal aufzuschreiben.
    Dafür dass Du den Brief hier eingestellt hast, vielen Dank! :liebes:


    Du hast auch eingeladen, über gute Beziehungen zu schreiben, die es in unserem Leben gibt.
    Mir fällt da unter anderem eine meiner beiden besten Freundinnen ein, die mich schon viele Jahre begleitet, mit der ich viele Situationen erlebt habe, schöne und auch nicht so schöne. Und trotzdem immer das Gefühl hatte und habe, dass wir miteinander und aneinander wachsen können. Bei uns macht das Gute gut, dass sie sehr reflektiert ist und gerne wachsen möchte. Wir teilen sehr intime Räume in Gesprächen und können uns streiten, was nicht so oft vorkommt, aber auch immer wieder vertragen. Das ist eine Grösse, die ich erst von ihr und mit ihr gelernt habe. Meine Beziehungs- und Konfliktfähigkeit ist in diesem Kontakt auf jeden Fall gewachsen.
    Gäbe es diese Freundschaft nicht mehr, dann würde mich das sehr sehr treffen. Und ich bin gerade froh, dass ich ihr aus dem Urlaub einen Brief geschrieben habe, der Deinem ähnlich ist, auch ohne Geburtstag. Einfach nur so! Das macht für mich Freundschaft eben auch aus.

    Liebe Grüsse von Hella! :winken:
    seelenfrieden
    Liebe Keyla,

    hier nun ein paar Worte zu den wirklich guten Beziehungen in meinem Leben.
    Da ist natürlich zuallererst die Beziehung zu meiner Liebsten - die etwas ganz besonderes ist. Und wir sind so zusammengewachsen, weil viel Schweres zwischen uns auch sein durfte, durch das das Gute erst richtig gut geworden ist. Dadurch, daß auch sie mit Depressionen zu tun hatte und ich ja noch Jahre in unserer Beziehung ganz akut mit der Verarbeitung meiner Geschichte beschäftigt war, haben wir Zeiten durch, die auch zur Trennung hätte führen können. ABer wir haben immer einen Weg gefunden, uns konstruktiv gemeinsam weiterzubewegen, was sicher Folge einer großen und jederzeit spürbaren Liebe ist. Sie ist ganz sicher der Mensch, der meinem Herzen am nächsten steht und ich habe in dieser Beziehung keine Ängste! Das Gute ist, daß wir heutzutage wirklich zwei erwachsene Menschen in der Beziehung sind. Dahin war es ein langer Weg, weil eine von uns anfangs immer die kindliche und eine die mütterliche Rolle übernommen hat, das hat unserer Beziehung gar nicht gutgetan. Heute sind wir zwei Frauen, die ihr Leben gemeinsam leben und wir vermischen unsere Geschichte nicht mehr mit den Geschichten unseres Lebens.

    Dann gibt es noch eine wirklich gute Freundin, die ich seit meiner Schulzeit kenne. Wir haben in unserer FReundschaft immer wieder große Zeiten der Funkstille, in denen jede ihren Weg geht und es nicht viel gemeinsames gibt. Dann macht sich eine von uns auf den Weg und klopft mal an, dem folgt meistens eine intensive Wiederbelebung der Freundschaft, die immer an dem Punkt anknüpft, wo der Kontakt aufgehört hat. Keine Fremdheit, viel gegenseitiges Interesse, Wohlwollen und Verständnis und auch immer wieder heftige Auseinandersetzungen, die aber niemals die Qualität der Freundschaft bedrohen. Obwohl in meinem Leben äußerlich oft nicht präsent, würde ich sie dennoch als meine beste Freundin bezeichnen - sie wäre diejenige, zu der ich in einer Notsituation gehen könnte und ich denke, sie weiß auch, daß sie bei mir jederzeit offene Türen und Herzen finden würde.

    Vielleicht sollte ich ihr das auch mal mit so schönen Worten sagen?

    Liebe Grüße
    Seelenfrieden
    keyla
    Liebe Hella,

    wie schön, dass Du etwas über Deine eine beste Freundin geschrieben hast...gerade deine Formulierung mit dem "wachsen wollen" hat mich sehr berührt...mich beschäftigt das schon lange, weil ich den Eindruck habe, ich muss das "Prinzip des Wachstums" erst lernen. Und da sind Freundschaften, auch wenn sie eben Konflikte und Reibungen beinhalten, eine große Bereicherung. Und das "einfach nur so", ja, das würde ich mal einfach so aus vollem Herzen unterschreiben :liebes:

    Liebe Seelenfrieden,

    ich finde das so anrührend, was Du über die Beziehung zu deiner Frau schreibst. Gerade, weil ich um deine Geschichte weiß, will ich Dir da am liebsten von ganzem Herzen Gratulieren? meinen Respekt aussprechen? sagen, dass mich das unendlich für Dich freut?...na, von allem ein bißchen, denn ich weiß ja, wie schwer es gerade für uns "Lebenserschütterte" ist, nahe Beziehungen zu leben. So eine Liebesbeziehung wünsche ich mir für mein Leben noch sehr.

    Was Deine Freundin angeht, dachte ich: Ja, sag ihr das mal! Denn das freut nicht nur den anderen (hoffentlich, ich bin ja immer unsicher, wenn ich selber etwas wegschicke), sondern es rückt das Gute eben auch nochmal mehr ins eigene Bewußtsein - bei mir ist das oft so, dass Dinge durch das Schreiben darüber sehr lebendig in mir werden...von daher ist das auch glaube ich ein kleines Geschenk an uns selber.

    Liebe Grüße an Euch beide und Eure "Seelenmenschen"

    :winken: Keyla
    hella
    Liebe Keyla,

    das Prinzip des Wachstums, gerade in Beziehungen, musste ich auch erst lernen. Bzw. auch erstmal lernen, dass es darum eben geht. Beziehungen bilden ja ein organisches Geflecht und dieses verändert sich. Da dann im rechten Augenblick an der richtigen Stelle zu sein, wachsen zu können und nicht jede Veränderung als bedrohlich zu empfinden, das ist ja nicht so ganz leicht, wenn man wie wir aufgewachsen ist und daher ein anderes Bild auf Beziehungen und deren Pflege oder auch deren Möglichkeiten hat.

    Im Nachhinein hat sich das für mich fast logisch ergeben, dass Beziehungen nicht immer nur ein Ort der Heimat sind, sondern auch sowas wie ein "Trainingslager" und unglaublich nährend sein können, wenn man den richtigen "Trainingspartner" findet. Das wiederum ergibt dann für mich ein noch stimmigeres Bild von Heimat und fühlt sich unheimlich gut an.


    Liebe Grüsse, Hella