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Sozialephobie - Klicken Sie HIER um das ursprüngliche Thema anszusehen

    windfeder
    Hi!

    Kennt jemand von euch das Problem?

    Zur Zeit ist das Problem wieder sehr stark. Nach draußen zu gehen, ist sehr stressig. Wenn ich irgendwo im Grünen bin, wo kein anderer Mensch ist, geht es eigentlich. Aber jede Begenung mit anderen Menschen ist ein Kraftakt. :kraft:
    Wie soll ich mich verhalten? Wo soll ich hin gucken? Merkt man mir die Angst an? :was:



    Oft wechsel ich die Straßenseite. Meide Gruppen von Männern. Halte die Luft an wenn ich an einen Mann vorbei gehen muss. Manchmal spielt sich ein richtiger Film vor meinem inneren Auge ab, was wenn der Mann an dem ich gleich vorbei gehen muss sich plötzlich umdreht und nach mir greift? :angst:

    Fühle mich auch beobachtet. Wenn irgendwo Leute lachen, befürchte ich, sie könnten über mich lachen. Ich glaube man kann mir meinen Stress vom Gesicht ablesen. Ich bin voll angespannt, schwitze, habe das Gefühl gleich aus den Latschen zu kippen. :krank:

    Je besser das Wetter :sonne: , desto mehr Menschen sind da draußen. Und die Leute sind aufmerksamer. Das erhöht für mich deutlich den Stress. Im Moment fühl ich mich wie im Gefängniss.

    Mir hat geholfen, mit dem Hund :hund: eines Bekannten spaziehren zu gehen, aber das geht zur Zeit nicht.

    Kennt ihr diese Probleme? Was hilft euch?
    pittiplatsch
    Hallo Windfeder,

    kenne das auch. Im Moment ist der Umgang mit Menschen extrem anstrengend..
    Meiner Freundin gehts auch so.
    Bei mir ist das allerdings eher heftige Wut die ich empfinde, während meine Freundin mehr Angst und Ekel hat..
    Würde dir vielleicht ein Radio oder helfen? Kopfhörer nicht auf beiden Ohren, nur auf einem. Nicht so laut, nur so das es ablenkt?
    Mir hilft das bisl.

    Liebe Grüße
    Pittiplatsch
    engeline
    Liebe Windfeder,

    in schlechten Zeiten kenne ich das sowohl selbst als auch (schlimmer) bei meinem Liebsten. Für uns ist es leichter, dann zusammen rauszugehen. Geht das nicht, ist ein handtaschengeeignetes :teddy2: oder :schaf: sehr hilfreich, fast wie ein echter :hund: und garantiert auch stubenrein.

    Engeline
    windfeder
    Hatte es mal mit einen MP3 Player versucht. Hat nicht so gut geklappt, allerdings hab ich es noch nicht versucht mit nur einen Kopfhörer. Könnte ich mal ausprobieren.

    Mit Hund fühl ich mich sicherer. Und viel meiner Aufmerksamkeit dreht sich um meinen vierbeinigen Begleiter. Wenn alles gut läuft, bin ich nach so einem Spaziehrgang richtig gelöst. Ich hätte gerne einen eigenen :hund: , aber mit Hartz 4 ist das nicht drin.
    pittiplatsch
    zitat:
    windfeder schrieb am 19.05.2009 um 14:58 Uhr in Beitrag #4
    Hatte es mal mit einen MP3 Player versucht. Hat nicht so gut geklappt, allerdings hab ich es noch nicht versucht mit nur einen Kopfhörer. Könnte ich mal ausprobieren.



    Hallo, Nur mit einem Hörer gibt ablenkung, ohne das du dein Sicherheitsbdürfnis dabei außer Acht lässt..

    zitat:
    windfeder schrieb am 19.05.2009 um 14:58 Uhr in Beitrag #4
    Mit Hund fühl ich mich sicherer. Und viel meiner Aufmerksamkeit dreht sich um meinen vierbeinigen Begleiter. Wenn alles gut läuft, bin ich nach so einem Spaziehrgang richtig gelöst. Ich hätte gerne einen eigenen :hund: , aber mit Hartz 4 ist das nicht drin.


    Wie ist es mit dem Ortlichen Tierheim?
    Manche suchen Gassigeh Hilfen..

    Liebe Grüße
    Pittiplatsch
    windfeder
    Das Tierheim hier leider nicht. Die haben schon Leute bis zum abwinken, die mit den Hunden spaziehren gehen. :Pesi:

    Und andere Tierheime wären vom Weg und den Fahrtkosten einfach zu krass.

    Ist es bei euch auch immer ein Problem, dass einfach mal stärker und mal schwächer ist, oder tritt es nur Phasenweise auf?
    Es gibt bei uns eine, bei der die Sozialphobie am stärksten ausgeprägt ist. Wenn die raus getriggert wird, irrt die wie ein kopfloses Huhn durch die Gegend. :hirni:
    Voll Panik und meint man darf ihr das auf keinen Fall anmerken.
    Den Begriff Sozialphobie haben wir erst vor ein paar Wochen gehört. Unsere Thera. meinte so neben bei," Das....liegt sicher an iher Sozialphobie."
    Für sie scheint es klar zu sein, dass wir von dieser Diagnose wissen?
    Hab dann mal gegoogelt und geguckt was das ist und war ganz baff. Passt wie die Faust aufs Auge!
    Hätten nie gedacht, dass diese Probleme tatsächlich auf einen eigenen Störungsbild basieren. :idee:
    engeline
    Liebe Windfeder,

    "soziale Phobie" steht schon bei den Diagnosen meines Liebsten für die Frühpensionierung im Jahr 2002, das ist also nicht ganz neu.

    Ja, bei uns beiden ist das von der generellen Nervenstärke abhängig, was geht und was nicht geht. Ich habe früher, bevor ich ihn kannte, z.B. alleine Kleidung einkaufen müssen. Es gibt Tage, da gehen bei mir keine Läden, in denen ich mit einer Verkäuferin reden muss, aber auch Tage, da geht ein größeres Kaufhaus nicht wegen der Unübersichtlichkeit und der Vielzahl an Menschen. Ich bin damals auf den Versandhandel gekommen, auch wenn am Ende ein Postbote klingelt. ;) Inzwischen will mein Mann gerne die Anprobe, vorher sehen! und schleust mich - meine Einwilligung vorausgesetzt! durch den Laden in die Kabine und schleppt Zeug ran; jede Verkäuferin erinnert sich noch Jahre später an uns, ich vermute, wegen unseres geschlechtsuntypischen Verhaltens, aber so funktioniert es.

    Also, es ist erlaubt und auch richtig, finde ich, nach Auswegen zu suchen. Ziele zu erreichen und dabei möglichst wenig Kraft zu verbrauchen ist gut. Die Kraft kannst Du dann besser an einen Spaziergang wenden, der Dir wieder Kraft gibt.

    Engeline
    blaueartemis
    Liebe Windfeder,

    ich kenne auhc soziale Phobie an mir selbst. Bei mir ist das die Folge von extrem viel innerem Stress. Wenn ich innerlich sehr gestresst bin und den größten Teil meiner Energie benötige, um im Inneren alles unter Kontrolle zu halten, zu beobachten, zu ordnen usw. dann ist einfach keine Energie für Reaktionen auf ein außen da, auf Menschen, Geschäfte, Autos usw. Ich fühle dabei auch durch die starke Öffnung nach innen, das der "Filter" fehlt, der die Eindrücke aus dem Außen so weit filtert, dass gar nicht erst so viel ankommen.

    Bei mir taucht das immer in Phasen auf - eben wenn ich an etwas sehr Schmerzhaftem im Innern arbeite. dann ist alles oder Vieles aus dem außen zu viel. Es hört bei mir mittlerweile wieder auf oder wird deutlich weniger, wenn ich nicht mehr so enorm viel Energie im Innern brauche.

    Alles Gute wünscht dir
    Blaue Artemis