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    pittiplatsch
    Hallo Verbündete,

    wenn eure Angehörigen eine Thera machen werdet ihr mit einbezogen?

    Denke es gibt ja so manchen Bereich in denen Verbündete ja fast genauso Opfer des geschehenen sind wie die Opfer selber..
    Werdet ihr in der Thera mit einbezogen? Oder habt ihr auch schon zu hören bekommen wie ihr mit was umgeht oder nicht umgeht ist EUER Problem?

    Das habe ich schon zu hören bekommen.. Finde das nicht gut.. denn wenn der Partner nachts umsich schlägt und tritt im Traum, oder Panikattacken bekommt,dann muss das auch zur Sprache kommen..Wie soll man reagieren,, wie schütze ich meine Seelische Gesundheit und wie überlebt meine Liebe zum Partner?

    Wie sind da eure Eindrücke/ Erfahrungen?

    fragende Grüße
    Pittiplatsch
    marielisa
    Liebe pittiplatsch,

    bei uns ist es so, dass ich nur einmal in die Therapie meines Mannes einbezogen wurde und das auch nur, nachdem ich während seines Klinikaufenthalts darum gebeten habe, weil ich Klärungsbedarf hatte, nachdem er mich hintergangen hat. Es gab ein sehr hilfreiches Paargespräch, das uns auch lange geholfen hat.

    Ansonsten habe ich mich in schwierigen Zeiten auch mal an seine ehemaligen oder aktuellen Theras gewandt, um mir einen Rat zu holen.

    Wenn ich nun aber wissen wollte, wie ich ihn in seinen Krankheitsschüben wieder stabilisieren kann und wie ich lerne, "krankes" von "gesundem" Verhalten zu unterscheiden, müsste ich mir wohl einen eigenen Therapeuten suchen (was ich momentan auch tue). Wie die Liebe in schlimmen Zeiten überleben kann, ist eine schwierige Aufgabe, die meiner Meinung nach BEIDE Partner betrifft. Bemüht sich nur einer darum, hat es gar keinen Sinn. Meine Liebe steht momentan an einem Scheidepunkt, deshalb weiß ich da leider, wovon ich rede.

    Ich hoffe, das war hilfreich für Dich?

    LG,
    Marielisa
    blaueartemis
    Hallo Pittiplatsch,

    der Therapeut meiner Partnerin hat mich mehrmals eingeladen. Aber für mich standen die Gespräche eher unter der Überschrift, wie ich meiner Partnerin helfen kann, dabei fühlte ich mich selbst überfordert von der Situation und von meiner Partnerin und kam nicht damit zurecht, für mich zu sorgen. So bin ich dann selbst in Therapie gegangen, und das war auch sehr wichtig. Denn ich glaube, auch wenn ich in die Therapiegespräche mitgegangen wäre, wäre ich einfach zu kurz gekommen. Denn für mich war es viel zu schwierig, was da in mir ausgelöst wurde.

    Liebe Grüße und alles Gute von
    Blaue Artemis
    eisfuchs
    hallo pittiplatsch,
    meine erfahrungen sind ähnlich wie blaueartemis das beschreibt. mir hat es gut getan, mir selbst auch unterstützung zu holen, das hat viel in der beziehung zu meiner partnerin entzerrt. da wir beide auch betroffene sind, wäre auf kurz oder lang wahrscheinlich eine "therapeutische wohngemeinschaft" aus uns geworden- und da hat partnerschaft nicht wirklich raum. es war gut, nicht alles nur mit ihr klären zu müssen, das hätte sie auch überfordert (wie mich umgekehrt eben auch).

    lg eisfuchs
    pittiplatsch
    Hallo zusammen,

    vielen Dank für eure Antworten..

    Habe selber damals als meine Freundin ihre Thera angefangen hatte auch einen Platz gesucht.
    Bei meiner Ex Freundin war es nämlich ein Disaster als sie eine Therapie anfing..
    Habe meine Thera dann aber nicht ausschließlich als Verbündete gemacht sondern auch weil ich ja eine eigene Geschichte habe..
    Nach 25 Stunden war es für mich dann ja auch OK.. fühlt mich gut, auch wenn ich wußte das noch viele schwere Stunden als Verbündete kommen werden.

    Nach all den Jahren als Verbündete (Insgesamt nun schon 14 Jahre) habe ich viel gesehen/ Mitbekommen.Panikattacken, Wutausbrüche, Durchwachte Nächte nach schweren Träumen mit umsichschlagen und treten usw..
    War mit meiner Freundin auch mal mit bei ihrer Thera.. Natürlich geht es dabei ja in erster Linie um sie und nicht um mich. Hmm, irgendwie wars mir bei dem Termin auch sehr wichtig das es nicht um mich geht, wenn ich recht überlege. Vielleicht lags daran das es bei meiner Ex so daneben ging. :ueberleg:

    Nun denn.. meine Freundin macht derzeit eine Stationäre Thera..
    Ich fände es schön, wenn es da für Angehörige der Patienten (oder heißt das da auch Klient) eine Anlaufstelle geben würde..
    Als Angehörige kann ich steht man im Regen.. Und deswegen eine Thera zu suchen ist ja auch eine Zeitsache..Meine Freundin hatte den Termin innerhalb einer Woche.. und die Wartezeiten passen da nun gar nicht dazu.. Und mit der Thera zu der sie die ganze Zeit ging möchte ich nicht gehen, denn ich mag sie menschlich schon aber fachlich denke ich hat sie versagt.. Nur Smalltalk.. Von einem Termin zum anderen hat sie vergessen worüber gesprochen wurde..und noch dazu mit Eieruhr die nach 50 min klingelt und somit wie ein Damokles Schwert wirkt.. Und bei allen Krisen hatte sie plötzlich keine Zeit und hat Termine abgesagt obwohl sie von der Krise wusste..
    ..

    Also Anlaufstellen in den Kliniken und Infomaterial für Angehörige Thera Angebote extra dafür..
    Auch das einbeziehen der Subjektiven Beobachtung von Angehörigen.. Das wäre cool...
    Habt ihr davon schon mal irgendwo gehört?

    Liebe Grüße
    Pittiplatsch
    marielisa
    Liebe pittiplatsch,

    ja, so eine Betreuung für Angehörige, das wäre wirklich cool, die fehlt mir auch oft. Ich weiß, dass am schwarzen Brett in der Klinik, in der mein Mann zuletzt war, ein Infozettel von einer Selbsthilfegruppe für Angehörige von psychisch Kranken hing. Ob die aber professionell geführt wird, weiß ich nicht. Habe mich auch ehrlich gesagt bisher nicht um sowas gekümmert, weil ich erstens immer dachte, ich schaffe das auch alleine und zweitens hatte ich Angst, dass man dort nicht auf Profis stößt.

    Ich habe mir nun einen Termin bei meiner Ex-Thera gemacht (auch wegen anderer Sachen, aber nicht nur). Leider ist sie so eine wie Du sie beschreibst, sie vergisst auch, was in der letzten Stunde gesagt wurde. Dafür hat sie keine Eieruhr, und ich hoffe, dass sie mir ein wenig helfen kann. Muss mich halt bis August dann noch so durchwurschteln. Hast Du denn jemand, der Dich kompetent beraten kann?

    LG,
    Marielisa
    pittiplatsch
    Hallo marielisa,

    im Moment habe ich niemanden um mich auszutauschen..
    Nur das Forum.. Es gibt ja auch andere Foren für Verbündete aber leider sind die meisten Verbündeten sind nicht sehr "gesprächig"..

    Hab schon überlegt meiner ehemaligen Thera einen Brief zu schreiben. Vielleicht hat sie eine Idee oder gar Zeit für ein paar Stunden für mich.. oder muß ich auch 2 Jahre warten bis ich wieder eine Thera machen darf?

    Auf dem Weg von der Arbeit nach Hause habe ich eben gedacht die Klienten haben die Thera und die Theras machen regelmäßig, wie heißt das noch.... na jedenfalls haben sie auch die Möglichkeit sich auszutauschen..
    Aber als Verbündete hat man niemanden.. denn mal ehrlich wie und wem erzählt man was man mitbekommt und die Bilder, die das erzählte erzeugen.......

    Seufz..

    Liebe Grüße
    Pittiplatsch

    Edit: manchmal fallen auch mir meine Rechtschreibfehler auf ;)
    marielisa
    Liebe pittiplatsch,

    da hast Du wohl recht, die Kranken und die Theras haben jemand für den Austausch. Ich erzähle viel meiner M*tter, wenn mein M*nn schlecht dran ist. Das hat seine Probleme (wie man aus meinen aktuellen Threads sehen kann), aber auch viel Gutes. Sie unterstützt mich, wenn es ganz schlimm wird. Aber eigentlich wäre mir eine Profihilfe auch lieber und ich glaube, dass man da als Angehöriger genauso warten muss wie alle anderen auch. Ich bin Gott sei Dank dieses Jahr durch die 2 Jahres-Frist durch, so dass ich wieder durchstarten kann. Wie lange bist Du denn schon ohne?

    Du als ebenfalls Betroffene wirst sicher nochmal viel mehr von *ngsten und Bildern heimgesucht, wenn Deine Partnerin nachts um sich tritt, denn Du weißt ja noch viel mehr um die Gründe für ihr Verhalten als ein nicht Betroffener wie ich. Habe mir für ganz krasse Notfälle jetzt die Nummer der Telefonseelsorge besorgt. Hätte mir vor einiger Zeit einer gesagt, dass ich die je brauchen würde, hätte ich ihn für verr*ckt erklärt. Vielleicht wäre eine Selbsthilfegruppe doch gar nicht schlecht?

    Wie meinst Du das, dass die meisten Verbündeten nicht so gesprächig sind? Wollen Sie über ihre Partnerschaften nicht reden?

    Und wie meinst Du das mit den Rechtschreibfehlern? Ich hab keine gesehen...

    LG,
    Marielisa
    pittiplatsch
    Hallo Marielisa,

    ein wenig kann ich schon mit meiner Mutter reden aber doch nicht so richtig ins Detail
    Meine Thera ist nun schon 1 Jahr rum.. Mal sehen was sie sagt wenn ich mich melde..

    Ich kann einiges nachempfinden auch das Träumen.. Auch die Panikattacken.. Bei meiner Ex war das damals so extrem das sie nicht mal alleine auf die Toilette ging..
    Es kann dir bestimmt helfen wenn in deiner Nähe eine Selbsthilfe Gruppe ist.. Mir fehlt dazu die Zeit.. Leider.. habe 2 Jobs, meine Stieftochter wohnt noch bei uns und beim Stiefsohn ist das 3. Kind unterwegs.. da bleibt nur online.

    Verbündete sind oft schweigsam.. Ich glaube es ist das "Wie soll ich was sagen?" Und wer gibt schon gerne zu,insbesondere die m*nnlichen Partner, das schon seid Jahren kein S*x mehr geht?...
    Dann der Gedanke " ich muß Stark sein" wenn ich anfange mich mit mir zu beschäftigen dann fall ich zusammen.

    Dabei denke ich das es wichtig ist das auch wir uns austauschen.. grad was die Trigger betrifft.. ich meine nicht damit ständig aufzupassen wie ein Schießhund sondern um das Gesammtbild besser zu verstehen.. Auch um nicht mehr ständig das Gefühl zu haben "Was hab ich angestellt das ich jetzt angemacht werde?"

    So muß nun bissl was einkaufen..
    Liebe Grüße
    Pittiplatsch

    P.S. die Schreibfehler waren dann ja weg nach dem Editieren :-D
    fine
    hallo zusammen,

    habe ziemlich zu beginn meiner partnerschaft mit einer betroffenen mir ne thera gesucht.
    thema war hauptsächlich, wie ich mit der co-traumatisierung umgehe und wie ich mich in der partnerschaft so sehe.

    für eine aktuelle selbsthilfegruppe fehlt mir im moment sowohl die zeit als auch die dringlichkeit- wir haben seit längerem eine sehr gute zeit miteinander. - weshalb ich auch hier schweigsamer geworden bin...

    zu den theras meiner bande hab ich hin und wieder "sichtkontakt", wenn ich die bande zu einem termin begleite und die thera z.b. auf dem flur entlanggeht.
    ausdrückliche gespräche mit partnerin und wegen ihrer therapie fänd ich kompliziert. die bande erzählt mir wichtiges aus der thera, wenn sie mag, wenn nicht ist´s auch ok. - will da keinen "großen lauschangriff" starten.

    ich weiß, wo meine seelischen und körperlichen grenzen sind, die sich ziemlich deutlich bemerkbar machen, wenn ich wieder mal drüberzulatschen drohe.
    ich bin partnerin und nicht zusatzthera!

    bezüglich trigger haben wir im laufe der jahre eine regelrechte sammlung angelegt, was geht und was nicht,
    erscheint zwar manchmal einschränkend, aber wir versuchen bekannte trigger zu vermeiden - das erspart uns jede menge aufregung und kräftezehrendes zusammensuchen, nach einem umschmiss.
    und so einfache dinge wie wortschatz entrümpeln, auf´s schlürfen verzichten oder plöde musik ausschalten ging ganz fix...
    und wenn ich z.b. wirklich mal appetit auf totale "no-go"-süßigkeiten hab, kann ich das auch alleine erledigen.

    soweit erst mal.
    blaueartemis
    Liebe Pittiplatsch,

    ich finde deine Überlegungen, dass die Angehörigen einbezogen werden, sehr gut und wichtig, angemessen und richtig. Ich habe mich auch sehr lange bemüht, einen raum für mich zu finden und jetzt mache ich eben die Therapie.

    Ich habe aber auch schon an einer selbsthilfegruppe für Angehörige psychisch Kranker teilgenommen - das hat mir auch etwas gebracht, hat dann aber letztlich nicht so viel gebracht für den Umgang mit meiner Partnerin sondern eher für den Umgang mit mir selbst.

    Hier findest du Onlineberatung oder telefonische Beratung, wo auch Verbündete zur Zielgruppe gehören:

    http://www.frauennotruf-aachen.de/b...g/beratung.html

    Vielleicht könnte das ja etwas sein. In jedem Fall wünsche ich dir alles Gute!

    Liebe Grüße
    BlaueArtemis