| keyla |
Hallo ihr Lieben,
heute war ein so schöner Frühlingstag, den ich in der Sonne sitzend an einem Bootshaus verbracht habe. Ja, und da habe ich mit einer Freundin auch über meinen aktuellen Therapeuten gesprochen.
Jetzt kennen ja viele hier meine doch sehr leidvollen Therapieerfahrungen. Umso erstaunlicher - und eben auch beglückend - ist für mich, dass sich die Beziehung zu dem Therapeuten, wo ich jetzt bin, auch nach einem Jahr noch wie eine gute, gesunde therapeutische Beziehung anfühlt.
Wenn es auch noch immer ein waches Äugelchen gibt, was auf eventuelle Schrägheiten lauert und - wie eine Freundin von mir es so nett formulierte - ein kleines "Mißtrauensvotum" bleibt, fühlt es sich doch zum ersten Mal wie eine "normale" professionelle Beziehung an.
Nicht großartig und nicht schrecklich, von gegenseitigem Wohlwollen getragen und so, dass ich auch für meine Begriffe sehr offen Dinge ansprechen kann.
So habe ich beim letzten Mal darüber gesprochen, in welchen Punkten die Therapie nicht wirkt - z.B. die extreme Triggerneigung und das Gefühl der "inneren Betäubung", was ich doch noch viel zu viel habe und was mit viel an Lebensqualität nimmt. Und es ist eben keine Beziehungsstörung daraus erwachsen, was ich sehr schön fand.
Kurz vorher hatte ich auch eine Mail von der Schweizer Therapeutin bekommen, der ich den Abschiedsbrief geschickt hatte. Und mir war so schnell klar, was auch an dieser Mail schräg war und dass ich mit der Wahrnehmung des "Schrägen" und Ungesunden in der Beziehung recht hatte. Ich habe dann hauptsächlich mit einem "gesunden Ärger" reagiert. Und dachte nachher, dass mir das möglich ist, weil ich jetzt weiß, wie sich eine gesunde therapeutische Beziehung anfühlt. Ich hatte da vorher überhaupt keine "Gefühlsreferenz", weil ich wirklich nur schlechte bis katastrophale Erfahrungen gemacht habe.:igit:
Er hat auch seine Macken, gibt manchmal ein bißchen an, versteht mich manchmal gut und manchmal schlecht, sein Therapieraum würde beim "Schöner therapieren" Praxis Contest ganz entspannt auf dem 99 von 100 Plätzen landen, er benutzt zuviel Rasierwasser und wäscht seine Vorhänge nicht. Aber er ist menschlich so konstant und "uneitel", wenn es um mein Bedürfnis geht, den Prozess unter Kontrolle zu behalten. Ich habe eigentlich noch nie mit ihm einen Kompetenzmachtkampf mit ihm erlebt, was bei mir "Miss Kontroletti" schon erstaunlich ist, denn ich habe diesbezüglich doch einen ständig piependen Machtmißbrauchs-Detektor. :angst:
Huh, jetzt habe ich schon wieder Angst, dass ich es heraufbeschwöre, dass er sich doch als "Mr. Hyde" entpuppt, wenn ich ihn lobe...von daher ist das Bewahren des kleinen, mißtrauischen Äugleins wohl auch gut ;)
Aber trotz dessen wollte ich diese Freude mit Euch teilen. Das Forum hilft mir auch immer sehr, über den Therapieprozess zu reflektieren - das und meine klugen Freundinnen geben mir doch auch so etwas wie einen Hauch von Zuversicht, nicht nochmal blind in eine schränge, schädigende Therapiebeziehung zu tappen. :herz: :gruppe:
Vielleicht macht es ja dem ein oder anderen ein bißchen Mut - ich weiß, dass hier ja einige auch schlechte Therapieerfahrungen gemacht haben...
Liebe, ein bißchen frühlingsfrohe Grüße
:blume: Keyla |
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| marguerite |
das ist einfach schön und freut mich von :herz: !!
:gruss:
marguerite
ps: und als ich eben deinen anderen thread über die schweizer therapeutin las, dachte ich, vielleicht hat ja manch ein bodenständiger therapeut "bei einem um die ecke" mehr stabilität und praxisbezogene kompetenz auf dem kasten, als die eine oder andere sogenannte koriphäe der speziellen thematik... :ueberleg: |
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| keyla |
Liebe :daisy:,
vielen Dank Dir fürs Mitfreuen :vibes:
Und - wie ich auch in dem anderen Thread schon geschrieben habe - hast Du recht mit Deinem "PS". Wobei die Praxis - sie sind zu dritt - schon Kölns etablierteste Traumapraxis ist. Das gibt mir schon ein bißchen Sicherheit, weil es m.E. zeimlich wichtig ist, dass ein Traumatisierter Mensch bei jemandem Therapie macht, der sich auch mit den spezifischen Prozessen da auskennt. Er kennt sich auf der einen Seite ziemlich gut aus, aber es hat doch etwas "Schlichtes" und er erkennt auch irgendwie meine Kompetenz an. Ich könnte ja auch mittlerweile ohn sonderliche Vorbereitung einen zweistündigen Fachvortrag halten :D - was dem Therapieverhältnis bei einem etwas "kompetenzunsicheren" Therapeuten nicht unbedingt dienlich ist.
Liebe Grüße und gutes "Prüfungsnachverwöhnen"
:herz: Keyla |
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