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Über das Verzweifeln in doch schönen Lebensabschnitten - Klicken Sie HIER um das ursprüngliche Thema anszusehen

    jolie
    ... und die Angst vor der sich selbst erfüllenden Prophezeiung ...

    Eigentlich ist alles in bester Ordnung, alles läuft so, wie ich es mir wünsche.
    Eigentlich ...
    Denn uneigentlich halte ich das alles kaum aus und habe Angst vor der nächsten Katastrophe in meinem Leben. Ich komme einfach nicht an den Punkt, an dem ich mich zurücklehnen und einfach mal genießen kann, vielmehr schleicht sich ein Gefühl von „das hast DU doch gar nicht verdient“ ein.
    Kennt ihr das „nicht genießen können“ schöner Lebensabschnitte? Kennt ihr die Angst vor dem „bald geschieht die nächste Katastrophe, die alles nimmt was da ist?“
    Liebe Grüße von Jolie, die sich mal wieder fragt, ob sie mit ihrer Gedanken alleine ist
    keyla
    Liebe Jolie,

    das kenne ich sehr gut - ich bin dann ja oft erleichtert, wenn eine "kleinere Katstrophe" eintritt, weil ich denke, dass ich damit mein "Katastrophensoll" erfüllt habe. Das ist aber eine in das System eingeschliffene Angst vor dem bedrohlichen Unerwarteten, das ist mir mittlerweile klar. Will heißen: Wir Traumatisierte leben nicht mehr unter einem Damoklesschwert als andere auch, aber empfinden das Unerwartete des Lebens aus leidvollen erfahrungen ehr als bedrohlich.

    Ich weiß nicht, ob Du damit was anfangen kannst?

    Liebe Grüße

    :herz: Keyla
    jolie
    Liebe Keyla,
    ja, genau das ist es. Ich kenne auch diese Erleichterung wenn die gefühlte große Katastrophe dann wirklich eintritt.
    Zu oft gab es da auch schon Situationen, in denen ich die Katastrophe regelrecht heraufbeschworen habe, damit alles wieder in für mich geordneten Bahnen läuft. Bis ich das durchblickt hatte!
    Irgendwie finde ich es aber frustrierend, dass selbst das Wissen, dass es so abläuft wie es läuft nicht hilft, all dem endlich mal ein Ende zu setzen, oder anders gesagt, es kostet wahnsinnig viel Energie das alles immer so zu durchblicken und dem entgegenzusteuern …
    Die Angst vor dem bedrohlichen Unerwarteten, ja, das kenne ich nur zu gut. Irgendwie sehne ich mich gerade danach diese alten Muster endlich abzustreifen und in eine große Kiste einzuschließen und zwar für immer.
    Liebe Grüße
    Jolie
    engeline
    Liebe Jolie,

    Leonidensucher hat das Phänomen neulich als Vernichtungsunabwendbarkeitsangst bzw. als Verlustunabwendbarkeitsangst bezeichnet. Und ich glaube, es war Jean Amery, der sagte, dass man nach dem ersten Schlag eines Polizisten nicht mehr heimisch würde auf dieser Welt.

    Ich glaube, dass das unsere eigentliche Aufgabe ist auf der Welt: Vertrauen fassen, dennoch und immer wieder, und Vertrauen verbreiten, so gut wir nur können.

    Engeline
    haikala
    Ja, kenne ich. Und ich kenne auch diesen Zwang, etwas jetzt und hier auf der Stelle unbedingt genießen zu müssen, denn morgen kann es schon anders sein... was für ein Irrsinn, denn Genießen unter Druck und als Pflichtübung geht einfach nicht. :hirni:
    jolie
    Liebe Engeline,
    Der Begriff Vernichtungsunabwendbarkeitsangst gefällt mir gut, er ist sehr treffend. Das mit dem Vertrauen fassen ist, wie ich finde, eine echt ganz schön komplizierte Angelegenheit. Diese alten Muster sind einfach immer wieder da, ich sehe sie aber es gibt Tage, an denen überrollen sie mich einfach nach wie vor und ich „enttarne“ sie zu spät als alte Muster. Und selbst wenn ich sie enttarnt habe ...
    Von daher ist „Vertrauen fassen“ vermutlich ein lebenslanges Thema, ich hoffe es geht mir irgendwann einmal leichter von der Hand.
    Liebe Haikala ,
    heute war so ein typischer *joliezwingtsichzugenießentag* und da musste ich gleich an dich denken. Dann habe ich mich dabei erwischt, wie ich mich gezwungen habe das Zwingen abzustellen :idee: und ich rede mir ein, dass es sogar ein bischen funktioniert hat
    :zunge: I did überlist myself :zunge:
    Seid lieb gegrüßt!
    Jolie :)
    haikala
    :D
    jaa, ein bisschen geht das auch. Nur mit allzuviel Vehemenz wird es absurd... zum Glück so absurd, dass ich oft über mich selbst grinsen muss, wenn ich mich dabei erwische, und das macht dann doch wieder ein bisschen lockerer.

    :winken:
    jolie
    ja, siehst du, und so kann man sogar dem sich selbst zwingen etwas positives abgewinnen :sheilig:
    :D
    haikala
    :p
    weißt du, manchmal finde ich dieses positiv-denken ja fast schon zwanghaft bei mir. "Irgendeine gute Seite MUSS es doch geben?!!!?" :mad: :D
    jolie
    :D
    also wenn du mich fragst ist dieses positiv denken doch etwas ganz kostbares! :)
    und ich glaub so eine einstellung ist nicht ganz verkehrt