| leonidensucher |
Hallo Ihr lieben,
hier habe ich das Gefühl, ich darf mal meine ganzen Unsicherheiten und Zweifel dalassen.
Montag fange ich wieder an zu arbeiten.
Teilzeit, 30 Stunden, die Stelle ist schön, die Kollgen wirken nett, eigentlich ist alles so, wie ich es mir seit gefühlten Ewigkeiten wünsche.
Wenn nur die Zweifel und Ängste und Sorgen nicht wären...
Schaffe ich das? Ich bin so lange aus dem Berufsumfeld einer Festangestellten raus....
Schaffe ich das? Die Aufgabenstellung ist zwischenmenschlich anspruchsvoll...
Schaffe ich das? Mir steckt meine letzte Erfahrung in den Knochen, gut, da war die Situation eine andere, aber faktisch führte alles zusammengenommen dazu, dass ich zusammengeklappt bin.
Schaffe ich das? Mein K*rp*r sagt mir seit Monaten sehr deutlich, dass er nicht mehr kann, keinen Millimeter mehr, ich bin dauernd erkältet, alles, was ich bis jetzt noch NIE hatte, bricht im wahrsten Sinne des Wortes aus mir heraus- gestern ist mein Trommelfell eingerissen, ich habe seit Freitag N*s*nbl*t*n, der Bechterew klopft seit gefühlten Wochen an....
Schaffe ich das? Einmal pro Woche Therapie- das ist durchaus ein stützendes element, es kann aber auch gar destabilisierend werden...
Schaffe ich das? Inhaltlich habe ich keine Bedenken, aber abgrenzen- Nein sagen- pünktlich nach Hause gehen- und trotzdem nicht vollkommen aufgerieben werden in Vernichtungsunabwendbarkeit und Verlassens / Bestrafungsangst?
Schaffe ich das? mir NICHT , dieses eine Mal, NICHT! die Arbeit mit nach Hause zu nehmen?
Schaffe ich das? Keine Zeit mehr für mich haben, vormittags arbeiten, nachmittags Möpfli, abends Mann?
Und was mache ich, wenn ich es nicht schaffe?
Es hängt gerade leider sehr viel an meiner Funktionsfähigkeit... Mein Mann wird seine stelle wie es wirkt nicht halten können, und das Finanzamt möchte JETZT ein paar Tsd Euro Steuernachzahlung aus Auflösung der Rückstellung...Alles das belastet ihn so sehr, dass er das erste Mal seit er denken kann jede Nacht Alpträume hat...
Ich mache mir ein wenig Sorgen.... |
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| engeline |
Oh, je, Du Arme,
das klingt sehr entmutigt, selber krank und dann das Einkommen Deines Mannes unsicher. :(
Ich kann mir gut vorstellen, dass Du unsicher bist. Ich weiß von mir, dass es mich anfangs total belastet hat, als mein Mann nicht mehr arbeitete und ich mich plötzlich sehr verantwortlich fühlte. Mir hat es etwas geholfen, mir klar zu machen, dass das schlimmste, was passiert, wenn ich gar nicht mehr kann, ist, dass wir unseren Lebensstandard nicht halten können und uns einschränken müssen.
In der Bundesrepublik gibt es ein soziales Netz, es muss niemand von jetzt auf gleich unter der Brücke schlafen und es gibt auch immer noch zu Essen, wenn es auch nicht so gut sein wird!
Bei Euch würde z.B. ganz konkret die für 3 Personen eher kleine Wohnung vom Sozialamt weiterbezahlt.
Und noch ist Dein Mann nicht arbeitslos, es gibt hinterher Geld vom Arbeitsamt und er hat nicht Kunstmaler gelernt, sondern ist gefragt auf dem Arbeitsmarkt. Und während er nicht arbeitet, kümmert er sich um das Möpfli und entlastet Dich auf dieser Ecke.
Kann es sein, dass Du von seinen Albträumen, die ja für Euch beide ungewohnt sind, für die Ihr beide keine Strategie entwickelt habt, wie damit umzugehen ist, zusätzlich runtergezogen wirst?
:kraft: :trost2: :listen:
Pass auf Dich auf, so gut Du kannst.
Engeline |
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| seelenfrieden |
Liebe Leonidensucher,
ich kann Deine Ängste so gut verstehen - das klingt auch nach einer ganz schwierigen Situation. Andererseits könnte der neue Job Dir auch Stabilität und Stärke verleihen und nicht nur Kraft abziehen und Dich schwächen. Ich wünsche Dir so sehr, daß Du eine gute Erfahrung mit dem Job und mit Dir selber machst und daß Deine Situation sich entgegen der Ängste ein wenig entspannen kann. Ich wünsche Dir viel Kraft und gaaaaanz viel Glück morgen am ersten Tag!
Liebe Grüße
Seelenfrieden |
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| leonidensucher |
hallo ihr lieben,
danke für eure antworten...
Mich ziehen die alpträume so runter, weil ich mir vorwürfe mache und sorgen; ich fühle mich schuld daran, dass mein mann irgendwie überlastet scheint....
Irgendwie subsummiert sich dann sehr viel- ich fühle mich eh schon so looserettig, weil ich seit eiwgkeiten nicht arbeite und zuhause bin und dort auch nicht sehr viel zerissen bekomme, und jetzt war ich / bin ich ziemlich krank und mein mann musste sich um alles kümmern... da zwickts dann gewaltig in mir, und ich bekomme Verlassensängste ( was will denn ein normaler netter Mann mit so einer krücke wie mir) und werde wütend auf mich ( ich könnte mich auch mal zusammenreissen..) und werde vor allem ein wenig frustig auf das, was passiert ist, denn:
ICH HABE ES MIR NICHT AUSGESUCHT!
Seit jahrzehnten versuche ich, in das Mittelmaß des Lebens zu kommen und scheitere kläglich...alles das, was für andere langweilig und stupide erscheint ist für mich eine Riesenherausforderung und damit habe ich nicht einmal den hauch einer Chance, meinen Fähigkeiten gerecht zu werden, und DAS! IST! UNFAIR!...
:help: :help: wie schaffe ich es, ins Mittelmaß des Lebens zu kommen UND DORT AUCH ZU BLEIBEN? |
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| engeline |
Liebe Leon,
das Mittelmaß des Lebens zu erreichen, ist nicht einfach für uns, weil wir die Vorbilder nicht haben, wie das wohl zu machen wäre. Wir müssen das selber basteln und es dauert. Gib Dir Zeit! :trost2:
Außerdem hast Du ein paar Handicaps mehr als die anderen und keine Therapie der Welt ändert Dein Leben rückwirkend. Ich sehe mich immer noch bei meiner Thera sitzen mit dem Wunsch "Nehmen Sie das weg, ich will es nicht haben", aber es ging nicht und sie hat daraus glücklicherweise ;) auch nie einen Hehl gemacht. Es gibt nur den Weg, damit zu leben. Und das bedeutet auch Rücksicht darauf, dass Du manchmal nicht so viel abkannst wie die anderen und manche Dinge vielleicht nie schaffst.
UND DU HAST RECHT: DAS IST NICHT FAIR!
Die Angst, verlassen zu werden, oh, die kenne ich gut. Das wird etwas besser mit der Dauer der Beziehung und der zugelassenen Erfahrung, dass er ja beim letztenmal auch nicht abgehauen ist. Und sein Leben ist im Moment auch wirklich nicht ganz einfach. Also, was für Gründe gibt es, Dich trotzdem zu lieben?
1) Ich vermute, dass er sich eher deshalb in Dich verliebt hat als trotzdem. Er wird immer gewusst haben, dass Du es schwer hattest, wenn er auch das ganze Problem nicht kannte, dass Du eher als Berg balancierst und nicht als Paket oder Päckchen wie die anderen. Warum sollte er davonlaufen, nur weil er jetzt weiß anstatt zu ahnen?
2) Er kann sehen, wie sehr Du Dich abmühst, um eine gute Ehefrau und Mutter zu sein. Ein Teil Deines Problems ist doch Deine völlige Überforderung mit dieser ständigen Anstrengung.
3) Er war mit bei Deiner Thera und auch, wenn Du da vor Aufregung nicht alles mitbekommen hast, er wird begriffen haben, dass Deine Thera ihm sagte, sie holt mehr Erinnerungen = jetzt kommt eine anstrengende Phase. Phase bedeutet, es wird aufhören, so schlimm zu sein. Phase ist etwas, das man aushalten kann.
4) Nicht umsonst heißt es "in guten und in schlechten Tagen", es gibt nicht immer gute. Oder überlegst Du, ihn zu verlassen, weil er mit seinen Albträumen als schwächlich erwiesen hat? ;) Na also, warum sollte er umgekehrt?
Du bist eine so attraktive, begabte, liebenswerte Person, dass er doch froh sein kann, Dich abgekriegt zu haben. :gernhab:
Engeline |
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| keyla |
Liebe Leon,
ich kann mir gut vorstellen, dass Du Dich überfordert fühlst. mir zwickt da auch noch ein Satz im "Leseohr":
"Mich ziehen die alpträume so runter, weil ich mir vorwürfe mache und sorgen; ich fühle mich schuld daran, dass mein mann irgendwie überlastet scheint...."
Bei mir ist es immer so, dass mich Schuldgefühle mindestens die Hälfte der Kraft kosten, die die "reale Situation" erfordert. Damit will ich nicht sagen, dass die Schuldgefühle nicht "real" im Sinne eines echten Gefühls wären, aber etwas Eigenes. Vielleicht hast Du ja eine Idee, wer oder was die Schuldgefühlstimme in Dir ist? Und wie Du sie beruhigen kannst? bei mir ist das oft eine Kombination aus T*terintrojekt und einem verwundeten Kind, was dadurch gepiesackt wird. Dabei dockt sich die "Du bist schuldig" Stimme immer an reale schwierige Situationen an und ich kriege das oft sehr schwer getrennt. Wenn es mir aber gelingt, erleichtert mich das jedesmal sehr.
Das andere ist die "unbekannte" Arbeitssituation. Was wirst Du eigentlich machen? Ist es eine Arbeit die "dir liegt" und auch grundsätzlich Spaß macht? Oder überwiegt das "Muss"? Gibt es vielleicht einen Teil daran, aus dem Du Kraft ziehen kannst?
Meine erfahrung ist ja, dass es sehr schwer ist, das richtige Maß an Auslastung zu finden. Und oft kommt es mir so vor, als wäre es Teil des "Lebens nach dem Trauma" immer im "Zuviel" oder "Zuwenig" zu leben, einfach weil jeder Impuls innerlich unendlich verstärkt wird. Das erfordert wohl tagtägliche Balancearbeit, immer wieder. Ich haltre auch manchmal die daraus entstehende "Bedürftigkeit" an Zeit, Selbstpflege, liebevoller Aufmerksamkeit usw. sehr schlecht.
Dann verstehe ich auch an guten Tagen, dass "wir" tagtäglich viel mehr leisten als andere, die eben diesen "Berg" nicht zu tragen haben. Und ich staune auch immer wieder darüber, dass es Menschen gibt, die einen nicht trotz dessen sondern gerade dafür lieben. Weißt Du eigentlich, was Dein Mann an Dir liebt? Hat er Dir das mal gesagt oder hast Du gefragt?
Manchmal hilft es ja, sich einmal gehörte Worte nochmal innerlich zu wiederholen oder nochmal zu fragen. Und ich habe auch mal einen Liebesbrief an mich selber geschrieben - das war auch sehr schön und hat mir das "liebbare" an mir ins Bewußtsein geholt.
Einen lieben Gruss und viel, viel Kraft
:gernhab: Keyla |
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| leonidensucher |
Hallo Ihr lieben,
danke für Euren Zuspruch und die Impulse..
Liebe Engeline,
ja.... da hast Du den Nagel auf den kopf getroffen... ich würde meinen Man nicht wegen Alpträumen verlassen, stimmt....
liebe keyla,
hmmm... machmal fühle ich mich wie die Königin der Schuldgefühle.... irgendwo fällt ein Sack reis um? Oh je... da war bestimmt ich dran schuld....
und du hast recht, das kostet Energie und frisst Kraft...
das problem des "zuviel" oder "zuwenig", ich dachte immer, ich sei alleine mit der Problematik... ich habe auch immer das Gefühl, entweder in einem oder im anderen extrem zu sein und nicht das Mittelmaß zu finden, egal wie sehr ich mich anstrenge.
Die selbstpflege, die kommt bei mir auch immer zu kurz, da muss ich an mir arbeiten, damit ich eben nicht wie mir ein sehr weiser Mensch schrieb " in einer viertel Stunde in der Badewanne abarbeite" ( oh was hab ich mich da angesprochen gefühlt...)sondern konstruktiv mit meiner Zeit und meinen Ressourcen umgehe.
IDEEN? |
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| engeline |
Liebe Leon,
ein sehr kluger Bär hat mir beigebracht, dass ich mit meinen ständigen Schuldgefühlen für das Elend der ganzen Welt einen Hang zum ausgesprochenen HOCHMUT habe. :) Ja, genau, nicht nur, dass ich ein armes, mich schlecht fühlendes Opfer :hirni: bin, sondern jetzt auch noch so ein schwerer Vorwurf. :D
Er sagte, wenn ich mir einbilde, wirklich das alles allein verantwortlich anzurichten, dann würde ich mich entsetzlich überschätzen, sooo toll sei ich nun auch nicht. ;)
Hat mich verblüfft, aber es hilft mir, mich in schuldbeladenen Zeiten - wie heute grad - daran zu erinnern. :meditate: Du bist doch eigentlich auch mehr für die Demut, könnte Dir der Gedanke auch helfen?
Engeline |
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| leonidensucher |
ICH HABE SEHR GELACHT!!!! das stimmt, da steckt auch eine gehörige Prtion narzissmus drin.... alles Glück der Welt lastet auf meinen Schulter, ich HELDIN!
:) |
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| blaueartemis |
Liebe Leon,
ich finde, Schuldgefühle sind auch häufig ein Ausdruck von Verweigerung, Verantwortung zu übernehmen und zu handeln. Welche Verantwortung hast du wirklich? Du hast auf jeden Fall die, dich um dich selbst und deine Bedürfnise zu kümmern, so gut du es vermagst. Mehr nicht und auch nicht weniger. Verlasseneheitsangst ist schlimm. Aber oftmals ist Verlassenheitsangst bei mir auch, dass ich mich selbst verlasse, weil ich mich für so unannehmbar halte, dass es mir schlecht geht und ich so eine hohe Bedürfnislage habe. Das "reiß dich doch mal zusammen" ist so eine eigene innere schlimme Stimme, die du abschneiden könntest und statt dessen sagen könntest, es fällt mir schwer, mich anzunehmen.
Ich kenne diese Lebenssituation, die du beschreibst bezüglich neuer Arbeitsstelle und die Kraft nicht haben. Bei mir war es so, dass es mir auch Kraft gegeben hat, zu arbeiten. Es war eine Zeit, in der ich nicht an all die Sorgen gedacht habe. Das hat mir auch gut getan. Die Angst, nicht genug Zeit für dich zu haben, ist ja vielleicht realistisch, wenn es vielleicht auch die Gewohnheit gibt, die Belange der anderen wichtiger zu nehmen, als die eigenen. Wie wäre es, dir täglich eine bestimmte Zeit ZU NEHMEN, als festen Termin, der genau so wichtig ist, wie die Arbeit, wo du ja auch pünktlich sein wirst?
Sorry, es sind jetzt viele Gedanken und Empfehlungen, vielleicht gehen sie ja auch an dir vorbei, dann vergiß sie bitte.
Alles Gute!
BlaueArtemis |
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| leonidensucher |
liebe BlaueArtemis,
ich weiss, dass Du recht hast, und ich weiss auch, dass eckchen schaffen und Freiräume schaufeln ein königsweg ist... ich weiss bloß bei aller Liebe nicht WIE, zwischenzeitlich denke und plane ich seit einer Woche rum...
Schau, mein Tag sieht so aus:
Ich brauche 8 -9 Stunden Schlaf, bekomme ich die nicht, drehe ich sehr schnell durch und werde heulig, gereizt, unkonzentriert, fahrig, dünnhäutig.
Die 8 stunden MÜSSEN also sein.
Meine Tochter, gott alleine weiss, woher sie das hat, steht stursteif, komme was wolle, um 5:00 bis 5: 15 auf.
daraus folgt: ich muss gegen 4:45 aufstehen, wenn ich in der Früh nicht ein paar Minuten für mich habe, ist meine Laune auch eher mäßigst.
( Sie ist zwei Jahre und hat leider alersgemäß kein Grundverständnis für das Schlafbedürfnis ihrer Mutter, auch wenn mein Mann aufsteht und sich mit ihr beschäftigt ist an Schlafen nicht mehr zu denekn).
Daraus folgt: ich muss spätestens um 20 Uhr im bett sein, das klappt so gut wie nie, weil ich einfach bitte noch hin und wieder abends lesen will, fernsehen will, im Internet stöbern will, es wird also meistens gegen 22 uhr; was für mich um die 7 Stunden Schlaf heisst, also 2 Stunden zu wenig...die hole ich meistens am WE nach.
Also, um 5: 30 ist hier Trubel und Heiterkeit angesagt....
Bis 7 : 45, dann fährt mein Mann sie in die Krippe.
Um 8:10 muss ich das Haus verlassen; in der Zeit von 5:30 bis 8:10 muss ich irgendwie meinen armen alten Hund gegassit haben (gott sei dank ist Frühling!), mich selber einigermaßen alltagstauglich gemacht haben und meine Tochter versorgt haben; mein Mann macht das zwar auch; aber Zähneputzen / waschen / Haarekämmen / Anziehen funktioniert mit mir etwas besser und schneller...
Dann bin ich in der Arbeit, die aus meiner Sicht, und ich kenne das feld relativ gut, ein überdimensionales Maß an Eigenmotivation und Kommunikationspräsenz erfordert.
( ich hatte mich NICHT auf diese stelle beworben, sondern auf eine leichte, anspruchslose; wurde aber im Bewerbungsprozess als für diese stelle geeigneter erachtet- was auch stimmt; ich habe mittlerweile eine realtiv seltene Kombination).
14:30 bis 15:00 fahre ich nach hause, komme gegen 15:00 / 15:30 an; da wartet schon das Möpfli auf mich und mein mann und meine Hund...
Also: Kind packen, Hund packen, rausgehen.
mein Mann fährt gegen 16 uhr in die arbeit, ich bin dann alleine mit Kind und hund.
Möpfli geht gegen 19:00 / 19: 15 ins Bett, um 21 uhr schlägt mein Mann wieder auf... und dazwischen bin ich eigentlich immer damit beschäftigt, die Wohnung wieder betretbar zu machen, mache fliegenden Wechsel mit ihm in der Türe, gehe mit dem Hund raus, höre meinem Mann noch eine halbe stunde zu und falle ins Bett...
Ich hatte letztes Jahr schon einmal nach diesem modell gearbeitet, mit mehr Stunden zwar, aber identisch in der Tagesaufteilung und war schlicht und ergreifend fix und alle...( gut es war auch anderweitig eine turbulente Zeit, deshalb gehe ich von einer Erleichterung aus).
Ich hatte in dieser zeit und auch in Phasen, in denen es einfach nicht anders ging, versucht, meinem Mann zumindest die Hunderunde abzutreten, er hat es ungerne gemacht ( es ist mein hund, den ich schon seit 10 Jahren habe); und leider, so arrogant das klingt, nicht gut.
Mein Hund ist ein Spitz, und Spitze sind reine Arbeitshunde. Lässt man sie mal an der langen Leine, interpretieren sie das als Schwäche des Chefs und versuchen, den Alphaposten zu beklettern.
Ich kann meinen hund nur so umgänglich und freundlich halten wie sie ist, indem ich jeden tag mit ihr arbeite, und sie ungelaublich scharf beobachte, um etwaige "aufmucker" im Ansatz zu erkennen. Mein Mann kann das leider nicht, er geht halt mir dem hundchen eine Runde und lässt sei einfach machen, wozu sie gerade Lust und Laune hat.. resultat: nach spätestens einer Woche habe ich einen kleinen Revoluzzer hier sitzen, der bellt, wenn es klingelt, bettelt am Tisch und nicht im Traum daran denkt, sich unter das Möpfli zu ordnen, und DAS kann böse ins auge gehen, an der Zeit, die ich in der Früh alleine und nachmittags mit kind und abends wieder alleine mit Hund verbringe, kann ich nichts rütteln.
du hast selber kind(er?) und weisst vermutlich, dass ein kleines, zweijähriges Mädele enorme Präsenz fordert, also kann ich mir nicht "geistig" frei nehmen...
Bleibt also das Wochenende, und da zwickt mich mein Gewissen ganz sehr, wenn ich, wie mir in der therapie vorgeschlagen wurde, mir meinen freiraum nehme ( vom Phlegmafaktor zu schweigen), einerseits fühle ich mich verpflichtet, auch mal meinen Mann zu entlasten, denn er hat die letzte Zeit genug gebuckelt, und andererseits denke ich mir immer, dass mein Möpfli es ohnehin schon schwer hat(te) mit mir und dann meine Abwesenheit nicht auch noch sein muss...
Der Gedanke, dass Gewissensbisse eine form der verweigerung darstellen... ich weiss nicht, darüber muss ich erst mal intensiv nachdenken.
Spontan würde ich sagen, dass das eher nicht mein problem ist, mein Problem ist eher ein " zu wenig, viel zu wenig.. zu wenig fördern, zu wenig Hund erziehen, zu wenig Zeit für den Mann, zu wenig Möpfligerecht, zu wenig, zu wenig, zu wenig...." und ich hechle dem Ideal meiner selbst, das mir von meinem sklaventreiber vorgegeben wird und mit Vernichtungsunabwendbarkeitsängsten gefüttert und legitimiert wird hinterher, bis ich keine Luft mehr bekomme...
welche verantowrtung habe ich wirklich... da schließt sich der Kreis der Erkenntnis "ich bin zwar ein Mensch aber keine Person" leider wieder.
Meine einzige Verantwortung, die ich ( gefühlt und gelernt! nicht realitätsüberprüfbar, denn dem ist nicht so, das weiss ich!) habe, ist, die Bedürfnisse meines Gegenübers zu befriedigen, und wenn ich dabei vollkommen auf der Strecke bleibe.
ich weiss, dass das ein Knackpunkt ist, und ich wünschte, ich könnte ihn ausschalten, denn das würde eine Menge Probleme lösen, aber ich komme nicht an den "Schalter", vermutlich fehlen mir dazu einfach noch zu viele Lernschritte.
Alleine das war eigentlich der Grund, mich auf reine Sachbearbeitungs / was auch immer stellen zu bewerben, um qua Stelle diesen knackpunkt auszuhebeln.
nun trete ich aber leider morgen eine Stelle an ( die ich, wären die Umstände ein wenig anders, würde zB die Stelle meines Mannes nicht derart wackeln, nicht! angenommen hätte), die genau diese Fähigkeit der Bedürfniserspürung und umgehenden Befriedigung als Basisvoraussetzung für erfolgreiches Arbeiten hat...
Will sagen: ich befürchte ( realistisch, denn wie gesagt, ich kenne das arbeitsumfeld gut) eine menschliche Überforderung durch die Stelle und sehe einfach kein Mausloch für mich, das kontinuierlich offen wäre, um mich abzufedern.
Hast Du eine Idee? Ich bin wirklich! für jeden Vorschlag dankbar! |
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| leonidensucher |
ergänzung:
liebe BlaueArtemis, danke für den Popotritt..
Ich werde mich jetzt einfach darauf versteifen, das ich gefälligst, einmal pro Woche zum Reiten gehen werde, punktumaus.
Irgendwie quetsche ich das Stündchen schon dazwischen, mit der Therapie gehts ja schließlich auch ( das scheint wohl in meinem Kopf als "wichtig und richtig" abgespeichert zu sein, also häng ich einfach das Reiten noch dran).
DANKE! |
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| keyla |
Liebe Leon,
olala, was für ein Programm...da wird mir ja vom Lesen schon ganz blümerant. Da MUSST Du Pufferzonen einbauen, das hält ja noch nicht mal ein pudelgesunder "Nicht-Traumi" durch. Was mir ja spontan als Entlastungsmodell einfiel war u.a. eine Tagesmutter für einen Nachmittag. Kannst Du das vielleicht bei Deinem Sklaventreiber durchsetzen?
Liebe Grüße
Keyla |
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| blaueartemis |
(Liebe Keyla, ich lache bei dem Begriff "Nicht-Traumi". Den habe ich noch nie gehört, aber er gefällt mir seeehr.)
Liebe Leon,
ich wollte dir keinen Popotritt geben und es tut mir leid, dass du das in deiner so beanspruchten Situation so empfunden hast. Mein Gefühl ist, dass du es brauchst, dass dich jemand in Watte packt und du sehr beschützt sein kannst.
ja, ich habe drei Kinder, alle schon erwachsen, aber ich habe eine sehr genaue Erinnerung an die enorme Präsenz, die ein zweijähriges Mädchen fordert. Wenn ich ehrlich bin, ich fühle mich sehr betroffen, wenn ich deine übergroßen Anforderungen lese. Für mich klingt es so, als stehst du mit dem Rücken zur Wand und wirst von vielen "Mächten" bedroht. Von vielen inneren Stimmen, Ansprüchen, Idealen, die alle ihre Berechtigung haben. Ja, es macht mich wirklich betroffen. Vor allem kann ich auch die Ausweglosigkeit gut fühlen, die du erlebst.
Und wenn ich ganz ehrlich sein darf: Dieses Anforderungskontingent fühle ich als traumatisierend und/oder selbstverletzend. Ich schreibe das und fühle dabei, dass das auch noch den Aspekt birgt, dir damit auch noch Stress zu machen, und das möchte ich nicht. Es tut mir total leid, dass du in so einem Stress steckst. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass so viel Stress und Anforderung so viel Enge bedeuten können, dass einfach kein Platz für die kreativität ist, die man entwickeln muß, um da herauszukommen.
Du schreibst, dass du sehr viel krank bist in letzter Zeit. Ich finde, schon ein zweijähriges Kind OHNE JOB ist eine ausreichend große Anforderung. Zusätzlich zu Traumaumgang ist es schon fast zu viel. Mir kommt es so vor, als arbeitet dein Körper dir zu. Er hilft dir, Grenzen gegen die hohen Anforderungen zu setzen, indem du krank wirst. Wenn du mich nach einem Tip fragst, dann wäre es vielleicht der: höre auf deinen Körper und höre genau darauf, was er braucht.
Eine Arbeitsstelle hat viele gute Seiten und eine davon ist, dass man sich krank schreiben lassen kann und dennoch Geld bekommt. Vielleicht kannst du dir DAS nehmen. Immer wieder Auszeiten, wo du dann schläfst, wenn deine Tochter in der Krippe ist und dinge tust, die dich nähren.
Ich "kenne" dich ja noch gar nicht, und ich hoffe sehr, dass ich mit meinen Worten nicht zu schwierig bin für dich. Ich wünsche dir von Herzen ganz viel Intuition, gute Wege zu finden durch das, was da vor dir liegt.
Alles Liebe
BlueArtemis |
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| leonidensucher |
liebe Keyla,
nicht-traumi, das gefällt mir.. vielleicht verliere ich den Blick fürs Normale, weil ich immer denke, dass alles was ich nicht kann automatisch ein Defizit gegenüber "normales" darstellt...
Du hast mir geholfen, indem Du mir gezeigt hast, dass auch normalos damit gut gefordert wären...
Liebe BlaueArtemis,
nein, hin und wieder ein Popotritt ist nicht schlimm..
sehr zu denken gibt mir, dass dieses ständige hecheln auch eine Form der selbstverletzung ist, und spontan hatte ich das Gefühl, dass Du den Nagel auf den Kopf getroffen hast..
Danke Dir dafür! Das ist ein wunderbarer Ansatz für mich, aus der Spirale rauszukommen...
Und, auf meinen Körper zu hören, statt ihm immer wieder Vorwürfe zu machen, ist glaube ich ein guter Ansatz; bis dato habe ich immer geschimpft und geschimpft und war weitestgehend verständnislos und hab mich weiterge"peitscht"...
Vielleicht ein wenig mehr absolution und Verständnis und weniger Forderung...
Habe heute auch schon damit angefangen, etwas netter zu mir zu sein, wie jeden Morgen... 5 :00 aufstehen... Kind versorgen, Hund und Kind raus, wir waren ein stunde draussen und haben Krähen gefütter und Semmeln gekauft und jetzt darf sie Bob der Baumeister gucken udn Nutellasemmel essen und ich darf im internet surfen.
Meine Meckerstimme " spinnsnt Du! in der Früh fernsehen!!!! Spinnst Du! NUTELLASEMMEL!!!!Rabenmutter" habe ich einfach mal zur Seite geschoben, ich finde, für 8:30 bin ich gut im pädagogischen Mittel... JAWOLL!
So, und nun werde ich mich in ruhe frisieren und schminken, Bob sei dank!
P.S: das mit der Tagesmutter / babysitter für einen nachmittag finde ich eine herausragende Idee...
P.P.S: habe direkt hier 3 km entfernt therapeutisches Reiten gefunden, das mach ich, das find ich super. |
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| blaueartemis |
Liebe Leon,
ich bin sehr froh, dass mein Post eher unterstützend bei dir angekommen ist. Ich bin schon damit an den PC gegangen, mich zu sorgen, ob er dir zu sehr zugesetzt hat.
Wenn ich deine inneren Dialoge lese, dann klingt das für mich, wie die Wiederholung von ungeduldigen elterlichen Ansprachen und Forderungen von Eltern, die gar keine Sensibilität für die Bedürfnisse von Kindern haben und die auch nicht wissen, dass es ihre Aufgabe ist, darauf zu hören und dafür zu sorgen, dass die Bedürfnisse so gut es geht erfüllt werden.
Deshalb finde ich dein Vorhaben richtig gut, sensibler auf die selbst und die Stimme deines Körpers zu hören. das kommt mir vor, wie ein guter Weg.
Dass deine Tochter mit Nutellasemmel vor dem Fernseher ein Date mit Bob hat, finde ich auch super. Bei allem pädagogisch wert - und anspruchsvollem, was wir unseren Kinder meinen bieten zu müssen könnte ja auch drin vorkommen, dass sie einfach mal nur etwas tun, was so richtig Spass macht. Und wenn der Nebeneffekt dann noch ist, dass du dadurch Zeit und Raum hast, etwas zu tun, was dir gut tut, na, das ist doch TOP.
Ich habe früher alle Miteltern verurteilt, die ihre Kinder abends vor die Sesamstrasse setzten, das war vor 30 Jahren das einzige Programm für Kids zu dieser Zeit, um Ruhe zu haben, das Abendessen vorzubereiten. Ich habe mich besonders gut gefunden, dass ich sie nicht vor den Fernseher abschiebe, habe aber dabei nicht gefühlt, dass ich ständig überfordert war und viel zu wenig Raum für mich gelassen habe. Heute würde ich es anders machen.
Und was ja sehr entscheidend ist: deine Tochter bleibt nicht immer zwei. Jeden Tag wird es einfacher mit ihr, wird sie selbständiger und wird dir mehr Raum lassen.
Alles Gute
BlaueArtemis |
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| engeline |
Liebe Leonidensucher,
zusätzlich zu den klugen, liebevollen Schübschen von Keyla und Blaueartemis noch ein kleiner Aspekt:
Du hast ja beschrieben, wie belastet Dein Mann zur Zeit ist und dass Du ihn entlasten willst. Das ist ja gut und schön und richtig, aber das tust Du schon, indem Du arbeitest. Nicht nur, dass Du Geld verdienst für die Familie (vermutlich bei 30 Stunden Intelligenzarbeit mehr, als Du für die ins Auge gefasste Depperl-Stelle bekommen hättest, oder?), Du nimmst ihm auch einen Teil des Stresses der am Horizont drohenden Arbeitslosigkeit. Ist das nicht Entlastung genug? Musst Du auch noch am Wochenende Deine Abwesenheitszeiten "wieder gut machen"? ;)
Ich kenne das übrigens gut von mir selbst; ich versuche immer wieder, meinen Mann durch besondere Fürsorge dafür zu entschädigen, dass ich so viel weg bin, um die Familie zu ernähren! :nono:
Manchmal denke ich, wir Traumis schaffen das ganze Bruttosozialprodukt alleine - ächz!
Engeline |
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| leonidensucher |
Hallo Ihr lieben,
oh weh.. der Countdown läuft und ich bin ganz hibbelig..
Danke für Eure lieben, guten, tollen Antworten!
ihr habt recht, und vor allem Du, Engeline, es stimmt; es reicht eigentlich schon, dass ich arbeiten gehe...
Ich weiss gar nicht, ob ich mehr verdienen würde, als in der Hasen-position, ich gehe mal davon aus, unfair ist allerding, dass mein Mann, man glaubt es kaum, mit seiner 18,75 std Stelle MEHR! verdient als ich mit 30 WAZ...grrrr... aber Frauen verdienen eh weniger als Männer..
Habe mir Eure popotritte zu Herzen genommen und jetzt Mann, Hund und Möpfli alleine zum Opa geschicjt zum Kuchenbacken- ursprüglich wäre das gestern gewesen und ich wäre auch mitgefahren, aber meine tolle Tochter hat das Date unauffällig auf heute geschoben und heute - dank eurer Popotritte- konnte ich nein sagen und habe jetzt einen freien nachmittag!
Vielen lieben Dank!
Leon |
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| leonidensucher |
mit den neuesten Erkenntnissen...
stelle :gut!
kollegen: gut!!
Teilzeitmodell: GUT!!!!
So,und nun ins Bett, ich bin soooo müde...
P.S: arbeit mit nach Hause nehmen: setzen, sechs... hab ich natürlich gleich gemacht... |
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| blaueartemis |
Liebe Leon,
ich freue mich, zu lesen, dass es gute Erfahrungen gegeben hat gestern.
Denk jeden Tag an dich und sorge jeden Tag AUCH mal für dich!
Liebe Grüße
Blaue Artemis |
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| keyla |
ach, liebe Leon,
das freut mich sehr zu hören! GUTGUTGUTGUT!
:vibes: Keyla |
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| engeline |
Liebe Leon,
danke für den Zwischenstand! Wie schön, dass Du guter Dinge bist und es gut läuft!
:liebes: :listen:
Engeline |
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| seelenfrieden |
Liebe Leon,
das freut mich, daß Du - trotz allem - einen guten Start hattest! Wünsche Dir weiter gute Erfahrungen!
LG
Seelenfrieden |
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| eisfuchs |
... jetzt hast du schon fast die erste woche geschafft. gerade die ersten wochen in neuen situationen sind doch immer soooo anstrengend- gut, dass du dich vorher mit dem "für-dich-sorgen" thema auseinandergesetzt hast. ich wünsch dir, dass es damit immer leichter und einfacher geht
lg eisfuchs |
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| leonidensucher |
mal ein wenig sortieren in meinem Kopf...
finde ein paar Dinge nicht so gut...
Beitrag ergänzt um 21:29 Uhr:
schwer in Worte zu fassen, vielleicht bekomme ich es doch vernünftig hin...
Zuerst mal das gute...
1.) Möpfli läuft gut.
2.) Hund läuft gut.
3.) Mann läuft gut.
nun das nicht so gute...
1.) ich soll ja nun stellen besetzen, will sagen headhunten. kann ich, mach ich, mach ich auch gerne und auch schon länger.
Beide umfelde ( Headhunting und Gesundheitswesen) kenne ich aus dem ff.
nun das aber...
keine nicht-deutschen. keine dicken Menschn (!GRRRRR!!! und das von einer wirklich runden Vorgesetzten). Keine zu guten Kandidaten.
um Himmels willen keine dunkelhäutigen.
UFZ! UND DAS MIR...
2.) arbeitszeiten von 8:30 bis 14:30.
gegangen bin ich nie vor 15: nochwaskirchen.
nicht, weil ich mich nicht gut organisieren kann, sondern ( ich habe heute mal gezielt drauf geachtet), weil schlag 14:25 der Plärrer von links aussen kommt " wir haben, wir müssen, haben Sie schon, können sie, da wäre noch".. heute habe ich bereits kochend vor wut ( das ist mein empfindlichster Punkt in der arbeit) NEIN gesagt - ellenlanges Gemeckere und Gemaule... das dann bis 14: 50 gedauert hat.. Prächtig. hätte ich die stellenanzeige um 14: 25 geschaltet wie gewünscht, wäre ich 10 Minuten früher draussen gewesen...
3.) egal, was ich mache, es reicht nicht.
meine klare Zielsetzung war "ich schaffe es, dass 2 Personen pro tag einem Gespräch zustimmen"... als ich das damals gesagt habe, wurde ich goß angeschaut, ( unmachbar! nie zu schaffen!), mittlerweile habe ich meine eigene, realistische Ziellinie mit 1 weiterem Gespräch pro tag überschritten, also 3 Gespräche pro tag.
REICHT NICHT! ZU WENIG!
nur der vollständigkeit halber erwähne ich, dass der Bereich seit August letzten Jahres verwaist ist, ich also mehrere Monate aufackern muss... Kontakte wieder herstellen... Präsenz zeigen... mich einarbeiten...
4.) kleinkrusch, der mich aber mal richtig ärgert..
Ich möchte bitte keine Diskussionen über meine Semantik führen.
letzten donnerstag schrieb ich ( von zuhause aus!) der Teamassistentin eine kurze mail sie möge doch bitte nachschauen, ob ich ( in einem fremden system) etwas richtig eingegeben habe.
Heute sehe ich diese email, ausgedruckt, in der Ablage meiner Chefin liegen ( ich lese schnell und sie räumt nicht so schnell weg wie ich lesen kann).. was soll ich denn davon halten?!
Ich möchte bitte NICHT! mich verteidigen müssen, wenn ich in der einarbeitungsphase ein heikles schreiben an die AA nicht unterschreiben möchte, da ich den Vorgang nur noch in den Nachwehen erlebt habe. Ich unterschreibe nur, was ich voll verantworten kann.
So. UND NUN? hat jemand eine Idee?
Ich möchte nicht schon wieder gefühlten Schiffbruch erleiden, aber die o.g. Punkte sind mir einfach nicht so recht, und eine Änderung ist nicht machbar ( weiss gott, ich habs versucht...).
*seufzende Leon* |
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| blaueartemis |
Liebe Leon,
meine Idee: mach ein Coaching oder Supervision über 5 - 10 Sitzungen, wo du zu all diesem Punkten arbeitest. Das klingt vielleicht sehr aufwändig. Aber meine Erfahrung ist, dass sich dieser Aufwand -zeitlich und finanziell - sehr auszahlt. Weil man dort Fähigkeiten lernen kann, mit solchen unerfreulichen oder unangenehmen Aspekten und Herausforderungen der Arbeitsstelle umzugehen. So, dass man einfach Kraft spart und das Ganze in Positives wandeln kann. Ernsthaft.
Und du bist suuuper! 3 Gesprächszusagen pro Tag!Welche Leistung! (Ich kann ein bisschen mitreden, weil mein Sohn headhunted.....) Es klingt so, als könne man deinen Arbeitgebern nur feste gratulieren zu dir!Ihc hoffe, du klopfst dir regelmäßig feste auf die Schulter, mehrmals am Tag!
Liebe Grüße
Blaue Artemis |
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| keyla |
Liebe Leon,
jetzt kann ich Blaue Artemis nur zustimmen :D.
Sowohl was das Schulterklopfen wie auch das Coaching angeht - bei letzterem finde ich es auch immer hilfreich, dass es einen Reflexionsabstand schafft.
Liebe Grüße und einen Gutschein fürs Schulterklopfen - einzulösen am besten noch heute Abend :liebes: !
Keyla |
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| leonidensucher |
hallo ihr zwei Lieben!
D A N K E !!!! sowohl fürs Lob als auch für den Supervisionstip...
(ich finde mich im Momen auch gut mit x erstinterviews und davon 3 Gesprächseinladungen...vor allem HIER in Bayern, wo die zu besetzenden Stellen wirklich auf der Straße liegen, also niemand auf eine Personalberatung oder UH! noch schlimmer Zeitarbeit angewiesen ist- und ich mache beide Standbeine, Zeitarbeit und Personalvermittlung .. die 3 Gespräche beziehen sich auf die Zeitarbeit.... die klassischen heahuntervereinbarungen / researchgeschichten zähle ich nicht mit, das ist verhältnismäßig leicht, finde ich...)
werde mal nach einer supervision gucken.. nur, was mache ich mit dem highend-Rassismus, der DEFINITIV nicht von den kunden, sondern von meinem AG ausgeht?
( wie gesagt, ich kenne die kunden sehr gut,zum Teil habe ich schon selber dort gearbeitet, und eigentlich ist mir immer gegenteiliges aufgefallen...könnte sich heute auch niemand mehr leisten, denke ich...) |
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| hella |
Liebe Leon,
ich lese mich hier gerade wieder ein und will Dir auf jeden Fall da lassen, dass ich das so klasse finde, wie Du das anpackst und angehst. Ich zieh mal virtuell meinen Hut vor Dir.
Und wünsche Dir weiterhin viel Durchsetzungsvermögen und Kraft!
Liebe Grüsse,
Hella :winken: |
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| eisfuchs |
liebe leon,
wow, du startest da wirklich durch...! die schulterklopfgeschichte möchte ich gerne noch unterstützen. so schnell solche erfolge zu erzielen ist wirklich toll.
was den umgang mit dir angeht, so hast du den supervisionstipp ja schon "gekauft" - und auch darin möchte ich dich bestärken. mir kam der gedanke von "früherziehung" (unpassend an der stelle, aber was ich damit verbinde: ) je klarer du dich in den ersten wochen positionieren/abgrenzen/schützen kannst, desto weniger ärger wird "auflaufen" um dann irgendwann im großen stress zu münden. und bei den themen, die da grad auf den tisch kommen ist es sicher gut, gleich unterstützung zu suchen um dann für die richtige weichenstellung sorgen zu können.
der diskriminierungsaspekt hat mich noch mal extra gesch*ckt. wie :igit:
für mich auch ein ausdruck von: bloss keine vielfalt, kein "sich anregen lassen"- stattdessen kleinkariertes schubladendenken...oh je. (wahrscheinlich stecken in diesen gedanken meine vorurteile gegenüber vorurteilern drin ;) , na ja. )
so schwierig ich es finde, unter bedingungen arbeiten zu müssen, in denen meine werte nicht akzeptiert werden- meine spontane idee ist ein eher langfristiges denken dazu. du wirst diese werte nicht sofort etablieren können, vielleicht ist das ein plan für die zukunft? vorausgesetzt, dass du damit leben kannst, im moment nicht auf diese unsinnigen anweisungen zu reagieren, obwohl sie so direkt nach klarer positionierung rufen...
puh. echt nicht einfach.
bin gespannt, wie´s weitergeht... pass gut auf dich auf in diesen ganzen herausforderungen :liebes:
eisfuchs |
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