| keyla |
Hallo, ihr Lieben,
jetzt wollte ich Euch mal was Interessantes erzählen, was ggf. auch für ein paar andere hilfreich sein kann.
Ich hatte ja erzählt, dass ich so enorme Blutdruckschwankungen in Zusamenhang mit Triggerreizen habe. Dabei hatte es sich ja nach meinem Empfinden trotz SSRI gegen generalisierte Angst so entwickelt, dass die "Triggerschwelle" immer niedriger geworden ist und immer mehr Triggerreize dazu gekommen sind. Und das hat den Blutdruck dann immer mehr in die Höhe getrieben und ist auch glaube ich Mitverursacher meiner Schmerzen, die ich u.a. bekomme, wenn sich die kleinen Blutgefäße zusammenziehen - was eine Vorbereitung auf Angriff oder Flucht vom Körper ist.
Als gute Psychosomatikerin würde ich ja dann sagen: Am psychischen Hintergrund arbeiten, dann bessern sich auch die körperlichen Symptome. Nur haben die mir in einem Ausmass die Kraft genommen und gesundheitlich bedrohliche Formen angenommen, dass ich damit nicht weitergekommen bin.
Jetzt habe ich vor ein paar Tagen sogenannte "ACE Hemmer" verschrieben bekommen. Das sind Blutdrucksenker die das "Engstellen" der Gefäße vermindern. Nun haben die einen Nebenwirkungsbeipackzettel, wo sich mir die Nackenhaare aufstellen :haare: :angst2:, das will ich nicht verschweigen. Will heißen: ich hätte das nicht genommen, wenn ich nicht wüßte, dass die Herzkreislaufbelastung durch die ständigen Tonnen von Stresshormonen nicht noch gesundheitsschädlicher wäre - abgesehen von der Einbuße an Lebensqualität, die ja jedes erträgliche Maß überschritten hat.
Interessanterweise ist damit aber SOFORT die Triggerneigung zurückgegangen...also sozusagen eine umgekehrte "somatopsychische" Reaktion. Und ich habe auch besser geschlafen und bin ohne "Morgenpanik" aufgewacht. jetzt weiß ich natürlich noch nicht, wie das in ganz akuten Belastungssituationen ist, aber das stimmt mich doch erstmal etwas hoffnungsfroher - auch, weil ich einen deutlich höheren energiepegel merke. :hope:
Vielleicht ist das ja für den ein oder anderen auch ein Weg, über den Blutdruck etwas Linderung in Bezug auf die Trigger zu bekommen?
Außerdem steht noch ein Arztbesuch an, wo ich ein bisschen Beruhigung und Unterstützung brauche:
Am 10.3 habe ich ein Belastungs EKG...und ehrlich gesagt ein bißchen Angst, eine Herzinsuffizienz zu haben... :angst: (die in 35% der Fälle innerhalb von 4 Jahren tödlich ist, :igit:...solche Infos will man doch gar nicht lesen :nono: ).
Drück mir mal die Daumen - auch, dass die Untersuchung ok läuft, denn Arztbesuche sind für mich immer der Hyperstress und ich kenne den Internisten nicht :rolleye2:...
Liebe Grüße in den Sonntagabend (nach einem schönen, schönen Saunatag...hach :schmelz:
Keyla |
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| seelenfrieden |
Liebe Keyla,
das ist eine interessante Beobachtung - danke fürs hier schreiben! Für Deinen Arzttermin wünsche ich Dir alles Gute und keine niederschmetternde Diagnose, Du bräuchtest so dringend mal ein bißchen Auffwärtswind!
Liebe Grüße
Seelenfrieden |
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| marguerite |
da sieht man doch mal wieder die verbindung von körper und seele und halt auch mal von körper zu seele (sonst denkt man ja meist umgekehrt).
spannend! und schön für dich! :liebes:
für den arztbesuch drück ich auch doll die daumen!!
lieben gruß! :gernhab:
:daisy: |
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| leonidensucher |
liebe Keyla,
wie spannend, ich hatte gestern auch ein erlebnis der art" ich nehme ein Medikament und es wirkt auf einmal auch noch für etwas anderes wie schön", aber um mich gehts ja nicht.
Ich erinnere mich noch daran, dass ich einmal in einem Sportmedizinischen Buch gelesen habe, dass Tr**m*patienten mit starker triggerneigung und starken fl*shb*cks doch bitte DRINGEND von einer erhöhten sportichen Betätigung abzuraten ist ( im Gegenzug zur allgemein gültigen Auffassung), weil die erhöhte herzfrequenz und der erhöhte RR alleine schon eine dumme Rückkoppelung ins tr*m*t*sche Geschehen auslösen kann.
vielleicht ist das ein erklärungshinweis für die "angenehme Nebenwirkung"?
( frage mich gerade, wie das dann auf dem Beipackzettel aussehen könnte..*kicher*) |
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| keyla |
Ihr Lieben,
dieser Zusammenhang ist wirklich sehr faszinierend und ich muss nochmal im Internet forschen, ob ich etwas dazu finde. Jetzt ist mir heute ziemlich schwindelig, was auch daran liegen kann, dass ich meine "Tage" bekommen habe und dann Blutdrucksenker :igit:
Aber die "Antitriggerwirkung" ist trotzdem noch ganz stark.
Und Leon hat mir sehr, sehr viel heute durch medizinische Infos in Bezug auf meine Angst vor Herzinsuffizienz geholfen. Hier nochmal ein ganz offizielles :danke: :liebes:
Haben das einige von euch eigentlich auch: Diese Angst, dass etwas Vernichtendes passiert, dass eine Krankheit wenn eine tödliche ist, dass man bei einer kleinen Schummelei ins Gefängnis kommt, die Wohnung verlieren könnte, die materielle Existenz vernichtet wird...oder...oder...oder
Leon hat das heute so treffend "Vernichtungsunabwendbarkeitsangst" genannt (ich hoffe, ich darf das so zitieren?) - das fand ich einen super Begriff, weil es das Gefühl beschreibt, ständig unter einem Schwert am seidenen Faden zu leben, was jeden Augenblick wieder runterfallen kann.
Und dass sich bei kleineren Katastrophen so eine "gerade nochmal davongekommen" Euphorie einstellt, wie eine erleichterung über den ausbleibenden größeren, vernichtenden Schlag, der gerade nochmal an einem vorbeigegangen ist...
Ich kann mir vorstellen, dass das psychophysische System die Welt so interpretiert gerade wenn man verschiedene Traumatisierungen erlebt hat...aber ich möchte doch lernen und üben, die Welt nicht mehr als so bedrohlichen Ort wahrzunehmen.
Wie geht es Euch damit?
Liebe, nachdenkliche Grüße
Keyla |
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| engeline |
Liebe Keyla,
ja diese Vernichtungsunabwendbarkeitsangst (Wow, gutes Wort) kenne ich auch. Jedesmal, wenn mein Mann auch nur Fußpilz hat, denke ich, jetzt ist es soweit und ich bin Witwe. :nono:
Ich vermute, es liegt an dem immer zu hohen Stresspegel, den wir haben. Und die Welt, die uns in den Medien präsentiert wird, ist ja auch katastrophengeil, so dass wir auch von dort immer unter Strom gehalten werden. Hier ist mein Fernsehverzicht ganz heilsam. Z.B. kenne ich die Bilder vom 11.9.2001 gedruckt aus der Zeitung - einmal, ein paar Tage später noch mal eine Auswahl, aber als Standbild. Ihr Fernsehzuschauer wurdet damals mit so etwas geflutet.
Zu so etwas wie "Klimakatastrophe" oder "Finanzdebakel" lese ich grundsätzlich Nachrichten oberflächlich, und dann mal einen ruhigen Hintergrundbericht - doof bleiben will ich natürlich nicht. So beobachte ich, dass meine "normalen" Kollegen oft hysterischer wirken als ich über solche Punkte, ich ahle mich genüsslich in der Sonne, wenn die anderen verängstigt in den Himmel schauen.
Den Stresspegel möglichst unten halten ist eine Frage der Psychohygiene, aber ich bin da auch ganz schnell in ungeahnter Höhe leider. Füße auf den Boden und bewusst ausatmen - und noch einmal und immer wieder am Tag. Ächz. :igit:
Deine Meditation und Deine Sauna klingen so, als ob Du in der gleichen Richtung Deine Versuche hast, immer entstressen. :)
Engeline |
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| keyla |
Liebe Engeline,
ja, die Variante, dass ein geliebter Mensch stirbt kenne ich auch.
Und witzig: Ich habe ja auch kein Fernsehen :smug:
Wobei es bei mir sich leider so entwickelt hat, dass sich das Stresssystem so verselbstständig hatte, dass das Telefonläuten schon ein Trigger war.
Das ist seit einer Retraumatisierung vor 1,5 Jahren so - danach hatte ich 10 Monate so Angstzustände, dass das das ganze Neurosystem auf den Kopf gestellt hat. Da bin ich schon zusammengezuckt, wenn jemand auf der gegenüberliegenden Strassenseite eine schnelle Bewegung gemacht hat. :angst2: Und meine ganzen Entstressungstricks haben einfach nicht mehr geholfen - oder nicht mehr im ausreichenden Maß.
Mit den SSRI und dem Promethazin ist es besser geworden, ich hatte aber wieder (wahrscheinlich auch u.a. dadurch) zugenommen, was dann die "Blutdruckkaskade" begünstigt hat, die wieder zu mehr Triggerempfindlichkeit führt. :rolleye2:
Was für Kreisläufe - manchmal, wenn ich etwas Distanz dazu habe, finde ich das sogar spannend. An anderen Tage ist es nur ätzend.
Aber Psychohygiene ist so, so, so wichtig...da fange ich doch gleich mal jetzt mit an...
:gernhab: Liebe Grüße
Keyla |
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| sunypower |
hallo keyla,
der zusammenhang ist echt verblüffend. freut mich, wenn du so 2 fliegen mit einer klappe schlagen kannst :-)
ich für mich habe festgestellt, daß umso mehr ich auf die trigger achte und somit denen energie gebe, umso mehr körperreaktionen habe ich. aber der streßpegel spiel auch ne große rolle ... |
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| keyla |
Liebe Sunypower,
danke für Deine nette Antwort. Ich glaube, für jeden "Pegel" gibt es ja verschiedene Stratgien. Die "keine Aufmerksamkeit geben" Strategie kenne ich auch, die funktioniert nur ab einem gewissen Pegel nicht mehr bei mir, wobei sie bei einem unteren bis mittleren "Level" oft gar nicht schlecht ist...ich finde es manchmal schwierig herauszufinden, was gerade hilfreich ist...
Liebe Grüße
Keyla |
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| sunypower |
liebe keyla,
ja da geb ich dir recht. ist nicht leicht rauszufinden, was gerade wirklich hilfreich ist. ich liege da leider auch nicht immer richtig und mache dann die beschwerden umso schlimmer *augenroll*
lg.
suny |
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