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Palmgruss 2 - ein grosser Schritt - Klicken Sie HIER um das ursprüngliche Thema anszusehen

    keyla
    Ihr Lieben,

    die Tage hier alleine tun mir so gut - sowas werde ich oefters machen.

    Es ist so, als koennte ich in diesem Alleinsein erst so richtig Atem holen - ich schreibe viel, sitze in Cafes, koche fuer mich und beobachte die Wellen. Hier gibt es ganz hohe - am meisten mag ich, wenn Sie kurz vor dem Brechen "Glaswaende" bilden, durch die die Sonne schimmert. Etwas gruselig, aber auch schoen auf sichere Entfernung.

    Heute habe ich etwas getan, was fuer mich ein ganz grosser, auch wichtiger Schritt ist. Einige erinnern sich vielleicht an meine Erlebnisse mit der Schweizer Therapeutin, die fuer mich ja eine sehr schlimme Retraumatisierung zur Folge gehabt haben.

    Fuer mich habe ich die Beziehung schon laenger beendet, es allerdings in ihre Richtung nie formuliert. Das war dann so, als sei ein Teil der Trennung noch nicht vollzogen, wohl auch, weil es trotz allen noch immer eine Art "Liebesbindung" gab - mir faellt kein anderes Wort dafuer ein.

    Und heute habe ich ihr einen Abschiedsbrief schreiben koennen, den ich von zuhause auch abschicke - fuer mich war das vor allem nochmal ein wichtiger Schritt, die menschliche und therapeutische Ebene auseinanderhalten zu koennen und mir bewusst darueber zu werden, was eine therapeutische Beziehung und darin auch therapeutische Verantwortung ist.

    Und ebenso formulieren zu koennen, das in einer so asymetrischen Beziehung eine Therapeutin mehr Verantwortung traegt als in einer Freundschaft, wie mir auch bewusst zu sein, dass ich trotzdem mir gegenueber auch innerhalb einer solchen Beziehung Verantwortung habe und auch etwas zum Scheitern dieser Beziehung beigetragen habe.

    :Puhh: ... Es geht im Moment glaube ich ganz viel um Trennung und "Entstrickung"...

    So, jetzt muss ich aufhoeren, denn gleich faehrt mein Bus...

    Liebste Palmgruesse :insel:

    Keyla
    soul_of_freedom
    KLasse, da scheinst Du aj ien gutes großes Stück weiter gekommen zu sein! Freut mich für Dich!

    Liebe Grüße

    soul of freedom
    seelenfrieden
    Liebe Keyla,

    das freut mich, daß Du Deinen Weg immer weiter gehst und es ist schön, daß die Auszeit für Dich so kreativ und produktiv sein kann!
    Ich wünsche Dir noch viele schöne Momente!!!!
    Seelenfrieden
    hella
    Liebe Keyla,

    das ist ja ein Riesenschritt, den Du da gemacht hast. Und das hört sich alles so gut und richtig an. Toll! Du solltest öfter auf die :insel:, hm?

    Ganz liebe Grüsse,
    Hella :winken:
    marguerite
    das ist schön! :vibes: sowohl das guttun, als auch das sich-trauen!! :liebes:

    :winken: nach süden! :insel:

    :gernhab:

    marguerite
    eisfuchs
    :schmelz:
    ent.strickung
    ent.wirrung
    ent.wicklung...
    :vibes: hört sich gut an, ein bisschen wie "ernte" nach langer harter arbeit. :herz:
    :winken:
    eisfuchs
    haikala
    Jaaa, manchmal kann ein Ortswechsel einen Perspektivenwechsel mit sich bringen. Aber sowieso nur, wenn man die Dinge schon lange genug in sich bewegt hat, Stichwort "Ernte". :)
    Freut mich für dich - und schön auch, dass du ausgerechnet das, wovor du dich erst gefürchtet hast (das Alleinsein) jetzt so genießen kannst!

    Bis bald! :herz:
    h.
    bambam
    Lesen, Staunen, mit dir freuen. :liebes:

    bambam
    keyla
    Ihr Lieben,

    jetzt ist uebermorgen schon meine Auszeit zuende. Heute ist Wuestenwind mit echtem Staub aus der Sahara, auch interessant, wenn es auch Kopfschmerzen macht - zumindest denke ich, es ist davon, weiss es aber nie. Vielen Dank fuer die lieben, mutmachenden Antworten...seltsam, wie lange manchmal so Trennungen dauern... Ich versuche mal, den Brief hochzuladen, weiss aber nicht, ob es gelingt.

    Ach ne, da sind ja die realen Namen drin, deshalb setze ich ihn lieber mal "so" rein.

    Manches ist vielleicht nur verstaendlich, wenn man die Geschichte kennt...so hat sich unser Konflikt z.B. entzuendet, als sie fiktive Liebesbriefe, die ich von einem imaginaeren Mann an mich geschrieben habe, als den "Inbegriff des Banalen" bezeichnet hat und da nicht eingestehen konnte, dass das verletzend und einer Entschuldigung wert war. Und unser Setting hat viel mit Literatur gearbeitet, von daher war es eine Mischform aus einer kuenstlerischen Reflektion und eben Therapie...

    Vielleicht hat ja einer - trotz der Fuelle - Lust es zu lesen? Von zuhause aus schicke ich es weg...

    Ganz liebe :insel: -Gruesse

    Keyla

    Liebe Frau xxxxx,

    ich sitze hier und warte auf den Bus, einem Bus auf La Palma, einer kanarischen Insel, nach drei Wochen mit Freunden bin ich hier ein paar Tage allein. Gestern dachte ich daran, dass ich vor zwei Jahren auf Sri Lanka an Sie den ersten Brief geschrieben habe. Das ist lange her und jetzt ist es an der Zeit, auch äußerlich den Schnitt zu setzen, den ich innerlich schon vor einer Weile vollzogen habe.

    Ich denke, wir werden uns nicht wiedersehen, oder wenn, dann in einem ganz anderen Zusammenhang.

    Unsere Begegnung hat für mich furchtbare Folgen gehabt, um ehrlich zu sein, habe ich mich noch immer nicht davon erholt. In der Fachsprache nennt man das wohl Retraumatisierung, konkret hieß das zehn Monate unaushaltbare Angst mit, Schlafstörungen, vor allem aber verstörenden Episoden von Depersonalisation, wie ich sie seit meinem neunzehnten Lebensjahr nicht mehr erlebt habe. Besser wurde es erst, als ich wieder angefangen habe, Medikamente zu nehmen, die ich bis heute brauche. Ich habe auch zugenommen und mein Herz hat es zunehmend schwer, nicht nur im poetischen Sinn, ganz real.

    Manchmal wünsche ich, ich könnte deswegen wütender sein, als ich es bin. Denn ich glaube, aus professioneller Sicht sind große Fehler geschehen. Wir haben uns in einer Weise verstrickt, wie es bei einem Menschen, der so traumatisiert ist von entgrenzten therapeutischen Beziehungen wie ich, niemals hätte passieren dürfen. Egal, ob wir es Therapie genannt haben oder nicht.

    Es war eine zutiefst ungesunde Beziehung, ich kann das heute sagen, denn seit einem dreiviertel Jahr erlebe ich zum ersten Mal etwas anderes, eine professionelle Beziehung mit angemessener Nähe und Distanz, in der Literatur nennt man das wohl empathische Abstinenz. Ich kannte diese Erfahrung nicht, mir fehlte eine innere Referenz, sonst hätte ich vielleicht Entscheidungen auch anders getroffen.

    Mit dieser Erfahrung kann ich jedoch sagen: Sie waren nicht abstinent.
    Empathisch ja, sehr sogar, aber zu sehr selber verstrickt.

    Es tut mir leid, das so zu sagen, ich glaube, es klingt mehr nach Schuldzuweisung, als es ist. Denn ich habe ja auch an dieser Beziehung mitgestrickt mit meiner übergroßen Sehnsucht nach einer mütterlichen Figur.

    Der Therapeut, bei dem ich jetzt bin, sagte einmal, ihm erschiene ihre und meine Beziehung wie eine Mutter-Kind-Dyade. Und auch für mich hatte es etwas davon – mir kam es so vor, als hätten wir uns gegenseitig hochgeschaukelt in unserer Grandiosität, es hatte etwas Narzisstisches, wechselseitig Idealisierendes. Und interessanterweise ist es dann gekippt, als ich das Dritte ins Spiel gebracht habe, die Stimme des Mannes. Manchmal hört sich das „banal“ an dem sich der Konflikt entzündete in der Erinnerung so an, als hätte das Unbewussten in Ihnen zu mir gesagt: „Was brauchst Du den Mann, den Vater? Du brauchst nur mich!“.

    Und als ich Sie zwingen wollte, sich dafür zu entschuldigen – was nicht schön war -, kam von Ihnen die Drohung des Beziehungsabbruchs.

    Wissen Sie, es gibt sogar eine Seite in mir, die das menschlich verstehen, vielleicht sogar verzeihen könnte, wenn es sich um eine gleichberechtigte Beziehung gehandelt hätte.
    Aber egal, wie wir es genannt haben: Unsere Beziehung fand statt in der Asymetrie therapeutischer Beziehungen mit ihrer spezifischen, ungleichen Verteilung von Macht. Ich habe mich an Sie gewandt wegen einer seelischen Not und ich habe Sie bezahlt. Ich sage das nicht als Anklage, sondern weil ich auch für mich klar verstehen muss, dass das – trotz allem menschlichen Zugang zueinander und dem Suchen nach der richtigen Form – den Raum konstituiert hat, in dem wir uns bewegten.

    Ich habe mich an Sie gewandt, weil ich darauf vertraut habe, dass Sie wissen, wie man eine Beziehung zu einem beziehungstraumatisierten Menschen gestaltet. Ich wusste das nicht, es gab in mir nichts, anhand dessen ich das hätte beurteilen können.

    Und, ja, ich habe die Aufmerksamkeiten genossen, die unbezahlten Internetkommunikation, die liebevollen Geschenke, die Nachrichten aus dem Urlaub, das Picknick unter Rosenbüschen, ihre Angebote an die „Kinder“, die Mails von poetischer, sehr persönlicher Intensität. Ich habe es genossen, es gewollt, zum Teil erfragt und mich vielleicht sogar danach gesehnt. Aber es war trotzdem nicht richtig. Es waren Beziehungsgesten von einer Zärtlichkeit und Intimität, wie sie nicht in eine solche Beziehung gehören.

    Denn unsere Beziehung war eben eine professionelle und nach allem, was ich mittlerweile durch Lektüre, Austausch und andere Erfahrung weiß, sind da professionelle Fehler geschehen, gravierende Fehler mit schlimmen Folgen für meine Gesundheit und auch mein materielles Leben.

    Ich hatte manchmal den Eindruck, Sie versuchten mir die Mutter zu sein, die ich nie hatte. Und vielleicht gab es bei Ihnen auch Phantasien oder unerlöste Sehnsüchte von Töchtern, deren Begabungen man fördert, ich weiß es nicht. Was da auch war: Wir waren beide mitten in einem Spiel. Wir haben es nicht beleuchtet, sondern ausagiert, zwei Performer und – so kam es mir vor - niemand mehr, der die Performance sieht. Ich habe zu spät gesehen: So was heilt nicht, sondern verwirrt und macht krank.

    Ich habe in unserer Kommunikation auch im Nachhinein nichts gefunden, was mir das Vertrauen oder auch nur die Hoffnung gegeben hätte, dass sich das ändert. Darf ich ehrlich sein? Ich glaube, fürchte, dafür war der narzisstische Aspekt des Ganzen zu stark.

    Ich assoziiere mit einer Fortsetzung der Beziehung oder auch nur einem weiteren Treffen eher die Gefahr weiterer Verwundungen mit unabsehbaren Folgen als die Hoffnung, dass sich etwas löst.

    Letzten Endes ist es auch dieser Aspekt, der ausschlaggebend war für meine Entscheidung gegen eine weitere Begegnung.

    Ich glaube allerdings auch, es gab sowohl einen therapeutischen wie einen künstlerischen Auftrag – ich hatte geglaubt, sie gingen Hand in Hand, aber letzten Endes hat der künstlerische Auftrag den therapeutischen verwischt. Vielleicht war das eine Verführung für uns beide? Denn künstlerisch hat es mir genützt und das ist – nach einer Phase, wo ich dachte, ich könnte ohne Ihr Ohr nie mehr schreiben – bis heute so.

    Dafür bin ich auch dankbar. Aber trotz aller Kraft, die das Künstlerische in mir hat, ist es eben nur ein Aspekt. Ich glaube, letzten Endes war es eine Verwechslung zwischen Werk und Person. Mir kommt es vor, als hätten wir beide aufgrund des Werkes – in Ihrem Fall Ihre Publikationen – auf etwas im anderen viel zu früh geschlossen, auf eine Kraft, ein Vermögen, auf eine therapeutische Fähigkeit, ich weiß nicht was.
    Nur glaube ich, es war auf beiden Seiten falsch, nicht hundert Prozent, aber doch so falsch, dass es Boden war für die fatale Entwicklung unserer Beziehung. Es ist tragisch, dass sich gerade durch unsere Arbeit mit der Literatur am letzten „muttersicheren“ Ort die Dynamik des Mutterkorns entfaltet hat – vielleicht waren deswegen auch die Auswirkungen so schlimm, weil es einem Teil von mir wie eine Kontaminierung des letzten Zufluchtsorts erschien.

    Ich bin mir sicher, Sie haben das nicht gewollt – es kommt mir eher vor wie ein blinder Fleck als irgendeine Form von Schadenswillen. Ich denke sogar im Gegenteil, Sie wollten mir – auf jeden Fall bis zum Aufbrechen unseres Konflikts – Gutes. Entbindet Sie das von Ihrem Teil der Verantwortung für die Folgen unserer Begegnung für mich? Ich denke nicht.

    Und Ihre Verantwortung entbindet nicht mich. Ich habe zuviel misstraut und vertraut und zu wenig ueberprueft.

    Und ich habe letzten Endes viel gelernt über die Aktivität des Mutterkorndramas in mir, aber weder Sie noch ich waren in dieser Reinszenierung Statisten. Uns trifft beide – ich benutze jetzt mal bewusst diesen Begriff – eine Form von Schuld. Dass ich Sie mit so scharfen, verletzenden Worten zu einer Entschuldigung zwingen wollte, tut mir leid.
    Mit den Folgen, die das Ganze für mich hatte und hat, müssen wir beide leben.

    Ich denke, wir müssen uns beide mit dem Scheitern dieser Beziehung auseinandersetzen, jede für sich. Ich habe die Hoffnung, Sie tun das auch.

    Letzten Endes wünsche ich Ihnen und mir, dass das, was wir ohne einander daraus gewinnen, in irgendeiner Weise fruchtbar ist.

    Es grüßt Sie und verabschiedet sich

    xxxxxxxxx
    seelenfrieden
    Liebe Keyla,

    wieder mal bin ich von Deinen Worten berührt und tief beeindruckt. Du schreibst so klar, so deutlich, so ehrlich - und so fair, trotz aller Verletzungen.
    Und ich - als außenstehende Leserin - bekomme einen Eindruck davon, was in dieser Beziehung schiefgelaufen ist und ich hoffe mit DIr, daß die THerapeutin sich mit dem Scheitern dieser Beziehung ebenso auseinandersetzt, wie Du - denn dann könnte vielleicht irgendwann (wenn auch nicht mehr für Euch) etwas Gutes daraus entstehen. Aber es ist so eine Sache mit blinden Flecken von Therapeuten, leider habe ich da auch so meine schmerzhaften Erfahrungen - sie werden nicht gerne darauf gestoßen und so finde ich es einfach nur großartig, wie DU es schaffst, wenigstens Deinen Teil klar zu stellen und für DIch Konsequenzen zu ziehen. Im Denken und im Handeln!
    Wie geht es Dir selbst nach dem Schreiben dieses Briefes - ist im Schreiben manches erst so klar geworden oder war es vorher für DIch schon klar und DU hast es jetzt zu Papier gebracht?
    Ich könnte mir vorstellen, daß die Seele etwas loslassen kann nach diesem Brief.
    Das wünsche ich DIr so sehr - und noch eine gute Restzeit auf der Insel!
    Freue mich auf Deine Rückkehr!
    Bis bald, liebe Grüße
    Seelenfrieden
    hella
    Ach Keyla,

    das liest sich wirklich so, als wenn Du da endlich für Dich einen Schlusspunkt setzen kannst und ohne weitere Verstrickung klarmachen kannst, was für Dich in dieser Beziehung passiert ist.

    Und Du hast das rein sprachlich wirklich genial hingekriegt. Wirklich toll!

    Was für eine schöne Entwicklung :liebes:

    Hella :winken:
    keyla
    Ihr Lieben,

    hier hatte ich ja den Brief an die Schweizer Therapeutin eingestellt. Den habe ich ihr dann auch tatsächlich geschickt, war mir zuerst unsicher, ob ich ihn wirklich eingeworfen hatte :was: und habe ihn dann nochmal geschickt.

    Darauf erhielt ich dann folgende Antwort:

    Liebe Grau *****,

    ich habe Ihre Briefe erhalten und wünsche Ihnen und Pidi und den Kindern das, was Sie im Tiefsten brauchen.

    Grünende Vorfrühlingsgrüsse aus Zürich,

    ****** *****


    (Anmerkung: "Pidi" ist der Name, dem ich einem kindlichen Aspekt gegeben habe)


    Was auf den ersten Blick ja recht freundlich klingt, hatt doch das ganze Gefühl für das Unangemessene - und letztlich ausserhalb der überhöhten Bilder auch bezugslose - des Kontaktes für mich fühlbar gemacht.

    Den seltsamen Versuch, meinen kindlichen Aspekten eine "grandiose Mutter" zu sein, das völlig unreflektierte Behandeln von mir wie jemand, der eine DIS hat (was ich definitiv nicht habe...nachdem ich aber von inneren Facetten berichtet hatte, fing sie plötzlich an, mich als "ihr" anzureden, die Kinder einzuladen, in ihrem Garten zu spielen etc)...die seltsame "freudsche Fehlleistung" (ob mit bewußter oder unbewußter Absicht, sei mal dahingestellt), in der sie mich als "Grau" tituliert und sich selbst als das, was das "Grünen" bringt.

    Und eben vor allem die Geste, in keinster Weise auf den Inhalt von meinem Brief bezug zu nehmen, ihn quasi sogar zu negieren durch die Art des Formulierens, die überhaupt nicht zu der "Ebene" passte, auf der mein Brief geschrieben war.

    Komischerweise hat mir dieses Schreiben wirklich geholfen, meine innere Distanz zu fühlen und auch die Wahrheit meiner Wahrnehmung. Ich habe euch ja geschrieben, dass sie ein "Star" in der Therapieszene ist - Veröffentlichungen, charismatische Vorträge, ein Buch, was als einer der Klassiker der Inz*stliteratur gilt. Aber sie war therapeutisch und menschlich wirklich schwach - geschwächt von etwas sehr Narzistischem, was es ihr auch jetzt unmöglich gemacht hat, sich damit auseinanderzusetzen, dass unsere Begegnung mir sehr geschadet hat. Und dass es eben eine Retraumatisierung aufgrund von therapeutischen Fehlern war.

    Kein durch und durch schlechter Mensch, aber definitiv keine gute Therapeutin und - das kann ich wirklich sagen - eine katastrophale Therapeutin für einen beziehungstraumatisierten Menschen.

    Es ist mir irgendwie eine große Erleichterung, das so eindeutig fühlen zu können!

    Jetzt wünsche ich mir, dass ich auch die Beziehung zu der mißhandelnden Therpeutin innerlich so zum Abschluss bringen kann - das wäre ein großer Gewinn für mein Leben.

    Erleichterte und auch ein bißchen hoffende Grüße

    :hope: Keyla
    marguerite
    liebe keyla! :liebes:

    die mail ist wirklich schräg...so völlig unangepasst, an das, was du geschrieben hast. und so gar keinen ansatz, sich mit der kritik und den negativen folgen für dich auseinanderzusetzen, finde ich therapeutisch und menschlich echt arm!
    aber umso besser, dass du so den abstand weiter gewinnen konntest! mutig bist du, aber sowas von!! :)

    lieben gruß!

    marguerite
    haikala
    Uff, also eine reflektierte Antwort hätte echt anders aussehen können.
    Andererseits - so, wie es jetzt ist, spricht es eine sehr deutliche Sprache, und dass es deine Wahrnehmung noch einmal gut untermauert, ist vielleicht gar nicht das Schlechteste. Es hätte ja auch eine Antwort kommen können, die dich wieder ins Schleudern und Zweifeln bringt... so aber kann es vielleicht ein Abschluss sein. Schade zwar, aber Vergangenheit.
    Ich glaube, bei mir würde ein sehr komisches Gefühl zurückbleiben, wenn ich mich öffne und bereit bin, auch Schwieriges noch einmal anzugehen (das hast du mit deinem Brief ja deutlich gezeigt) und dann nicht viel mehr als ein belangloser Gruß zurückkommt. :was:

    h.
    keyla
    Liebe Haikala,

    ja, es ist schon ein komisches Gefühl, vor allem, weil irgendeine Reaktion erst nach dem zweiten Brief von mir kam. Aber es war auch nicht unerwartet und letzten Endes - wie Du auch gesagt hast - besser als eine Antwort, die mich ins Schleudern gebracht hätte. Und für mich ist das "richtig gedacht und gefühlt" doch sehr kostbar.

    Liebe :daisy:,

    weißt Du, ich denke es war auch sowohl meine eigene große Angst aufgrund der katastrophalen Vorerfahrungen wie auch ein wenig meine Eitelkeit, die mich zu der Annahme gebracht hat, ich müßte zu einer "Star Therapeutin" gehen. Und auch meine eigene Verführbarkeit, wenn jemand "begabt" und vor allem sehr stark im Schreiben bzw. mit Worten ist. Manchmal denke ich, es liegt daran, dass die Kunst, vor allem die Worte und die Literatur immer so etwas wie eine Zuflucht und Heimat für mich waren, so etwas wie ein innerlich intakter, sicherer Ort.

    Triggertext! Zum Lesen bitte markieren.
    Der mann, der mich vergewaltigt hat, war auch sehr "wortstark" und hat diese Verführbarkeit erspürt und mir vorgegaukelt, er wäre ein bekannter Schriftsteller - mit falschem Namen etc. Und meine letzte Beziehung, die von einer Art "emotionalem Sadismus" geprägt war, war zu einem wirklich ausgesprochen begabten Künstler.


    Ich werde wirklich blind, wenn jemand in einem künstlerischen Feld Begabungen hat - da muss ich einfach sehr aufpassen. Ich habe eigentlich erst durch die aktuelle Therapiebeziehung gemerkt, dass Beziehungsfähigkeit eben sich oft im Schlichten, Stabilen viel besser entfaltet als im Grandiosen. Auch wenn ich damit nicht sagen will, dass "begabte" Menschen per se beziehungsunfähig sind... Aber es sind doch einfach zwei unterschiedliche Felder.

    Liebe Grüße in den Saunasonntag!

    Keyla
    seelenfrieden
    Liebe Keyla,

    was für eine völlig unangemessene Antwort und im Grunde eine Unverschämtheit und ein Armutszeugnis, das sich Deine Therapeutin da ausstellt - ist sie doch deutlich nicht bereit, sich auseinanderzusetzen mit ihrem eigenen Fehlverhalten. So kann man sich "einer Sache" schnell entledigen und bleibt unangefochten grandios. Ich könnte mich darüber so aufregen! Aber ich finde es auch toll, daß eben genau an so einer Reaktion klar wird, daß es nun auch gut und abgeschlossen ist. Mir ist das ähnlich passiert mit der Therapeutin meines letzten Klinikaufenthaltes, die mit mir in eine häßliche Übertragung geraten ist und die mir wirklich extrem geschadet und mich insofern auch retraumatisiert hat. (wenn auch nicht mit körperlicher, so doch mit psychischer Gewalt). Ich habe ihr mehrmals geschrieben hinterher und versucht, mich mit ihr auseinanderzusetzen, um für mich selber wieder klarer zu werden. Sie ist überhaupt nicht darauf eingegangen und dann habe ich einen letzten Brief geschrieben und sie gebeten, mich anzurufen, um wenigstens noch einen ordentlichen Abschluß hinzukriegen. Die Bitte war sehr eindringlich, weil ich auch dachte, es ist lebenswichtig für mich. Sie rief dann an und in dem Moment, als ich ihre Stimme hörte, war klar: Ich brauche sie nicht mehr und ich werde von ihr nichts mehr bekommen, was unsere gestörte Beziehung "heiler" machen würde. Sie sagte dann, sie riefe nur an, um meine Bitte nicht im Raum stehen zu lassen und es war klar, daß ihr selber überhaupt nichts daran lag. Aber es war genau diese kühle Reaktion, die für mich die Klärung brachte. Und so ähnlich scheint es jetzt mit diesem kühlen und schiefen Brief zu sein, der den Inhalt Deines Briefes einfach ignoriert. Und dann ist plötzlich klar, daß es zu Ende ist. So habe ich Dich jedenfalls verstanden, hoffentlich nicht fehlinterpretiert?

    Ich wünsche DIr eine weiter stabile und wachsende Beziehung zu Deinem jetzigen Therapeuten, bei dem Du offensichtlich eine gute, professionelle und therapeutische Beziehung erlebst, wie sie eigentlich zwischen Therapeut und Patientin sein sollte. Und ein Therapeut, der jemanden zum Patienten hat, der sehr viel Therapieerfahrung und Selbstreflexion hinter sich hat, muß schon souverän genug sein, das so stehen lassen zu können und auf dieser Ebene mit dem Patienten kommunizieren zu können.

    Alles Liebe Dir
    Seelenfrieden
    igelin
    Liebe Keyla,
    lese das jetzt erst. Ich finde es auch eine ganz unangemessene Antwort auf der ganz falschen Ebene. Und dazu wirkt es für mich irgendwie übergr*ffig - weil sie die inneren Kinder anspricht, die da für mein Empfinden gerade gar nicht reingehören.
    Aber wenigstens gut dass Du - wie Seelenfrieden schon schrieb - dadurch genau spüren konmntest, wie sie war und dass es vorbei ist.
    Alles Gute weiterhin und liebe Grüße,
    Igelin :igel:
    keyla
    Liebe Seelenfrieden,

    Du hast das genau richtig interpretiert :herz: Es hat für mich in gewisser Weise etwas sehr Erleichterndes - was mir so zu schaffen gemacht hat, war die Ambivalenz, die ich lange Zeit hatte. Und eben auch meine Wahrnehmungsverunsicherung, weil vieles hinter vordergründig so "glatten" auch gekonnt eingesetzten Worten versteckt war.

    Aber Deine Bestätigung meiner Wahrnehmung, dass der Brief "kühl und schief ist" hilft mir auch noch einmal sehr.:danke: dafür!

    Liebe Igelin,

    ich finde auch, dass es etwas Übergriffiges hatte und fand es sehr gut, dass ich darauf nicht mit Panik, sondern mit Ärger reagiert habe.

    Ich fand es im Nachhinein auch therapeutisch grob inkompetent, falsch, schräg und was weiß ich alles, dass sie die inneren Kinder nicht nur angesprochen hat, sondern auch eingeladen, in ihrem tollen Garten unter Rosen zu spielen, ihnen Geschenke gemacht hat, mit Kosenamen geschrieben etc...um dann, als ich ihre Grandiosität bei einem Konflikt in Frage gestellt habe, mit Beziehungsabbruch zu drohen. Und dann bin ich psychisch völlig zusammengeklappt - weil es eben durch ihr Verhalten vorher gar keinen Schutzort mehr in mir gab, wo sie nicht war. :igit: :mad:

    Danke Euch beiden und liebe, hundemäusemüde Grüße

    Keyla
    pantalon
    Ich les auch erst jetzt und kann nur zustimmen, einerseits unfassbar, dass sie sich nicht auseinandersetzt, andererseits gut für Dich, Dich in Deiner Wahrnehmung bestätigt zu sehen und eien guten Abschluss finden zu können. Du bist einen Riesenschritt weiter und schöööön, dass auch deine Energie langsam wieder zurückkommt :herz:

    Ich schicke Dir sanfte Sonnengrüße durch das fränkische Schneetreiben :sonnig:
    Pantalon
    blaueartemis
    Liebe Keyla,

    erst mal möchte ich dir meine Bewunderung aussprechen für den schönen, liebevollen, klaren, beziehunsvollen Brief, den du der "Schweizer Therapeutin" geschrieben hast.

    Ich finde es SEHR GUT, dass du ihr die Verantwortung für ihre professionellen Fehler und auch für die psychischen und körperlichen Folgen klar zurückgegeben hast. Das erfordert Größe, und in die bist du hineingewachsen, das spüre ich deutlich. Du bist sozusagen auf Augenhöhe der Schweizer StarTherapeutin gewachsen. Auch das bewundere ich.

    Egal, ob es eine Fehlleistung ist oder nicht, "Liebe Grau" zu schreiben ist absolut daneben, ohne wenn und Aber und ohne Pardon.

    Die Therapeutin antwortet auf der falschen Ebene. Du hast die Auseinandersetzung jede für sich angeboten und die Übernahme von Verantwortung für die Folgen ihrer professionellen Fehltritte von ihr eingefordert. Das fühlt sich für mich angemessen und "richtig" an. Sie aber antwortet auf einer anderen Ebene, nämlich auf der der tiefen intensiven und viel zu nahen Beziehung zu dir. Sie nimmt dich nicht ernst als Erwachsene, als die du schreibst, nimmt deine Kompetenz nicht ernst und bezieht sich mit keinem Wort darauf, sondern bezieht sich einzig auf die kindlichen Anteile, so, als könne sie nicht loslassen von ihrer zwanghaften chronischen Mütterlichkeit. Für mich fühlt sich das an, wie ein Übergr*ff, wie eine weitere Gr*nzverl*tz*ng.

    Anstelle des Wunsches von ihr sollte eigentlich da stehen:

    es tut mir furchtbar leid, dass ich Ihnen und Pidi und den Kindern so viel Leid zugefügt habe und habe keine Worte dafür, das auszudrücken, wie leid es mir tut. Es tut mir so leid, dass ich kaum hinfühlen kann, was ich da angerichtet habe, weil ich weiß, wie schrecklich es ist. Wie haben Sie das nur geschafft, damit fertig zu werden? ich weiß, dass ich nichts mehr wieder gut machen kann davon. Das macht mich sehr betroffen. Aber ich kann ihnen sagen, unser Konflikt hat mir mit sehr viel Lernstoff konfrontiert, den ich noch lange nicht verdaut habe. Und auch wenn das nichts wieder gut macht: ich lerne und wachse daran, noch immer und mein Respekt vor Ihnen wächst die ganze Zeit. ....

    Liebe Grüße von
    Artemis
    keyla
    Liebe Blaue Artemis,

    Du hast das sehr gut beschrieben, was ich selber so "schief" fand...und wo ich mich irgendwie auch ver*rscht gefühlt habe. Denn der ganze Brief ging ja um die unangemessene Ebene, die unangemessene Intimtät, den unangemessenen Versucht, mir eine grandiose Mutter zu sein.

    Und eigentlich sind diese kurzen Zeilen genau davon eine Wiederholung - und gleichzeitig eine abwertende Kontaktverweigerung, so, als wäre das, was ich schreibe nicht "real", kompetent, ernstzunehmenswert genug.

    Was ich aber gut fand: Ich habe mehr oder weniger sofort gespürt, dass das ihre Schwäche, therapeutisch und menschlich, ist und nicht meine. Und sie war auch übergriffig - wenn auch nicht im physischen, so doch emotionalen Sinn. Umso tragischer, weil ich eben gerade bei ihr war, weil ich (was Du vielleicht noch nicht weißt?)einen Gewaltübergriff von einer anderen Therapeutin erlebt habe und auf eine "saubere" Beziehungsgestaltung schon deswegen hochgradig angewiesen war.

    Weil ich den Brief eben wirklich "aufrichtig" geschrieben habe und nicht als Abrechung oder als Resultat eines Kippens von Idealisierung in Entwertung. Und ich konnte spüren, dass sie auf dieses wahrhaftige Kontaktangebot nicht eingehen kann.

    Das war sehr gut und ich glaube, das dieses Forum gemeinsam mit meinem aktuellen, menschlich bis jetzt sehr integren Therapeuten dazu viel beigetragen hat. :herz: :gruppe:

    Es war für mich auch ganz wunderbar, dass ich beim bekommen der Mail ärgerlich und letzte Nacht sogar richtig wütend werden konnte.

    Sehr rührend finde ich auch den "Anstatt-Brief", den Du geschrieben hast. Es hat doch etwas sehr Heilsames, sich klarzumachen, was an Reaktionen angemessen wäre und was man verdient hätte zu bekommen - auch wenn man es nicht bekommen hat und auch nicht bekommen wird. Das erinnert mich daran, dass ich mir mal zu einigen schmerzhaften Situationen in meinem Leben im Detail ausgemalt habe, was ein liebevoller, heilsamer Umgang oder eine hilfreiche Hilfe gewesen wäre. Das hat mir sehr gut getan. Und der "Anstatt-Brief" auch!

    Alles Liebe!

    :herz: Keyla
    blaueartemis
    Liebe Keyla,

    doch, ich habe das gelesen, über die physiche Mißhandlung durch eine Therapeutin und war vollkommen entsetzt. So etwas habe ich NOCH NIE in meinem Leben gehört, und ich habe schon SEHR VIEL gehört und sehr viel, was meine eigene Phantasiefähigkeit überstiegen hat. So auch die Mißhandlung durch die Therapeutin aus Köln. In diesem KOntext habe ich auch verstanden, dass es doppelt und dreifach, ach unendlich mal schlimm ist, was du bei der sog. Startherapeutin erlebt hast, die dir ja bei der Aufarbeitung helfen sollte. Auch das habe ich gesehen.

    Ich sehe aber auch, dass du eine enorme Kompetenz entwickelt hast aus diesen schlimmen Erlebnissen. Da fühle ich mich dir ein bisschen verwandt. Ich habe auch viele schlimme Erlebnisse, viel Trauma in der Kindheit, in der Ehe und auch in der Therapie. So, dass es viele Menschen nicht glauben. Auch ich hatte einen "Startherapeuten", der dann letztlich in alle möglichen Fallen getappt ist, sodass ich geschädigt wurde . Und ich habe mich auch immer weiter entwickelt und bin letztlich vor allem gewachsen an allem.

    Ich teile auch die Erfahrung, schließlich eine ganz stinknormale Therapie gemacht zu haben, mit professionell glasklaren Grenzen und Abstinenz und das total erleichternd zu finden. So gehört es. Auch wenn er dennoch Patzer gemacht hat, die katastrophal waren, ich konnte mich dagegen wehren und er hat sich auf Auseinandersetzung eingelassen und mir seine Abwehr meinen schlimmen Erfahrungen gegenüber transparent gemacht.

    Ja, so ein Brief, wie er sich gehört. Vielleicht magst du ihn dir ja selbst schreiben, richtig per Post und von jemand anderem irgendwann einwerfen lassen. Ich finde es gut, so eine Autonomie zu haben, sich auch solche Dinge selbst zu geben. Ich habe das mal gemacht. Das war eine Überraschung, ehrlich. obwohl ich ihn selbst geschrieben habe.

    Liebe Grüße von
    Blaue Artemis
    engeline
    Liebe Keyla,

    selbst wenn die Antwort der Therapeutin ins Aus geht, :nono: , ich bin froh, dass Du dadurch jetzt auch etwas abschließen kannst und mutig nach vorne schaust. :hand: und :kraft: !

    Engeline