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Überforderung und das nicht-Nein-sagen-können - Klicken Sie HIER um das ursprüngliche Thema anszusehen

    cecilia
    Ihr lieben,

    ich gehe am Stock. Ich kann nicht mehr.
    Im Dezember schon Überstunden ohne Ende gemacht, die ganzen Feiertage Dienst gehabt, meist auch noch alleine.
    Hab allen klar gesagt das ich diesen Monat nicht mehr so viele Überstunden machen KANN.

    Heute wieder die Frage ob ich an meinen einzigen freien Tag einspringen kann.
    Es geht mir körperlich schlecht.
    Ich habe wieder Panik, kann nachts nicht schlafen, habe Schmerzen, habe dazu noch einen Neurodermetisschub...

    Und blöd wie ich bin konnt ich wieder nicht nein sagen sondern mich auch noch für den Frühdienst überreden lassen.

    Ich weiss nicht wie ich den Tag überstehen soll.
    Was ist wenns mir morgen so schlecht geht das mein Kreislauf auf der Arbeit wieder absackt (ist heute nämlich passiert)??
    Ich bin alleine und bin für 28 Leute zuständig. Ich MUSS funktionieren.

    Dazu weiss ich nicht wofür ich das alles mache. Da mein Vertrag nicht verlängert wird werd ich also Ende des Monats meinen letzten Arbeitstag dort haben...
    :ziegel:
    Hat jemand von Euch Tipps für ein Durchsetzen des Neins?

    Und vor allem wie ich den Vormittag morgen überstehe??
    igelin
    Liebe Cecilia,
    nur kurz, weil es schon spät ist.
    Ich habe auch keine guten Tipps dazu, wie man lernt, "Nein" zu sagen - mein Eindruck ist aber: Du musst spüren, dass es dringend ist und es dann einfach einmal _sagen_. Wenn ich Dich so lese, denke ich, es ist dringend dran, denn sonst sagt Dein Körper "Nein" für Dich (wie z.B. neulich mit dem Kreislauf absacken).
    anscheinend sind Dir Deine KollegInnen so viel wert, dass Du füpr sie einspringst - sei Dir doch bitte selbst auch so viel wert, dass Du auf Dich achtest. Ich wünsche Dir sehr, das Du das bald schaffst und nicht Dich von Krankheit oder anderem überrollen lässt.
    Alles Gute! :kraft: :kraft: :kraft:
    Igelin :igel:
    bambam
    Hi Cecilia,

    für wen tust du das, wenn du einspringst? Warum tust du das? Ist daran vielleicht unbewusst eine Hoffnung, ein Wunsch, ein Traum geknüpft? Und wenn ja, wie siehst das aus? Anerkennung, Bewunderung, Vertragsverlängerung?

    Nein zu sagen bedeutet auch, dass man für sich selbst einsteht. Seine Grenzen wahrnimmt und sich danach richtet.

    Was wäre passiert, hättest du nein gesagt? Und was geschieht, wenn du morgen tatsächlich zusammensackst und niemand ist da, der sich um dich und die Station kümmert? Die Gefahr besteht, nachdem es dir so schlecht geht, dass du heute bereits deutliche Schwierigkeiten hattest.

    Das soll dir keine Angst machen. Es ist ein Versuch, dir die Tragweite eines Ja oder Nein greifbar zu machen.

    Viel Kraft für morgen

    bambam
    cecilia
    Kurze Rückmeldung:
    Ich war heute morgen arbeiten. Es ging irgendwie. Habe mir einfach die Zeit genommen die ich brauchte.

    @igeln:
    Danke für das Kraftpacket, ich kann es gut gebrauchen immoment. Auch ist mir all das bewusst was Du sagst. Du hast recht. Und doch ist es unheimlich schwer sich Schwäche einzugestehen und sich durchzusetzen auch wenns nur zum eigenen Wohl ist.
    Deswegen die Frage nach Tipps damit das Nein sagen klappt.

    @bambam
    Eine gute Frage für wen oder was ich das mache.
    Frage ich mich immer wieder. Vielleicht weil ich wirklich immer noch hoffe das der Vertrag verlängert wrid und dann gut dastehen möchte?
    Oder weil ich nicht schlecht von Kollegen behandelt werden möchte und deswegen denke ich muss immer für die anderen da sein und springen weil ich so harmoniesüchtig bin? Ich weiss aber auch das Selbstopferung der falsche Weg ist.
    Vielleicht weil ich seit Kindertagen schon immer die Mutter spielen musste und sich um alles kümmern musste und immer der Seelentröster war und ich im Unterbewusstsein immer noch die Retterin der Welt sein möchte?

    Ich weiss das dieses Denken und vor allem handeln falsch ist.
    Und doch kann ich einfach nicht.
    So impulsiv wie ich oft bin und Wut zum Ausdruck bringe, so lenke ich doch immer wieder ein und zum Schluss mache ich es doch. :(

    Cecilia
    bambam
    Hi Cecilia,

    ich bin froh, dass alles gut gegangen ist und du den Arbeitseinsatz gut überstanden hast. :herz: Kriegst du denn deinen freien Tag erstattet?

    bambam
    cecilia
    So wie es aussieht nicht. Weiss nicht wann.
    Unmd am WE sind Kollegin und ich alleine.
    Werd also nöchsten Mittwoch wohl mal wieder nach Plan frei haben. Zumindest bekomm ich die Std. ausgezahlt.
    *seufz*
    igelin
    Liebe Cecilia,
    "Tipps" zum Nein-sagen - ich überlege gerade, wie ich das mache.
    Ich glaube, ein Teil davon ist, zu mir "Ja" zu sagen, denn dann erst stehen sich zwei gegenüber. Oft ist es ja auch, dass man sich wirklich zwischen 2 Dingen entscheiden muss - manchmal habe ich sogar zwei berufliche, neulich war's mal zwischen einer Einladung zu einer Freundin und einer Verpflichtung mit dem Chor (die aber möglich war abzusagen) - hab dann geschafft, den Chor abzusagen und etwa zu tun, das mir gut tat. Da war es recht schwer, weil das Pflichtgefühl und das schlechte Gewisen sehr mitredeten. Da half mir, am Telephon noch mit meiner Schwester darüber zu reden. und dann innerlich noch verschiedene Anteile in mir ins Gespräch zu bringen. Aber an dem Beispiel wurde mir deutlich, dass ich in jedem Fall ein "Nein" sagen musste - entweder zu der Freundin oder zu meinem Chorleiter. Aber bei so etwas zögere ich und schwanke ich oft lange.
    Bei so Anfragen am Telephon wie "Kannst Du morgen einspringen" stelle ich es mir noch schwerer vor. Da braucht man auch vorher schon viel Klarheit - vielleicht hilft es, mir einer Freundin solche Situation mal durchzugehen und regelrecht zu üben.

    Dir alles Gute für die nächste Zeit, und ich hoffe, dass Du doch etwas freie Zeit wieder aufholen und etwas auftanken kannst.

    Liebe Grüße,
    Igelin :igel:
    igelin
    Hallo Cecilia,
    konntest Du mit meinen Gedanken dazu wohl etwas anfangen? :was:
    Liebe Grüße,
    Igelin :igel:
    leonidensucher
    als ehemalige Krankenschwester und dauernd-einspringerin mit dem gleichen problem des nicht-nein-sagen-könnens hab ich mir angewöhnt erst mal dan Anrufbeantworter anspringen zu lassen und dann zurückzurufen.

    Vorteil: man kann nachdenken, ob man wirklich einspingen will oder nicht und kann sich darauf vorbereiten, nein zu sagen.
    cecilia
    Nur eine kurze Rückmeldung da ich ziemlich geschlaucht von der Arbeit bin:

    Es ist für mich wirklich einfacher wenn ich mich zwischen zwei Dingen entscheiden muss (also zwei Termine). Dann hab ich ja einen Grund um den anderen Termin abzusagen.
    Problem liegt glaub ich bei mir eher bei Dingen wo ich nur die Wahl zwischen Stress und Freizeit habe. Wo ich mir in der freien Zeit etwas Gutes gönnen könnte.
    Vielleicht weil mein blöder Kopf sagt das andere wichtiger sind als ich.
    Die Anregung mit anderen darüber zu reden ist gut. Mache ich oft auch, nur ist hier leider das Problem das ich zuwenig auf Freunde oder Partner höre.

    AB ist auch ne gute Idee, mache ich oft auch.
    Problem nur hierbei: ich sage dann trotzdem zu.

    Versteh einfach nicht was so schwer ist einfach mal egoistisch zu sein?
    igelin
    Liebe Cecilia,
    danke für Deine Antwort (hätte heute aber nicht mehr sein müssen, wenn Du zu müde warst - auch so ein Punkt, auf sich selbst zu hören).
    Ja, wie Du es beschreibst, klingt ziemlich festgefahren. Da hilft wohl nur üben, üben, üben - und sich selbst auch Anerkennung für ganz kliene Schritte geben.
    Das mit den Freunden meinte ich übrigens auch nicht nur unverbindlich zu besprechen, sondern quasi mal als Rollenspiel zu üben, wie man in einer entsprechenden Situation reagieren würde. Habe ich zwar nicht mit Freunden, wohl aber in der Supervision gemacht und fand das hilfreich - man ist einfahc schon besser vorbereitet auf die Situation.
    Alles Gute :klee: :kraft:
    und gute Nacht! :traum:
    Igelin :igel:
    bambam
    zitat:
    cecilia schrieb am 18.01.2009 um 21:38 Uhr in Beitrag #10
    Versteh einfach nicht was so schwer ist einfach mal egoistisch zu sein?


    Hallo Cecilia,

    vielleicht hast du über lange Zeit von für dich wichtigen Personen erfahren müssen, dass alles, was im Grunde gut und richtig für dich gewesen wäre, als egoistisch oder falsch gewertet wurde.

    Solche Dinge sitzen sehr tief in einem drin und lassen sich nicht einfach mal so kippen. Das ist ein langer, mühsamer Weg zu erkennen, dass es oft nicht Egoismus, sondern Fürsorge und gesundes Denken und Handeln ist. Und von der Erkenntnis zur Umsetzung ist dann auch nochmal ein Stück. Das ist die weniger prickelnde Nachricht. Die gute Nachricht ist, das ein Umdenken und Umlernen möglich ist.

    Vielleicht ist für es für dich einfacher, wenn du es nicht als Egoismus bedenken und betrachten würdest? Alternativen dazu gibt es und vielleicht tust du dich damit leichter?

    Und es gibt noch eine Erfahrung, die ich gerne mit dir teilen möchte, was auch immer du dann damit tun wirst: In der Zeit, als ich noch überall verfügbar war und nicht nein sagen konnte aus verschiedenen Überlegungen und Ängsten heraus, wurde ich meistens nicht für voll genommen. Missachtung war an der Tagesordnung und während andere gefeiert haben, saß ich irgendwo bei der Arbeit und schuftete, damit andere frei nehmen konnten.

    In dieser Zeit wurde ich sehr oft angegriffen und übelst niedergemacht und verstand überhaupt nicht, warum das so war. Ich tat doch alles! Und genau das war der Punkt.

    Je mehr ich tat, desto mehr wurde ich benutzt und ausgenutzt. Aber an mir als Mensch, als Persönlichkeit hatte niemand Interesse. Mein Profil kannte niemand - ich hatte keins...

    Erst als ich begann Grenzen zu setzen und die gleichen Rechte zu beanspruchen (nicht nur die Pflichten 200prozentig auszufüllen), wurde es nach und nach anders.

    Vielleicht macht dir das ein bisschen Mut. Achte auf dich und nimm dich wichtig in deinen Bedürfnissen und grenze dich ab. Ohne das wirst du in wenigen Jahren völlig am Ende sein und vielleicht nicht mehr arbeiten können.

    Liebe Grüße, bambam
    cecilia
    Liebe igelin,
    ja so etwas zu üben wäre vielleicht mal einen Versuch wert. Finde das nur sehr schwer wenn es um unreale Situationen geht. Vielleicht rede ich mal mit ein oder zwei Leuten die mich dazu ermuntern wenn es bei eben diesen Personen ums Nein-sagen geht. Das wäre dann real und für mich greifbarer.

    Hallo bambam,
    ja da kann ich sehr viel mit anfangen mit Deiner Geschichte. Ich kann mir gut vorstellen, dass man als Nein-Sager mehr Selbstbewusstsein und mehr Stärke ausstrahlt, deswegen auch weniger angreifbar für Andere ist.
    Zu dem Wort Egoismus möchte ich Dir sagen, ich habe schon angefangen es eigentlich mehr als gesunden Egoismus zu sehen und vor allem als etwas positives.

    Ich danke Euch für Eure Anregungen und fürs Dasein.
    Kann ich immoment gut gebrauchen.
    bambam
    zitat:
    cecilia schrieb am 20.01.2009 um 21:08 Uhr in Beitrag #13

    Zu dem Wort Egoismus möchte ich Dir sagen, ich habe schon angefangen es eigentlich mehr als gesunden Egoismus zu sehen und vor allem als etwas positives.


    Wunderbar Cecilia. Ich drücke dir die Daumen, dass du Erfolge siehst!

    Grüße, bambam