| engeline |
Ihr Lieben,
Weihnachten naht und es ist schwierig wie jedes Jahr.
Nochmal vorab: mein Mann hat in erster Ehe 4 Kinder, von denen die großen 3 dann mit mir zusammen gelebt haben, bis sie erwachsen auszogen, der "Kleine" lebt mit 18 Jahren als Schüler noch bei seiner Mutter. Mit (ich mache es jetzt alphabetisch, wegen der Übersicht) A und C läuft es gut, B redet mit uns nicht, D hat seit einem halben Jahr regelmäßigen Kontakt mit meinem Mann, ist zu mir höflich, wenn sich eine Begegnung nicht vermeiden lässt.
Wir haben nach langem Nachdenken dieses Jahr alle Kinder nebst deren Partner/innen für den Heiligabend eingeladen und haben zur Zeit Zusagen von A samt Gatte, C ohne Freundin und D, Wetten über die Entscheidung von B und Freundin werden noch angenommen, die Quote steht innerfamiliär auf 50:50. ;)
Gestern erzählte mein Liebster, D habe am Telefon erzählt, wie glücklich ihn das mache, Weihnachten mit uns allen als richtige Familie zu feiern. Er möchte so gerne helfen, den Baum aufzustellen und zu schmücken und findet, Geschenke seien so wichtig, wenn man anderen seine Wertschätzung zeigen wolle. Mein Mann hat wohl bereits spontan klargestellt, dass wir Baum und Arbeit damit auf ein Minimum beschränken und dass wir eher an eine (möglichst!) gemütliche gemeinsame Mahlzeit dachten als an einen Berg Geschenke. Dennoch ist mein Empfinden sofort, dass das arme Kind seine Familie so arg vermisst - das tut er wirklich - und dass ich doch jetzt verpflichtet bin, ohne Rücksicht auf Verluste bei mir für sein schönes Fest der Illusionen zu sorgen.
Hier sind doch bestimmt noch mehr mit Patchwork-Existenzen, in denen es mehr oder weniger gut läuft. Wie geht Ihr mit "kindlichem" Anspruch und Wünschen nach heiler Welt und Beachtung der anderen Traditionen um?
:denken: :was: :(
Engeline |
|
|
| marguerite |
liebe engeline!
ich stamme zwar aus keiner patchworkfamilie, aber habe doch jedes jahr wieder einen riesigen (vorallem innerlichen) kampf bezüglich der vereinigung aller weihnachtlicher bedürfnisse.. *grusel*
als ich dich las, dachte ich, die diskrepanz zwischen den wünschen deines stiefsohns und den vorstellungen deines mannes und dir sind vielleicht gar nicht so groß, wie du sie empfindest. er möchte gern mithelfen, den baum zu schmücken, das kann er ja auch, wenn es nur ein minimalistisscher baum ist. ;) oder habe ich dich falsch vestanden, und ihr möchtet keinen baum? aber auch dann könnte er von sich aus vielleicht noch etwas zur dekoration beitragen, ohne dass es für euch zusätzliche arbeit bedeutet, falls ihm das sehr am herzen liegt.
und wenn es ihm bei den geschenken um die wertschätzung geht, muss das ja nicht gleich eine große menge bedeuten, sondern es reichen vielleicht auch nette, persönliche kleinigkeiten.
ich finde überhaupt nicht, dass du wegen deiner sorgen, wie groß seine sehnsucht sein könnte, dein ganzes weihnachten umkrempeln musst. er wünscht sich ein zusammensein der familie und das bietet ihr an. :) und so hat er doch die möglichkeit, ein weihnachten, zwar vielleicht nicht im ganz traditionellen rahmen, aber von herzen ausgerichtet mitzuerleben. und er scheint ja auch nicht mehr in dem alter zu sein, in dem die weihnachtlichen symbole die größte rolle spielen, oder?
lieben gruß!
marguerite |
|
|
| eisfuchs |
mmmh.. patchwork-mäßig und eigene erfahrung kann ich nicht beisteuern- aber an dem, was du schreibst ist mir was aufgefallen, was ich dir gerne als idee anreichen möchte- wenns nicht passt, dann lass es bitte bei mir.
kann auch eine fehlinterpretation sein, aber ich lese aus dem, was du schreibst dass d es gesagt hat auch eine große bereitschaft heraus, dass er sich daran beteiligen möchte und dazu beitragen, dass auch seine wünsche nach baum und geschenken erfüllt werden.
zitat: Er möchte so gerne helfen, den Baum aufzustellen und zu schmücken
vielleicht könnt ihr das noch mal genauer absprechen, wer was macht- und was für wen "arbeit" und " vergnügen" ist. (stelle mir das so in der art vor, dass der baum gemeinsam aufgestellt wird- baum aufstellen wolltet ihr ja sowieso- und dann kann d euch mit dem ausgiebigen schmücken helfen. dazu gehört dann aber eben auch, dass ein termin fürs gemeinsame abschmücken gemacht wird, sonst artet es in mehr arbeit aus als ihr eigentlich wolltet)
ich stelle mir auch vor, dass es gut wäre, noch mal genauer mitzuteilen, wie ihr euch weihnachten wünscht- dann könnt ihr gemeinsam nach einer lösung suchen, die euch allen gefällt.
und aus eigener erfahrung weiss ich, dass es oft schon hilfreich ist zu hören, dass mein gegenüber mir soooo gerne meine wünsche erfüllen würde- und es nicht kann, weil es zb. die eigenen ressourcen übersteigt. damit kann ich viel besser leben, wenn mir sozusagen deutlich gemacht wird, dass mein wunsch gehört wird - und leider so nicht in erfüllung gehen kann.
mh, weiß nicht ob du was damit anfangen kannst?
beste grüße,
eisfuchs |
|
|
| marielisa |
Hui engeline,
das hört sich schwierig an. Also ich hab ja demnächst auch drei Stief"kinder", von denen ich mit A und B gut klar komme, C mich aber aus Prinzp meidet. Deswegen beschränken sich die F*milientreffen meistens auf mich, meinen M*nn und A und B. C feiert in der Regel mit seiner Mutter und A und B, weil mein M*nn entweder mit mir oder gar nicht da hin kommt.
Vielleicht könnt Ihr ja alle zusammen ein einfaches Weihnachten feiern und nochmal so richtig altmodisch illusorisch mit D an einem der Feiertage? Dann ist die Arbeit auch nicht so schlimm viel, wenn weniger Leute da sind und Dein Liebster kann sich intensiv um D kümmern. Oder vielleicht macht Ihr auch einen Familienausflug mit D? Ich finde jedenfalls, dass Du Dir von D oder Deinem schlechten Gewissen nicht diktieren lassen solltest, wie Weihnachten bei Euch ablaufen soll, zumal Dich Dein Liebster darin ja auch unterstützt. Fragt D doch vielleicht mal, ob er mit einem kleinen Kompromiss leben kann?
Hoffe, dass ich ein bisschen weiterhelfen konnte? :was: Wünsche Euch auf jeden Fall schöne Weihnachten und wenig Stress.
LG,
Marielisa |
|
|
| engeline |
:danke: Euch beiden,
was ich spontan an Euren Antworten sehe, ist, dass wir mit D noch einmal vorher in Ruhe darüber reden sollten.
Gerade hat er meinem Mann mitgeteilt, dass er sich auch schon so darauf freut, mit uns Weihnachten in die Messe zu gehen. Wir werden ihm anbieten, mit uns an einem anderen Tag mal in die Messe zu gehen, wenn er sich dafür interessiert (A, B, C sind von ex-evangelischen Eltern anthroposophisch getauft und konfirmiert, D anthroposophisch getauft und evangelisch konfirmiert, mein Mann und ich sind seit 3 Jahren katholisch, meine Kinder sind in jeder, absolut jeder Hinsicht entwurzelt), aber Heiligabend ist das nur für Menschen erträglich, die sich gerne in Menschenmassen tummeln und ich gehe lieber zu anderer Zeit.
Unser Baum wird ca. 60 cm Höhe haben und mit Wurzel im Topf stecken. Als "Übertopf" hat sich ein großer Suppentopf bewährt, der auf einem Hocker steht. Das Ganze wird mit einer bunten, aber nicht blinkenden elektrischen Lichterkette umwunden - das ist es. Nach Weihnachten wird der Baum im Wald hinter dem Gartenzaun ausgewildert und wird, wenn er groß ist, unseren Sichtschutz zum Waldweg hin verstärken ... Wenn D zur "Hilfe" kommt, müsste er die Tage vorher mal vorbeikommen, was für ihn 1 1/2 Stunden Weg für die einfache Strecke bedeutet und für uns einen zusätzlichen Termin, der meinen Mann zusätzlich anstrengt. Wenn wir wegen der "Hilfe" schmücken, kochen, feiern an einem Tag müssten - bei den in der Luft wabernden Konflikten - würden wir wieder mal krank vom Fest, was wir so gerne dieses Jahr vermeiden würden ... :hope:
Aber mir ist auch klar, dass ich mir sicher manchen Wunsch der Kinder nur einbilde. Wir hatten letztes Jahr schon A mit Gatten bei uns, der eine traditionelle Mutter mit allem festlichen dran und drum hat. Ich war die ganze Zeit *ngstlich, ob der sich bei unserer runtergefahrenen, entstressten Festesart mit Spaghetti Bolognese statt unverdaulicher Gans und Obst statt Schokolade gut fühlt. Hinterher hat er von sich aus und sehr spontan gesagt, zu uns käme er so gerne nächstes Jahr wieder, immer diese Esserei bei seiner Mutter, hinterher wäre ihm immer schlecht und jetzt ginge es ihm gut auch nach der Feier ... :D
Engeline
Beitrag ergänzt um 15:46 Uhr:
Hups, Marielisa, auch Dir :danke: , ich hatte Dich eben noch gar nicht gesehen.
Das Problem ist eben auch, dass ein zusätzlicher Weihnachtstermin wegen der emotionalen Weihnachtslast so sehr anstrengt, dass wir so gerne mit einem einzigen Termin es gut sein lassen wollten!
Engeline |
|
|
| marielisa |
Juhu engeline,
dann lasst das besser mit dem zusätzlichen Termin und alles an einem Tag, also mit allen zusammen schmücken, kochen, essen, Bescherung und alles sowas, das gibt ja noch mehr Stress und am Ende vielleicht sogar Streit.
Vielleicht reicht D ja auch ein ausführlicheres Tischgebet statt einer anstrengenden Messe und ich glaube auch, dass er in einem Alter sein dürfte, wo er verstehen kann, dass Ihr alles für Euch Mögliche tut, um Weihnachten schön zu gestalten und dass Ihr ein bisschen Rücksicht auf Eure Gesundheit braucht. Wenn er möchte kann er ja bei seinem Eintreffen noch ein paar Strohsterne in Euren Baum hängen oder die Bolognese machen? Dann hat er mitgeholfen und Euch sogar noch Arbeit abgenommen.
Im Übrigen ist ein Weihnachten wie Ihr es vorhabt doch sehr ursprünglich christlich. Finde ich toll. :liebes:
Viele Grüße,
Marielisa |
|
|
|