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Immer wiederkehrender Traum - Klicken Sie HIER um das ursprüngliche Thema anszusehen

    shawnee
    ...der mich ebenfalls vergessen läßt, wie es ist,
    eine Nacht durchzuschlafen..


    Die Welt ist im Kr*eg, einmal nur schlagen die Atomraketen ein.
    Ich liege in einer Mulde auf einem weiten Feld und
    höre die Einschläge und spüre die Hitze, die über mich
    hinwegbr*llt.
    Dann ist alles ruhig.
    Kein Vogel zwitschert mehr, kein Blatt raschelt.
    Alles t*t.

    Die Menschen, die ich sehe, laufen herum, unkoordiniert, in Lumpen gehüllt. Sie haben Verl*tzungen, schwere Verl*tzungen, manchen fehlt die Hälfte ihres Gesichtes.
    Kein Wasser, keine Strom, keine Nahrungsmittel.
    der n*ckte K*mpf ums Überleben hat begonnen.

    Wo andere sich solidarisch zusammenrotten, bin ich
    alleine. Treffe auf Gruppen und versuche Anschluss zu finden. Sie bepöbeln mich und verscheuchen mich.
    Ich werde immer schwächer, habe so großen Durst.
    In einem Haus sind Kinder, viele Kinder, sie w*inen, sie w*inen so schr*cklich. Kein Erwachsener ist um
    sie herum.
    Ich habe nicht die Kraft mich um sie zu kümmern und mein Herz läßt mich nicht fliehen.
    Auch wenn ich nicht mehr kann, so beginne ich, die Kinder zu trösten...zu waschen, mit Limonade...ich schenke den Kindern die Limonade zum Waschen...und gönne mir selber keinen Schluck...

    Dann wache ich auf und schlafe nicht mehr ein.

    Shawnee
    keyla
    Liebe Shawnee,

    als ich gerade den Traum las, kam mir spontan der Ausdruck "Allein in der Katastrophe" in den Kopf. Dabei mußte ich auch daran denken, dass es für mich - obwohl ich das niemandem wünsche - etwas sehr Tröstliches hatte zu merken: Es gibt andere Menschen, die diese "inneren Katastrophen", den seelischen SuperGAU kennen und es gibt darin so eine Art Gemeinschaft. ich habe mittlerweile viele Freundinnen, die auch tr*umatische erlebnisse hatten - nicht immer einfach, weil man dann ja auch manchmal mit seinen Schattenseiten aufeinanderknallt, aber es ist doch immer ein Gefühl, eine Erfahrungswelt teilen zu können. Das andere Motiv ist ja das der weinenden Kinder. Das finde ich manchmal sehr schmerzhaft, dass es allein unsere Aufgabe ist, den verwundeten Kindern Trost zu geben...und das es wohl tatsächlich eine Lebensrealität ist, dass das niemand anders kann. In den Flugzeugen ist es ja immer so, dass bei den Sicherheitshinweisen gesagt wird, die Erwachsenen sollten sich bei einem Absturz erst selber die Atemmasken anziehen, bevor sie den Kindern helfen...daran mußte ich bei deinem Traum denken...für mich hat das auch etwas davon, die Frau, die heute lebt, ebenso zu versorgen wie die verwundeten inneren Kinder, bei denen es ja auch manchmal scheint, als bräuchten die unsere ganze Kraft und Aufmerksamkeit, so dass man die gegenwärtige Person darüber manchmal vollkommen vergisst.

    Was denkst Du könnte vielleicht die Shawnee von 2008 gerade brauchen an Nahrung, Versorgtwerden, Hilfe?

    Liebe Grüße

    Keyla
    shawnee
    Liebe keyla,

    jetzt - viele Stunden später - kann ich das, was Du schreibst für meinen Traum sehen.
    Das ich mich sehr alleine fühle - zum einen, weil ich die Einsamkeit selber gewählt habe - zum anderen, weil niemand das nachvollziehen kann, wie es in mir aussieht. Es gibt nur ganz, ganz wenige Menschen um mich herum, die von meiner Geschichte wissen; wenige überhaupt und dann nur einen Bruchteil.
    Als ich mal in einer SHG war, kam ich mir nicht so "einsam" vor - da waren Fr*uen, die hatten ähnliches L*id erlitten.
    So sehe ich das in meinem Traum, das die Menschen mich nicht verstehen.
    Ja, und die vielen Kinder und der Trost...
    Ich kann mir selber so wenig Trost geben, arbeite ich immer noch in der Therapie an Sch*ld- und W*tgefühlen wegen "meiner inneren Kinder".

    Was ich heute - 2008 - brauche?
    Mir fällt es so schwer, in Worte zu fassen, was ichb brauche - geschweige denn, etwas zu fordern.
    Meine Therapeutin hätte mir alles gegeben - letzten Donnerstag, als ich eine schweigsame Stunde hatte...
    Vorhin kam mir das Bild in den Sinn: ich gehe nächstes Mal zu ihr, lege mich hin und w*ine.
    Und stehe nie wieder auf...wobei ich weiß: nach 50 Min. werde ich wieder aufstehen.

    Schutz...fehlt mir....
    Sicherheit in mir selber...
    Das Gefühl, auch gemocht zu werden, wenn ich nicht lustig bin. Habe ich grad in der Firma erlebt: ich war nicht lustig, ich war nicht gut gelaunt, ich habe nicht funktioniert...ich war still, in mich gekehrt und schon hieß es: "Schlechte Laune heute, was? Willste 'nen Stück Schokolade?"
    Die Schm**zen heilt keine Schokolade und sie macht sie nicht weniger..
    Also, Lächeln und nicht zeigen.
    Manchmal stelle ich mir vor, ich stehe auf dem Rathausplatz in Hamburg und habe ein Megaphon und erkläre den Menschen, warum ich so d*ck bin, warum es mir nicht gut geht...
    ...und schon kommen mir beim Schreiben dieser Worte, die Tränen.

    Shawnee