| pirol |
Ich möchte zu einem thema schreiben, das mich nicht verlässt: eine beziehung ganz ohne körperlichkeit und nähe stellt sich für mich auf dauer sehr schwierig dar.
Wenn Euch das zu nah geht, lest nicht weiter,
ich werde mich jedoch bemühen, wenig konkret zu schreiben.
wie an anderer stelle schon beschrieben, ist meine partnerin betroffene.
seit einem halben jahr kann sie keinerlei nähe mehr zulassen
körperlichkeit hatten wir davor immer seltener.
der zusamenhang zwischen meinem wollen und ihrem nicht zulassen können angesichts des mbs ist mir bewusst
und ich kann auch schon in ihrer - zeitlich seltenen - gegenwart jegliches wollen sein lassen.
die möglichkeiten, mir selbst gutes zu tun, sind mir nicht zuwider, ich kann mich auch (wenn auch nicht immer) gut mit mir und meinen themen auseinandersetzen, da erziele ich auch fortschritte. ich hab neben meinem beruf, dem ich viel zeit widme, dinge, die ich gerne tue, ich habe freunde und gute freunde, bei welchen ich mich ausheulen darf,
… nur ich brauch nur auf die strasse zu gehen und ein paar menschen zu sehen und schon hab ich ein problem:
ich sehe menschen, die ihre reize nicht verstecken, ich fühle mich angesprochen, ich möchte nähe und körperlichkeit leben, ich möchte auf diesen teil des lebens nicht verzichten.
dann bin ich völlig zerrissen und frustriert und zieh mich nach hause zurück und gehe wenig raus. Ich möchte so gerne die geduld aufbringen, locker auf die mögliche langsame heilung meiner partnerin zu vertrauen und abzuwarten, wie wir da ganz langsam wieder nähe zulassen können – aber woher die kraft dafür nehmen, wenn ‚draußen das normale leben’ pulsiert mit seinen reizen, seinen spielen, seiner freude und leichtigkeit?
hat hier jemand erfahrungen oder gedanken dazu, die er/sie mir mitteilen möchte?
Ich bin gespannt, auf eure antworten.
pirol |
|
|
| silvermonas |
Hallo Pirol
Ja das ist ein ganz schwieriges Thema,
ich verstehe Deinen Wunsch nur zu gut
und leider kannst Du auch nichts anders tun, ausser abzuwarten ob Deine Freundin diese intime Nähe irgendwann mal wieder zulassen kann, mit Dir
Bei mir war es genauso, als mir mein ganzes Trauma bewusst wurde, hbe ich jegliche Nähe zu meinem M*nn eingestellt
einige Jahre später spürte ich aber das ich diese Nähe mit anderen Menschen ausleben konnte
ich fragte nich warum
erst dachte ich, es lege daran, weil ich in Wirklichkeit Frauen liebte, hatte dann Beziehungen zu Frauen, aber ich weiss das es das nicht war
sondern, es sass viel tiefer, viele Menschen suchen sich das was sie kennen
also eher das Unterbewustein sucht sich das
und so kam ich dahinter warum ich ausgerechnet diese Beziehung zu meinem M*nn nicht mehr ausleben konnte
denn er erinnerte mich an Personen aus der Vergangenheit
natürlich ist er kein T'ter und hat auch kein T'ter verhalten
aber irgendwann wurde mir bewusst das erzb einem T'tern äusserlich sehr ähnlich sieht
dann hat er ein "weg seh verhalten, wie einige Personen aus meiner Vergangeheit die wegsahen wenn es mir dreckig ging
vieles was mich dann an ihm anfing zu triggern
und das ist leider nicht seltend das sich Menschen suchen was sie kennen
zb eine Frau heiratet einen Alkohliker so wie es der V*ter war
und ihr nächster M+nn ist ebenso Alkohliker
vieles widerholt sich im Leben
das wäre auch eine Überlegung ob Du sie an irgendwem von damals erinnerst, vieleicht das aussehen ?
so das es ihr unmöglich macht mit Dir intim zu werden |
|
|
| pirol |
hallo silvermonas,
schön so schnell von Dir zu hören!
und das bei so einem thema!
ob ich meine frau an den täter erinnere weiß ich nicht, meine 'unlockere art' vielleicht. mein aussehen orientiere ich z.b. seit jahren auch nach ihren wünschen, alles was sie ablehnt, mache ich nicht (bart, längere haare).
aber sie hat bis jetzt keine genaue erinnerung und die person ist seit jahren tot - schwer einzugrenzen, wenn an dem thema was dran ist.
darf ich fragen, ob Ihr zwei denn neue wege zur intimität gefunden habt mit diesem wissen?
und magst Du vielleicht was dazu sagen, wie Dein m*nn diese jahre mit der situation die Du geschildert hast, zurecht kam?
antworte darauf nur, wenn es passt,
vielen dank für Deine Gedanken in jedem fall!
pirol |
|
|
| hella |
Hallo Pirol,
ja, ein schweres Thema.
Ich kann Deine Wünsche sehr gut verstehen und auch nachvollziehen, dass es schwierig ist, damit umzugehen. Aus meiner Sicht kann ich Dir mitteilen, dass die andere Seite meist genauso drunter leidet. Und das macht es auch so kompliziert.
Mit meinem Partner habe ich eine Möglichkeit gefunden, damit umzugehen, dass wir beide gut damit leben können.
Zunächst mal drüber im Gespräch bleiben, damit jeder weiss, wo der andere steht mit Wünschen und Sehnsüchten und Möglichkeiten. Und dann gibt es bei uns eine ganz grosse Breite von Körperlichkeit, die wir leben. Wenn nicht mehr viel geht, dann geht aber meistens immer noch Hand in Hand spazieren zu gehen. Klingt erstmal nicht viel, ist aber trotzdem in Ordnung für uns. Und wenn mehr geht, dann geht halt mehr.
Und zu dem, was Silvermonas schrieb, möchte ich noch einen ähnlichen Gedanken anfügen.
Ich kenne es auch, dass mich mein Partner triggert, was ja auch völlig klar ist. Wenn ich mit ihm wirklich int*m werden will, dann muss ich mich ihm wirklich hingeben. Mehr als jedem anderen, mit dem ich Kontakt habe. Und natürlich ist das die gefährlichste Situation, die mir passieren kann. Das hat mit meinem Partner, so wie er ist, erstmal gar nichts zu tun, sondern einfach nur mit der Tatsache, dass ER derjenige ist, der mir am nähsten ist, hier müsste ich mich am meisten zeigen und öffnen und das ist mit alten Geschichten verbunden, die ich hier im Kontakt kaum vermeiden kann. In einer normalen Freundschaft hat man diese Ebene ja nicht und das kann deshalb viel leichter sein, als eine Beziehung zu leben.
Ich hoffe, Du findest einen für Dich gangbaren Weg,
hella |
|
|
| pirol |
Danke hella,
ganz schöne worte von Dir,
tut mir sehr gut, und weiss ich sehr zu schätzen, dass Ihr so darüber schreiben könnt!
das mit mir als der nähesten person und der damit verbundenen gefährlichkeit ist bei uns wohl auch so.
das mit darüber im Gespräch bleiben wäre genau meins, das kann sie aber fast gar nicht zulassen, weil sie das als druck empfindet,
hand in hand spazieren wäre schon super... seufz, geht aber gar nicht, und schon seit jahren nur selten.
ich bin weiter auf der suche nach einem guten weg für mich,
vielen dank Dir
pirol |
|
|
| hella |
Hallo Pirol,
bitte, wenn ich Dir irgenwelche hilfreichen Gedanken dalassen kann, dann tue ich es gerne. :)
Dass sie ein Gespräch als Druck empfindet, kann ich auch gut nachvollziehen. Wenn sie zu sehr belastet ist, dann hilft tatsächlich nur, die Reize zu verringern. Eventuell ist auch Ansprechen dann schon zu viel. Da hllft vielleicht wirklich eher Reizabschirmung, alleine sein. Und es wäre gut zu wissen, dass Du im Hintergrund da bist. Aber ohne was zu wollen von ihr.
Wenn es wieder besser geht, aber auch Händchen halten nicht möglich ist, dann reicht es vielleicht auch schon mal, zusammen auf dem gleichen Sofa zu sitzen und zu lesen und einfach nur spüren, dass da ein Kontakt zwischen Euch da ist und dieser ungefährlich ist und bleibt. Möglicherweise ist das gerade schon die obereste Reizschwelle, die Deine Partnerin gerade aushalten kann.
Hat sie denn irgendwelche Wünsche nach Körperlichkeit, die sie gerne mit Dir erleben würde?
Liebe Grüsse,
hella |
|
|
| pirol |
wir haben gestern zu zweit in einem zimmer fußball geschaut - klar zeitlich definierte situation ohne weitere gespräche - das war die beste begegnung seit sechs monaten. ein kleiner großer schritt.
sie kann nach wie vor keine wünsche formulieren, sie sagt/schreibt, sie hat zu diesem thema gar keinen zugang.
liebe grüsse auch
pirol |
|
|
| hella |
Lieber Pirol,
na, das klingt ja, als wenn da doch was geht. Wenn auch vielleicht anders, als in anderen Beziehungen. Aber das sollte Euch nicht kümmern.
Scheint so, als wenn sie mit Sprechen gerade nicht viel anfangen kann, dann ist das auch gerade nicht der Weg. Dann kuckt halt zusammen Fussball, weil der Zeitraum abgegrenzt ist und klar ist, dass sie sich danach wieder zurückziehen kann. Vielleicht braucht sie gerade so viel Abstand. Und wenn es ihr gerade sehr schlecht geht, kann es einfach sein, dass sie so ein Abend mit Dir schon so anstrengt und aufregt, dass sie dann echt wieder Pause braucht. Sei Dir sicher, dass nicht DU der Grund dafür bist. Das sind alte Gespenster, mit denen sie da kämpft.
Du kannst natürlich trotzdem zeigen oder besser sagen, dass Du sie magst (wenn es denn so ist) und das wars dann schon erstmal.
Jetzt müsstest Du dann noch überlegen, ob das für Dich so o.k. ist und wenn ja, für wie lange. Denn trotz aller Unterstützung, die Du ihr geben kannst, solltest Du ebenfalls natürlich Deine Wünsche und Sehnsüchte erfüllt bekommen.
Erstmal Gute Nacht,
hella |
|
|
| shawnee |
Lieber pirol,
erstmal finde ich es ganz wunderbar, das Du Deine Partnerin so schätzt und liebst, das Du Deine Wünsche und Bedürfnisse so zurückstellst, das es schon fast schm**zhaft herüberkommt.
Es ist auch schwer, sich diesem Thema zu widmen, sich auseinanderzusetzen.
Doch es wäre fairerweise auch ein Entgegenkommen Deiner Partnerin, wenn sie sich darüber einmal äußern würde, bzw. mit Dir reden.
Mich hat es sehr viel Kraft gekostet, meinem M*nn - mal wieder - zu sagen, das k*rperliche Nähe zurzeit nicht möglich ist und ich nicht weiß, wie lange ich brauche.
Er akzeptiert das und er ist doch "nur ein M*nn", der Wünsche hat und diese nicht erfüllt bekommt.
Da denke ich auch manchmal: wo bleibt seins?
Kann ein M*nn seine Sehnsüchte soweit und solange zurückstecken? Es ist ja nicht so, das er mit irgendeiner Fr*u Nähe haben möchte, sondern mit mir!
Auf alle Fälle ist es nicht einfach, mit einem M*nn zu leben, ein M*nn triggert oftmals, und sei es nur eine Geste, eine Mimik. Ich kann das schon ganz gut auf mich aufpassen, aber....
Die Worte darüber nicht verlieren wäre schon wichtig.
Ich weiß nicht, ob es möglich ist, ganz vorsichtig einmal zu fragen, ob sie nicht auch manchmal nur eine Hand halten möchte...als Zeichen, das da jemand ist, der ganz vorsichtig mit ihr umgeht?
Vielleicht kennt sie ihre Grenzen aber nicht genug, tut etwas, was sie nicht will und dann ist es noch schwerer.
Ich lernte nach langem Aufenthalt in einer psychsom.
Klinik, das ich lernen darf, auf mich zu achten, auch was K*rperlichkeit anging und so tastete ich mich langsam vor. Mein M*nn machte da - g*ttseidank - mit und es hat lange gedauert.
Ich durfte alles bestimmen.
Es ist w*hnsinnig schwer für Dich, ich erkenne das beim Schreiben meiner Worte. Das ich mit meinem M*nn schon ein großes Stück weiter bin.
Vielleicht kannst Du ihr immer wieder versichern, das sie jederzeit Halt und Stop sagen kann - egal, ob Händchen halten, Küßchen geben, ein wenig streicheln....
Das Du ihr auch etwas geben möchtest, nämlich Vertrauen dahingegehend, das nicht alle M*nner w*h tun.
Shawnee
P.S. Aber, Deine Frage war: ist eine Beziehung ohne k*rperliche Nähe überhaupt möglich? Ja, ist sie.
Wir leben sie jetzt das 6. Jahr - nicht in Folge, aber 5,5 Jahre waren es an einem Stück. Jetzt wieder seit Monaten....ich kann einfach nicht anders und mein M*nn akzeptiert das. |
|
|
| silvermonas |
Hallo Pirol
ich antworte Dir gerne auf Deine Frage, aber bitte orientiere Dich nicht an meiner Antwort und verliere deshalb nicht gleich den Mut für Deine Beziehung
denn bei mir sieht es folgender weise aus"
wir haben null intimität mehr zusammen, nicht mal einen Kuss nicht mal eine Umarmung
ich ertrage das selbst nach sovielen Jahren immer noch nicht
wir leben wie Freunde zusammen, und jeder hat in unser grossen Wohnung seinen eigenen Berreich,dh auch getrennte Schlafzimmer
und ich weiss ich will es auch nie wieder mit IHM
ich habe Dir ja schon geschrieben das ich mich dann einige Jahre an Frauen gehalten habe
weil ich glaubte, das wäre es, ich stehe in wirklickeit gar nicht auf M*nner
ich war Jahrelang auf ser Suche nach mir selbst nach meinen Wünschen
ich konnte sie auch nicht äussern weil ich sie gar nicht wusste
mittlerweile, ist mein grosser Wunsch wieder Nähe und intimität mit einem M*nn zu erleben,ich spüre auch endlich wieder das ich mich sogar richtig in M*nner verlieben kann, dieses Gefühl war ja auch nie richtig da
aber diesen Wunsch werde ich defintiv niemals mehr mit meinen M*nn ausleben das steht fest
wie er damit umgegangen ist,das kann ich Dir nur schwer beantworten, weil ich mittlerweile weiss das mein M*nn auch eine Persöhnlichkeitsstörung hat
die es ihm nicht zulässt Gefühle wahrzunhemen und zu zeigen
daher konnte ich nie erkennen wie es ihm damit geht
weil er weder Traurigkeit noch sonst was an Gefühlen zeigen kann
auch kann man mit ihm leider über solche Dinge gar nicht reden
obwohl ich ihm gerne einiges erklärt hätte
eine Möglichkeit wäre doch auch das Du Deiner Frau Deine Gefühle aufschreibst , wenn sie nicht reden kann,aber vieleicht liest sie es |
|
|
| pirol |
hella, shawnee und silvemonas,
bewegt mich sehr, dass Ihr mir so viel von Euch mitteilt!
!
danke.
silvermonas, toll, dass Du wieder so da bist!
ich verlier nicht den mut für meine beziehung, wenn ich Deins lese, es ist jedoch sehr wertvoll für mich, so ehrliche (und schwere) erfahrungen zu lesen.
das gibt mir auch kraft, im sinne von nicht allein zu sein!
Ihr habt mir so viel geschrieben, da brauch ich noch ein bißchen zeit, um alles angemessen anzuschauen!
wichtig für mich im augenblick, von dem manchmal so überwältigenden gefühl: und wo bleib ich?
wieder runter zu kommen und die themen wieder differenzierter sehen zu können.
spannend das thema mit der reizabschirmung. das ist für meine partnerin bestimmt ganz wichtig und der umgang damit noch im werden -
aber ich merke, das ist auch für mich ein riesen thema.
denn um selbstschutz in schwierigen zeiten kümmere ich mich gerne zu wenig...
alles gute und nochmal vielen lieben dank!
pirol |
|
|
| silvermonas |
Hallo Pirol
Das ist ganz wichtig das Du Dich auch um ich kümmerst
damit Deine Gedanken wieder frei werden, Erholung finden
und dieses Thema dich nicht so einkreist und Dich zum Schluss auch noch gef*ngen nimmt,Du musst der Starke bleiben um Deine Frau helfen zu können |
|
|
| pooh |
Lieber Pirol!
Ich möchte nur sagen: Schön, dass es M*nner wie dich gibt! M*nner, die sich Gedanken machen. Man merkt, wie sehr du dich bemühst und das ist dir hoch anzurechnen.
Alles Gute, Pooh |
|
|
| cosmea |
Hallo Pirol !
Ich fürchte, ich werde mich mit meinen Ansichten unbeliebt machen, möchte dir aber meine Gedanken dennoch nicht vorenthalten.
Einerseits finde ich es natürlich achtungsvoll und wunderbar, wie sehr du dich auf die Dinge deiner Frau einlassen magst. Einfühlsame Männer sind selbstverständlich sehr zu schätzen.
Aber ich schaue mal eine andere Seite der Medaille an...
DU hast auch Bedürfnisse. Und zwar ganz berechtigte und normale. Es mag gut sein, Kompromisse zu schliessen, in der Liebe tut man das. Aber ein Kompromiss beinhaltet immer etwas von den Wünschen beider Beteiligten.
Dein Leben zieht an dir vorbei. Deine Sehnsüchte nagen an dir und deiner Seele und früher oder später werden dich die vielen Verzichte auf die eine oder andere Weise krank machen. Es ist für niemanden auf Dauer zuträglich, nur zu verzichten und ewig unbefriedigt zu sein, nur von der Erfüllung eigener Bedürfnisse zu träumen und sie nie zu bekommen.
Wir Betroffenen sollten das wissen. Denn wir sind die, die verletzt wurden, tief, durch Menschen, die sich nicht um unserer Bedürfnisse gescherrt haben.
Liebt dich deine Freundin/Frau genug, um dir diesen Schmerz ersparen zu wollen ? Was also TUT sie, außer deine Rücksicht fordern?
Und du selbst ? Wie weit willst du gehen, was wirst du zulassen an Selbstkasteiung ?
Betroffene sollten meiner Meinung nach mit Liebe, Achtung und Rücksicht behandelt werden, aber wir sind AUCH gefordert, Heilung zuzulassen, anzustreben oder wenigstens unseren Schmerz nicht auf andere Menschen zu übertragen. Achtung und Respekt : für Menschen, die diejenigen, die sie lieben, leiden lassen ?
Die Situation ist schwierig. Für beide. Nicht nur für sie.
Vielleicht ist an meinen Gedanken auch was dran.
Lieben Gruß
Cosmea |
|
|
| haikala |
Ja, die Situation ist schwierig für beide. Ich/wir haben davor kapituliert - und gehen jetzt getrennte Wege. Auch hier setzen sich alte Verletzungen fort, man gibt sie weiter, auch wenn man nicht will - aber sich andersherum selbst verletzen zu lassen schien mir genauso unangemessen. Und aus dieser Spirale herauszukommen schien mir unmöglich und scheint es momentan (für mich) immer noch. Lösungen? Keine in Sicht. Hm. :(
Lieben Gruß dir, euch, allen... und Cosmea :danke: dass du deine Gedanken mit uns teilst, auch wenn sie unbequem sind!
h. |
|
|
| cosmea |
Vielen Dank Haikala, für deinen Zuspruch..... ich habe immer - trotz allem - Angst, wenn ich meine Ansichten äußere und weiß, sie sind vielleicht nicht ganz so willkommen. Da tut sowas gut. Danke !
Liebe Alle..... das Thema bewegt mich. Seid mir nicht bös, bitte, und lest vorsichtig, auch wenn ich mich am Sternchen setzen versucht habe.
Lieber Pirol !
Ist es wirklich richtig, wenn du dich (wieder?!) mehr anderen Aspekten zuwendest, als der Frage nach DEINEM Empfinden ?
Spricht vielleicht deine Seele : "Kümmer dich um mich" und dein Verstand "aber,....." ?
Ich möchte dir nicht zu nahe treten, bitte verzeih wenn dir was hier krumm ankommt. Ich bin sehr bewegt von dem Thema und von deinem "Schicksal", denn auch ich habe einen Mann den ich liebe, und der viel Schwieriges mit mir aushält und es macht mich traurig.
Nähe, Berührung, Vertrauen, S*x....... das fällt eigentlich nie ganz und gar leicht.
Aber ich möchte nicht in meiner Vergangenheit bleiben und ich möchte nicht meine Vergangenheit als Dauerentschuldigung gelten lassen dafür, wenn ich andere Menschen verletze. Und den Mann der mich liebt (und den ich liebe) zurück zu weisen ist für ihn mit Sicherheit eine ziemlich große Verletzung.
Wissen wir doch, oder ? Es fühlt sich so "Aua" an, wenn man Nähe sucht und zurück gewiesen wird !
Ist Trennung die einzige Möglichkeit ? Manchmal wohl. Aber ich denke, nicht immer.
Wir Betroffenen sind so emtional. OK. Aber haben wir nicht auch noch unseren Verstand ?
Wir haben so viel überlebt und ausgehalten. Können wir da nicht gemeinsam mit einem liebenden Menschen um ein Glück kämpfen und um dessen willen, einen Schmerz aushalten, aus dem etwas Neues, Schöneres erwachsen kann ?
Ich meine nicht Selbstaufopferung. Da bin ich ganz dagegen. Aber Heilung ganz ohne Schmerzen gibt es wohl nicht. Wenn ich mir ein Bein breche tut der Gips drunherum auch weh, ist unbequem, behindert. Und dennoch ist er notwendig. In einem gewissen Maß Bereitschaft haben, etwas zulassen, ein gewisses Risiko auch selbst eingehen..... schließlich nehmen wir das von den uns Liebenden ja auch gerne entgegen. Sollten wir es da nicht auch selbst zu geben bereit sein ?
Es tut mir leid, aber ich persönlich denke, wenn da gar nichts geht ist die Liebe nicht groß (genug). Für mich ist das dann ein Sieg der Vergangenheit oder/und der Bequemlichkeit.
Die Gefahr ist groß.... jede(r) kann vom *pfer zum T*t*r werden, und sei es durch Untätigkeit.
Und jede(r) kann schnell zum *pfer werden, aus Liebe. Stillhalten, aushalten, nicht wissen was tun, wie sich wehren, wie den anderen bewegen, wie lange noch..... sorry, aber kommt uns das nicht bekannt vor ?
Es gab eine Zeit, da war ich gar nicht wirklich liebesfähig, aber ich wußte es nicht. Ich fühlte : "Ich will den Mann da nicht verlieren" aber es war Angst, nicht Liebe. Liebe beeinhaltet die Sehnsucht nach Berührung. Nähe der Seele, aber auch des Körpers. Das jedenfalls ist meine Überzeugung.
Viele viele Gedanken...... noch..... aber ohne Sortierung bleiben sie heut besser bei mir.
Lieben Gruß
Cosmea |
|
|
| hella |
Liebe Cosmea,
auch von mir ein Danke für das Mitteilen Deiner Gedanken. Unbequem finde ich sie nicht, aber sehr lehrreich.
Liebe Grüsse,
hella |
|
|
| pirol |
liebe hella, cosmea, haikala, pooh, silvermonas,
jetzt bin ich sehr berührt von Euren wertvollen gedanken -
danke
berührt triffts aber nicht allein, hinter manchen worten stecken für mich auch abgründe, die sich auftun
- die mit viel energie zugedeckt waren
ich werd jetzt ganz sorgfältig auf mich aufpassen
und hier eine kleine pause einlegen - portion selbstschutz -
aber bitte nicht falsch verstehen:
es ist für mich sehr wertvoll, dass Ihr Eure gedanken mit mir teilt!
!
bis bald
pirol |
|
|
| amie |
Ein liebes Hallo an Alle,
hallo pirol,
hat mich sehr aufgewühlt dieser Thread. Vieles was da
steht kenne ich nur zu gut. Ich werde keine ** setzen,
jedoch vorsichtig schreiben.
Ich habe seit fast 2 Jahren eine Beziehung, die eher
recht wie schlecht... im Moment sehr schlecht vor sich
hindümpelt. Die vielen Dinge die man sich an den Kopf
geworfen hat, egal wer oder was die schlimmeren sagte,
haben mich wieder zur Unnähe getrieben. Cosmea schrieb
wir haben es in der Hand und in unserem Kopf Verstand.
Das stimmt, doch leider kann der Verstand nicht gegen
die eigene Seele gehen oder gegen den Körper.
Ich habe immer noch das Bedürfnis nach Nähe zu meinem
Partner. Doch immer wieder bemerke ich, wie meine Nähe
mit seinem Verstehen meiner Seele verbunden ist.
Leider versteht er vieles nicht und wie er sich mit
verletzenden Worten aus dieser "Verantwortung" zieht,
macht mir die Nähe die auch ich brauche unmöglich.
Wenn mein Partner mir sagt, ich schiebe meine Krank-
heit vor und tue nichts daran, sieht meine wenn auch
vielleicht kleinen Bemühungen nicht, interessiert
sich nicht für das Thema meiner Störungen, kann ich
ihn nicht an meinen Körper lassen. Ich brauche Seelen-
nähe bei der körperlichen Nähe. Ohne meine Seele
und wissen das sie gut aufgehoben ist bei ihm, will
ich ihn nicht mehr an mich ranlassen.
Auch ohne das Vertrauen was man braucht vom Gegen-
über ist dies nicht möglich. Oh schwierig zu erklären
alles und ich hoffe es ist einigermaßen verständlich.
Immer mehr habe ich von meinem Partner den Eindruck,
es gehe nur um meinen Körper und nicht um mein
ganzes. Körper, Geist und Seele. Und das bringt mich
innerlich dazu wegzulaufen und auch die wenigen Ge-
legenheiten der möglichen Annäherung nicht zu zu-
lassen. Auch wenn es in diesem Augenblick mein
Bedürfnis ist. Es kommt mir vor als wäre ich dann
ein Objekt, so wie es bei der TaT war und dieses
empfinden ist unerträglich.
Auch wenn ich Tage habe an denen ich sehr getriggert
bin, wodurch auch immer, und mein Partner gibt mir
dort ein Küßchen und wieder und wieder.. und ich
denke warum merkt er das nicht... einfach furchtbar,
weil ich mich unfähig fühle seine Gefühle nicht
annehmen zu können... Man das macht mich erst ver-
zweifelt und je größer diese wird irgendwann wütend.
Es ist auch in den Momenten nicht möglich zu sagen,
bitte jetzt nicht, weil dann wieder es geht nur um
dich von ihm kommt und wie sehr ich seine Bedürfnisse
vernachlässige. Ich denke dann, mach ganz dicht und
er wird irgendwann schon gehen und sich das suchen
was er braucht. Ich weiß nicht ob dies eigennützig
von mir ist oder ich damit wirklich meine Liebe zu
ihm beweisen will.. in dem ich ihn loslasse und die
Möglichkeit gebe was für sich und seine Gefühle zu
tun...
Hm... ziemlich schwierig das alles..
Liebe Grüße
Amie :blume: |
|
|
| silvermonas |
Hallo Amie
Du hast die Worte gefunden die ich nicht gefunden haben
Seelennähe
ja genau das ist auch das ewas in meiner Ehe immer fehlte
nie verstand er wie es mir geht
und nie wollte er es verstehen, trotz viele Versuche der Erklärung
ich möchte mit einem Parter in allen Bereichen verbunden sein
und nicht den wichtigsten Teil der Seele auslassen müssen
aber bei Pirol ist es ja so das er sich sehr kümmert sehr versteht bzw verstehen lernen will
sehr Rücksicht nimmt
sowas hat mir immer sehr gefehlt |
|
|
| pirol |
danke silvermonas,
das hat jetzt gut getan: ‚verstehen lernen will’ !
jetzt bin ich schon wieder da
ich versuch jetzt mal, manche Eurer beiträge von mir persönlich und meiner beziehung wegzuhalten – ich neig ja schon dazu, mir jeden schuh anzuziehen, deshalb: danke silvermonas.
Ihr spiegelt mir und Euch gegenseitig in der ungeheuren fülle und intensität der beiträge die große bandbreite in diesem thema (seelennähe, die spirale des wiederverletzens und des wiederholens von alten schutzmustern, das nichtzulassenkönnen von der gefahrvollen nähe zur nähesten person, die frage nach trennung oder zusammenbleiben, das suchen, suchen, suchen, …)
liebe cosmea, Deine zeilen waren für mich zuerst heftig:
cosmea schrieb: „Liebt dich deine Freundin/Frau genug, um dir diesen Schmerz ersparen zu wollen ? Was also TUT sie, außer deine Rücksicht fordern?“ und:
„ich möchte nicht meine Vergangenheit als Dauerentschuldigung gelten lassen dafür, wenn ich andere Menschen verletze. Und den Mann der mich liebt (und den ich liebe) zurück zu weisen ist für ihn mit Sicherheit eine ziemlich große Verletzung. …
… Es tut mir leid, aber ich persönlich denke, wenn da gar nichts geht ist die Liebe nicht groß (genug). …
… Die Gefahr ist groß.... jede(r) kann vom *pfer zum T*t*r werden, und sei es durch Untätigkeit. …
Und jede(r) kann schnell zum *pfer werden, aus Liebe. Stillhalten, aushalten, nicht wissen was tun, wie sich wehren, wie den anderen bewegen, wie lange noch.....
… Es gab eine Zeit, da war ich gar nicht wirklich liebesfähig, aber ich wußte es nicht. Ich fühlte : "Ich will den Mann da nicht verlieren" aber es war Angst, nicht Liebe. …“
, da musste ich mich ersteinmal abgrenzen, weil sie mir so sehr aus der seele sprachen, das es sehr schmerzte.
… aber jetzt möchte ich Dir ganz viel dafür danken!
für Deinen mut und Deine offenheit und ehrlichkeit!
was davon für jede/n zutrifft, muss natürlich von jeder/m hier sorgfältig geprüft werden.
für meine beziehung ist daran das verzwickte, dass die themen ja zum teil angesprochen waren, und gerade das ansprechen die aktuelle situation ausgelöst hat – weil meine frau total verunsichert und überfordert mit den antworten ist und deshalb – so glaub ich – vor einem halben jahr mit rückzug und wut gegen mich reagiert hat.
Ob Ihre liebe zu mir groß genug ist, oder ob sie die beziehung nur aus angst, mich zu verlieren nicht endgültig beendet,
diese zwei fragen rauben mir tatsächlich viele viele stunden im zweifeln
und nur sie kann darauf antworten finden – aber wann.
wie lange ich das halten will und kann ? …
– das ist ja ein wichtiger grund, warum ich hier bin, um im austausch mit anderen/mit Euch für mich etwas weiter zu kommen, weil so ganz für sich grübelts sich’s besonders uneffektiv.
… ob ich oder irgendein partner damit zum *pfer werde/wird ? – die muster, wie Du beschrieben hast, sind vielleicht tatsächlich ein wenig vergleichbar – ohne jetzt smb irgendwie klein reden zu wollen!
amie: und die seelennähe: das ist ein ganz wichtiger großer wunsch!
… meine frau sieht das – wenn ich ihre gedanken jetzt nicht ganz falsch aus dem kontext reisse – vielleicht ganz anders: wir hatten gespräche, wo sie meinen wunsch auch nach solch einer nähe zurückweist, weil ihre themen (krebs, mb) nur ihre sind, und jegliche zu große seelennähe zwischen uns von ihr als ‚falsch’ empfunden wird, weil ich ‚gesund’ - im sinne von unbelastet - bin und sie nicht. !
das ist sehr schwer für mich – dieses totale zurückweichen.
das ist vielleicht auch eine kleine antwort und frage zugleich an amie:
kann denn der partner diese seelennähe herstellen, ohne damit zu-dringlich, zu-nah - zu sein?
… das erscheint mir eine ganz schwere frage zu sein. …
Euch allen ganz lieben dank für Eure so ehrlichen (und vielen) gedanken!
pirol |
|
|
| hella |
Hallo Pirol,
ich habe den Eindruck, dass sich ja langsam für Dich doch herauskristallisiert, welche Themen, Fragen usw. zwischen Euch bestehen. Das ist doch schon mal gut. Und das Nachdenken über "Deine" zwei Fragen ist sicherlich hilfreich. Leider wirst Du die Lösung dessen aber nicht ohne Deine Frau finden. Das ist natürlich knifflig, wenn sie darüber nicht redet. Aber da denke ich wie Cosmea auch: das ist und bleibt ganz grundsätzlich ihre Verantwortung und ihre Aufgabe in Eurer Beziehung, darüber aufzuklären, zu fragen und im Gespräch zu bleiben.
Ich möchte eine Erfahrung von mir zum Thema "kann der Partner eigentlich verstehen, was in einem abgeht?" anfügen:
ehrlich gesagt glaube ich mittlerweile, dass jemand, der nicht traumatisiert ist, nur bedingt wirklich nachvollziehen kann, was in einem Traumatisierten manchmal so vor sich geht. Und das erklärt für mich auch, warum die Partner dann gelegentlich nicht merken, was mit einem los ist. Abgesehen davon, dass die meisten Betroffenen ja auch gut darin sind, trotzdem nach aussen hin gut zu funktionieren.
Ich habe diese Erfahrung mit verschiedenen Therapeuten gemacht, die selbst betroffen waren bzw. auch nicht und eben dadurch eine unterschiedliche Gabe haben, Dinge zu bemerken bzw. auch nicht.
Ich glaube aber fest daran und so erlebe ich es auch in meiner Beziehung, dass der Partner versuchen kann, so viel wie mögich zu verstehen, damit es klarer wird und einfacher im Umgang. Ich weiss von meinem Partner, dass das nicht immer einfach ist. Und allein dafür, Pirol, dass Du da wirkliches Interesse zeigst und es versuchst, möchte ich Dir schon mal sehr danken. Das ist wirklich nicht selbstverständlich. :gruss:
Pirol, Du schriebst:
"wir hatten gespräche, wo sie meinen wunsch auch nach solch einer nähe zurückweist, weil ihre themen (krebs, mb) nur ihre sind, und jegliche zu große seelennähe zwischen uns von ihr als ‚falsch’ empfunden wird, weil ich ‚gesund’ - im sinne von unbelastet - bin und sie nicht. !
das ist sehr schwer für mich – dieses totale zurückweichen."
Das iat allerdings sehr schwer! Wenn ich das so lese, frage ich mich, ob Deine Frau sich denn dann überhaupt für beziehungsfähig hält oder muss sie da auf jemanden treffen, der ebenfalls betroffen ist? Grübel. Das beschäftigt mich jetzt schon.
Liebe Grüsse, hella |
|
|
| cosmea |
Lieber Priol, liebe Alle !
Gedanken, Fragmente, Ideen, Assoziationen......:
Seelennähe................... ein großer Wunsch, ein schöner Traum, so groß die Sehnsüchte, die dieses Wort auslöst.
Aber woraus besteht Nähe ?
Früher glaubte ich, ich müsse immer verstanden werden. Auch bildete ich mir ein, den anderen verstehen zu können.
Falsch ! Falsch ! Falsch !
Das Seelenleben eines "gesunden" Menschen (noch dazu des anderen Geschlechtes, Männer und Frauen sind eben doch verschieden) ist für mich schwer vorstellbar, schwer zu begreifen, ist eine andere Welt für mich.
Wie könnte es da umgekehrt einfacher sein ?
Unabhängig von der Frage nach "Krank" oder "Gesund " : Jeder Mensch ist anders, ist in der Tiefe seiner selbst individuell, trägt geheime Gedanken und Gefühle mit sich und das ist auch gut so. Dieses ultimative, uneingeschränkte "Verstehen" ist nach meinem heutigem Verständnis eher ein "in Anspruch nehmen" des anderen. Wenn ich meinen Partner wirklich versuche zu verstehen, muß ich auch verstehen, dass er/sie eine kleine Kammer in sich trägt, die nur für ihn selbst ist, und das er/sie anders ist, als ich.
Mein Mann kann mich nicht immer verstehen können ! Der Anspruch, den ich damit an ihn stellen würde ist so hoch, dass kein Mensch ihm gerecht werden kann. Die Ent-täuschung, die daraus bei mir erwächst, habe ich mit einer viel zu hohen Anforderung selbst verursacht.
Für mich beinhaltet Liebe den Respekt der Andersartigkeit des anderen und Nähe kann z.B. auch aus dieser gegenseitigen Achtung und Verlockung der Andersheit sich nähren.
Die Lage wird erschwert, wenn ein Partner traumatisiert ist, egal in welcher Form.
Ich finde, wir Betroffenen übersehen manchmal, dass auch nicht tramatisierte Menschen ihre Verletzungen, Eitelkeiten, Ideale, Bedürfnisse und Ängste haben. Wir sind nicht allein die "Schwachen", jeder Mensch hat verletzte und verletzliche Seiten an sich.
Ich finde es seeeeehr schwer und oft bin ich von den - manchmal auch hilflosen, wütenden und überforderten - Abgrenzungen meines Mannes tief verletzt, aber er MUSS das tun, FÜR sich, nicht gegen mich.
Austausch und Kommunikation sind in der Liebe für mich unerlässlich. Und zwar auch und gerade über die Dinge, die wir unterschiedlich empfinden und erleben, gerade über Schwierigkeiten, Ängste, Sorgen. Ohne Wertung. Ohne "aber das musst du doch so sehen". Mit dem gebührenden Respekt vor den Gefühlen des Anderen (im Idealfall, klappt natürlich leider nicht immer).
Dazu gehört für mich auch, mich für die durch und durch männlichen Gefühlswelten und Umgangsformen meines Mannes zu interessieren und mich dafür zu öffnen, dass sie eben so sind, auch wenn ich manches nicht verstehe. Er DARF so sein. Ich habe keinerlei Recht, ihn zu verändern (so wie ich es auch nicht erlaube wenn jemand an mir rummanipulieren will). Wenn Veränderungen stattfinden, dann aufgrund von eigenem Willen und Streben. Wenn dabei seine Motivation die Liebe zu mir ist, freue ich mich. Aber aus meiner Liebe erwächst noch kein Recht, sowas zu fordern. (Gilt umgekehrt auch)
Oh weh, meine Gedanken rennen.... vielleicht zu viel. Ich mach mal einen Punkt.
Lieber Pirol !
Irrt sich deine Frau denn vielleicht wenn sie denkt, du bist "unbelastet" und sie daher sich nicht mit dir in Nähe und Zuwendung austauschen will ? Wie könntest du von ihren Schmerzen und Sorgen unbelastet sein ? Für mich klingt das fatal nach riesiger Angst, Scham, Verletztheit, Hilfsbedürftigkeit gepaart mit Panik genau davor. Nach einem falschen "Feindbild", nach Triggern, nach Vergangenheit vielleicht, nach Irrtum. Denn einen unbelasteten Eindruck machen zumindest auf mich deine Worte hier gar nicht, ich glaube, du leidest. Weiß sie das ?
Ich hoffe für euch, für den Sieg der Liebe.
Lieben Gruß
Cosmea |
|
|
| amie |
Hallo Pirol,
hallo an Alle,
"das ist vielleicht auch eine kleine antwort und frage zugleich an amie:
kann denn der partner diese seelennähe herstellen, ohne damit zu-dringlich, zu-nah - zu sein?
… das erscheint mir eine ganz schwere frage zu sein."
Ich denke man kann das herstellen, jedoch ist ein Mann
anders gestrickt und verwechselt die von mir gemeinte
Seelennähe mit Nähe des Körpers. Ich habe das nun
etwas verallgemeinert, da ich denke das die meisten
Männer eher der körperlichen Nähe zugewandt sind und
denken dies wäre auch gleichzeitig Seelenverbindung.
Hoffe das wird nicht negativ verstanden, denn so habe
ich das nicht gemeint. Vielmehr ist mir klar, dass
Männer und Frauen anders sind. Ihre Art des Denkens,
ihre Art des Umgangs mit Problemen. So wie Betroffene
wieder anders sind wie Nichbetroffene. Ich weiß auch
das die Nichtbetroffenen Ängste, Kummer, Zeweifel und
Sorgen in sich tragen. Möchte das nicht für mich als
Betroffene allein in Anspruch nehmen oder den anderen
absprechen...
Was mir nur auffällt und da gegen wehre ich mich mit
Händen und Füßen... warum wird die Stärke die mich
als Betroffene meine Ängste und Paniken überhaupt
ertragen läßt, mein nach aussen hin wirken als wäre
ich die Stärkste der Welt, dann wiederum zum Strick
und ich als "Schauspielerin" gesehen, die alles nur
macht um die Rücksicht des anderen überzustrapazieren?
Warum können die Nichtbetroffenen, die wie festge-
stellt auch Ängste haben, das nicht verstehen? Kein
Nichtbetroffener würde sich hinstellen und zugeben
wie angeschlagen seine Seele ist und ehrlich gesagt
meist am wenigsten ein Mann.. sind sie nicht so er-
zogen.. sei stark und heule nicht..
Ich weiß nicht Pirol, ob Dir diese Fragen oder
meine persönliche Meinung dazu weiterhelfen.. für
mich ist das dann das Problem warum ich keine Seelen-
nähe zulassen kann. Weil ich weder für den Menschen
den ich liebe, weder für den Menschen der mich liebt
etwas sein kann oder sein möchte was ich nicht bin.
Welche Gründe Deine Frau hat ist für mich nicht ganz
nachvollziehbar... und ich denke es ist auch nicht
fair von ihr sich nicht auseinanderzusetzen.. und Du
ein Gegenüber zu sein scheinst der mit Ehrlichkeit
das Verstehen und Auseinandersetzen suchst..
aber vielleicht ist es der Mechanismus,der meine Seele
abschließt, weil ich nicht Schmerz verbreiten oder
selbst ertragen möchte. Weil ich nicht ein bemitlei-
denswertes Häufchen sein will. Weil ich stark sein
muss und meine Stärke nur damit behalte, wenn ich
unverletzbar bin. Ich Seelennähe möchte um körper-
liche Nähe zulassen zu können. Die Seele aber durch
nicht verstehen oder durch zugefügte Verletzung von
meinem Partner, die oft durch seine Ungläubigkeit
entsteht, keine Nähe mehr zulässt.
Ein Kreislauf der warscheinlich nie endet... oder
der nur mit sehr großer Selbstrücknahme zu überwinden
ist.. und da denke ich liegt der große Knackpunkt..
ich kann nicht viel von dem was ich bin zurücknehmen.
Es ist in mir drin.. und Veränderungen die statt-
finden .. dauern und dauern.. kleinste Schritte,
Rückschläge, keine Ruhe finden.. das ist der Alltag
und es kostet unendlich viel Kraft und täglich neuen
Mut. Und das fehlt dann für vieles andere...
Amie :blume: |
|
|
| sternspirale |
Puh....
starkes Thema!
Beim lesen Eurer Posts hatte ich ein Bild vor mir, ein Bild aus meiner Vergangenheit und das möchte ich hier lassen.
Nach meinem Trauma, habe ich niemanden an mich heran gelassen, ich habe geschwiegen, selbst in meiner Therapiestunde am Tag danach. Dann bin ich zum Flughafen, und am selben Tag im Flugzeug davon geflogen. Nun mein Bild ist.... ich liege am Strand und da kam ein älteres Pärchen machte zusammen den Sonnenschirm auf, breitete die Decke aus und setzte sich nebeneinander hin, Sie haben nicht mit einander geredet und auch nicht Händchen gehalten, sie blickten beide aufs Meer und sagten sich nichts. Ich kann nicht beschreiben warum es auf mich gewirkt hatte als ob das Seelennähe ist, aber es war so. Ich dachte die Lieben sich und die spüren das und brauche dafür nichts anderes, keine Worte und kein Verstehen wollen, keine körperliche Nähe für diesen einen Moment. Das wollte ich auch. Ich dachte wenn man das hat dann hat man keine anderen wirklichen Probleme mehr, den ein Streit ist auf einmal nur noch ein Streit.
Heute lebe ich es, für mich bedeutet das ich habe nur noch danach gesucht und ich habe geglaubt das es das gibt und solange daran festgehalten bis das ich es fand.
Körperliche Nähe ist kein Problem mehr.
Ich habe noch viele Gedanken und Bilder dazu aber leider jetzt keine Zeit mehr schreiben.
Bis dahin
Stern |
|
|
| meerelfe |
Hallo Cosmea,
Du sprichst mir aus der Seele - danke für Deine Ausführungen. :) |
|
|
| cosmea |
Hallo ihr Lieben Alle !
Noch ein paar Gedanken von mir...
Amie, du schreibst
"Kein Nichtbetroffener würde sich hinstellen und zugeben wie angeschlagen seine Seele ist und ehrlich gesagt meist am wenigsten ein Mann"
Das deckt sich ncht mit meinen Erfahrungen. Ich habe persönlich im Gegenteil eher den Eindruck, das Nicht - Betroffene offener mit Ärger, Sorgen, Kummer, Verletzungen umgehen können. Da ist meist nix vollkommen dramatisch, sondern es gehört eben zum Leben dazu passiert eben, will raus, will gelöst werden und dann abgehakt.
Männer machen das anders als Frauen, aber - wie gesagt - meine Bekannten und Freunde (durch die Bank "Normalos") agieren eher so. Die traun sich.
Ich denke, unverletzlich ist nicht stark. Es braucht Kraft und Mut, eine Veletzlichkeit zu zeigen, sie anderen anzuvertrauen.
Ich persönlich neige aufrgund meiner Traumata auch eher dazu, mich wenn ich mich mies fühle erst recht noch mies zu fühlen weil ich mich mies fühle und das "darf man ja nicht" und "ich muß ja doch stark sein" etc. pepe..... nur finds ichs blöd und gebe alles, um es mir abzugewöhnen. Ich denke, die Notwendigkeit zu solcher Art von "Stärke" bestand einmal, da hatte sie Sinn und sicherte mein Überleben. Jetzt nicht mehr. Jetzt schadets.
Liebe Sternspirale ! Wie berührend ! Danke fürs Teilen !
Lieben Gruß
Cosmea
und danke dir, meerelfe ! |
|
|
| amie |
Hallo ihr Lieben,
hallo cosmea,
wenn es bei dir so ist, finde ich es ganz klasse und
freut mich sehr für Dich und Deine Umgebung. Doch ich
habe speziell in meiner Partnerschaft eine andere
Erfahrung gemacht und mach diese auch in meinem
kleinen Umfeld immer öfter.
Fast Niemand will etwas zugeben.
Fast Niemand sagt hier bin ich
stehe vor dir und bin so verletzlich zurzeit. Doch
entgegen den Anderen sage ich dies. Ich kann nicht,
bin verletzlich, bin veletzt und bekomme geantwortet
ich schiebe dies vor. Das macht mich wütend und die
nicht steuerbare Reaktion macht es noch schlimmer.
Sich bedroht fühlen in einer solchen Situation mag
nach aussen eventuell eher unverständlich ankommen,
jedoch mehr als es sagen das dies in mir hochkommt
kann ich nicht...
Und je mehr ich das sage, je mehr wird gesagt ich
"reite" auf meiner Krankheit rum. Statt sich vor
Augen zu halten wie schwer es ist es zuzugeben und
klar und ehrlich seine so verletzte Seele nach aussen
zu geben. Was dann wieder den Kreislauf anwirft...
Seele verstecken und den Körper aufgrund dessen
auch verweigern, weil das eine ohne das andere nicht
geht.
Wäre das nicht anders, wenn das Gegenüber mich annimmt
in meiner Angst und Verletzlichkeit, statt das perma-
nente.. du schiebst was vor und dann kannst du doch
auch anders.. ich weiß es ist schwer glaubbar..
aber meine Stärke oder Kraft kommt aus dieser
falschen Einschätzung durch andere.. die Wut motiviert
diese letzten Kraftreserven.. Um es zu verdeutlichen:
Beim ersten Gespräch mit meinem Psychiater sagte der
zu mir "Sie lächeln obwohl sie mir die schrecklichsten
Dinge sagen." Wenn er nicht sehr geschult wäre durch
langjährige Erfahrung wüsste wie es in mir aussehe,
würde er vielleicht auch blöde Sprüche bringen wie
andere es machen..
Oh hoffe das kommt so an wie ich das meine... und wird
verstanden ehrliche Einschätzung meiner selbst und
nicht als verstecken hinter dem Trauma oder wider-
spenstiges festhalten an diesen Dingen.
Ich weiß,dass ich es schaffen werde, so oft ich auch
an allem verzweifel, weil ich mich weiter auseinander
setzen will mit dem was ist und was wird. Doch kann
ich nicht die Seelennähe oder daraus mögliche Körper-
nähe ertragen, wenn man mir nicht vertraut.
Vertraut das ich ehrlich und direkt preisgebe, auch
wenn das was ich fühle oder denke in diesem Moment
warum auch immer nicht richtig ist. Aber so wie ich
es sage empfinde ich es und mag nicht hören: Nu
spinnst Du aber grundlos oder Du sagst es um mich
zu manipulieren.
Liebe Grüße
Amie :blume:
PS. Vielleicht sollte ich nicht so auschliesslich schreiben .. statt kein Nichtbetroffener, hätte wohl
besser gepasst die ich kenne und mit denen ich das
Thema erörtert habe... oder die mir Nahe stehen oder
standen |
|
|
| cosmea |
Hallo Alle, hallo Amie !
Oh, es hängt so viel dran an der Thematik..... ich denke wir sollten vielleicht auch ein bißchen aufpassen, dass wir Pirol nicht aus den Augen verlieren.....
Den Drahtseilakt zwischen "sich öffnen und ehrlich sein", "sich selbst nicht vernachlässigen" und "offen sein für den anderen", "das gegenüber nicht überfordern mit den eigenen Dingen" finde ich sehr schwer.
Manchmal resultiert das in zu viel Verschlossenheit, manchmal in zuviel Leidensdruck, der an andere gelangt und diese das Gefühl von "unter Druck geraten", manipuliert werden" bekommen lässt.
Manchmal gelingt die "goldene Mitte".
Ich denke, mir ist wichtig den Gedanken festzuhalten, dass die Reaktionen der anderen - sei es nun Verschlossenheiten, sei es Ablehnung - eben auch das sein können : RE - aktionen. Dinge, Gefühle, Gedanken, die ICH bei ihnen ausgelöst habe, womit auch immer.
Ich weiß nicht ob verständlich wird, wie ich das meine. Ich "benutze" mal das Beispiel von Pirols Sorgen :
Seine Frau verschließt sich, weißt ihn zurück. Das kann unterschielichste Gründe haben, vielleicht will sie ihn auch nur schützen, wir wissen es nicht.
Doch egal wie, sie verursacht damit ein Leid bei ihm. Daraufhin muß er zusehen, wie er das aushalten und damit umgehen kann und da hat jede/r andere Fähigkeiten und Strategien und sucht sich andere Hilfen.
Es gäbe - unabhängig vom konkreten Beispiel - aber auch die Möglichkeit, dass die Frau sich ihrem Mann gegenüber stark öffnet, alles mit ihm teilen möchte, alles erzählt und bespricht und schildert. Das kann aber dazu führen, dass der Mann sich völlig überfordert und unter Leistungsdruck fühlt, schließlich will er ja nicht, dass sie leidet und sucht nach einer Möglichkeit, ihr Leiden zu lindern. Gelingt das nicht, fühlt er sich schlecht. Und das kenne ich von meiner Beziehung : das es ihm manchmal zu viel wird, weil es sich seinen Möglichkeiten entzieht. Aus Hilflosigkeit, Angst und Ausgeliefertsein kann dann entstehen, dass er meine Hilfe braucht. Die besteht dann darin, ihn auch mal "zu verschonen" und mit mir selber (oder meinen Therapeuten) klar zu kommen.
Ich denke also, es ist nicht das Eine oder das Andere ausschließlich gut und hilfreich, sondern mal dies und mal das. Gegenseitiger Austausch und MITEINANDER.
Freundschaften und Beziehungen, in denen sich Geben und Nehmen nicht die Waage hielt, sind in meinem Leben früher oder später daran gescheitert.
Und eigentlich ging es nie um die Frage der Ursachen - also wer hat was für Verletzungen warum -, sondern um die Frage : wieviel Raum für seine Belange hat jeder, ist man wirklich füreinander da, inklusive des "sich auch mal in Ruhe lassen" aber "da sein wenns wirklich nötig und wichtig ist". Und an dem "ist es WIRKLICH JETZT ganz nötig" mußte ich sehr scheitern, lernen und wachsen. Auch mal dazu "nein" sagen und selber was aushalten, dem anderen zuliebe.
Eigentlich "Spielregeln", die wir Betroffenen - sorry, aber ist mein Eindruck - den "Gesunden" gerne abverlangen, nur können die halt auch nicht immer und dann ist es an mir zu geben.
Es tut mir leid, aber ich persönlich empfinde alles als manipulativ, was sich stark außerhalb einer ausgewogenen, fairen Waage gegenseitigen Gebens und Nehmens bewegt und wenn ich es auch starken Tobak finde und schmerzhaft : ich kann verstehen, dass "dauerndes" Leiden das Gefühl von Druck und Manipulation erzeugen kann, auch wenn das sicher nie in meiner Absicht liegt.
Manipulativ ist für mich alles, was einen anderen Menschen in eine emotionale Zwangslage bringt, egal ob durch verweigerndes Schweigen oder dauerndes mitteilen.
Wenn Manipluation / emotionaler Druck nicht beabsichtigt wird sollte es meiner Meinung nach einen Punkt geben, an dem der jeweilige "Akteur" innehält, die Probleme des anderen zur Kentniss nimmt und Gespräch und die Klärung darüber sucht, ob und wie er/sie sich denn für den anderen zugewandter/verträglicher/liebevoller/freundschaftlicher Verhalten kann.
Deshalb finde ich es auch - unabhängig von den Ursachen und Gründen, die sicher nicht bös gemeint sind - schwierig und bedauerlich, wenn Priols Frau sich ganz und gar entzieht. Selbst, wenn es gut gemeint ist. Es löst halt keine Probleme sondern schafft neue dazu.
Eines ist mir wichtig.
Bitte, ich meine hier niemanden direkt und speziell mit meinen Gedanken, es ist nur das Sammelsurium, das mir durch den Kopf geht.
Laßt bitte bei mir, was zu euch nicht passt.
Lieben Gruß
Cosmea |
|
|
| shawnee |
Ich nochmal, ganz kurz...
Wichtig dabei und nicht aus den Augen verlieren, wir alle sind hier an verschiedenen Punkten, Haltestellen oder Therapien.
Vielleicht kann eine Fr*u, die am Anfang ihrer Aufarbeitung ist, noch gar nicht ERMESSEN, was IHR guttut und geschweige denn, ihrem Partner in irgendeiner Form nahe sein.
So war das bei mir: mit all den Bilder, die wie Orkane, Wasserfälle, H*mmerbeile auf mich einh*uten - wo hätte ich dann noch Nähe haben dürfen oder sogar wollen? Ich war froh, wenn mir alle und jede vom Leib blieben.
Mein M*nn ging den Vertrag mit ein: wir hatten keine Nähe und das viele Jahre nicht. Was er dazu meinte, wie er sich fühlte, weiß ich bis heute nicht.
Seine L*ebe zu mir und das Hoffen auf einen guten Weg der Heilung: er hat "ausgehalten" und sich wahrscheinlich nicht einmal die Fragen gestellt, die Du, Pirol, Dir stellst.
Für ihn war klar: Verzicht!
Das Zurückerobern von Nähe und mehr war mir nur in einem langen Therapieweg möglich. Ich lernte verschiedene Arten von k*rperlichem Näherkommen, durfte mich ausprobieren (aber das in einem geschützten Rahmen von div. Kliniken!) und üben.
Jedes Mal stop sagen, wenn's nicht mehr ging.
S*x bedeutete: okay, das gehört dazu und ich mache eben mit (damals nur mit sehr viel Alk) und so wurde mein M*nn T*ter - ich war ja nie wirklich "richtig" anwesend.
Nein, es gehört nicht dazu.
Ich weiß nicht, ich frage mal naiv, weil ich's von einer Freundin gerade gehört habe: kann ein M*nn nach dem Händchenhalten auch sagen: okay, für den Moment reicht es mir? Ist da nicht die ungestillte Sehnsucht nach mehr?
Mit wieviel kann ich mich vorerst zufrieden geben, und darüber reden und offen machen, was beide möchten und wünschen.
Heute bin ich an dem Punkt, das ich Cosmea zustimme und sage: und ja, ich erobere es mir zurück, weil ich meinen M*nn l*ebe und ihm nahe sein möchte.
Doch es war ein langer Weg.
Liebe Grüße
Shawnee |
|
|
| amie |
Hallo Pirol,
habe im Moment ein bisschen schlechtes Gewissen, ob
wir Dich mit Antworten zu den Anderen (wie ich an
Cosmea) aus den Augen verloren haben. Ich hoffe sehr
das es nicht der Fall ist, denn ich denke das will
keiner von uns hier. Sondern eher unsere eigene Er-
fahrung, Gedanken und Gefühle zu diesem von Dir an-
gestossenen Thema einbringen.
Vielleicht geben Dir diese Beiträge neue Impulse oder
helfen Dir für Dich herauszufinden wie Dein Weg weiter
geht oder wo ein unbekannter gefunden werden könnte.
Ich hoffe dies sehr für Dich, denn ich verstehe Dich
und Deine Sorgen in Deiner Situation.
Liebe Grüße an Alle,
besonderen extra Gruß an Dich Pirol
Einen schönen Sonntag
Amie :blume: |
|
|
| pirol |
hallo an Alle hier!
vielen dank wieder für Euren enorm viele gedanken, gefühle und erfahrungen!
- amie: der unterschied zwischen seelennähe und körperlicher nähe ist - ganz vereinfacht - für männer vielleicht geringer, als für frauen. vielleicht können männer eine seelennähe erst ab einer gewissen körperl. nähe zulassen? vielleicht, weil sie so erzogen sind, dass sie aktiv werden müssen, um etwas zu bekommen/zuzulassen – leistungsorientierung? ‚nur’ einfach offen, abwartend, entspannt sein – vielleicht eine sehr große herausforderung für männer?
es ist nicht schön, dass Du Dich in so einer Spirale gefangen siehst, ich wünsche und schicke Dir viel mut, ausdauer und kraft, Deine kleinen großen schritte weiterzugehen!
- sternspirale: vielen dank für Deine zeilen und Dein wundervolles bild!
- cosmea und shawnee: das eine beziehung manipulativ werden kann, trifft vielleicht für meine beziehung in mancher hinsicht zu. die teile, die meine frau dazu beiträgt, kommen ganz bestimmt nicht bewusst und absichtlich, sondern sind bestimmt folgen der – auch das trifft zu – gerade erst (vor sechs monaten) begonnenen aktiven auseinandersetzung mit dem mb. ich denke, sie wehrt sich gegen die erlittene manipulation und das ist ihr derzeitiger ausdruck dieser auseinandersetzung.
bestimmt trifft auch zu- - wie amie schreibt – dass sie stark sein will und nicht ‚krank’ und sie es deshalb nicht zulässt, mit mir über ihre gefühle zu reden, weil sie ‚jetzt das heft in die hand nehmen will’.
und – shawnee – ich glaube auch, dass meine frau erst am anfang der suche ist, was ihr gut tut.
und es ist für mich – als mann / oder vielleicht für auch nicht nur für männer? – schwer, wenn nach kurzem körperkontakt (händchenhalten z.b.) der kontakt beendet wird,
schwer oft auch aufgrund ungestillter sehnsucht
(aber das ein/e partner/in nicht zur stillung von bedürfnissen da ist, das ist ja überhaupt die hohe kunst des beziehungslebens – wenn es auch in beziehungen mit betroffenen eine zentrale bedeutung einnehmen kann – die aber – leider – nicht immer erreicht werden kann. sagt ja auch der zweite wortteil: sehn’sucht’. vielleicht liegt hier ein besonderer aspekt bei gelingenden beziehungen mit betroffenen: diese sucht wirklich gut in den griff zu bekommen.)
schwer aber auch, wenn gerade die möglichkeit einer aufleuchtenden seelennähe bei einem begrenzten kontakt wie z.b. händchenhalten erschreckt wahrgenommen und sogleich beendet wird.
wenn ich in mich hineinhöre, ist da ein streit zwischen verstehen wollen und aushalten können und nicht mehr halten wollen.
und seit einigen tagen und auch aufgrund meiner auseinandersetzung mit der unglaublich intensiven und reichen erörterung hier, will ich nicht mehr halten.
und habe meiner frau geschrieben, dass ich die beziehung, wie sie sich entwickelt hat, nicht mehr weiterführe.
…das war ein sehr schwerer schritt.
und jetzt hoffe ich, dass sie das auch als chance sehen kann, aus einer verfahrenen situation auswege zu finden.
vielleicht kann ja in unserer situation ein innehalten und beenden die möglichkeit eines neuen gemeinsamen weges ermöglichen.
…
vielen dank an Euch, für Eure sehr persönlichen Zeilen.
pirol
Beitrag ergänzt um 14:04 Uhr:
hallo amie, ich hab gerade offline meinen beitrag geschrieben, als Du online warst.
... ich glaube vieles steht drin.
ich fühlte mich in den letzten tagen gar nicht aus den augen verloren, sondern habe Eure zeilen intensiv verfolgt. ich habe von Euch sehr viele impulse und denkanstösse erfahren und bin auch einen schritt gegangen (s.o).
vielen dank auch Dir!
liebe grüße und auch noch einen schönen sonntag!
pirol |
|
|
| shawnee |
Liebe pirol,
ich wünsche Dir von Herzen, das die Auseinandersetzung, die nun folgen wird, so ausgeht, das Ihr beide einen Weg findet. Ich lese Dich und denke, Du liebst sie und weil Du sie liebst, kannst DU jetzt nicht anders. Vielleicht sieht sie es, vielleicht auch nicht.
Ich finde auch, das es Zeit wird, etwas zu sagen und hoffe, sie versteht es nicht falsch und fühlt sich unter Druck gesetzt.
Doch ich bin sicher, das Du die richtigen Worte findest.
Was immer jetzt auch kommt - alles Liebe für Dich/Euch.
Shawnee |
|
|
| pirol |
Hallo an Euch alle, die Ihr mir in diesem Thema geantwortet und geschrieben habt!
Seit meinem letzen Beitrag ist viel Zeit vergangen und manches passiert.
Oft hab ich mir überlegt, ob ich hier davon berichten möchte - und es aus zwei Gründen abwechselnd nicht gemacht:
Zum einen dachte ich, dass meine Entscheidung zur klaren Benennung der Situation zu meiner Frau und Betroffener (‚dies ist für mich keine Liebesbeziehung‘) für manche von Euch auch nicht so erbaulich sein mag; der Gedanke war mir manchmal richtig unangenehm, von meiner Trennung hier weiterhin zu schreiben.
Zum anderen dachte ich, das Thema MB mit der Trennung auch ein kleines Stück von mir weg zu halten; als ich in den folgenden Wochen Eure Themen gelesen habe, war ich oft sehr betroffen und wollte nicht die Kraft aufbringen, mich hier einzubringen.
Jetzt möchte ich trotzdem ein paar Zeilen dazu schreiben, wie es seit damals weiterging.
Nach meinen besagten Brief hat mir meine Frau sogleich geantwortet, dass sie glaubt, dass unsere Versuche vergeblich sind, dass ihre Beziehungsvorstellungen sich von den meinen diametral unterscheiden würden und dass sie sich für die schönen Aspekte der Beziehung bedankt und mir weiterhin ein schönes Leben wünscht.
Jetzt war ich sehr bedient; ich hatte mir tatsächlich den Beginn einer konstruktiven und ehrlichen Auseinandersetzung gewünscht, stattdessen hatte ich den Schlussstrich initiiert.
Seitdem haben wir keinen nennenswerten Kontakt.
Nur komme ich mit der Situation oft nicht gut zurecht.
Wenn ich mir die Situation aus meinem ansatzweisen Verständnis von Auseinandersetzung mit MB heraus ansehe, könnte ich mir manches schon erklären, auch wenn es das noch nicht einfacher macht oder löst.
Wenn ich mich aber auf die Erklärung meiner Frau beziehe, verstehe ich das so, dass sie NICHT als MB-betroffene in einer schwierigen Phasen der Auseinandersetzung keinerlei Kontakt zu mir zulassen kann, sondern dass sie – völlig unabhängig vom MB – sich von mit trennt, weil sie meine Beziehungsvorstellungen nicht akzeptabel findet.
Nur das ich dies in den Jahren und letzten Monaten nie so gehört hatte.
Sie hat keinen Zeitraum eingeräumt, nachdem wir uns alles nochmal anschauen könnten, obwohl ich das vorsichtig vorgeschlagen hatte.
Jetzt schaffe ich es nicht, die Situation so oder so zu akzeptieren, sondern drehe und wende es immer wieder, frage mich, ob ich die Initiative ergreifen sollte, für eine – neue – Klärung; habe aber Angst vor neuen Verletzungen und Enttäuschungen.
Diese Beziehung aufzugeben und mein Leben neu zu organisieren, fühlt sich oft verlockend einfach an – dann kommen wieder Zweifel, dass ich noch nicht alles versucht habe, was mir möglich wäre und ich denke, ich müsse nur noch länger warten, dann würde der Zeitpunkt kommen, an dem sie wieder auf mich zugeht.
Vielleicht hat jemand Lust und Kraft und Ideen, um mir hier zu antworten / eine Einschätzung meiner Situation zu geben?
Viele Grüße
pirol |
|
|
| amie |
Lieber Pirol,
ich dachte schon, dass es auf eine endgültige Trennung
hinauslaufen würde. Was mir sehr leid tut für Dich und
Deine angeknackste Gefühlswelt.
Bestimmt ist es schwer es zu akzeptieren, doch immer
wieder hin- und herabwiegen wird nichts bringen. Sry,
wenn ich es so direkt schreibe.
"Wenn ich mich aber auf die Erklärung meiner Frau beziehe,
verstehe ich das so, dass sie NICHT als MB-
betroffene in einer schwierigen Phasen der Auseinan-
dersetzung keinerlei Kontakt zu mir zulassen kann,
sondern dass sie – völlig unabhängig vom MB – sich
von mit trennt, weil sie meine Beziehungsvorstel-
lungen nicht akzeptabel findet."
Aus meiner Sicht denke ich das es nicht nur mit dem
MB zu tun hat, aber sehr viel dadurch in Deine Frau
eingeflossen ist. Meine damit, dass Du wohl eine
"normale" Beziehung möchtest und dies für deine Frau
nicht möglich ist, aufgrund ihres MB´s. Wäre es nicht
geschehen, wäre dies überhaupt kein Thema zwischen
euch geworden. Dann wäre eure Beziehung ohne die
starke Einschränkung Deiner Frau vielleicht auch heute
nicht mehr haltbar, weil sich die Wege und Vorstel-
lungen im Laufe der Jahre verändern können zwischen
zwei Menschen, vor allem in einer engen Beziehung-
Partnerschaft.
Eine Rolle wird auch spielen, dass Deine Frau gemerkt
hat, dass sie es nicht schafft ihr Inneres zu ändern
und Nähe nicht zu lassen kann.
Kein Mensch möchte morgens aufstehen und in den
Spiegel gucken und denken was ein Versager guckt mich
da an... und das kenne ich aus Erfahrung.
Ehrlich Pirol, wenn es Orden für Geduld mit *pfern
gäbe.. ich würde dafür stimmen Dir einen zu verleihen.
Nun wird es aber an der Zeit wieder an Dich und für
Dich zu sorgen, denn weiter zweifeln "habe nicht genug
versucht", macht Dich nur noch mehr runter.. und das
hilft auch Deiner Frau nicht.
Vielleicht ist es ein Weg für Dich ihr einen Brief
zu schreiben, dass Du bei Schwierigkeiten weiter für
sie da bist und ein Freund sein möchtest. Dies aber
auch nur, wenn Du die Kraft in diese Richtung zu ihr
hast.
Tut mir sehr leid, aber ich wollte offen und ehrlich
schreiben.. hoffe es kommt trotzdem "positiv" bei
Dir an und Du kannst daraus etwas mitnehmen.
Geh aus der Tür und denke an die Vergangenheit mit
den Gedanken, dass es für dein Leben eine wertvolle
Erfahrung ist. Das es Dir schöne Momente gegeben hat
und Deine Frau eine Chance hatte, die viele im Leben
nicht bekommen. Ops.. hoffe es kommt ok an. Sie kann
es nicht, nicht weil sie es sich nicht sehnlichst
wünscht, so glaube ich, sondern weil die Wunden tief
sind und nur auf ihre Weise heilen können.
LG Amie :blume:
>Willst du für eine Stunde glücklich sein, so betrinke dich.
Willst du für drei Tage glücklich sein, so heirate. Willst du
für acht Tage glücklich sein, so schlachte ein Schwein und
gib ein Festessen. Willst du aber ein Leben lang glücklich sein,
so schaffe dir einen Garten.< Alte chinesische Weisheit |
|
|
| pirol |
Hallo liebe Amie!
Vielen Dank für Deine Zeilen!
Das ist mir gar nicht zu direkt und kommt durchaus sehr positiv an!
Dass wichtige Entscheidungen oft allein getroffen werden wollen, ist ja das eine. Und in so einer Situation dann Zuhörer und ein bischen Verständnis zu bekommen, ist das andere, das tut sehr gut. Vielen Dank Dir dafür!
Sehr schön auch Dein chinesischer Sinnspruch am Ende - vielleicht bin ich deshalb Gartenplaner geworden ?!
Jetzt wünsch ich Dir auch von Herzen alles Gute,
liebe Grüße
pirol |
|
|
| distantsun |
Hallo Pirol,
wie geht es Dir jetzt damit zwei Jahre später? Hat sich nochmal etwas getan, oder ist es dabei geblieben? |
|
|
|