| paca |
Wenn's nicht in die Schnauzbox will, dann eben hier :snooty:
Die Wahrheit über Freud und seine Couch :): |
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| paca |
Wo ich hier doch schon beim (zwischendurch auch mal nötigen *find*) Augenzwinkern bin..
Jaaaa.. mag sein, dass ich gerade mal wieder meine therapieskeptischen Fünfminuten hab.. mag sein, dass das sarkastischer Humor ist.. aber egal.. luuuuustig (und passend ;)) fand ich das auf jeden Fall.. und lachen kann ja wohl kaum schaden :D:
Ein Mensch in einer fremden Stadt fragt: "Wo geht's denn hier zum Bahnhof?"
Es antworten ihm ...
ein Gesprächstherapeut:
"Sie möchten wissen, wo der Bahnhof ist?"
ein Psychoanalytiker:
"Sie meinen diese dunkle Höhle, wo immer 'was Langes rein- und rausfährt?"
ein Verhaltenstherapeut:
"Heben Sie den rechten Fuss, schieben Sie ihn nach vorn. Setzen Sie ihn auf. Sehr gut. Hier haben Sie ein Bonbon."
ein Gestalttherapeut:
"Du, lass es voll zu, dass du zum Bahnhof willst."
ein Hypnotherapeut:
"Schliessen Sie die Augen. Entspannen Sie sich. Fragen Sie Ihr Unterbewusstsein ob es Ihnen bei der Suche behilflich sein will."
ein Provokativ-Therapeut:
"Ich wette, da werden Sie nie 'draufkommen."
ein Reinkarnationstherapeut:
"Geh zurück in der Zeit - bis vor Deine Geburt. Welches Karma läßt dich immer wieder auf die Hilfe anderer Leute angewiesen sein?"
ein Familientherapeut:
"Was ist dein sekundärer Gewinn, wenn du mich nach dem Weg zum Bahnhof fragst. Möchtest du meine Bekanntschaft machen?"
ein Bioenergetiker:
"Machen Sie mal sch... sch... sch...!"
ein Sozialarbeiter:
"Keine Ahnung, aber ich fahr dich schnell hin."
ein Esoteriker:
"Wenn du da hin sollst, wirst du den Weg auch finden."
ein Soziologe:
"Bahnhof? Zugfahren? Welche Klasse?"
ein NLP'ler:
"Stell' dir vor, du bist schon im Bahnhof. Welche Schritte hast du zuvor getan?"
ein Coach:
"Wenn ich Ihnen die Lösung vorkaue, wird das Ihr Problem nicht dauerhaft beseitigen."
ein Benchmarker:
"Kennen Sie jemanden, der ähnliche Logistikprobleme bereits erfolgreich gelöst hat? Wie läßt sich dessen Vorgehen sinnvoll auf Ihre Situation übertragen?"
ein Moderator:
"Welche Lösungswege haben Sie schon angedacht? Schreiben Sie alles hier auf diese Kärtchen."
ein Zeitplanexperte:
"Haben Sie überhaupt genügend Pufferzeit für meine Antwort eingeplant?"
Und noch ein Cartoon..
(Jaaaaa.. es ist wohl grad wirklich Abwehr-Lachen dran *zugeb*)
vorsicht.. evtl. trigger..
hoffentlich fühl sich niemand v*rletzt dadurch.. sonst bitte bescheid sagen!
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| pantalon |
:rofl: :D
*ganz unsarkastisch, aber trotzdem sehr herzlich* |
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| engeline |
:D :rofl: :D
Engeline |
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| sonnensternchen |
hihi, das ist ein genialer thread:D
ich musste hier grad total laut loslachen... :rofl: |
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| axio |
hihi, die bahnhofsfragen kannte ich schon, aber ich find sie ja trotzdem jedes mal wieder genial... *g*
und das bild hat auch was... :rofl: :clap:
danke für den thread, der holt mich doch glatt ein bissel aus dem anderen kram raus! :herz: |
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| hella |
:rofl: :D :clap:
Danke dafür!
hella |
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| smilly |
Super! :D
Hab schon das mit dem Bahnhof in meinen Sachen gesucht, weil ich es mal jemanden vorlesen möchte.
Vielen Dank, :)
smilly |
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| marie |
| hab da auch noch ein paar :D |
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| marie |
und hier noch was schönes....ist eigentlich viel wahres dran :D
Testen Sie ihren Psychotherapeuten
„Tobias Tümpel" ist das frei erfundene Synonym eines bekannten nordfriesischen Psychotherapeuten, der ausgestiegen ist und jetzt als Speiseeis- und Krawattenfabrikant in der Karibik sein Unwesen treibt. Bei seinem unerwarteten Abgang hat er, quasi als Vermächtnis, diesen schonungslosen Psychotherapeuten-Test hinterlassen.
Keine Frage: Psychotherapie nützt, sogar den Klienten.
Es kommt jedoch entscheidend darauf an, den richtigen Therapeuten zu finden. Das aber ist für viele Suchende, die sich im Psycho- und Selbsterfahrungsdschungel nicht so gut auskennen, eine kaum lösbare Aufgabe. Zu viele schon sind bei Kurpfuschern, Scharlatanen und Dilettanten gelandet oder leiden unter der verqueren Persönlichkeit ihres Therapeuten oder sind sonstwie an die falsche Adresse geraten. Um diesem Mißstand abzuhelfen, habe ich diesen Leitfaden geschrieben, mit dessen Hilfe Sie im Handumdrehn checken können, mit wem Sie es zu tun haben. Sie benötigen dazu nur zweierlei: Vereinbaren Sie ein Erstgespräch mit Ihrem Therapeuten und studieren Sie sorgfältig diesen Leitfaden. Und los geht's.
1. Sieht Ihr Therapeut gesund und glücklich aus?
Das ist der wichtigste Punkt. Schauen Sie sich Ihren Therapeuten genau an. Dies ist also der Mensch, von und mit dem Sie lernen wollen, glücklicher, gesünder, lebendiger und erfolgreicher als bisher zu leben. Alles, was Sie durch die Therapie erreichen wollen, muß Ihr Therapeut irgendwie ausstrahlen. Achten Sie darauf!
Sieht Ihr Therapeut kaputt und erschöpft aus, so lehnen Sie ihn nicht gleich ab. Geben Sie ihm eine Chance. Vielleicht war er krank, oder er hat Kleinkinder zu Hause (eins genügt), die ihn nachts um den Schlaf bringen.
Fragen Sie ihn also ohne Umschweife: "Warum sehen Sie eigentlich so beschissen aus, Mann?"
Wird er nun zickig und antwortet etwa: „Das geht Sie überhaupt nichts an!", ist er schon durchgefallen. Es geht Sie sehr wohl etwas an, wie der Mensch, in dessen Hände Sie Ihr Schicksal legen werden, mit seinem eigenen Leben umspringt.
Sagt er jedoch: „Wozu wollen Sie das denn wissen?", dann braucht er wahrscheinlich etwas Zeit, um sich von dem Schock dieser überraschenden Frage zu erholen. Die Zeit sollten Sie ihm geben. Therapeuten sind auch nur Menschen und haben wie wir alle ihre kleinen Kunstgriffe, um sich durch schwierige Situationen zu manövriere. Seien Sie nicht zu streng!
Fällt dann schließlich die Antwort nicht ganz zu Ihrer Zufriedenheit aus, sollten Sie vielleicht ein Foto jüngeren Datums, jedoch aus besseren Zeiten, verlangen. Oder bitten Sie den Therapeuten, Ihnen einen neuen Terminvorschlag zu machen, sobald es ihm besser geht. Seien Sie aber auch nicht zu großzügig. Von Therapeuten muß man einfach erwarten können, daß sie gut aussehen.
2. Überprüfen Sie, ob Ihre Therapeutin der erregenden Situation des Erstgesprächs gewachsen ist!
Sie können getrost davon ausgehen, daß nicht nur Sie aufgeregt sind beim Erstgespräch, sondern auch Ihre Therapeutin. Es ist völlig normal und menschlich, daß alles Neue und Unbekannte mit einer gewissen Erregung erlebt wird. Wenn Ihre Therapeutin ihren Beruf liebt, wird sie dieses erregende Neue und Unbekannte, das ein Erstkontakt mit sich bringt, zu schätzen und genießen wissen und dem auch Ausdruck verleihen.
Das Mindeste, was Sie also erwarten können, sind daher subtile Anzeichen von freudiger Erregung bei Ihrer Therapeutin. Im günstigsten Fall wird Sie Ihnen ihre Aufregung freimütig und kongruent (echt) eingestehen.
Wirkt Ihre Therapeutin dagegen cool, abgeklärt, routiniert oder gelangweilt, dann ist irgendetwas faul - nicht mit Ihnen, sondern mit ihr.
Achten Sie sorgfältig auf Anzeichen unterdrückter Erregung und latenter Angst bei Ihrer Therapeutin. Schauen Sie in ein starres, leichenblasses Gesicht? Erkennen Sie hektische rote Flecken an Gesicht und Hals? Sie können dann einfach fragen: „Haben Sie Angst vor mir?" Scheuen Sie sich nicht, diese Frage zu stellen. Es ist erwiesen, daß die meisten Therapeutinnen zumindest beim Erstgespräch Angst haben vor Ihren Klienten. Manche auch ständig. Können Sie keine Anzeichen von unterdrückter oder auch offener Erregung feststellen, dann fragen Sie einfach: „Sind Sie denn garnicht aufgeregt?"
Lautet die Antwort dann etwa: „Nein, warum sollte ich?", dann verlassen Sie sofort den Raum, ohne zu zahlen und zu grüßen.
3. Überprüfen Sie, ob Ihr Therapeut eine vernünftige Ausbildung hat!
Das ist der Punkt, mit dem Sie wuchern und auftrumpfen können! Das ist genau die Stelle, an der Sie bei den schwarzen Schafen den Hebel ansetzen können. Sie müssen allerdings systematisch vorgehen.
Fragen Sie Ihren Therapeuten zunächst, wie er die Entwicklung der Psychotherapie seit Freud einschätzt. Schenken Sie der Antwort keine Aufmerksamkeit. Es ist eine dumme Frage, mit der Sie nur testen wollen, wie souverän Ihr Therapeut dumme Fragen abbügelt. Sollte er jedoch tatsächlich zu einem längeren Vortrag ansetzen, so unterbrechen Sie ihn sofort und sagen Sie ihm, daß die Frage nicht so ernst gemeint war. Dann können Sie gehen; Ihr Therapeut hat den Test nicht bestanden.
Falls Sie bleiben, könne Sie nun zur eigentlichen Frage kommen: Welche Therapieausbildung hat Ihr Therapeut? Lassen Sie sich nicht von akademischen Titeln blenden. Es spielt keine Rolle, ob Ihr Therapeut Arzt, Diplom-Psychologe, Sozialpädagoge oder sonst was ist. Entscheidend ist, welche Therapieausbildung Ihr Therapeut hat. Die wird nämlich nicht an der Universität, sondern an einer privaten Institution oder bei einer herausragenden Persönlichkeit erworben. Erwarten Sie, daß Ihr Therapeut unverzüglich und klipp und klar antwortet, worin, wie lange, wann und bei wem er ausgebildet wurde und ob er seine Ausbildung abgeschlossen hat. Ein gewisser Stolz auf seine Lehrer sowie eine Spur Dankbarkeit sollten in seiner Stimme mitschwingen. Es ist nicht so wichtig, welchen Ansatz er vertritt, ob er Gestalt-, Gesprächs-, Verhaltens- oder Körpertherapeut oder Psychoanalytiker (letzteres mit Einschränkungen) ist; entscheidend ist, daß er etwas gelernt hat und es gut macht.
Dulden Sie bei dieser Frage keine Ausflüchte. Scharlatane scheuen diese Frage wie der Vampir das Kruzifix. Sagt Ihr Therapeut etwa: „Och, das ist schon so lange her", ist er natürlich durchgefallen.
Sagt Ihr Therapeut: „Ja, also, ich arbeite mit Gestalt- Elementen, Psychodrama-Elementen, mit kreativer Trance und Meditation", dann ist höchste Vorsicht geboten. Wahrscheinlich hat er ein paar Workshops besucht und danach getreu dem Motto „Was die können, kann ich schon lange!" eine Praxis eröffnet. Fragen Sie also erneut nach, worin, wie lange, wann und bei wem Ihr Therapeut ausgebildet wurde und ob er die Ausbildung abgeschlossen hat. Dulden Sie kein Stottern und kein Murmeln.
Falls Ihr Therapeut nuschelt, er hätte zwei Jahre bei George Brown in San Diego Gestalt gemacht und wäre danch noch eine Weile in Esalen gewesen: das ist ein ganz schwaches Bild. Lassen Sie sich davon nicht beeindrucken.
Eine gute Psychotherapie-Ausbildung dauert normalerweise mindestens drei bis vier Jahre; meistens schließt sich dann eine ein- bis zweijährige Assistenz- und Supervisionszeit an. Fragen Sie danach. Fragen Sie auch, ob Ihr Therapeut selbst in Therapie gewesen ist und wie lange. War er nicht - seien Sie mißtrauisch.
Lassen Sie sich auch sein Zertifikat zeigen. Legen Sie allerdings nicht zu großen Wert darauf. Die wirklich guten Institute und Therapie-Lehrer vergeben keine Zertifikate und Diplome, sondern entlassen ihre Schüler als gereifte Persönlichkeiten, die kein Zertifikat nötig haben, in die freie Wildbahn. Zeigt Ihnen also Ihr Therapeut stolz sein Ausbildungs-Zertifikat, können Sie sicher sein, daß er nur eine mittelmäßige oder gar Schmalspur-Ausbildung genossen hat. Gehen Sie lieber woanders hin.
Um es noch einmal zusammenzufassen: Erwarten Sie, daß Ihr Therapeut die Frage nach seiner Ausbildung unverzüglich, ohne die geringste Komplikation, geradeheraus beantwortet. Notieren Sie alles, was er sagt, und erkundigen Sie sich nach der Sitzung bei den einschlägigen Stellen. Finden Sie zum Beispiel unbedingt heraus, wer George Brown in San Diego ist, und rufen Sie ihn an und fragen ihn, ob er sich an Ihren Therapeuten erinnern kann und welchen Eindruck er von ihm behalten hat.
Es gibt jedoch auch Naturtalente, die keine lange Ausbildung benötigt haben und trotzdem hervorragende Arbeit machen. Die sind allerdings sehr selten. Falls Sie an so jemanden geraten sind, merken Sie das daran, daß ihnen der Mund offen steht, ein unbeschreibliches Wohlgefühl Sie beschleicht und Sie alles Fragen und Testen einfach vergessen.
4. Ist Ihre Therapeutin selbstsicher?
Das können Sie rasch überprüfen. Machen Sie ein bißchen Dreck auf ihren Teppich. Latschen Sie mit etwas feuchten, schmutzigen Schuhen in ihr Zimmer. Beobachten Sie dabei genau, wie Sie reagiert.
Wird Sie ärgerlich und schmeißt Sie raus, hat sie bestanden. Sie können von Ihrer Therapeutin verlangen, daß sie auf Unverschämtheiten mit einem Minimum menschlicher Spontaneität reagiert. Sie können sich dann entschuldigen mit dem Hinweis auf Ihre Aufgeregtheit und einen neuen Anlauf nehmen.
Sagt sie jedoch: „Ich habe das Gefühl, Sie haben meinen Teppich beschmutzt. Ich glaube, ich bin etwas ärgerlich.", ist sie schon durchgefallen. Sie kann nicht aus ihrer Therapeutenfassade heraus. Das wird sich früher oder später bitter rächen. Lassen Sie es lieber nicht darauf ankommen.
Durchgefallen ist sie natürlich auch, wenn sie sagt: „Das macht nichts, wir haben eine Putzfrau" oder ähnliches.
Diesen Selbstsicherheitstest können Sie so lange variieren, bis Sie ein zufriedenstellendes Ergebnis erzielt haben. Stoßen Sie versehentlich ihre Blumenvase um. (Wenn sie keine hat, fragen Sie: „Wieso haben Sie eigentlich keine Blumen im Zimmer?")
Bringen Sie ein Pfund Harzer Roller mit in den Therapieraum. Sagen Sie beiläufig: „Ich war gerade noch einkaufen." Oder kauen Sie laut schmatzend Bubble Gum. Aber machen Sie keine Blasen, das ist zu offensichtlich und verrät ihre Absicht.
5. Hat Ihr Therapeut einen medizinischen Minderwertigkeitskomplex?
Viele Psychotherapeuten leiden darunter, daß sie keine Mediziner sind und fühlen sich minderwertig. Das ist oft nur die Spitze eines kompletten Minderwertigkeits-Eisberges und kann sich für Sie bös nachteilig auswirken.
Der Test: Erwähnen Sie beiläufig, daß Ihr Arzt eine chronische arterielle Blasphomose diagnostiziert hätte, oder erfinden Sie ein anderes aber ähnliches Phantasie-Gebilde.
Nickt Ihr Therapeut, als wüßte er bescheid, hat er natürlich schon ganz schlechte Karten. Um ganz sicher zu gehen, sollten Sie nachfragen, ob er schon mal so jemanden psychotherapeutisch behandelt hätte und wie die Erfolgsaussichten wären. Sagt er „Gut", ist er ein ganz schwerer Fall, fast schon ein Psychopath. Dann sollten Sie schnellstens das Weite suchen. Erst wenn er fragt, was das denn sei, eine arterielle Blasphomose, hat er bestanden, und Sie können weitergehen im Test.
6. Hat Ihre Therapeutin Berufserfahrung?
Fragen Sie danach. Praktiziert sie weniger als fünf Jahre, können Sie sie getrost als blutige Anfängerin einstufen. Das muß nicht heißen, daß sie schlechte Arbeit macht, aber sie muß halt noch eine Menge dazulernen - auf Ihre Kosten.
Verlangen Sie deshalb einen Unerfahrenheits-Rabatt von mindestens 30 %.
7. Hat Ihre Therapeutin ihren Preis?
Fragen Sie geradeheraus, was Ihre Therapeutin pro Sitzung kostet. Die Höhe des Honorars ist zunächst unbedeutend. Entscheidend ist, daß sie ihren Preis hat und ihn souverän nennen und fordern kann.
Antwortet sie etwa: „Da brauchen Sie sich nicht drum zu kümmern, das regele ich schon mit Ihrer Kasse.", versucht sie vermutlich bei Ihrer Kasse einen Höchstsatz herauszuschinden.
Oder antwortet sie mit einer Gegenfrage? Zum Beispiel: „Was verdienen Sie denn so?" - Vorsicht! Vermutlich hat sie gestaffelte Preise, dann sind ihre Leistung und ihr Engagement wahrscheinlich auch gestaffelt. Außerdem geht es sie zunächst nichts an, wieviel Sie verdienen. Wichtig ist soweit nur, ob Sie ihren Preis akzeptieren oder nicht...
Hat sie niederige Sonderkonditionen für Minderbemittelte: höchste Vorsicht! Sie ist bereit, Sie ggf. zu „labeln", d.h. Ihnen den Status des sozial Unterprivilegierten zu verpassen und dies psychologisch auszubeuten.
Von einer qualifizierten Therapeutin sollten Sie erwarten, daß sie Sie nicht als „sozial Schwachen" hätschelt, sondern Sie mit Ihrer mangelhaften Verantwortung für Ihre chronische Pleite konfrontiert. Armut ist keine Tugend, und Ihre Therapeutin sollte Sie dabei unterstützen, unkonventionelle und neue Wege zu finden, wie Sie das Geld für ihre Rechnungen auftreiben können. Haben Sie dies einmal geschafft, tritt ein sogenannter „therapeutischer Transfer" ein, d.h. Sie sind dann auch in der Lage, besser für Ihr eigenes materielles Wohlergehen zu sorgen und können Ihrer Therapeutin dann noch was pumpen.
8. Hat Ihr Therapeut Probleme damit, Geld für seine Arbeit zu verlangen ?
Achten Sie genau darauf: windet er sich wie ein Aal, wenn Sie ihn nach seinem Honorar fragen? Errötet oder stottert er? Sagt er etwas: „Wären Sie mit x DM einverstanden?"
Auch ein Satz wie der folgende ist verräterisch und zeugt von einem ausgeprägten Minderwertigkeitsgefühl: „Ich würde gerne von Ihnen x DM die Stunde haben." Antworten Sie dann einfach: „Und ich würde gerne etwas weniger zahlen!" Lehnen Sie sich dann zurück und erwarten Sie in Ruhe die Antwort. Jetzt ist er am Zug, und es ist fraglich, ob er sich aus dieser Klemme wieder herausmanövrieren kann. Empfehlen Sie ihm dann, bevor Sie für immer gehen, ein Assertivitäts- Training (Selbstsicherheits-Schulung: gibt es an jeder Volkshochschule) zu machen.
Durchgefallen ist Ihr Therapeut natürlich auch, wenn er sich für die Höhe seines Honorars mit dem Hinweis auf die allgemein gestiegenen Lebenshaltungskosten entschuldigt.
Schwach ist es auch, wenn er seinen Preis wie beiläufig nuschelt, etwa während er etwas niederschreibt. Verlangen Sie, daß er Ihnen in die Augen schaut, während er seinen Preis sagt. Achten Sie auf jede Uneindeutigkeit in Gestik, Mimik, Tonfall...
Achten Sie generell darauf, daß die Preis-Leistungs-Situation transparent bleibt. Sie zahlen Ihr gutes Geld und können dafür höchstens Einsatz verlangen. Am besten ist Barzahlung direkt nach der Stunde. Sollten Sie mit Ihrem Therapeuten unzufrieden gewesen sein, können Sie entsprechende Honorarkürzungen dann sofort verhandeln bzw. vornehmen. Oder Sie können sich mit einem Tip erkenntlich zeigen, falls Sie besonders zufrieden waren.
9. Ist Ihre Therapeutin dringend auf zahlende Kundschaft angewiesen ?
Das ist an sich nicht schlimm. Es kann aber sein, daß Ihre Therapeutin finanziell so sehr in der Bedrouille steckt, daß ihre Arbeitsfähigkeit dadurch stark eingeschränkt ist.
Seien Sie also vorsichtig, wenn sie am Ende der 1. Sitzung darauf drängt, einen weiteren Termin zu verabreden.
Seien Sie besonders vorsichtig, wenn sie verlangt, daß Sie mindestens fünf Anfangssitzungen (von wegen Eingangsdia- gnostik oder so) haben und diese im voraus zahlen sollen.
Achten Sie auf Anzeichen von Nervosität, wenn Sie am Ende der 1. Sitzung noch nicht gleich entscheiden, ob Sie wiederkommen. Achten Sie auf Anzeichen größerer Erleichterung, wenn Sie sagen, daß Sie wiederkommen..
10. Lebt Ihr Therapeut in einer festen Beziehung ?
Achtung, das ist wichtig. Die Therapeuten-Szene ist überfrachtet mit vereinsamten, verkrachten Singles, die zu keiner Menschenseele mehr Kontakt finden - außer zu ihren Klienten. Diese Therapeuten sind dringend auf die Wärme, Zuneigung, das Mitgefühl und die Bewunderung ihrer Klienten angewiesen. Sowas kann natürlich nicht gut gehn. Fragen Sie also präzise nach, ob und wie lange Ihr Therapeut in einer festen Beziehung lebt. Achten Sie darauf, ob die Antwort glaubwürdig ist.
Stellt sich etwa heraus, daß Ihr Therapeut häufig wechselnde Beziehungen pflegt, fragen Sie unbedingt nach, ob er seine Partnerinnen oder Partner aus dem Kreis seines Klientels rekrutiert. Das würde den Verdacht erhärten, daß er nicht mehr weiß - oder es vielleicht nie gelernt hat - wie man auf der freien Wildbahn Kontakt macht. Er braucht den Therapeuten-Nimbus, um wenigstens ein bißchen Ersatzkontakt zu haben. Klarer Fall: Ihr Therapeut braucht Therapie!
11. Kann Ihre Therapeutin auch noch was anderes als Therapie ?
Fragen Sie danach, ob Ihre Therapeutin einen ordentlichen Beruf erlernt hat, bevor sie Therapeutin geworden ist.
Kann sie etwa nur den Standard-Werdegang: Abitur-Studium- Therapeutin vorweisen, dann haben Sie es wahrscheinlich mit einer altklugen Besserwisserin ohne praktische Lebenserfahrung zu tun.
Mildernde Umstände können Sie einräumen, wenn sie wenigstens als Studentin ein paar Semester als LKW-Fahrerin oder so gearbeitet hat.
12. Hat Ihr Therapeut Übergewicht ?
Das muß nicht von vornherein ein Grund sein, ihn abzulehnen. Fragen Sie freundlich, aber direkt: „Warum bist du eigentlich so dick?" Was getestet werden soll, ist die souveräne Reaktion: Kann Ihr Therapeut dazu stehen, dick zu sein, oder ist es ihm selbst peinlich. Achten Sie auf faule Ausreden: „Ich habe gerade zwei Liter Orangensaft getrunken" oder ähnliches.
13. Raucht Ihre Therapeutin während der Sitzung ?
Das ist ein starkes Stück. Aber auch hier kommt es darauf, ob sie zu ihrer Sucht stehen kann. Wenn sie sagt: „Ich rauche bei der Arbeit, weil ich eine starke Raucherin bin und ohne Rauchen bei der Arbeit zu unkonzentriert wäre", dann sollten Sie das durchgehen lassen.
Bietet sie Ihnen jedoch auch eine an und womöglich noch ein Glas Rotwein dazu, sollten Sie sofort gehen. Sie ist dann auf Kumpanei aus, um ihr Laster zu vertuschen.
14. Fühlt sich Ihr Therapeut gut an ?
Gemeint ist hier nicht, ob Sie ein albernes, sentimentales Wohlgefühl verspüren, sobald er den Raum betritt. Das ist meistens übertragungsbedingt und somit illusorisch.
Gemeint ist vielmehr, wie Ihr Therapeut sich im wortwörtlichen Sinne anfühlt, wenn Sie ihn mit Ihren eigenen Händen, besser noch mit Ihrem ganzen Körper berühren (österreichisch: angreifen).
Bitten Sie Ihren Therapeuten also aufzustehen, weil Sie ihn umarmen wollen. Wahrscheinlich fragt er Sie, was das Ganze soll, wozu so viel Action etc. Antworten Sie dann, daß Sie ein kinästhetischer Typ sind und Ihre Umwelt und Mitbürger am besten über den direkten körperlichen Kontakt kennenlernen.
Danach schreiten Sie zur Tat. Weicht er entsetzt zurück, ist der Fall klar. Sie können gehen.
Steht er steif wie ein Brett da und läßt alles über sich ergehen, tätscheln Sie ihm die Wange und sagen Sie: „Keine Angst, mein Junge, ich tu dir nichts."
Danach schicken Sie ihn Kaffee kochen und machen es sich auf seiner Chaiselongue bequem. Verbringen Sie unbedingt noch diese Kaffeepause mit ihm. Ein zu schneller Abgang Ihrerseits könnte sich zu verletzend und traumatisierend für Ihren Therapeuten auswirken. Gestalten Sie diese Nachkontaktphase freundlich und aufbauend, damit Ihr Therapeut dem nächsten Klienten gefaßt ins Auge sehen kann. Sie schaden ihm auch nicht, wenn Sie ihm Ihre Bemühungen in Rechnung stellen. Er kann das als Fortbildung von der Steuer absetzen.
Ist Ihr Therapeut in der Lage, vollen Körperkontakt zu ertragen? Das ist für viele Psychotherapeuten ein unüberwindbares Tabu. Achten Sie darauf, ob er sein Hinterteil spitz nach hinten abstülpt, während er oben seine Wange vertrauensvoll an die Ihre legt.
Die Therapie wird dann ähnlich verlaufen: er wird Ihnen soziale Konventionen einimpfen und Ihre Sexualität ausklammern. Prüfen Sie, ob Ihnen das recht wäre.
Oder ist Ihr Therapeut körperlich zu undistanziert? Bekommt er eine Erektion bei der Umarmung? (Wenn nein: erkundigen Sie sich, warum nicht.) Kuschelt er sich auf Anhieb zu stark in Sie hinein? Hält er Sie länger im Arm, als Ihnen eigentlich lieb ist?
Vorsicht! Er hat ungelöste Nähe-Probleme, in die er seine Klienten hineinverwickeln will. Verlangen Sie 40 bis 50 Prozent Preisnachlaß! Oder bieten Sie ihm einen Tausch an: eine halbe Stunde stringent-knackige Psychotherapie gegen eine halbe Stunde Schmuse-Kuscheln.
Testen Sie also, ob Sie es mit einem lebendig-vibrierenden, pulsierenden Menschen zu tun haben oder nur mit einem abgestandenen, blutleeren Berufsbild.
(aus SkanReader 1/93 und 2/94) |
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| haikala |
| hach, immer wieder lustig, der Tümpel. :D |
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