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    windfeder
    Es ist schon erstaunlich, was man sich da zusammen träumen kann.

    Nach dem plötzlichen Tod meines Freundes vor 3 1/2 Jahren, fing ich an ganz bestimmte Träume zu träumen.
    Und zwar kehrte er in diesen Träumen zu mir zurück, mit irgendwelchen :haare: Erklärungen dafür, warum wir alle dachten er wäre tot und wo er die ganze Zeit gewesen wäre.

    Dann veränderten sie sich tendenziell in die Richtung, dass er plötzlich in der Nähe wohnt und ich im Traum nach und nach mich frage, warum wir nicht wieder zusammen ziehen etc.

    Letzte Nacht träumte ich, er wäre wieder mal aufgetaucht und beschwerte sich darüber, dass ich sein Tagebuch gelesen hätte etc. Ich meinte zu ihm, wir hätten ihn schließlich für tot gehalten, was er denn erwarten würde. Und dass er sich ja gar nicht vorstellen könnte, was das für ein Schmerz sei. Ich bekam ein schlechtes Gewissen, weil ich so viel von seinen Sachen weg geschmissen habe.

    Dann erzählte ich ihm von meinen Träumen.
    Wir dachten darüber nach und ich meinte, dass es ja quasi Vorahnungen gewesen seien, schließlich sei er ja tatsächlich zurück gekommen.

    Könnt ihr mir noch folgen?

    Ist das nicht behämmert?
    :hirni: :hirni: :hirni:
    kaja
    Hallo windfeder!

    Nein das ist nicht behämmert was ihr da träumt. Im Traum lebt ihr euer Wunschdenken aus und das ist ganz normal.
    Ich weiß nicht wie weit ihr eure Trauer um ihn verarbeitet habt und wie ihr damkt umgeht.

    Als mein Sohn verstarb habe ich lange Zeit solche Träume gehabt und nicht nur in der Nacht. Am Anfang hatte ich Angast deswegen und kam mir auch blöd vor. Irgendwann habe ich sie sehnsüchtig erwartet und bin ich eine Scheinwelt abgetaucht und das auch tagsüber. Nach dem ich mich dann damit auseinander gesetzt habe und ich meinen Sohn gehen lassen konnte gibt es diese Träume nicht mehr.
    Ich male mir machmal noch aus wie es wäre wenn er da wäre, aber das auch immer seltener.
    Solange ihr diese Träume genießem könnt und sie nicht so sehr n euer Leben eingreifen ist es ok.

    Liebe Grüße
    kaja
    xenia
    Ich halte das überhaupt nicht für 'behämmert' :liebes: Sei froh, dass du solche Träume hast, sei froh, dass du verarbeiten kannst auf diese Weise. Ich hab viele, viele Jahre nie bewusst von meiner Mama geträumt und auf einmal vor ein paar Jahren war sie dann plötzlich da. Das hat mir so gut getan :) das kannst du dir gar nicht vorstellen. Ich glaub, 2/3 x ist sie mir in meinen Träumen begegnet und es war wunderschön! Danach konnte ich ganz anders an sie denken (sie ist früh gestorben), ganz liebevolle Gefühle hatte ich.
    Ich hatte in den letzten Tagen einmal einen sehr deutlichen Traum, den sogar ich mit meiner jetzigen Situation gut verknüpfen und erklären konnte, hab ihn auch mit meinem Thera besprochen...das ist so wertvoll!
    Solange die Träume dich nicht belasten, sie dir nicht unmäßig weh tun...gönn sie dir :liebes:
    Liebe Grüße,
    xenia
    windfeder
    Danke ihr Beiden für eure Antworten!


    Also ich glaube der Stand was Trauer angeht ist bei uns sehr unterschiedlich. Teilweise konnte gut Abschied genommen werden, teilweise noch mitten in der Verarbeitung und teilweise kann es scheinbar nicht wirklich realisiert werden.
    Die Freude/Aufregung, dass er wieder da ist, hängt mir nach solchen Träumen tagsüber noch einige Zeit nach.
    Immer wieder muß ich klar stellen, dass es nur ein Traum war. Andere, die wohl irgendwie nur die Gefühle wahrnehmen glauben jedesmal es wäre Wirklichkeit. Das ist sehr schmerzhaft und verwirrend.

    liebe Grüße
    Windfeder
    marguerite
    Liebe Windfeder!

    Ich kann mich den anderen beiden nur anschließen, habe ähnliche Erfahrungen mit Träumen von Verstorbenen und kenne dieses Phänomen auch von anderen Betroffenen, deren Partner gestorben ist.
    Der Übergang aus dem Traum zurück in die schmerzhafte Wirklichkeit ist manchmal echt hart. :trost2:
    Aber ich denke auch, es hat viel mit Verarbeitung zu tun, vielleicht auch damit, Schritt für Schritt die Realität näher an sich heranzulassen, oder aber im Traum zu spüren, wie schwer es ist, die Wirklichkeit zu ertragen... :(
    Bei mir sind die Träume im Rahmen der Verarbeitung auch im Laufe der Zeit weniger geworden, aber tauchen immer nochmal auf.

    Wichtig ist vielleicht zu gucken, was Euch helfen könnte, auch denen, denen es noch viel schwerer fällt, es zu verstehen? Vielleicht ist Austausch hier ja schonmal ein guter Anfang?

    Ich wünsche Euch viel Kraft und :listen: !

    Liebe Grüße!
    marguerite