| xenia |
Ich habe einen sehr schönen Text, ein Gebet von Antoine de Saint-Exupery etwas umgewandelt und stell ihn mal hier rein. Ich halte diese Gedanken für wichtig und wollte es aber nicht nur als Bitte an einen fernen (nahen?) Gott verstehen, sondern als Eigeninitiative.
Herr Saint-Exupery möge mir verzeihen ;)
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Ich suche nicht nach Wundern und Visionen, sondern nach Kraft für den Alltag. Ich will die Kunst der kleinen Schritte lernen.
Ich möchte sensibel werden in der richtigen Zeiteinteilung und Fingerspitzengefühl entwickeln, um herauszufinden, was erstrangig und was zweitrangig ist.
Träume helfen mir nicht weiter, weder über die Vergangenheit noch über die Zukunft. Es ist wichtig, das Nächste so gut wie möglich zu tun und die jetzige Stunde als die wichtigste zu erkennen.
Es ist nicht gut, naiv zu glauben, es müsste im Leben alles glatt gehen. Schwierigkeiten, Niederlagen, Misserfolge, Rückschläge sind eine selbstverständliche Zugabe zum Leben und durch diese nüchterne Erkenntnis wachsen und reifen wir.
Das Herz streikt oft gegen den Verstand und es ist gut, wenn im richtigen Moment jemand den Mut hat, mir die Wahrheit in Liebe zu sagen.
Ich weiss, dass sich viele Probleme nur langsam lösen und wünsche mir Geduld zum Warten.
Schön wäre die nötige Fantasie, im rechten Augenblick ein Päckchen Güte, mit oder ohne Worte, an der richtigen Stelle abzugeben.
Ich möchte keine Angst mehr haben, das Leben zu versäumen und will nicht auf das sehen, was ich mir wünsche, sondern auf das, was ich brauche.
Die Kunst der kleinen Schritte lernen... |
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| alisea |
Liebe Xenia!
Vielen Dank für Dein abgewandeltes Gebet!
Kannst Du mir bitte auch das(Orginal)Gebet schicken?
Über den Satz "Das Herz streikt oft gegen den Verstand"
muss ich noch -lange- nachdenken.
Ich stelle - als Dank- das humorvolle Gebet einer Äbtissin ein. Wenn Du es nicht an dieser Stelle haben möchtest, lösche es.
Es grüßt
alisea
Gebet
Herr, du weißt, dass ich altere und bald alt sein werde.
Bewahre mich davor, schwatzhaft zu werden, und besonders vor der fatalen Gewohnheit, bei jeder Gelegenheit und über jedes Thema mitreden zu wollen. Befreie mich von der Einbildung, ich müsse anderer Leute Angelegenheiten in Ordnung bringen. Bei meinem ungeheuren Schatz an Erfahrungen und Weisheiten ist's freilich ein Jammer, nicht jedermann daran teilnehmen zu lassen. Aber du weißt, Herr, dass ich am Ende ein paar Freunde brauche!
Ich wage nicht, dich um die Fähigkeit zu bitten, die Klagen meiner Mitmenschen über ihre Leiden mit nie versiegender Teilnahme anzuhören.
Hilf mir nur, sie mit Geduld zu ertragen, und versiegle meinen Mund, wenn es sich um meine eigenen Kümmernisse und Gebrechen handelt. Sie nehmen zu mit den Jahren, und meine Neigung, sie aufzuzählen, wächst mit ihnen.
Ich will auch nicht um ein besseres Gedächtnis bitten, nur um etwas mehr Demut und weniger Selbstsicherheit, wenn meine Erinnerung nicht mit der anderen übereinstimmt.
Schenk mir die wichtige Einsicht, dass ich mich gelegentlich irren kann. Hilf mir, einigermaßen milde zu bleiben.
Mach mich teilnehmend, aber nicht sentimental, hilfsbereit, aber nicht aufdringlich.
Gewähre mir, das ich Gutes finde, wo ich es nicht vermutet habe, und Talente bei Leuten, denen ich sie nicht zugetraut habe. Und schenke mir, Herr, die Liebenswürdigkeit, es ihnen zu sagen.
Gebet einer alten Äbtissin (mit Humor zu beten) |
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| xenia |
Hallo alisea,
nein, das stört mich nicht, es ist schön und lustig und passt zum Thema :) und ich werd auch noch das Originalgebet reinsetzen, habs nur noch nicht aufgeschrieben und gespeichert :)
Liebe Grüße
xenia |
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| xenia |
Das Original:
Ich bitte nicht um Wunder und Visionen
Ein Gebet von Antoine de Saint Exupery
Ich bitte nicht um Wunder und Visionen, Herr, sondern um Kraft für den Alltag. Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte:
Mach mich sensibel in der richtigen Zeiteinteilung. Schenke mir das Fingerspitzengefühl, um herauszufinden, was erstrangig und was zweitrangig ist.
Lass mich erkennen, dass Träume nicht weiterhelfen, weder über die Vergangenheit noch über die Zukunft. Hilf mir, das Nächste so gut wie möglich zu tun und die jetzige Stunde als die wichtigste zu erkennen.
Bewahre mich vor dem naiven Glauben, es müsste im Leben alles glatt gehen. Schenke mir dir nüchterne Erkenntnis, dass Schwierigkeiten, Niederlagen, Misserfolge, Rückschläge eine selbstverständliche Zugabe zum Leben sind, durch die wir wachsen und reifen.
Erinnere mich daran, dass das Herz oft gegen den Verstand streikt. Schick mir im rechten Augenblick jemanden, der den Mut hat, mir die Wahrheit in Liebe zu sagen.
Ich weiss, dass sich viele Probleme nur langsam lösen. Gib, dass ich warten kann.
Verleihe mir die nötige Fantasie, im rechten Augenblick ein Päckchen Güte, mit oder Ohne Worte, an der richtigen Stelle abzugeben.
Bewahre mich vor der Angst, ich könnte das Leben versäumen. Gib mir nicht, was ich mir wünsche, sondern was ich brauche.
Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte! |
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