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| newlife |
Ein liebes Hallo an Alle!
Ich finde es ein wenig kompliziert, weil es nicht um mich selbst geht. Aber ich versuch es trotzdem. :(
Die Geschichte ist eigentlich recht lang...aber ich fass mich kurz.
Eine Freundin von mir r*tzt sich die Arme und Beine auf und steuert wohl auch gerade eine Essstörung an.
Nun ist sie in einer Klinik, in der ihr der Rasierer "zum rasieren" gegeben wird! Das sie damit andere Sachen macht, sollte den Ärzten zwar bewusst sein...ist aber nicht der Fall.
Also ich (selbst) war schon in 3 verschiedenen Kliniken und kenn da einfach andere Regeln.
Eigentlich bräuchte sie auch Abstand zu ihren "Freunden" und auch zur Familie.
Deshalb denke ich, wäre eine Klinik die eine gewisse Entfernung von Lübeck hat sehr sinnvoll.
Hat jemand von euch eine Idee, in welche Klinik sie gehen sollte? Es gibt doch auch spezielle Einrichtungen. Nur werden die von der krankenkasse finanziert?
Ich ging davon aus, dass wenn sie zum Arzt geht und dem sagt, dass sie bald durchdreht und in eine Klinik möchte, dass ihr dann auch geholfen wird!
Keine Ahnung, ob ich das jetzt gut genug erklärt habe...
Freue mich jedenfalls über jede Antwort!
Liebe Grüße, NewLife. |
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| cosmea |
Liebe newlife !
Fühlt sich denn deine Freundin in der Klinik unwohl ? Oder fühlt sie sich gut aufgehoben ?
Allein die Tatsache, dass ihr trotz allem ein Rasierer gegeben wird sagt noch nichts aus über die Qualität der Betreuung. Es könnte ja auch sein, dass das ein "therapeutischer Vertrauensvorschuß" ist oder ähnliches. Ich kenne es auch, dass die Therapie einfach erstmal hinnimmt, wenn jemand sich auf diese Art und Weise "behilft" und sich mehr den dahinter steckenden Umständen und Ursachen zuwendet.
Ich denke, deine Freundin sollte da maßgeblich sein und die Klinik nur wechseln, wenn SIE sich dort nicht gut aufgehoben und behandelt fühlt.
Du bist - so klingt es - jedenfalls sehr liebevoll besorgt um ihr Wohlergehen. Da bietet es sich doch an, mal mit ihr darüber zu sprechen vielleicht ?
Kliniken gibts quasi wie Sand am Meer.
Ich persönlich habe Gutes gehört von der Hartwaldklinik, das ist in der Nähe von Kassel. Ich war aber nicht selbst dort.
Wie auch immer, ich drücke die Daumen.
Lieben Gruß
Cosmea |
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| newlife |
Hallo Cosmea!
Vielen Dank, für deine Antwort! :)
Also sie sagt es geht ihr schlecht und ich denke mal man müsste sie überreden in eine andere Klinik zu gehen.
Aber die Ärzte können doch nicht zulassen, dass sie sich dort was antut. Deshalb muss sie ja in eine Klinik.
Diagnose Borderline konnten sie doch schließlich auch stellen. :(
Also was die sich dabei denken, weiß ich nicht. Aber könnte natürlich sein, dass du recht hast.
Das Problem ist halt, dass ich am anderen Ende von Deutschland wohne. Zwischen Lübeck und Konstanz liegen schon einige Kilometer. Ich gehe mal von einem Briefkontakt aus.
Ich bin halt am überlegen, ob ich nicht einfach mal ein paar Kliniken durchtelefoniere. Lese aber bei Borderline immer wieder von medikamentöser Behandlung.
Find ich nun auch wieder nicht gut.
Vielen Dank schonmal für den Tipp. Werde mich über die Klinik schlau machen. Sind die in irgendeiner Weise spezialisiert???
Liebe Grüße, NewLife. |
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| cosmea |
Hallo NewLife !
Soweit ich weiß ist die Hartwaldklinik unter anderem spezialisiert auf Borderline - Störungen. Bestimmt gibts da eine Internetseite ?
Ich höre aus deinem Post die Sorge heraus, deine Freundin könnte sich was antun, im Sinne von Suizidgefahr ?
Ich möchte dir sagen : ich glaube da kannst du etwas beruhigter sein. Wenn es so ist wie es sich anhört, dann hat das "schn**den" eine andere Funktion. Es ersetzt sozusagen Beruhigungsmittel, macht etwas sichtbar und spürbar, dient aber nicht der Selbstzerstörung, auch wenn es so aussieht. Ein Borderliner hat mal formuliert "es ist das effektivste Mittel, mit sich selbst in Kontakt zu kommen und gleichzeitig nach Hilfe zu rufen, was ich kenne. Und gänzlich ohne Nebenwirkung".
In akuten Situationen kann medikamentöse Therapie Borderliner durchaus bei der Suche nach Stabilität unterstützen und es kann (vorübergehend) sehr hilfreich sein, die Lage damit erstmal etwas zu beruhigen. Kritisch hinschauen würde ich nur, ob es sich darauf beschränkt (das sollte es nicht) oder zuviel/zulange (Dosis, die so hoch ist dass man eigentlich gar nix mehr merkt oder länger als ca. 8 Wochen) erscheint.
Das es deiner Freundin nicht gut geht ist klar. Sonst wäre sie ja nicht in der Klinik. Aber ich denke, es braucht eine sehr vorsichtige "Prüfung" der Frage, ob es ihr nicht gut geht, weil die Bedingungen in der Klinik sind wie sie sind, oder ob es ihr nicht gut geht, weil ihre persönliche Lage und Empfindung eben elend ist.
Es ist auch möglich, dass es eine ganze Weile dauert, bis ein Klinikaufenthalt sich auf das Wohlfühlen positiv auswirkt. Deshalb sind die Zeiträume ja auch so lang angesetzt.
In der Klinik angekommen wird man ja erstmal mit sich selbst und seinem Schmerz viel stärker konfrontiert als im Alltag und das kann ein - wenn auch sehr schwerer - wichtiger Prozess sein.
Es ist von Außen oft schwer zu beurteilen, ob eine Klinik gut oder nicht so gut ist.
Hier sind die Fragen und Kriterien, die ich persönlich dafür benutze, vielleicht sind sie hilfreich.....
- Wie groß ist die Klinik ? Ist eine halbwegs persönliche, individuelle Betreuung überhaupt vorstellbar oder ist es mehr der anonyme Massenbetrieb ?
- Was deklariert die Klinik als ihr therapeutisches Konzept ? Hat sie eins ? Und spiegelt sich das auch in den einzelnen Maßnahmeangeboten ? z.B. Wenn eine Klinik sich "Ganzheitlich" nennt, gibts dann auch gesunde Ernährung, Freizeitangebote, Physiotherapie, Bewegung/Sport, Naturheilkunde..... oder sitzt man nur in Gruppentherapie oder gelangweilt in der Gegend ?
- Sind die Ärzte und Therapeuten für mein Anliegen qualifiziert ? Ist das Pflegepersonal qualifiziert ?
- Ist die Behandlung 08/15 oder werden auch Methoden angeboten, die viele verschiedene Sinne und Bereiche ansprechen ? Kunsttherapie ? Musiktherapie ? Chi Gong ? Yoga ? Tanztherapie ? Ähnliches, ein Teil davon oder gar nix ?
- Ist Respekt für die persönlichen Bedürfnisse vorhanden ? Sind es Einzelzimmer mit Bad/Dusche ? Hab ich Rückzugs- und Erholungsraum ?
- Wird das Therapiekonzept mit mir gemeinsam erarbeitet oder wird über mich bestimmt ? Werde ich ernst genommen ? Wie ist da das Vorgehen nach meiner Ankunft ?
- Was ist wenns mir schlecht geht ? Ist ein Ansprechpartner (besser 2 zur Auswahl) auch nachts und an Wochenenden da ?
- Wird - wenn ich das möchte - auch mein Partner oder wer immer mir wichtig ist einbezogen und erhält Unterstützung ?
Ich persönlich mag dann auch noch eine schöne Umgebung und die Möglichkeit, mich in der Natur aufzuhalten :) aber das ist vielleicht Nebensache.
Viel Glück bei der Info - Suche und überhaupt !
Lieben Gruß
Cosmea |
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