| windfeder |
Es gibt ja Menschen die sich selten oder gar nicht an ihre Träume erinnern.
Bei mir ist das völlig anders, es ist selten, dass ich mich morgens nicht an meine Träume erinner.
Aber seit 2 1/2 Jahren gibt es eine Art von Träumen die mich besonders verwirren.
:besorgt:
Ich träume von meinem verstorbenen Freund.
Ich träume, dass er wieder da wäre. Am Anfang
hab ich ihn im Traum gefragt, wie es denn sein
kann, dass er wieder da ist. Das wir alle
dachten er wäre tot. Er lieferte auch tatsächlich irgendwelche haarsträubende Erklärungen.
Jedes mal wenn ich von ihm träumte erwachte ich so glücklich und erleichtert.
Und dann wurde mir plötzlich klar, dass es nur ein Traum war. Und es fühlte sich genauso
schrecklich an, wie an dem Tag, an dem ich von seinem Tod erfuhr.
Heute ist es nicht mehr ein ganz do grausamer Schmerz, aber es verwirrt mich immer noch.
Und jetzt wo ich das hier schreibe fließen Tränen, hätte nicht damit gerechnet.
:weinen:
Letzte Nacht habe ich wieder von ihm geträumt, er war wieder einfach so an meiner Seite.
Und selbst im Traum war ich verwirrt.
Ich habe gestern hier im Forum ihn kurz erwähnt und im Traum erinnerte ich mich daran.
Ich dachte so ich war doch traurig weil er tot ist, wie kann er dann jetzt hier sein usw..
Als ich aufwachte war ich total konfus und wußte erst nicht ob er lebt oder nicht.
Ich brauchte ne ganze Zeit um mir darüber klar zu werden.
Ich weiß es ist weil ich nicht
loslassen kann/möchte. Ich hab mir dann gesagt, ich möchte loslassen und diese
Träume nicht mehr haben,
weil sie mich verwirren und mir Schmerz bereiten.
Aber in dem Moment wo ich es aussprsch fühlte ich den Widerstand, denn sie bringen mir auch
so etwas wie Freude und das Gefühl noch
mit ihm verbunden zu sein.
Ist auch egal, es wollte einfach raus aus mir.
Ich fühl mich so voll und schreib so viel obwohl ich noch neu bin.
Ich weiß gar nicht ob das überhaupt okay ist. Ich fühle mich irgendwie aufdringlich. |
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| axio |
hallo windfeder
*nicht aufdringlich bist*
ist gut, wenn Du schreiben kannst. darf sein hier im forum!
lg,
axio - die nix zum thema sagen kann, aber nur schnell sagen wollte, dass das ok is. damit du dir keine gedanken machen musst. |
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| conny |
Liebe windfeder...
Ich kann sehr gut nachvollziehen, wie Dich diese Träume verwirren...
Und es ist absolut okay dass Du das hier schreibst... :o) Dafür sind wir doch hier!
Hmm... es ist schwer für mich zu diesem Thema etwas zu sagen...
Wir wünschen uns oft Dinge, von denen wir dann eben auch nachts träumen...und wenn ein Mensch uns verlässt, der einem sehr nahe war... natürlich wünscht man sich dann sehnlichst, dass dieser Mensch wieder da ist... Och Mensch... Es ist einfach schlimm dass man nicht weiß, wo wir hingehen, nach dem Leben hier auf der Erde... ich denke das würde vieles leichter machen...
Du schreibst selbst davon dass Du los lassen willst... Hmm... Loslassen in dem Sinn, dass Du die "Situation" dass er weg ist in gewisser Weise akzeptierst vielleicht... Aber in Deinem Herzen wird er bleiben und das soll er doch auch...
Aber ich wünsche Dir von ganzem Herzen, dass es nicht mehr so weh tut...
Drück Dich ganz lieb, wenn ich darf... :)
Ganz liebe Grüße, Conny |
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| anne |
Liebe Windfeder :liebes:
ich gehöre auch zu den Menschen, die ihre Träume nicht erinnern. Manchmal finde ich es schade, aber oft denke ich auch, dass ich mit den Bildern der Nacht dann auch Schwierigkeiten hätte in den Tag zu kommen. So bin ich dann doch ganz zufrieden mit dem "meine Träume gehören der Nacht".
Was ich beeindruckend finde ist, dass du die Fähigkeit hast, dich in deinen Träumen "bewusst" (oder sollte ich geplant sagen?) zu verhalten.
Ich kann suuuuuper gut verstehen, dass du auf die schönen Begegnungen mit deinem Freund nicht verzichten willst! Logisch! Das es in deinen Träumen Erklärungen dafür gibt, warum es eigentlich nicht so sein kann drückt für mich aus, wie unbegreiflich der Tod eines geliebten Menschen ist. 2 1/2 Jahre ist für die Verarbeitung solch traumatischer Erlebnisse keine lange Zeit, das finde ich wichtig sich vor Augen zu halten.
Du hast einen "Ort" erschaffen, an dem du Abschied nehmen kannst und ich glaube, dass das in ganz kleinen Schritten geht. Vielleicht wirst du irgendwann in der Nacht in seinen Armen liegen und dich von ihm trösten lassen? Vielleicht verändern sich eure Rollen und er lässt dich sanft gehen?
Es sind niemals genug Tränen geweint, wenn es um die tiefe Traurigkeit eines Verlustes geht. Weine und sei verzweifelt und schrei dir die Kehle aus dem Leib vor lauter Verzweifelung über das Schicksal. Gebe dir selbst ganz viel Platz für deine Traurigkeit und Wut und gestatte es dir, so oft du willst!
Es dauert solange, wie es dauert und es wird besser. Besser im Alltäglichen und damit nicht mehr so kraftraubend und füllend. In Frieden sein mit einem solchen Abschied ist ein anstrengender Weg und ich wünsche dir von :herz:en, dass du einen Weg findest, dich nicht mehr so wund zu fühlen :knuddel:
*liebe Balsamgrüße*
Anne |
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| windfeder |
Vielen Dank axio! Werde versuchen daran zu arbeiten, es selbst auch ok zu finden. :meditate:
Liebe conny, ja das meinte ich mit loslassen. Zu akzeptieren, dass er tot ist und ich nichts aber auch gar nichts daran ändern kann.
Nach seinem Tod war ich noch sehr lange in einer Art Kampfhaltung. Wir (ich und seine Mutter) hatten sogar überlegt, ob wir gegen das Krankenhaus in dem er gestorben ist, klagen sollen.
Aber da hat man ja eh keine Chance. Ich hatte das Gefühl noch etwas mache, erkämpfen zu können.
Ausserdem hatte ich unglaubliche
Schuldgefühle. :weinen:
Tja, scheinbar habe ich das alles doch noch nicht so verarbeitet, wie ich dachte.
Liebe Anne!
Oft denke ich auch, es wäre ein Segen mich nicht an meine Träume erinnern zu müssen. Andererseits geben sie mir auch Hinweise und Inspiration. Dennoch können sie sehr belastent sein. Allerdings gibt es ja auch schöne Träume.
Mein Verhalten wirklich bewußt steuern, dass konnte ich bisher erst einmal. Da hab ich ein Krokodil von einer Treppe geschmissen, mit den Worten "Du bist nur ein Traum". Das ist allerdings schon lange her.
Allerdings ist es schon verblüffend wie realistisch manche Träume sind und wie sehr meine Gedankengänge
im Traum denen im Wachzustand gleichen können.
Ich bin froh feststellen zu können, dass sich mein Schmerz verändert hat. Die ersten Monate nach seinem Tod war er so intensiv, dass ich mich ehrlich fragte, ob man an so was sterben kann.
Aber du scheinst gut zu wissen wovon du sprichst. Ich will keine alten Wunden aufreißen oder so, ich habe nur den Eindruck, dass du auch jemanden verlohren hast.
Danke für eure Antworten und viele liebe Grüße!
:winken: |
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| anne |
Liebe Windfeder,
du hast recht, ich habe auch schon schmerzliche Verluste erlebt. Keine Sorge, du reißt keine alten Wunden auf. Es ist vielmehr so, dass ich um meine Wunden weiß und es mich im Alltag (oder auch in den Nächten) nicht mehr beeinträchtigt.
Es ist so etwas wie eine Akzeptanz des Unfassbaren (oder so ähnlich). Es fühlt sich eher wie ein dumpfen Schmerz an, eben nicht so wund und das dann auch nur in Momenten.
Zeitweise hatte ich riesige Angst davor, geliebte Menschen zu verlieren. Ohne jetzt wirklichen Grund, einfach so ein generell begleitendes Gefühl. Vertrauen ist Leben und darin, dass es auch bleibt war schwer.
Heute ist es ok, heute kann ich wieder vertrauen und den Schmerz über unfassbare Verluste als Teil des Lebens akzeptieren.
Liebe Windfeder, es braucht die Zeit, die es braucht und einen Funken Vertrauen, dass es auch wieder besser werden kann. Es ist kein Verrat auch wieder glücklich zu sein. Das habe ich eine zeitlang gedacht. Ich dachte, ich "dürfte" nicht mehr glücklich sein. Hab es mir selbst vorgeworfen als "Vergessen". Das wird sowieso niemals passieren!
Ich wünsche dir viel Kraft auf deinem Weg des Abschied nehmens :knuddel:
Anne |
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| windfeder |
Danke Anne! :liebes:
Ja das mit dem "nicht glücklich sein dürfen" kenne ich leider auch.
Verluste sind für mich noch schwerer zu ertragen, als früher. Auch ist die Angst davor größer geworden.
Aber die Zeit heilt vielleicht doch so manche Wunde.
Es wird glaub ich noch ein ganz schöner Weg, bis ich
endlich ganz akzeptieren kann, aber der Schmerz ist wirklich nicht mehr ganz so tief wie am Anfang.
Ich glaube meine Schulgefühle könnten ein Schlüssel sein.
Ich war nicht so für ihn da, wie ich es gerne gewesen wäre. Er starb im Krankenhaus und ich wußte, dass man sich nicht um ihn kümmerte. Mir ging es damals nicht gut, aber ich hätte trotzdem für ihn kämpfen müssen.
Letztlich ist er an den Folgen einer Lungenentzündung und eines fatalen Gesundheitssystems gestorben, mit 29 Jahren.
Und ich habe nur zu gesehen! :(
Na ja wie dem auch sei. Es ist vorbei. |
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| sanaiha |
Hi windfeder,
ich kenne solche wiederkehrenden träume über menschen oder bei mir auch eben tiere. die ersten monate fand ich diese träume grausam und furchtbar, weil sie mir meinen verlust und die dahinterstehenden ängste so überdeminensional deutlich gemacht haben. aber irgendwann habe ich aufgehört - mit meiner thera zusammen - gegen diese träume anzukämpfen. warum nicht die im traum gewonnene freude und die dazugehörenden gefühle genießen und mit in den tag nehmen statt sie furchtbar und herzlos zu finden? Ich weiß nicht, ob man da wirklich was loslassen muss oder kann. vielleicht kannst du ihn eher als ein freund mit in den alltag nehmen und die zeit im traum mit ihm genießen statt dagegen anzugehen? dich daran freuen, dass du ihn von zeit zu zeit wieder sehen darfst, wenn auc auch nur im traum?
für mich war das wie eine erlösung, weil ich verschiedene menschen und tiere hatte, die ich versucht habe in der vergangenheit zu versenken und jetzt kann ich sie einfach lassen wo und wie sie sind. und es geht mir gut damit... vielleicht hilft es dir auch?
ich wünsche dir alles liebe,
sanaiha |
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