| kuestenkind |
Im Wald an der Grenze zu Zwischenland sprudelte ein kleiner Fluss, drehte sich und hüpfte und war seines Lebens oft zufrieden. Sein Leben verlief in einer Bahn. Seine Wasser mündeten in den kleinen See. Das Wasser verlief also, um noch genauer zu sein, immer von der Quelle durch den tiefen Wald, dann ein Stück an Zwischenland entlang und mündete schließlich in den See.
Der Fluss machte sich da nichts draus, immer in einer Bahn zu fließen, zu hüpfen und zu springen. Schließlich sprudeln alle Flüsse der Welt immer im selben Beet. Der Fluss kannte den alten Baum, den Strauch, die großen Steine, die dunkle Höhle und alle kannte er schon sehr sehr lange. Manche Tiere, mit denen er gesprochen hatte, waren schon lange verschwunden, aber er floss immer noch dahin, seinen Weg.
Bis eines schönen Tages, als die Vögel so still waren, da floss er gerade munter an Zwischenland entlang . . . |
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| elen |
| ....und plötzlich sah er etwas, was er noch nie zuvor gesehen hat.Es schillerte in wunderschönen Farben und zog ihn magisch an.Doch um diesem näher zu kommen ,müßte er seinen gewohnten Fluss verlassen.... |
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| mahamati |
| ...was also tun, dachte der Fluss bei sich...etwas Neues kennenzulernen, wäre doch mal was. Und dieses "Etwas" faszinierte ihn so sehr, dass er beschloss, seiner Neugierde nachzugehen... |
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| kuestenkind |
:idee:
Erst sprang und hüpfte er in seinem Bett. Da konnte er eine melonengroße Glaskugel auf saftigem Gras liegen sehen. Aber sie war noch zu weit weg für unsereren Fluss. Darum konzentrierte er sich auf einen neuen Weg. Das war gar nicht einfach mit dem Konzentrieren, denn der Fluss war ja überall zur gleichen Zeit. Wenn man überall zur gleichen Zeit ist, für jeden immer verfügbar, dann ist man jedermanns Freund oder Freundin und das ist schön. Doch doch doch wenn man für jeden gleich da ist, ist man für niemand speziell da. Für niemanden NAH da. Der Fluss wollte der Melonenglaskugel aber NAH da sein. Also konzentrierte er sich auf die eine Flussstelle, wo das Wasser etwas breiter floss. Und er ließ sein Wasser immer wieder gegen diese Stelle klatschen. Hoch spritzte das Wasser an der Stelle und klatschte und dann . . . |
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| kaja |
kamen die Flussbewohner und halfen dem Flus einen neuen Weg zu bahnen. Sie kannten den Fluss schon seid seiner Entsctehung und merken, wie wichtig es ihm war, diesen neuen Weg zu fließen.
Die Flussmenschen waren glücklich, dem Fluss endlich einmal helfen zu können, denn der Fluss hat sie vor langer Zeit aufgenommen und sicher beherbergt.
Also arbeiteten jetzt der Fluß und viel Flußmenschen an der Stelle um .......... |
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| kuestenkind |
:)
. . . um eine Abzweigung in das Erdreich zu hauen. Tagsüber hauten die Flussmenschen mit ihren Hacken in die braune Erde und ihre Schippen schippten fleißig das Braun auf. Nach und nach entstanden da kleine Hügel, die nannten sie Deiche.
Nachts aber saßen sie alle am Flußufer und erzählten vom Tage und von ihrer Arbeit. Und dass sie das für ihren besonderen Fluss gerne umsonst täten.
"Eine Liebe, die umsonst ist, fühlt sich so gut an", dachte unser Fluss, "sie wird gegeben, weil ich bin wie ich bin."
Und er sprudelte glücklich und die Flussmenschen merkten das irgendwie und waren auch zufrieden.
Und nachts, wenn sie dann alle schliefen, die Menschen und der Fluss, leuchteten die Sterne gütig und wissend.
So ging es eine Zeit und eines Tages, war die Arbeit getan: der Fluss war unserer Kugel nahe gekommen. Da lag sie immer noch, unberührt, ungerührt, auf dem grünen saftigen Gras. Und über ihrem schillernden Schein zog ein heller blauer Himmel dahin, so dass unser Fluss ganz betört war von so viel Schönheit und Glanz.
"Das muss eine ganz besondere Kugel sein", dachte der Fluss, "weil sie so furchtbar, furchtbar schön ausschaut. Es kann nicht anders sein!"
Endlich fasste er sich ein Herz und sprach die Kugel an:
"Hallo du liebe Kugel," begann er, "ich habe mich lange schon auf den Weg zu dir gemacht, du bist so schön für mich!"
Zwei, drei, vier Sekunden vergingen, ehe die Kugel kreischend antwortete: "Wer bist du denn, du kleines Flüsschen?" Dann lachte sie kugelnd.
"Schleich dich, denn du bist nicht so viel Wert wie ich! Wenn mich die anderen mit dir zusammen sehen verliere ich meine Schönheit!"
Unser Fluss schaute erst verduzt, dann wurde er traurig . . . hatte er sich doch so geirrt! Aber sie war doch so hübsch!
Doch da half alles nichts, er musste wieder untertauchen, wenn dass für einen Fluss denn geht. Also floss er wieder in sein Bett und die Menschen halfen ihm wieder und schoben die Erde wieder ins Flussbett, dass er nicht mehr an die Kugel denken musste.
Lange war er traurig, lange, lange. Und die Menschen versuchten ihn aufzuheitern oder ihn zu stärken. Sogar eine Französin, sie sagten, Edith Piaf, spielten sie ihm manchmal abends und sangen dazu aus Leibeskräften: "Je ne regrette riens!" damit er nichts bedauern sollte . . . |
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| uli |
| :kuck:...schöne geschichte.....:segeln::sonne::winken: |
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| kuestenkind |
Doch unser Fluss war weiter lange traurig. So lange dauerte es, bis all die kleinen Fischchen, die immer umherschwirrten, im Trübsal nichts mehr sehen konnten und also nichts mehr zu fressen fanden. Also mussten sie den Fluss nach und nach verlassen, um in einen anderen zu springen, der klarer war und wo sie besser ihre Nahrung fanden.
Auch die fleißigen Flussbewohner verstummten mit ihrem Singen von der Frau Piaf und machten sich wieder an ihre eigene Arbeit, denn da war ja auch viel liegengeblieben. Sie mussten einkaufen, für die Kinder sorgen und die Wohnung sauber halten.
"Wir können leider nur eine Zeitlang helfen, weil wir auch für uns sorgen müssen", sagten sie. "So ist das Leben - das haben wir nun dabei gelernt. Jeder Flussmensch kann immer nur für eine bestimmt Zeit aufopferungsvoll und hilfsbereit für einen anderen sein. Der traurige Fluss muss da irgendwie mithelfen."
Doch der Fluss konnte einfach nicht mithelfen, denn zu sehr war er in seinen Gedanken gefangen. Es war nichts zu machen, die dummen Gedanken an die Glaskugel gingen einfach nicht weg. Oder nur ganz ganz langsam!
Und eines Tages, weil Gott alles sieht und die liegengebliebenen Dinge immer wieder gerne anschubst, damit es vorangeht - ja eines Tages, schickte der liebe Gott einen klugen Weisen an den traurigen Fluss. Das machte Gott, damit die beiden ins Gespräch kommen sollten. Wer weiß, vielleicht würde sich dann irgendetwas Schönes daraus entwickeln, dachte er.
Dafür hatte Gott einen sehr klugen Weisen geschickt. Weil der so klug war, wollte er natürlich immer noch mehr wissen und deshalb wanderte er auch den lieben langen Tag durch das weite Land und legte sich nachts in das hohe Gras oder unter den großen Baum. Dann schaute er vor dem Zubettgehen erst eine Zeitlang in die lächelnden Sterne. Oft breitete er sich dann seine Jacke über sich aus, legte sich auf die Seite und schlief mit warmem Gesicht am behaglich knackenden Feuer ganz selig ein. Er war ja sehr mit der Natur sehr vertraut und deshalb war er auch so furchtbar klug.
Denn kennt jemand von euch etwas klügeres als die Natur oder Gott? Nein? ich nämlich auch nicht . . . :)
So kam er eines Mittags, ich glaube, es war so um halb vier Uhr, an den müde daliegenden Fluss. Der Weise schaute in die Sonne und ließ sich von den Strahlen erst ein wenig wärmen, dann bat er Gott um Verzeihung, ergriff schnell seinen Wanderstab, steckte die Schnur ganz vorne an und hielt den verwandelten Wanderstab in den Fluss und begann mit einem Liedchen auf den Lippen frohgemut zu angeln . . . . |
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| elen |
so ging das eine Weile und er hing seinen Gedanken und seinen Träumen nach und begann dann mit dem Fluß zu reden.Er fragte ihn was ihm wichtig ist.... Ersz sprach der Fluss ganz scheu nur Brocken vor sich hin und dann sprudelte es plötzlich aus ihm herraus, dass er immer noch ständig an diese wunderschöne Kugel denken muß. Der Weise dachte kurz nach und sagte dann
Lieber Fluss, vielleicht gibt es noch eine andere Sichtweise, ich möchte sie dir erzählen vielleicht hilft es dir etwas über deinen Schmerz.
Diese Kugel die so mit dir sprach, vielleicht war es ein Schutzmantel und sie dachte du würdest gar nicht näher an sie heran treten und wieder gehen, sie glaubte vielleicht gar nicht mehr daran dass sie jemand schön findet und echtes Interesse an ihr hat.Vielleicht ist dies Kugel selbst so sehr verletzt worden,dass sie Angst hat und somit denkt sie muß hart sein um sich selbst zu schützen. Doch ich mag dir auch sagen lieber Fluß Härte und Verletztheit kann man mit Liebe ,Nähe und Vertrauen heilen....Vielleicht ist die Kugel selbst sehr einsam ,doch die Angst ist so groß verletzt zu werden ,dass sie sich selbst damit blockiert...
Der Fluß wurde sehr nachdenklich und....... |
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| kuestenkind |
:)
zwar so lange bis die Sonne unterging.
Der Weise hatte 2 Fischlein gefangen, ein Feuer angesteckt, den Platz gemütlich und mit Blättern und Grashalmen kuschelig für die kommende Nacht zubereitet.
Als das Feuer loderte und knackte, und der Weise schweigsam zu Abend gegessen hatte, raunte der Fluss ihm endlich ein "Gute Nacht" zu.
Der Weise schaute mit warmglänzenden blauen Augen unter seinen buschigen Augenbrauen hervor: "Nun", fragte er, " Lieber Fluss, was hälst du von meiner Sichtweise, dass die Kugel vielleicht nur zu verletzt war? Und dir deshalb nicht antwortete?" Seine Augen blitzten dabei manchmal ein wenig.
"Ja, weiser Mann", sagte der Fluss, "du bist weise. Wer wäre ich, dass ich deiner Meinung nicht glauben würde? Alle Welt glaubt den 'Weisen"
Der Weise schaute erst eine Zeitlang unter sich, dann sah er wieder auf die Wellen des Flusses. "Aber?" fragte er den Fluss und grinste verschmitzt.
"Aber, aber, lieber weiser Mann, so wie ich hier und auch zur gleichen Zeit woanders bin, so sehe ich hier dich; zur gleichen Zeit sehe ich aber zwei Kilometer flussabwärts ein Gnu und noch drei Kilometer weiter sehe ich einen sehr alten Baum, an dem gerade ein Fuchs sitzt und sich die Pfoten leckt.
Also kann ich zur selben Zeit dich, das Gnu und den alten Baum mit dem Fuchs sehen."
Der Alte runzelte die Brauen, "du sprichst in Rätseln, mein lieber Fluss! Erkläre mir das doch einmal genauer!"
"Ich will sagen, von einer Sache gibt es wohl noch viel mehr andere Sichtweisen, als nur zwei", sagte der Fluss. "An einem Fluss sind noch mehr Dinge alsa nur eines oder zwei. Und wenn ich noch genauer an meine Ufer schaue, dann sehe ich noch ganz viel mehr. Vielleicht noch eine Maus."
"So so", sagte der Weise und schmunzelte in sich hinein.
"Ja, sagte, der Fluss nun, "ich überlege schon die ganze Zeit, was sie, meine Glaskugel, denn noch alles gedacht haben könnte. Es könnte doch auch sein, dass sie denkt, was will ich denn mit einem Fluss anfangen? Sie denkt vielleicht, sie sei hart, und ich bin ganz weich. Er ist Wasser, und ich gehe unter wie Blei und rolle am Grund entlang. Verstehst du, sie meint, wir seien zu große Gegensätze und große Gegensätze haben es in der Natur immer sehr viel schwerer, da hat sie schon recht!"
"Stopp, stopp jetzt mit deinen Vermutungen!", sagte der Weise, hob den Finger und lächelte.
"Und?", fuhr er fort, als der Fluss sich wieder etwas beruhigt hatte, "wie können wir herausfinden, ob sie nun dieses oder jenes gedacht hat?"
Da war es lange still, der Weise hatte sich hingelegt und das Feuer glühte und qualmte gerade noch ein bisschen. Der Fluss hörte schon die regelmäßigen Züge des Alten.
"Wir müssen sie fragen!!", rief da endlich der Fluss. "Ja, jetzt habe ich es: Wir müssen sie fragen! Ich muss noch einmal hin zu ihr. Es lässt mir keine Ruhe."
"Gut, gut," murmelte der Alte, dann konnte man hören, "morgen ist aber auch noch ein Tag, lieber Fluss." Dann erfüllte ein zufriedenes Schnarchen die Nacht.
Das Feuer glühte nur noch und die Sternen schauten gütig auf den Weisen und den Fluss, der Weise schnarchte leise und der Fluss murmelte . . . Und wir sind jetzt ein bißchen leise, weil sie schlafen. |
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