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    janus
    Hallo Ihr Alle,
    ich bin nicht oft hier zu lesen, und gebe Euch vielleicht nicht viel. Aber ich möchte Euch gerne etwas berichten. Ich möchte gelesen werden… vielleicht findet jemand auch tröstende Worte… vielleicht auch anderes…

    Vorab muss ich, um Euch meinen Gefühlszustand verständlich zu machen ein paar Dinge erklären.

    Seid einer Woche weiß ich was ich schon lange geahnt habe, ich „leide“ (noch empfinde ich es als Leid) unter dem sogenannten PMS (Prämenstruellem Syndrom). Ich werde mit einem homöopathischem Mittel behandelt. Und wie das leider bei diesen Mitteln mal passieren kann, geht es mir jetzt noch schlechter als vorher. Meine körperlichen Symptome sind noch nicht zu spüren, aber meine Gefühle fahren Achterbahn mit mir. Da ich dass spüre, und mich auch über mich selber erschrecke weiß ich nicht mehr welche Gefühle zu mir gehören, und welche einfach nur durch das Medikament verstärkt werden.

    Seid mehr als vier Jahren liebe ich eine Frau. Wir liebe/ leben zusammen, haben einen gemeinsamen Haushalt, und lieben/ leben unsere Beziehung offen.
    Jede von uns bringt Ihre Geschichte mit. Sie Ihre und ich meine. Dadurch ist ein Zusammenleben nicht immer einfach. Aber bisher konnten wir uns aufeinander verlassen. Jede war für die andere da. Immer so wie jede es gerade konnte. Es ist ein geben und ein nehmen. Und wir spüren immer das innere Band welches uns verbindet. Seid nun fast einem Jahr war meine Freundin in therapeutischer Behandlung wegen Angst und Panikattacken. Sie hat die Therapie unterbrochen oder abgebrochen. Das kann ich nicht genau sagen, weil ich glaube, dass sie selbst noch nicht weiß wie es hier für sie weiter gehen kann. Sie wird aber im Juni zur Kur gehen(?). Ihre Erkrankung bringt viele Probleme mit sich. Es fängt damit an, dass sie an Tagen wo es ihr schlecht geht (2-3 mal die Woche) mehrmals am Tag bei mir auf der Arbeit anruft. Was eigentlich kein Problem ist, da ich ein eigenes Büro habe, aber es belastet mich, da ich nicht für sie so da sein kann wie sie es sich wünscht. Schließlich mag ich deswegen meinen Job nicht aufs Spiel setzen. Sie kann nur mit einem „Nachtlicht“ schlafen, und bei einer Panikattacke in der Nacht weckt sie mich. Auch in den Urlaub können wir nur schwer fahren. Das Ausland fällt zum Großenteil aus, da sie auch nicht fliegt. Aber auch ein fremdes Umfeld ist für sie nicht immer erträglich.

    Ich selber befinde mich zur Zeit in therapeutischer Behandlung, um mein Trauma aus der Kindheit, und die dadurch entstandenen Probleme in der Familie etc. zu verarbeiten. Dadurch und durch das PMS gibt es auch für mich zur Zeit schwere Tage, aber auch leichte Tage.

    Weshalb ich nun hier einen Roman schreibe:

    Gestern hatten meine Freundin und ich einen Streit. Die Erkenntnisse aus diesem Streit machen mich sehr traurig. Zum Glück hatte ich danach noch Therapie. Als ich heim kam bat ich meine Freundin um ein Gespräch, einfach weil mir noch so viel auf dem Herzen lag. Mir ging es nicht sehr gut. Und ich hätte mir gewünscht das meine Freundin den Abend mit mir verbringt. Doch wusste ich, das Frauenstammtisch ist und das wollte ich ihr nicht nehmen. Wusste ich doch, das sie eigentlich immer um spätestens 0.00 Uhr zu Hause ist. Außerdem dachte ich, dass es mir auch gut tut, ein wenig für mich zu tun. Der Abend verging schnell und es wurde 0.30 Uhr. Ich rief meine Freundin an, und fragte wo sie ist, und wann sie heim kommt. Sie sagte mir, dass sie ein bisschen länger macht, und die Gruppe auf dem Weg ist eine neue Lokalität zu suchen. Um 1.30 Uhr rief sie mich an, dass sie bei einer Freundin sind, und noch ein Spiel gespielt wird. Eigentlich bin ich nicht misstrauisch, aber ich fragte ob die beiden allein sind. Sie fing an zu stottern, und sagte mir dann, dass die beiden allein sind. Was eigentlich gar kein Problem ist. Ich fragte ob die beiden auch schon bei meinem ersten Anruf allein waren. Sie bejahte das. Hier entstand Misstrauen für mich. Ich verstehe nicht, warum sie nicht ehrlich war. Wir beendeten das Gespräch. Aber ich sagte meiner Freundin, dass ich mich freuen würde wenn sie bald bei mir ist. Ich versuchte zur Ruhe zu kommen und zu schlafen. Doch zwecklos. Meine starken Gefühle vom Tag zerrten an mir. Ein schlechtes Gefühl, das meine Freundin mich betrügt überkam mich. Ich versuchte mir klar zu machen, das dass Quatsch ist. Aber es gelang mir nicht. Das schlechte Gefühl blieb und ich schämte mich dafür. Es ging mir immer schlechter und ich wünschte mir jemanden der mich in den Arm nimmt. Einsamkeit machte sich breit. Einsamkeit. Ich hasse dieses Gefühl. Doch ist das Gefühle welches mich viel zu oft begleitet. Um 3.00 Uhr hielt ich es nicht mehr aus. Ich rief meine Freundin an, und sagte ihr, dass es mir nicht gut geht und ich mir wünsche das sie für mich da ist. Sie sagte nein. Ich sagte ihr ich brauche Dich. Sie sagte sie mag nicht heim kommen. Ich sagte ich brauche Dich fünf mal im Jahr und heute ist einer dieser Tage. Sie sagte nein. Sie sagte, sie sei in meinem Herzen, und in Gedanken sei sie nur bei mir. Das sage ich ihr immer, wenn ich auf der Arbeit bin und nicht heim kommen kann. Das verletzte mich. Schließlich ist da ein unterschied. Die Arbeit kann man nicht immer einfach liegen lassen, zu mal ich in einer leitenden Position arbeite. Aber dadurch habe ich auch Freiheiten die ich als Angestellte nicht hätte. Und die Freundin kann sie doch heute morgen immer wieder besuchen. Aber sie wollte nicht. Wir beendeten das Gespräch. Verletzt, mit Misstrauen erfüllt, und die Scham brachten mich zum weinen. Mein schluchtzen hallte in der Einsamkeit. Ungehört. Ich weinte mich in den schlaf. Um 6.00 Uhr erschrak ich aus meinem Schlaf. Sie war nicht nach Hause gekommen. Schlafen konnte ich nicht mehr. Musste ich doch eh um 7.00 Uhr aufstehen und zur Arbeit. Um 6.30 kam sie heim. Erschöpft. Ließ mir kaum Raum um Ihr meine Gefühle deutlich zu machen. Sie schlief ein. Und ich ging mit Herzschmerzen zur Arbeit. Später am Morgen rief Sie mich an. Sie erzählte mir, dass es Ihr nicht gut geht. Ich blockte ab, reagierte nicht darauf. Im verlauf des Gesprächs (ich habe versucht mit ihr über die Nacht zu reden.) sagte sie, sie habe Angst, das ihr Körper den Schlafentzug heimzahlt. Mit Angst und Panikattacken. Ich sagte ihr, dass ich ihr da heute aufgrund der Vorkommnisse der vergangen Nacht nicht helfen kann.
    Der Arbeitstag verging sehr schleppend, und die nötige Konzentration fehlte mir auch. Seid ich zu Hause bin liegt sie im Bett und versucht zu schlafen. Ich habe noch mal versucht mit Ihr zu reden. Ihr meine Gefühle klar gemacht. Sie sieht Ihren Fehler ein. Doch warum. Warum hat sie mich allein gelassen. Sie hatte heute Abend eine „kleine“ Panikattacke. Ich kann nicht für sie da sein. Ich fühle mich verraten. Und immer noch das Gefühl, was haben die beiden heute Nacht tatsächlich gemacht. Sagt sie die Warheit?

    Ich bin ein Mensch, der nicht da liegt wie ein offenes Buch. Jeder muss sich mein Vertrauen erarbeiten. Ich besitze viel Masken/ Gesichter. Und setze diese oft ein. Nicht mehr so häufig wie früher aber sie sind noch da und ich benutze sie noch. Das vertrauen zu meiner Freundin ist geschädigt. Bin ich doch immer für sie da. Ich richte mein Leben teilweise nach ihrer Angst. Und jetzt. Soll das alles sein was sie mir geben kann?!

    janus
    monjamo
    Hallo Janus,

    ich kann verstehen, dass Du enttäuscht bist, da Du viell. diejenige bist, die ein wenig mehr investiert?
    Und nun brauchtest Du Deine Freundin selbst mal und Du fühlst Dich von ihr im Stich gelassen- obwohl es meist umgekehrt ist und Du versuchst so gut es geht für sie da zu sein...

    Du fühlst Dich als diejenige die mehr verzichtet und weniger fordert als sie, verstehe ich das richtig? Hmm...

    Ich weiss nicht, was ich Dir noch schreiben kann...Ich assoziiere mit Deinem Post noch ein paar Sachen, wie: Ein Ungleichgewicht in der Bez. kann mit der Zeit ganz blöd werden...

    ...und Deine Erwartungen an sie...Hmm. Du schreibst selbst, dass Du sehr selten forderst...viell. *zu* selten? Als das sie es richtig ernst nehmen konnte...und dann noch: Du schreibst, Du bist immer für sie da wenn sie Dich braucht...Hmm ja.

    Irgendwie klingt das ein bisschen nach: Du investierst viell. *zu* viel von Dir und erwartest dann auch dass sie für Dich da ist, wenn Du sie dringend brauchst...
    Vielleicht von Deinem "Da-sein" es passender für Dich machen?

    Ach Du, ich hab jetzt total durcheinander geschrieben. Ich wollte Dir eig. nur sagen: Ich hab Dich gelesen, hab Gedanken und auch Gefühle dazu und ich kann Deine Gekränktheit gut verstehen...
    :hand:
    Ich wünsche Dir alles Liebe,
    Monjamo
    elli
    Hallo janus,
    möcht dir gern auch was schreiben...

    Ich stell mal die These auf:

    Man ist immer allein mit sich selbst.
    Jeder.
    Wenn man ab und zu die Kluft zwischen zwei Menschen überbrücken kann, nenne ich
    Glück.

    (Es ist so kurz, was ich da geschrieben hab. Weil ich denk, das ist die Basis. Vielleicht erwartet man manchmal einfach zu viel vom Partner...)

    elli
    janus
    Danke Ihr beiden,

    danke fürs lesen, und Danke für Eure Gedanken. Jeder Gedanke auf seine Weise ein Trost für mich, und ein beachtet/ verstanden werden.

    Die vergangenen Tage liegen noch in meinem Herzen, aber es geht mir etwas besser damit. Habe mich vorerst etwas zurückgezogen. War heute zum ersten mal in diesem Jahr wieder beim Yoga. Habe auch schon im Gespräch mit meiner Therapeutin bemerkt, das ein ungleichgewicht entstanden ist. Möchte wieder mehr bei mir sein. Wie soll meine Freundin auch sonst ihre Ängste in den Griff bekommen wenn ich ihr immer helfe. Es sind ihre Ängste und ich kann nur stiller Begleiter sein. Bin kein Therapeut der ihr die richtige Hilfe sein kann. Und verstehen kann nur sie ihre Angst. Und ich muß wieder versuchen bei mir zu sein. Für mich da sein, aber dennnoch sie nicht einfach links liegen lassen.

    Neues Motto: Wir schaffen alles gemeinsam, doch jede passt auf sich selbst auf, und jede darf für den anderen da sein.

    Klingt gut oder?!

    janus
    elli
    :kraft: für euch beide.

    elli
    janus
    Liebe elli,

    vielen Dank! Davon können wir jetzt eine Menge gebrauchen!
    Plötzlich steht die ganze Beziehung Kopf. Soviele Gedanken, Gefühle, Fragen... soviel

    janus