| eisfuchs |
Hallo,
hoffe, ich darf mal wieder was hierlassen... lese so oft mit, schaff fast nie, meine Gedanken dazu in Worte zu fassen und frag mich grad, ob ich nicht schon nerve, wenn ich immer nur mit meinen doofen Geschichten hier ankomme...
:was:
Vor 5 Monaten ist mein Hund gest*rb*n, auf für mich sehr schr*ckl*ch* Weise. War ein traumatisches Erlebnis für mich- und ich komme da einfach nicht von weg. Ich suche schon nach Therapie, find aber nix, verlier mich dann in Vorwürfen, weil ich mich nicht richtig kümmer...macht es alles nicht besser.
Und heute war ich im Tierheim, hatte im Internet Bilder von Welpen gesehen und mich beworben. Und war auf Platz 1, hätte heute einen ganz süßen kleinen braunen Hund bekommen können...
War schon um 8 Uhr im Tierheim, ganz aufgeregt und gefreut hab ich mich und auch gefürchtet. Die Vermittlung sollte in der Tier*rztpraxis stattfinden. Und dann bin ich voll weggeklappt- die Gerüche und das Gew*nsel der Welpen hat mich so an die f*rchtb*r*n Ereignisse vor 5 Monaten erinnert, dass ich gar nicht mehr fühlen konnte. Und dann war klar, ich kann noch gar nicht wieder für einen Hund sorgen.
Ist noch viel zu früh. Jetzt bin ich so traurig.
Ich sehne mich so nach einem Hund- mit dem ich spazieren gehen kann, der da ist, wenn ich nahc Hause komme und der sich freut. Der mir zuhört und mit dem ich spielen und toben kann wie man eben nur mit einem Hund spielen und toben kann...
Ach Mist. Warum hört das denn nie auf mit dem empfindlich sein und immer wieder tr**m*t*s**rt werden und den Einschränkungen die daraus kommen? Ich würde so gerne mal weiterkommen und einfach nur leben.
Nicht immer und immer wieder nur meine Gr*nz*n finden.
:igit: |
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| elli |
Lieber eisfuchs,
ich schreib´s jetzt ganz schnell mal hin: als mein Hund gest´rb´n ist, hab ich gedacht, ich käm nie drüber weg. Niemals...
Ungefähr ein Jahr danach kam der mit dem Wolf tanzt im Fernsehen. Ich hab Rotz und Wasser geh´´lt wegen dem Socke. Kennst du den? Der Wolf da in dem Film.
Und ein paar Tage später hab ich in der Zeitung nachgeschaut, ob nicht irgendwo ein kleines Hundel...
Und am drauf folgenden Wochenende hab ich ihn dann abgeholt...
Hab mir gedacht, der kann ja nix dazu, was war; müßt ihm doch ne Chance geben....
Und 11 Jahre hab ich ihn jetzt schon...
Ich glaub man braucht einfach Zeit für die Trauer...
alles Liebe elli |
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| pantalon |
Hallo Eisfuchs!
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Ich denke schon, dass Du in der Lage bist, für einen Hund zu sorgen und ich glaube ganz feste daran, dass Dein Hund es sehr sehr gut bei Dir hatte. Weißt Du, manchmal kommt einfach so vieles zusammen an Umständen. Da ist es der kleine Piep, der kleine Stau, der plötzlich in Deinem Denken dafür verantwortlich ist, dabei war es einfach alles zusammen. Du kannst Dir nie sicher sein, ob Dein Hund nicht eh gestorben wäre, auch wenn Du es 5 Minuten eher geschafft hättest. Wichtig ist, wie Du in der Situation reagiert hast, Du hast ihn nicht länger leiden lassen.
Ich denke, dass es mehr ist als der Hund. Du sprichst ja selbst von Traumatisierung und da ist es nicht einfache Trauer befürchte ich. Da geht vielleicht vieles zurück in Deine eigene Geschichte und plötzlich kannst Du nicht mehr trennen zwischen dem, was Dir selbst passiert ist und dem, was mit Deinem Hund passierte. Wofür Du allerdings keine Verantwortung trägst. Ich finde es sehr wichtig, dass Du da die Grenzen klar kriegst und ich denke auch, dass Du Dir dazu Hilfe suchen solltest. Es kommt eine Menge hoch durch den Hund und die Trauer, die Schuldgefühle und der Schrecken gehört vielleicht doch mehr zu Deiner eigenen Geschichte als Dir bislang klar war.
Tu Dir den Gefallen und such Dir ein Therapie, nicht wegen der vordergründigen Geschichte mit Deinem Hund, sondern weil es etwas mit Dir macht, was Du alleine nicht aushalten musst.
Ich wünsche Dir viel Mut, zu Dir und Deinen Gefühlen zu stehen und Dich auf den Weg zu machen.
Alles Liebe
Pantalon |
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| eisfuchs |
@ elli:
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Vielen Dank für deine tröstenden Worte- ja, braucht Zeit, die Trauer. Ist nur so schwer einzusehen, dass das eben auch bedeutet, im Moment keinen Hund haben zu können. Irgendwann ist manchmal so weit weg... Aber so wird es sein, eines Tages wird es wieder soweit sein. Hab mich nur über mich erschrocken, wie doll ich mich verschätzt hatte. Bin eigentlich froh, dass ich den Mut hatte, Nein zu sagen zu dem kleinen Hundchen gestern. Denn der konnte auch nix dafür und hat ein Zuhause verdient, wo man sich ganz auf ihn freuen und konzentrieren kann und man ihn sieht und nicht immer den "Vorgänger"...
@pantalon:
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Auch dir vielen Dank für deine Worte- du siehst das sehr klar und richtig, glaub ich. Dass ich mir therapeutische Hilfe suchen muss, weiss ich- es tut trotzdem gut, es noch mal so "von aussen" zu hören, wie dringend das doch ist. Find es grade sehr schwer, die richtige Unterstützung zu bekommen- keine Termine frei,keine Kraft, mehr und mehr zu suchen- warum muss es einem auch gerade so dreckig gehen, wenn die Suche nahc Unterstützung eigentlich so viel Kraft erfordert...? :nosleep:
Okay, wollte jetzt aber eigentlich nicht einfach die nächste Runde jammern- mich mehr bedanken fürs Zuhören und einen klaren Blick werfen. Danke!
Alles Liebe, eisfuchs |
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| marlasinger |
Liebe Eisfuchs, ich weiß ja natürlich nicht, wo du wohnst, aber: bei mir in der Großstadt gibt es z.B. die Möglichkeit im Tierheim zu helfen und mit einem Hund oder immer verschiedenen Gassi zu gehen.
Ansonsten gibt es im Internet Links zu Hundeausläufen. Wenn du da hingehst und sagst, du möchtest einfach bei Hunden sein, was dir widerfahren ist, ich denke, du würdest mit offenen Armen empfangen.
Denk doch auch mal über einen Welpen aus dem privaten Tierschutz nach, da findet die Vermittlung bei dir zu Hause statt.
Und gib dir Zeit!!!!!
Falls du Fragen hast, gerne per PM
hundefreundliche Grüße marla |
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