Forum-VerletzteHelfer
Forum-VerletzteHelfer Forum-VerletzteHelfer Archive > Alltägliches und Besonderes bewältigen > Mitbetroffene und Verbündete
 
Wir gehen es an: Depressionen - Klicken Sie HIER um das ursprüngliche Thema anszusehen

    arwen
    nun hat dieses Gefühl wohl einen Namen, es sind Depressionen.

    Mein Partner ist es angegangen, hat sich zu einer ersten Anamese in eine Klinik begeben. Er will etwas tun, gegen diese Dunkelheit sagt er.
    Dieses Gefühl in dieser Zeit niemanden, schon gar nicht den Menschen, der ihm so unglaublich nahe steht, zu ertragen. Er will etwas ändern und dafür bewundere ich ihn, auch wenn ich mich so überhaupt nicht in diese Beschreibungen der Stimmungen von ihm hineinversetzen kann.

    Ich soll mich informieren sagt er, wie meine Situation als Partner eines Depressionen sein kann bzw. ist, aber nicht versuchen, ihn zu verstehen, dass könnte ich als gesunder Mensch nicht leisten.
    Er drückt alles so gut aus und es zeigt mir, wie sehr er sich mit unseren beiden Seiten des Erlebens auseinander setzt.

    Ich soll ihn nicht loslassen, nur mich unabhängig machen in diesen Phasen. Er könne dann keinen Teil zu meinem "Ich fühle mich wohl in meinem Leben-Gefühl" beitragen kann, wenn er diese Dunkelheit spürt. Er könne meine Tage in den "dunklen" Zeiten nur mit verdunkeln, auf keinen Fall erhellen... hört sich so schlüssig an und eigentlich einfach, aber das ist es nicht für mich.

    Bisher hatte ich immer die Meinung von mir, dass es mir leicht fällt zu geben, gerade ihm und nun stelle ich fest, dass ich wohl doch sehr viel brauche.... man mir zeigt, dass man mich braucht, ist wohl eine meiner größten Schwächen.
    Ich fühle mich unsicher gerade... ängstlich.

    Er ist noch fort, bittet mich, ihn gerade nicht mit Fragen zu löchern.... wie gut dass es sms gibt, das war schon immer sein Rückzugsmedium, denn so kann er selbst dosieren, wieviel er sich zumuten will.
    Und ich....ich habe dann das Gefühl ich laufe gegen eine Wand aus Ziegelsteinen.

    Ich werde noch viel an mir arbeiten müssen und werde mit aller Kraft versuchen, es einfacher zu machen. Paradoxerweise bedeutet dass, ihn in Ruhe zu lassen, nicht beobachten, versuchen zu analysieren usw. :( gerade wäre ich gerne weniger emotional und nähesuchend, wie ich es bin.

    Zunächst sollen Stimmungsaufheller :was: versucht werden und er ist gerade froh, dass etwas passiert und auch dass er einen Grund hat, gerade diese km zwischen uns zu haben.

    Nun werde ich versuchen, zunächst einmal abzuwarten... mich zurücknehmen. Nicht zu viel und nicht zu wenig im zeigen, dass er für mich der Mann meines Lebens ist.

    Wenn ihr Tipps für mich habt, würde ich mich sehr über eure Zeilen freuen.

    Liebe Grüße
    die Arwen
    kaja
    ich denke je mehr du ihn seinen weg gehen lässt um so besser für euch beide

    du lernst loslassen und er, dass er auch dinge alleine steuern kann

    ist ein weiter und schwerer weg aber er ist zu bewältigen

    und wenn dich der mut verlässt schreibe einfach hier

    liebe grüße
    kaja
    moppel
    Hallo Arwen,

    hast Du für Dich die Möglichkeit, mit jemanden zu reden? Vielleicht eine Selbsthilfegruppe oder Deinem Freundeskreis?

    Es ist glaub ich ganz wichtig, daß Du darüber reden kannst, was in Dir vorgeht, was Dir schwerfällt etc.

    Und noch was: Ich finde es sehr gut, daß und wie Dein Partner mit Dir über seine Probleme redet.

    LG
    moppel
    arwen
    für eure Worte!

    @ kaja
    ja Loslassen, ich weiss ja dass es sein muss und bin bisher immer davon ausgegangen, dass ich ihn nicht "umklammere". Er empfindet es sonst nicht so, aber eben halt in diesen Zeiten und genau dann ist es für mich so schwer, da ich ihn unterstützen und helfen will....

    @ moppel
    nein, bisher war das noch kein Thema, über das ich mit jemanden reden musste. Muss es erst einmal für mich etwas mehr greifen und in Worte fassen können, was mich ängstigt oder verunsichert.

    Aber ich werde mich wohl das eine oder andere Mal hier Rat holen oder auch mal "ausheulen" ;)

    Es wird auch wieder helle Phasen geben und ich glaube daran, dass so etwas gemeinsam zu schaffen ist.
    Okay, das Wort "Gemeinsam" bedeutet dann in gewissen Zeiten halt auch jeder für sich, aber durch ein Band im Inneren verbunden.

    Es wird nicht einfach und ich weiss der Weg wird ein langer.... der Weg ist das Ziel, nicht wahr.

    Nochmals dankeschön ihr Beiden, dass mir schon so schnell jemand zugehört hat! :listen:

    Liebe Grüße
    Arwen
    elli
    Liebe arwen, ich drück dir ganz fest die Daumen, dass ihr beide es schafft.

    elli