| rainbow |
Ich habe ja schon vor ein paar Wochen über die Verhältnisse in meinem Job geschrieben und hier möchte ich einfach einmal weiterführen, was hier noch so alles passiert ist.
Zur Erklärung, ich arbeite für einen chinesischen Chef, dessen deutsch, noch englisch nicht gerade berauschend ist. Auch immer mehr Angestellte sind aus China, was die Kommunikation hier nicht gerade vereinfacht.
Aber die Deutschen sind in den Augen meines Chefs ein faules Volk (was er auch wortwörtlich so gesagt hat) und von daher braucht er uns eben nicht, aber er kann uns ja auch nicht so einfach feuern. Dies hat er zumindest zu spüren bekommen, als er 4 Leute rausgeschmissen hat und es ihm doch sehr teuer zu stehen kam vor Gericht.
Mittlerweile haben wir diesen Chef seit 8 Monaten und es wird von tag zu Tag schlimmer. Absolute Demotivation macht sich breit, immer wieder einen oben drauf und ja keine gute Laune aufkommen lassen.
Letzte Woche kam es dann so, dass mein Chef für abends ein Meeting angesetzt hat. Die neuen Firmenregeln! Oder auch „die Bibel“ genannt. Darin wurde erst einmal alles verboten, was uns tagsüber noch aufrecht erhalten hat. Wir haben hier eine Küche mit allem drum und dran. Wir dürfen nur noch die Mikrowelle benutzen, nichts sonst, mittags keine Pizza mehr in den Ofen, alles nicht mehr erlaubt, weiß der Geier warum, aber nach dem Grund fragen darf man nicht, da wird man angeschrieen, man sei respektlos.
Nach diesem Meeting sollte der Vertrieb (zu dem auch ich gehöre) noch bleiben (es war wohlgemerkt schon 15min nach Arbeitsende). Aber man ist ja nicht so, man bleibt da. Chef drückte uns einen Zettel in die Hand, sollte ein Zusatz zu unserem Arbeitsvertrag sein, dass wir nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses für 6 Monate nicht für die Konkurrenz arbeiten darf. Eigentlich normal in einem Arbeitsvertrag, aber Jahre später als Zusatz, ohne mich.
Wir sind 4 Leute im Vertrieb, 3 haben nicht unterschrieben, mich eingeschlossen.
Er wollte den Zettel am nächsten Tag unterschrieben zurück haben, was mir einen ziemlich üblen Abend beschert hat. Die ganze Zeit Gedanken, was passiert, wenn ich es nicht unterschreibe, wird er „nur“ schreien, mit Gegenständen nach mir werfen (eine beliebte Beschäftigung seinerseits) oder wird er mich feuern, was mir persönlich sehr gefallen hätte.
Aber diesen Gefallen hat er mir nicht getan, er hat das ganze ohne Worte hingenommen und nichts ist gewesen. Nur dass seitdem die Sticheleien und immer mehr oben drauf immer mehr zunehmen.
Wie gerne würde ich sofort kündigen, ihm meine Meinung sagen, doch dann bin ich vom Arbeitsamt 3 Monate gesperrt, und das kann ich mir beim besten Willen nicht leisten. Einen neuen Job finden, nicht so leicht, evtl. Ende des Jahres bei meinem Ex-Chef, was für mich und auch einige andere Kollegen hier ein Traum wäre, aber so lange halte ich das hier nicht mehr aus…
Danke, dass ich das hier aufschreiben darf |
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| eagle |
Hi Rainbow,
dazu möchte ich etwas sagen...ich werde mich noch genauer erkundigen...
aber diese Regel ist nicht zulässig kannst du ruhig unterschreiben oder gleich mit Arbeitsgericht drohen!!!!
Denn keienr kann dich zwingen auf eine Arbeitsstelle zu verzichten nur weil das die Konkurenz ist...kann doch auch gar nicht sein du kannst nicht gezwungen werden arbeitslos zu sein aber ich erkundige mich genauer und melde mich spätestens morgen...
Halte durch so ein mies*es Dre*ks*hw*in. Ich bin sicher er will euch provozieren damit iht kündigt aus Kostengründen?! Wie lange kannst du noch durchhalten? Möglichst ihn provozieren ohne deine rbeit zu vernachlässigen? Ja super gell als aussenstehender leicht gesagt. Denk an dich
liebe Grüsse und super Nerven
eagle |
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| rainbow |
Liebe Eagle,
ich habe mich bereits mit dem Gesetz vertraut gemacht und das Schreiben ist so, wie er es aufgesetzt hat, absolut ungültig. Er kann es verlangen, aber dafür muß er für den gesperrten Zeitraum mindestens 50% des Gehaltes weiterzahlen, was mir persönlich allerdings nicht reicht um leben zu können. Zusätzlich wird dieser Betrag nämlich vom AG abgezogen, nachdem die 3monatige Sperre durch ist.
Auch wenn diese Klausel in seiner Version nichtig ist, so haben wir allein schon aus Prinzip nicht unterschrieben, um zu zeigen, dass wir uns nicht wie „Skl*ven“ behandeln lassen.
Durchhalten muß ich wohl noch länger, auch wenn er uns loswerden will, wenn auch nicht aus Kostengründen, sondern einfach, weil wir ja ein deutsches faules Volk sind.
Provozieren tun wir hier permanent. Ich will gefeuert werden, bleibe aber immer in den gesetzlichen Grenzen, damit jedgliche Kündigung rechtswidrig ist.
Vielen lieben Dank!!! |
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| seelenfrieden |
Liebe rainbow,
das liest sich wirklich grauenhaft!
Schildere diese Begebenheiten und die Zustände in Deiner Firma dem Arbeitsamt, laß Dir vielleicth sogar vom Arzt ein Attest geben, daß dieser Zustand an Deiner Gesundheit nagt, dann kann die Sperre von drei Monaten bei Eigenkündigung aufgehoben werden.
Mobbing gilt als Grund!
Hast Du einen festen Ansprechpartner beim Arbeitsamt? Vielleicht kannst Du im Vorfeld mit ihm ein Gespräch führen, damit DU Dich sicherer fühlst.
Da bleiben solltest Du jedenfalls nicht, da gehst Du ja kaputt und allein schon, daß er jetzt dieses Papier unterschrieben haben will, ist eigentlich ein Hinweis darauf, daß er mit einer baldigen Arbeitslosigkeit Deinerseits rechnet.
Ich wünsch Dir viel Kraft!
Seelenfrieden |
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| rainbow |
Liebe Seelenfrieden,
daran habe ich auch schon gedacht. Nur leider hatte ich zuvor nie etwas mit dem Arbeitsamt zu tun, war noch nie dort und habe dementsprechend keinen Ansprechpartner.
Ich denke nur, daß ich das doch irgendwie beweisen muß, oder? Und Beweise habe ich keine, da hat er schön dafür gesorgt. Und gesundheitlich kann ich nur Verspannungen und psychisches angeben, wie z.B. permanente Aggr*ssivität, schlechte Träume,... Da werde ich sicherlich schnell als Simulant hingestellt, was mir eher *ngst macht.
Vielen lieben Dank für Deine Worte! |
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| seelenfrieden |
Hallo rainbow,
beweisen könntest DU es, wenn ein Arzt Dir bescheinigt, daß Du z.B. Schlafstörungen oder andere psychosomatische Folgeerscheinungen hast und deswegen zu ihm in Behandlung kommst. Bist DU in Therapie? Dann könnte es auch ein Therapeut sein, der kurz etwas schreibt.
ABer sonst hast DU vielleicht einen Hausarzt, dem DU die Lage schildern kannst?
Du könntest Dich - um den Kontakt zum Arbeitsamt herzustellen - arbeitssuchend melden. Arbeitssuchend kann sich jeder melden und DU kannst dann um einen Termin beim Arbeitsvermittler bitten. Und ihm einfach die Lage schildern.
Es gibt bei diesen Fragen oft den sogenannten "ermessungsspielraum", d.h.die Sperre muß eigentlich, könnte aber unter gewissen Umständen auch nicht...
Das hängt dann tatsächlich von dem Vermittler ab und von dem Draht, den ihr zueinander habt. Da ist es doch ganz nützlich, zu wissen, mit wem man es zu tun haben wird.
Und - dort wie überall - gibt es Idioten, aber auch sehr nette und sozial empfindende Menschen, die Dir in so einer Situation helfen wollen.
So eine oder einen wünsche ich DIr von Herzen.
Auf jeden Fall wünsche ich Dir, daß DU einen Weg findest, diese Firma zu verlassen - das klingt wirklich ganz aussichtslos und krankmachend auf die Dauer....
Weiterhin viel Kraft und liebe Grüße
Seelenfrieden |
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| shawnee |
Liebe rainbow,
die Idee von Seelenfrieden möchte ich aufgreifen.
Das mit der Sperre muss nicht sein; als ich damals vor 100 Jahren zu meinem M*nn zog und die Arbeit in meiner Geb*rtsstadt einfach hingeschmissen hatte, dr*hte mir die Arbeitsvermittlerin auch mit Sperre.
Ich könnte den Fahrtweg von 2 Stunden hin und wieder zurück ja wohl in Kauf nehmen...(klar, sie war ja nicht frisch verheiratet und lebte in einer Fernbeziehung).
Ich mußte dann ein Schreiben ausfüllen, in dem ich schrieb, das ich von meinem Chef gemobbt wurde, angegriffen und das ich seien cholerische Art nicht mehr ertragen konnte.
Das hatte gereicht, damit ich keine Sperre bekam.
Ging alles seinen Weg.
Du kannst Dich auch krankschreiben lassen - 6 Wochen muss "er" dann noch zahlen, dann die Kasse.
Ich habe statt 750 Euro dann 660 Euro Krankengeld bekommen - das hielt sich in Grenzen.
Schau doch auch hier mal auf die Seite:
www.mobbing-hilfe.de - die haben sicherlich auch noch Ideen.
Liebe Grüße Shawnee |
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| rainbow |
Vielen lieben Dank ihr Beiden
Die Idee finde ich sehr gut, werde heute abend noch eingehender wegen der Rechtslage und AA googlen, bzw. Danke Shawnee für den Link.
Krankmachend ist sehr gut ausgedrückt, zurzeit verbringt mein Freund jeden Abend über eine Stunde damit, mir meine Verspannungen aus dem Rücken zu klopfen. Das allein kann schon niemand erwarten.
Eine Therapie mache ich nicht, aber Hausarzt finde ich eine gute Idee, da bin ich bei einer ganz lieben Fr*u, die mir auch zuhört.
Toll finde ich, dass es auch so einfach gehen kann, ein Schreiben ausfüllen, erklären und fertig, das hört sich schon fast zu gut an, um wahr zu sein. Aber ich werde es versuchen, nächste Woche immerhin 2 Tage frei, an denen ich mich darum kümmern kann. Während der Arbeitszeit fehlen mir ja leider die Möglichkeiten, zum AA zu gehen.
Krankschreiben finde ich auch gut, einmal ein paar Tage ohne gebeugten Rücken gehen zu können.
Wobei, mein Chef ist ja derzeit so weit, dass Krankheitstage vom Urlaub abgezogen werden, ihm ist das egal, ob er das rechtlich durchbringt oder nicht. Immerhin dabei wird mir das Arbeitsgericht auf jeden Fall Recht geben.
Danke euch vielmals :liebes:
Liebe Grüße,
:rainbow: |
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| fine |
schicke dir viel kraft und energie
und eine dicke schneepackung für deinen chef zum abkühlen! :snowman: |
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| rainbow |
Oh, das ist lieb Fine, vielen lieben Dank, werde ihm gleich mal einen Schneeball zuwerfen ;)
Liebe Grüße,
:rainbow: |
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| kolibri |
:stampf:
ggggggrrrrrrrrr.
Habt Ihr denn wenigstens einen Betriebsrat?
Ist er ein Zwischen-Chefchen oder Chef von allem (sprich, wie groß ist die Firma etwa).
Für den Fall, dass sie größer ist und er nur mittlere Ebene, wäre es am besten, Deine anderen etwas renitenteren Kollegen würden auch zum Arzt gehen und sich krankschreiben lassen. Er würde dann ziemlich bald Druck von oben bekommen.
:liebes: Wünsch Dir ganz viel Kraft :kraft:
Klasssenkämpfibriiiiii |
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