| osterei |
| Hallo an alle, nun dachten mein Mann und ich, er habe das schlimmste hinter sich, seine Erinnerungen aufgearbeitet, die Probleme im Griff usw. und nun stellt sich heraus, dass es noch schlimmere Erinnerungen gibt, die durch erneute Hypnosesitzungen an die Oberfläche gekommen sind. Mein Mann selbst wollte diese Sitzungen, es hatte für sich das Gefühl, dass er diese vorher nur schemenhaft vorhandenen unangenehmen Eindrücke und BIlder, die immer noch wieder auftauchten, aus der Vergangenheit hervorholen mußte, um den Unterschied zum heute genau herausarbeiten zu können. Doch seit diesen Sitzungen geht es ihm sooo schlecht, wie lange nicht mehr. Und ich weiß nicht, wie ich mich verhalten soll. Er sagt, er muß da allein durch, kann aber trotzdem ab und zu Kontakt zulassen (Telefonate, Besuche). Das ging früher nicht und ist immerhin eine absolute Verbesserung. Ich weiß wirklich nicht, wie ich ihm jetzt am besten eine wirkliche Partnerin sein kann und vielleicht können mir andere Ü`s bei der Beantwortung dieser Frage zumindest ein wenig helfen. Mir liegen viele Sätze auf der Zunge, z.B. dass das, was mit ihm geschehen ist, ein Verbrechen war und dass er wirklich keine Schuld hat oder dass ich eine Riesen-Wut auf die Täter habe. Und dann denke ich wieder, vielleicht ist es falsch, genau soetwas zu schreiben...ich habe echt keine Ahnung...Ich bin sonst normalerweise immer offen und ehrlich ihm gegenüber und nicht so extrem vorsichtig, aber in dieser supersensiblen Phase weiß ich einfach nicht weiter. Er hat zwar noch nie Suizidgedanken geäußert, aber ich weiß ja auch, dass diese in so einer Phase durchaus kommen können. Heute hat er sich nun den ganzen Tag noch nicht gemeldet, handy ist aus und ich weiß nicht, ob ich ihm nun und wenn ja was, auf Band sprechen soll. Warum bloß müssen einige Menschen solche unendlichen Qualen erleben? Viele Grüße von Osterei |
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| mocca |
Vielleicht sind andere Verbündete nicht die richtigen zum Antworten. Wir können nur versuchen, feinfühlig zu sein, aber ganz werden wir kaum je verstehen. Aber ich kann dir erzählen, was ich tue.
Was ich ganz fest versuche, ist meinen Freund als den Kompetenten im Bezug auf seine Geschichte zu sehen. Meine wichtigste funktion ist, seine Freundin zu sein, wie es mit jedem anderen M*nn auch wäre. Als ausgangspunkt tue ich für ihn, was ich mir vorstelle, dass es eben zu einer Beziehung gehört, solange es für mich stimmt. Postkarten schreiben, gut kochen, zuckersüsse e-cards suchen.. Ich sage jetzt nicht, dass du tun sollst als gebe es keine Probleme; aber uns tut es gut, wenn wir all das normale auch tun. Ich verlange aber nicht, dass er es ebenso tut. Und gerade in eurer Situation jetzt liegt da wohl fast gar nichts drin.
Ich hofe ich kan in dir ein paar gedanken anstossen. Frage bitte nach, falls ich mich zu kurz gefasst habe..
Mocca |
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| morgensterne |
aber vielleicht kannst du ja trotzdem etwas damit anfangen?
Weisst du, mir hilft es sehr,wenn mein Mann "handelt" und ich nicht sagen muss,du so oder so wünscje ich mir das. Ihn eben nicht bei der Hand nehmen muss,sondern er selbst die Initiative ergreift. Dazu muss ich allerdings sagen, dass er mich sehr gut kennt(ich sage besser als ich mich selbst) und er keinerlei "Berührungsängste" hat,etwas falsch zu machen.
z.B. das ausgeschaltete Handy deines Mannes;nicht fragen "wie soll ich tun",siondern handlen,nicht ihm die Verantwortung für dein Tun zuschieben;verstehst du wie ich das meine?
Dass jeder Überlebende alleine durchmuss stimmt;aber durch stabile Parnterschaften,Theras und Freunde ist es "leichter",man wird aufgefangen.
Mir hilft auch sehr,viel zu reden mit meinem mann;stundenlang.Oft ist es so, dass er mich! fragt, Mensch...lass uns reden,ich sehr dir gehts scheisse.Wenn ich dann nicht will,lässt er nicht gleich locker und meist ist das sehr produktiv.
Dasein, eine Stütze sein,auch mal was tun,was nicht so klasse war ist besser als "aus Unsicherheit nix zu machen"..ist aber nur mein Empfinden und das was mir "hilft"
LG |
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| shawnee |
Liebe osterei,
ich kann dazu nicht viel sagen, weil bei uns zuhause auch der "Mantel des Schweigens" übergestülpt ist.
Weil ich meinen M*nn nicht belasten möchte.
Er weiß - in groben Zügen - was vorgefallen ist.
Details nicht, die könnte ich ihm gar nicht sagen.
Aber, er hilft mir, wo er nur kann, wenn ich ihn darum bitte. Z.B. mich zur Therapie fahren etc.
Deine Sorgen sind berechtigt, doch ich denke, wenn er gerade stat. ist, was sich durch Deine Beschreibungen so anhört, ist er in guten Händen und die werden dort wissen, was sie tun, um ihm zu helfen.
Vielleicht wäre ein Absprache gut (die ich mit meiner Tochter habe): S*izidgedanken "dürfen" sein, doch VOR dem Handeln Hilfe suchen. Das ist nicht so einfach, aber, anders könnte ich es nicht ertragen.
Vielleicht wäre es auch gut, wenn Du Dir prof. Hilfe holst - so wie ich das meinem M*nn immer anrate.
Er macht es nicht und le*det - genau wie Du.
Aber, das ist seine Verantwortung, das zu entscheiden.
Damit auch Du ein bißchen loslassen kannst.
VIele Grüße
Shawnee |
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| osterei |
| Hallo shawnee, Therapie habe ich schon hinter mir, zwei Jahre. War auch sehr gut für mich und hat mich sehr stabilisiert. Für mich ist das kein neues Thema mit meinem Mann, er ist nun schon seit fast drei Jahren "dabei". Ich habe auch beim Aktionstag in Göttingen als Verbündete über unsere Beziehung gesprochen und bereits ein Radio-Interview gegeben. Es ist halt nur so, dass es im Moment wieder so schlimm ist bei meinem Mann (er ist in der Tat in einer Klinik und zwar schon seit Ewigkeiten), wie ich es nicht für möglich gehalten hätte. Gleichzeitig weiß ich nicht einmal, ob man da von "schlimm" sprechen kann. Ist es nicht vielleicht eher als gut zu bezeichnen, dass er an seine Erinnerungen kommt und mich viel mehr an sich heranläßt als es noch vor zwei Jahren der Fall war? Viele Grüße von Osterei |
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